Ausführlich
Das equine Cushing-Syndrom (PPID) entsteht durch eine Degeneration dopaminerger Nervenzellen im Hypothalamus. Diese hemmen normalerweise die Pars intermedia der Hypophyse. Fällt diese Hemmung weg, produziert die Hirnanhangsdrüse unkontrolliert hormonelle Botenstoffe wie ACTH, MSH und Endorphine. Die Folge ist ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel mit weitreichenden Auswirkungen auf den gesamten Organismus.
Typische Symptome beim Pferd
Das auffälligste äußere Merkmal ist das veränderte Fellkleid: Viele Pferde entwickeln ein langes, lockiges Fell (Hirsutismus), das nicht oder verzögert abgehaart wird. Hinzu kommen Muskelabbau: besonders entlang der Oberlinie: ein hängender Bauch, vermehrtes Schwitzen, gesteigerter Durst und Harnabsatz sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.
Orthopädische Relevanz
Für die Tierorthopädie ist PPID besonders bedeutsam, da Cushing-Pferde ein deutlich erhöhtes Risiko für Hufrehe (Laminitis) haben. Die hormonellen Veränderungen stören die Durchblutung der Huflederhaut und können zu schmerzhaften Entzündungen, Rotation oder Absenkung des Hufbeins führen. Zusätzlich begünstigt der Muskelabbau Fehlbelastungen, Sehnen- und Bandschwächen sowie eine reduzierte Belastbarkeit des gesamten Bewegungsapparates.
Diagnostik und Therapie
Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt mittels Blutuntersuchung, vor allem über die Bestimmung des basalen ACTH-Wertes. Eine ursächliche Heilung ist nicht möglich, jedoch lässt sich die Erkrankung medikamentös (in der Regel mit Pergolid) sowie durch angepasstes Management gut kontrollieren.
Unterstützung durch orthopädische Hilfsmittel
Hufschutz und orthopädischer Beschlag bei chronischer Hufrehe
Bandagen zur Stabilisierung geschwächter Sehnen und Gelenke
Stützende Hilfsmittel bei Muskelabbau und Koordinationsproblemen
Individuelle Versorgung zur Entlastung schmerzhafter Gliedmaßen
Eine enge Zusammenarbeit von Tierarzt, Hufschmied und Tierorthopäden ist entscheidend, um die Lebensqualität betroffener Pferde langfristig zu erhalten.
Mögliche Symptome
Langes, lockiges Fell und verzögerter Fellwechsel (Hirsutismus)
Muskelabbau, besonders an der Oberlinie
Hängender Bauch
Vermehrtes Schwitzen
Gesteigerter Durst und Harnabsatz
Chronische oder wiederkehrende Hufrehe
Leistungsabfall und Müdigkeit
Erhöhte Infektanfälligkeit
Verzögerte Wundheilung
Fettansammlungen über den Augen und am Mähnenkamm
Orthopädische Indikationen
Hufrehe-bedingte Belastungsschmerzen und Hufbeinrotation
Stabilisierung geschwächter Sehnen und Bänder bei Muskelabbau
Entlastung bei chronischen Hufproblemen
Unterstützung bei reduzierter Belastbarkeit der Gliedmaßen
Korrekturhilfen bei Fehlstellungen infolge chronischer Lahmheit
Häufige Fragen
Nein, PPID ist eine fortschreitende Erkrankung und nicht heilbar. Mit einer tierärztlich begleiteten medikamentösen Therapie, angepasster Fütterung und gutem Management lässt sich die Krankheit jedoch über viele Jahre gut kontrollieren, sodass betroffene Pferde eine hohe Lebensqualität behalten können.
Die hormonellen Veränderungen bei PPID stören den Zuckerstoffwechsel und die Durchblutung der Huflederhaut. Dadurch entstehen leichter Entzündungen im Huf, die zu Hufrehe führen können. Cushing-Pferde sollten daher besonders zucker- und stärkearm gefüttert sowie regelmäßig hufseitig kontrolliert werden.
Da Cushing-Pferde häufig unter Hufrehe, Muskelabbau und Bewegungseinschränkungen leiden, können maßgefertigte orthopädische Hilfsmittel wie Bandagen oder stützende Versorgungen die Gliedmaßen entlasten, Fehlbelastungen ausgleichen und das Pferd in der Bewegung unterstützen. Die Auswahl sollte immer in Abstimmung mit Tierarzt und Hufschmied erfolgen.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.