TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

112 Begriffe zu Pferd, alphabetisch

  1. Arthroskopie des Fesselgelenks Pferd

    Die Arthroskopie des Fesselgelenks ist ein minimal-invasives chirurgisches Verfahren, bei dem das Fesselgelenk des Pferdes mit einer kleinen Kamera (Arthroskop) über kleine Hautschnitte eingesehen und behandelt wird. Sie dient sowohl der Diagnose als auch der Therapie von Erkrankungen innerhalb des Gelenks. Aufgrund der geringen Gewebetraumatisierung ermöglicht sie eine schnellere Rekonvaleszenz als offene Operationen.

  2. Ataxie Pferd

    Ataxie bezeichnet eine neurologisch bedingte Störung der Bewegungskoordination beim Pferd, die sich durch Schwanken, Stolpern und unkontrollierte Bewegungsabläufe äußert. Die Erkrankung entsteht durch Schädigungen des Nervensystems, die die Propriozeption (Eigenwahrnehmung) und die motorische Kontrolle beeinträchtigen. Ataxie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein klinisches Symptom verschiedener neurologischer Grunderkrankungen.

  3. Ataxie der Hinterhand Pferd

    Ataxie der Hinterhand bezeichnet eine neurologisch bedingte Bewegungsstörung beim Pferd, bei der die Koordination der Hinterbeine beeinträchtigt ist. Betroffene Pferde zeigen unsichere, schwankende Bewegungen und können die Position ihrer Hintergliedmaßen im Raum nicht mehr präzise kontrollieren. Diese Störung entsteht durch Schädigungen im zentralen Nervensystem, insbesondere im Rückenmark oder Gehirn, und beeinträchtigt die propriozeptive Wahrnehmung.

  4. Aufgegliederte Sehne Pferd

    Als aufgegliederte Sehne bezeichnet man beim Pferd eine Sehne, deren Faserstruktur durch Überlastung, Verletzung oder degenerative Prozesse aufgelockert, aufgespalten oder teilweise zerrissen ist. Besonders häufig betroffen ist die oberflächliche Beugesehne an den Vordergliedmaßen. Es handelt sich um eine ernste orthopädische Erkrankung, die eine langfristige Behandlung und kontrollierte Rehabilitation erfordert.

  5. Aufziehbeschlag Pferd

    Ein Aufziehbeschlag ist ein spezieller Hufbeschlag beim Pferd, bei dem das Hufeisen über den Tragrand hinaus nach vorn oder zur Seite verlängert wird, um die Abrollung des Hufes zu erleichtern oder zu verlagern. Er wird therapeutisch eingesetzt, um Hebelkräfte auf bestimmte Strukturen im Huf und in den unteren Gliedmaßen gezielt zu reduzieren. Ziel ist eine biomechanische Entlastung erkrankter Bereiche.

  6. Ballentritt Pferd

    Ein Ballentritt ist eine Verletzung im Bereich des Hufballens beim Pferd, die meist durch das Auftreten mit dem Eisen oder Huf eines anderen Beines auf den eigenen Ballen entsteht. Typisch sind Quetschungen, Rissverletzungen oder tiefere Wunden am weichen Hornballen oder der angrenzenden Haut. Je nach Tiefe können auch Sehnen, Hufknorpel oder das Kronbein betroffen sein.

  7. Bandage zur Sehnenstützung Pferd

    Eine Bandage zur Sehnenstützung ist ein textiles oder kombiniertes Hilfsmittel, das beim Pferd am Röhrbein angelegt wird, um die Beugesehnen (oberflächliche und tiefe Beugesehne) sowie das Fesselträgerband bei Belastung mechanisch zu unterstützen. Sie soll Überdehnungen abfedern, die Sehnenstrukturen stabilisieren und in der Rehabilitation nach Sehnenverletzungen den Heilungsverlauf begleiten.

  8. Bespannungsorthese Pferd

    Eine Bespannungsorthese ist eine tierorthopädische Hilfskonstruktion, bei der ein tragendes Rahmen- oder Schalensystem mit einer elastischen oder textilen Bespannung kombiniert wird. Beim Pferd dient sie dazu, ein Gliedmaßensegment gezielt zu stabilisieren, ohne den gesamten Bereich starr einzuschließen. So werden Druckverteilung, Beweglichkeit und Gewebeschonung optimiert.

  9. Beugesehnenverletzung Pferd

    Eine Beugesehnenverletzung beim Pferd bezeichnet die Schädigung einer oder mehrerer Beugesehnen im Bereich der Gliedmaßen, am häufigsten der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne (Musculus flexor digitorum superficialis bzw. profundus) im Bereich des Vorderfußes. Diese Verletzungen zählen zu den häufigsten und bedeutsamsten orthopädischen Erkrankungen bei Sportpferden und können zu langwierigen Lahmheiten sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen.

  10. Bog Spavin Pferd

    Bog Spavin bezeichnet eine chronische, weiche Schwellung des Sprunggelenks beim Pferd, verursacht durch eine vermehrte Ansammlung von Gelenkflüssigkeit (Synovia) im oberen Sprunggelenk (Articulatio tarsocruralis). Es handelt sich um eine Gelenkgalle des Tarsus, die meist deutlich sichtbar, aber häufig zunächst schmerzfrei ist. Die Umfangsvermehrung tritt typischerweise an der Vorderinnenseite des Sprunggelenks sowie an beiden Seiten des Sprunggelenks auf.

  11. Cauda-equina-Syndrom Pferd

    Das Cauda-equina-Syndrom beim Pferd ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Nervenwurzeln am Ende des Rückenmarks: im Bereich des Kreuzbeins und Schweifs: geschädigt sind. Betroffen sind die Nerven, die Schweif, After, Blase, Mastdarm und die hintere Gliedmaße versorgen. Typisch sind Lähmungserscheinungen im Hinterhand- und Schweifbereich sowie Probleme beim Kot- und Harnabsatz.

  12. Cushing-Syndrom Pferd

    Das Cushing-Syndrom beim Pferd, fachlich korrekt als Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID) bezeichnet, ist eine chronische hormonelle Erkrankung der Hirnanhangsdrüse. Durch eine Funktionsstörung des mittleren Hypophysenlappens kommt es zu einer übermäßigen Ausschüttung von Hormonen, insbesondere ACTH. Betroffen sind vor allem ältere Pferde und Ponys ab etwa 15 Jahren. Die Erkrankung hat erhebliche Auswirkungen auf Stoffwechsel, Immunsystem und Bewegungsapparat.

  13. Desmitis Pferd

    Desmitis bezeichnet die Entzündung eines Bandes (Ligaments) beim Pferd. Häufig betroffen sind das Fesselträgerband (Musculus interosseus medius) sowie die Gleichbeinbänder und Fesselringbänder. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Lahmheitsursachen im Sport- und Freizeitpferdebereich.

  14. Eckstrebe Pferd

    Die Eckstrebe ist ein nach innen umgeschlagener Anteil der Hufwand am hinteren Ende des Pferdehufs. Sie bildet zusammen mit dem Tragrand und der Sohle die sogenannte Eckstrebenwinkel und stabilisiert den Trachtenbereich. Eine korrekt geformte Eckstrebe ist wesentlich für die Lastverteilung und die Hufmechanik.

  15. Eckstrebenverlagerung Pferd

    Eine Eckstrebenverlagerung beschreibt eine Fehlstellung der Eckstreben im Hufinneren, bei der diese aus ihrer physiologischen Position nach vorne in Richtung Hufspitze verschoben sind. Dadurch verlieren sie ihre stützende Funktion im hinteren Hufbereich und können Trachten, Strahl und das gesamte Hufgleichgewicht negativ beeinflussen. Die Verlagerung tritt häufig bei untergeschobenen Trachten oder chronisch vernachlässigter Hufbearbeitung auf.

  16. Eiereisen Pferd

    Ein Eiereisen ist ein speziell geformter Hufbeschlag beim Pferd, dessen Schenkel hinten zu einer geschlossenen, ovalen (eiförmigen) Form zusammenlaufen. Es bietet dem Huf eine vergrößerte Auflagefläche und stabilisiert die Trachten- und Ballenregion. Eingesetzt wird es vor allem bei orthopädischen Indikationen wie Trachtenproblemen, Hufrollenerkrankung oder Sehnenleiden.

  17. Eierschalenhuf Pferd

    Als Eierschalenhuf bezeichnet man einen Huf mit auffällig dünner, brüchiger Hornwand, die an eine Eierschale erinnert. Die Hornqualität ist reduziert, die Wand splittert leicht und bietet den inneren Hufstrukturen nur wenig Schutz. Betroffene Pferde neigen zu Hufproblemen, Nageldurchbrüchen und schlechter Beschlagbarkeit.

  18. Ellbogenhöcker Pferd

    Der Ellbogenhöcker (Olecranon oder Tuber olecrani) ist der nach hinten ragende Knochenfortsatz der Elle (Ulna) am Ellbogengelenk des Pferdes. Er dient als Ansatzpunkt für die Strecksehne des Musculus triceps brachii und ist durch seine exponierte Lage anfällig für Verletzungen, insbesondere durch Hufschläge beim Liegen oder Stolpern.

  19. Equines Cushing-Syndrom Pferd

    Das Equine Cushing-Syndrom, heute korrekt als Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID) bezeichnet, ist eine hormonelle Erkrankung älterer Pferde. Durch eine Funktionsstörung des Hypophysenzwischenlappens werden übermäßig viele Hormone, insbesondere ACTH, ausgeschüttet. Dies führt zu vielfältigen Symptomen wie Fellveränderungen, Muskelabbau und einer erhöhten Anfälligkeit für Hufrehe.

  20. Equines Metabolisches Syndrom Pferd

    Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) ist eine hormonell-stoffwechselbedingte Erkrankung des Pferdes, die durch eine gestörte Insulinregulation (Insulindysregulation), Übergewicht oder regionale Fettdepots sowie eine erhöhte Neigung zur Hufrehe gekennzeichnet ist. EMS ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Symptomkomplex, der vor allem bei leichtfuttrigen Rassen auftritt. Aus orthopädischer Sicht ist EMS besonders relevant, weil die Folgeerkrankung Hufrehe massive Auswirkungen auf den Bewegungsapparat hat.

  21. Fessel Pferd

    Die Fessel bezeichnet beim Pferd den Bereich zwischen dem Fesselgelenk und dem Hufballen, der anatomisch aus dem Fesselbein (Phalanx proximalis), dem Fesselgelenkskomplex und den unterstützenden Sehnen- und Bandstrukturen besteht. Sie bildet eine wichtige funktionelle Einheit für die Stoßdämpfung und Kraftübertragung während der Bewegung. Der Begriff wird umgangssprachlich auch für das Fesselgelenk selbst verwendet.

  22. Fesselbandruptur Pferd

    Eine Fesselbandruptur bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Riss eines oder mehrerer Fesselbänder (Ligamenta sesamoidea) beim Pferd. Diese Bänder stabilisieren das Fesselgelenk und tragen wesentlich zur Tragfähigkeit der Gliedmaße bei. Eine Ruptur führt zu akuter Lahmheit und ist eine schwerwiegende Verletzung, die oft langwierige Behandlung erfordert.

  23. Fesselgelenkchip Pferd

    Ein Fesselgelenkchip bezeichnet ein freies Knochenfragment (Chip) im Fesselgelenk des Pferdes, das durch Absprengung oder Absplitterung von Knochensubstanz entsteht. Diese intraartikulären Fragmente können zu chronischen Lahmheiten, Gelenkentzündungen und degenerativen Veränderungen führen. Fesselgelenkchips gehören zu den häufigsten orthopädischen Befunden bei Sport- und Rennpferden und erfordern meist eine arthroskopische Entfernung.

  24. Fesselringbandsyndrom Pferd

    Das Fesselringbandsyndrom (englisch: Annular Ligament Syndrome) ist eine schmerzhafte Erkrankung der Fesselbeuge beim Pferd, bei der das Fesselringband (Ligamentum anulare palmare/plantare) die darunterliegenden Beugesehnen einengt. Es entsteht meist durch chronische Reizung, Verdickung des Ringbands oder Schwellungen der tiefen und oberflächlichen Beugesehne. Klinisch zeigt sich häufig eine Lahmheit, die unter Belastung zunimmt.

  25. Fesselträger Pferd

    Der Fesselträger (Musculus interosseus medius) ist eine zentrale Stützstruktur im Bewegungsapparat des Pferdes. Er verläuft an der Hinterseite des Röhrbeins und dient der Stabilisierung des Fesselgelenks sowie der Dämpfung von Belastungen während der Bewegung. Erkrankungen des Fesselträgers gehören zu den häufigsten orthopädischen Problemen bei Sport- und Freizeitpferden.

  26. Fesselträgerschenkelerkrankung Pferd

    Die Fesselträgerschenkelerkrankung (Desmopathie der Fesselträgerschenkel) ist eine schmerzhafte Schädigung der seitlichen Anteile (Schenkel) des Fesselträgers beim Pferd. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Lahmheitsursachen und betrifft vor allem Sport- und Freizeitpferde mittleren Alters. Die Erkrankung kann eine oder mehrere Gliedmaßen betreffen und führt unbehandelt häufig zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen.

  27. Flachhuf Pferd

    Als Flachhuf wird beim Pferd eine Hufform bezeichnet, bei der die Sohle nicht ausreichend gewölbt ist und nahezu auf gleicher Ebene mit dem Tragrand verläuft. Dadurch verliert der Huf einen Teil seiner natürlichen Stoßdämpfung und Schutzfunktion. Flachhufe sind häufig empfindlich gegenüber hartem oder steinigem Untergrund und neigen zu Lahmheiten.

  28. Galle Pferd

    Als Galle bezeichnet man beim Pferd eine sicht- und tastbare, weiche Flüssigkeitsansammlung an Gelenken oder Sehnenscheiden der Gliedmaßen. Sie entsteht durch eine vermehrte Produktion von Gelenk- oder Sehnenscheidenflüssigkeit (Synovia) infolge mechanischer Reizung oder Entzündung. Gallen sind in der Regel schmerzfrei, können aber Hinweis auf eine orthopädische Grunderkrankung sein.

  29. Gallenpunktion Pferd

    Die Gallenpunktion ist beim Pferd ein tierärztlicher Eingriff, bei dem eine sogenannte Galle: eine weiche, flüssigkeitsgefüllte Schwellung an Gelenken oder Sehnenscheiden: mit einer Kanüle angestochen und entleert wird. Ziel ist die Druckentlastung, die diagnostische Untersuchung der Synovialflüssigkeit oder das Einbringen von Medikamenten. Der Eingriff erfolgt unter sterilen Bedingungen ausschließlich durch den Tierarzt.

  30. Gamaschen Pferd

    Gamaschen sind ein orthopädisches Hilfsmittel für Pferde, das die Beine im Bereich von Röhrbein, Fesselgelenk und Beugesehnen vor mechanischen Einwirkungen schützt. Sie werden vor allem beim Reiten, Longieren oder Verladen eingesetzt und können sowohl präventiv als auch unterstützend bei Belastungen wirken. Je nach Bauart und Material bieten sie unterschiedlich starken Schutz und Stabilisierung.

  31. Ganaschenenge Pferd

    Die Ganaschenenge beschreibt einen verringerten Abstand zwischen den beiden Unterkieferästen (Ganaschen) des Pferdes. Dieser anatomische Bereich liegt im Kehlgang und ist entscheidend für die Beizäumung, da Pferd hier Speicheldrüsen, große Blutgefäße und Nerven sowie den oberen Atemwegsraum aufweisen. Eine zu enge Ganasche kann zu Atem-, Schluck- und Rittigkeitsproblemen führen.

  32. Genickbeule Pferd

    Eine Genickbeule ist eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Genicks (Nackenregion direkt hinter den Ohren) beim Pferd. Sie entsteht meist durch mechanischen Druck, Reizung oder Entzündung der dort liegenden Schleimbeutel (Bursa) und kann die Beweglichkeit des Kopfes erheblich einschränken.

  33. Genickbeulenoperation Pferd

    Die Genickbeulenoperation ist ein chirurgischer Eingriff beim Pferd zur Entfernung einer entzündlich veränderten Schleimbeutelumgebung im Bereich des Genicks (Bursa subligamentosa nuchalis). Sie wird notwendig, wenn eine chronische Genickbeule (Poll Evil) konservativ nicht ausheilt und das Pferd in seiner Beweglichkeit oder durch Infektionen stark beeinträchtigt ist.

  34. Genickbruch Pferd

    Der Begriff Genickbruch bezeichnet beim Pferd eine Fraktur im Bereich der oberen Halswirbelsäule, meist der ersten beiden Halswirbel (Atlas C1 und Axis C2). Er entsteht in der Regel durch schwere Stürze, Überschlagen oder massive Krafteinwirkung auf Kopf und Nacken. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Rückenmark handelt es sich um eine lebensbedrohliche Verletzung.

  35. Gleichbein Pferd

    Das Gleichbein (Os sesamoideum proximale) ist ein paariger, sesamförmiger Knochen an der Hinterseite des Fesselgelenks beim Pferd. Es dient als Umlenkpunkt für die Beugesehnen und ist durch seine hohe mechanische Belastung häufig von orthopädischen Erkrankungen betroffen. Gleichbeinprobleme gehören zu den bedeutendsten Lahmheitsursachen bei Sportpferden.

  36. Gleichbeinband Pferd

    Das Gleichbeinband (Ligamentum sesamoideum) ist eine Bandstruktur am Fesselgelenk des Pferdes, die die Gleichbeine (Sesambeine) mit dem Fesselbein verbindet. Es besteht aus mehreren Anteilen und ist wesentlich für die Stabilität des Fesselträgers und die Stoßdämpfung während der Bewegung. Verletzungen der Gleichbeinbänder gehören zu den häufigen orthopädischen Problemen bei Sport- und Rennpferden.

  37. Gleichbeinlahmheit Pferd

    Gleichbeinlahmheit bezeichnet eine Lahmheit des Pferdes, die durch Erkrankungen oder Verletzungen der Gleichbeine (Ossa sesamoidea proximalia) im Fesselgelenk verursacht wird. Betroffen sind meist die paarigen Sesambeine an der Rückseite des Fesselgelenks sowie die zugehörigen Bänder. Die Lahmheit tritt häufig bei Sport- und Rennpferden mit hoher Belastung der Vorderbeine auf.

  38. Griffelbein Pferd

    Das Griffelbein (Os metacarpale/metatarsale II und IV) ist ein rudimentäres, stabförmiges Knochenelement an der Innen- und Außenseite des Mittelfußknochens (Röhrbein) beim Pferd. Es handelt sich um evolutionär zurückgebildete seitliche Zehen, die beim modernen Einhufer als dünne Knochenleiste parallel zum Hauptmittelfußknochen verlaufen und am unteren Ende oft mit dem Fesselkopf verbunden sind.

  39. Griffelbeinexostose Pferd

    Eine Griffelbeinexostose ist eine knöcherne Zubildung (Exostose) am Griffelbein des Pferdes, den beiden schlanken Knochen (Ossa metacarpalia/metatarsalia II und IV) neben dem Röhrbein. Sie entsteht meist als Reaktion auf Reizungen, Traumata oder Frakturen und wird umgangssprachlich auch als 'Überbein' bezeichnet.

  40. Griffelbeinfraktur Pferd

    Eine Griffelbeinfraktur ist der Knochenbruch eines der beiden schlanken Griffelbeine (Ossa metacarpalia/metatarsalia II und IV), die seitlich am Röhrbein des Pferdes anliegen. Am häufigsten ist das distale (untere) Drittel betroffen. Frakturen entstehen durch direkte Traumata wie Tritte oder durch übermäßige Belastung des Fesseltrageapparates.

  41. Hahnentritt Pferd

    Der Hahnentritt (Steppergang) ist eine neurologisch bedingte Gangstörung beim Pferd, bei der die Hintergliedmaßen übermäßig hoch und ruckartig angehoben werden. Diese charakteristische Bewegungsanomalie ähnelt dem Gang eines Hahns und entsteht durch Störungen der Nervenfunktion, die die Kontrolle der Hinterhandmuskulatur beeinträchtigen.

  42. Herzbeschlag Pferd

    Der Herzbeschlag ist eine spezielle Form des Hufbeschlags beim Pferd, bei dem das Hufeisen in der Zehenmitte eine herzförmige Verbreiterung oder einen nach hinten verlängerten Steg aufweist. Er dient der Entlastung und Stabilisierung des Hufes, insbesondere bei Erkrankungen im Bereich der Trachten, des Strahls oder des Hufbeins. Der Herzbeschlag wird vom Hufschmied in enger Abstimmung mit Tierarzt oder Physiotherapeut angepasst.

  43. Hornspalt Pferd

    Ein Hornspalt ist ein Riss in der Hufwand des Pferdes, der vom Tragerand nach oben oder vom Kronrand nach unten verlaufen kann. Je nach Tiefe betrifft er nur das oberflächliche Hornmaterial oder reicht bis in die empfindliche Huflederhaut. Hornspalten können die Stabilität der Hufkapsel beeinträchtigen und im fortgeschrittenen Stadium zu Lahmheit führen.

  44. Hufbein Pferd

    Das Hufbein (Os ungulare oder Phalanx distalis) ist der unterste Knochen des Pferdebeins und liegt vollständig innerhalb der Hufkapsel. Es bildet das knöcherne Fundament des Hufes und ist über Gelenke, Sehnen und das Hufbeinträger-Aufhängesystem mit den umgebenden Strukturen verbunden. Aufgrund seiner zentralen Rolle für Stabilität und Belastungsverteilung ist das Hufbein bei vielen orthopädischen Erkrankungen des Pferdes betroffen.

  45. Hufbeinrotation Pferd

    Die Hufbeinrotation beschreibt eine pathologische Lageveränderung des Hufbeins im Huf des Pferdes, bei der sich das distale Ende des Hufbeins nach unten-hinten neigt. Diese Rotation entsteht meist als Folge einer Hufrehe und führt zu einer veränderten Statik sowie zu erheblichen Schmerzen und Bewegungsstörungen.

  46. Hufbeschlagorthese Pferd

    Eine Hufbeschlagorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das in Kombination mit oder anstelle eines klassischen Hufbeschlags eingesetzt wird, um den Huf des Pferdes therapeutisch zu unterstützen, Fehlstellungen auszugleichen oder erkrankte Strukturen zu entlasten. Sie wird individuell an Hufform und Krankheitsbild angepasst und kann aus Kunststoff, Metall, Leder oder Kombinationsmaterialien gefertigt sein. Ziel ist die Wiederherstellung einer physiologischen Belastung und Abrollbewegung.

  47. Hufeisenkorrektur Pferd

    Die Hufeisenkorrektur bezeichnet die gezielte Anpassung von Hufeisen oder huforthopädischen Hilfsmitteln zur Korrektur von Fehlstellungen, Ganganomalien oder zur therapeutischen Unterstützung des Bewegungsapparates beim Pferd. Sie umfasst sowohl präventive als auch therapeutische Maßnahmen und wird individuell auf die anatomischen Gegebenheiten und orthopädischen Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt.

  48. Hufgelenksentzündung Pferd

    Eine Hufgelenksentzündung beim Pferd ist eine entzündliche Veränderung des Hufgelenks (Articulatio interphalangealis distalis), das zwischen Kron- und Hufbein liegt. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und führt zu Lahmheit, Schmerzen und im weiteren Verlauf häufig zu degenerativen Gelenkveränderungen (Arthrose). Die Erkrankung zählt zu den häufigsten orthopädischen Problemen im Bereich der distalen Vordergliedmaße.

  49. Hufgeschwür Pferd

    Ein Hufgeschwür ist eine bakterielle Entzündung im Inneren des Pferdehufs, bei der sich Eiter zwischen Hornkapsel und Huflederhaut ansammelt. Der entstehende Druck verursacht meist plötzlich auftretende, hochgradige Lahmheit. Es zählt zu den häufigsten Ursachen akuter Lahmheit beim Pferd.

  50. Hufknorpel Pferd

    Die Hufknorpel (Cartilagines ungulae) sind zwei flexible Knorpelplatten, die seitlich am Hufbein des Pferdes ansetzen und bis über den Kronrand hinausreichen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Stoßdämpfung und dem Mechanismus der Hufbeinbewegung während der Belastungsphase. Erkrankungen oder Verknöcherungen der Hufknorpel können die Biomechanik des Hufes erheblich beeinträchtigen.

  51. Hufknorpelverknöcherung Pferd

    Die Hufknorpelverknöcherung (Verknöcherung der Hufknorpel, medizinisch: Ossifikation der Cartilago ungulae) ist eine pathologische Umwandlung der elastischen Hufknorpel in starres Knochengewebe beim Pferd. Die Hufknorpel sind normalerweise flexible, knorpelige Strukturen seitlich am Hufbein, die für die natürliche Stoßdämpfung und Durchblutung des Hufes essentiell sind. Durch Verknöcherung verlieren sie ihre Elastizität, was zu Lahmheit und eingeschränkter Hufmechanik führen kann.

  52. Hufkrebs Pferd

    Hufkrebs (Pododermatitis chronica verrucosa) ist eine chronische, wuchernde Erkrankung der Huflederhaut beim Pferd. Betroffen sind vor allem Strahl, Strahlfurchen und Sohlenbereich, wo das Horn nicht mehr regelrecht verhornt, sondern eine käsig-blumenkohlartige, übelriechende Wucherung entsteht. Unbehandelt breitet sich die Erkrankung fortschreitend aus und kann die Hufstabilität erheblich beeinträchtigen.

  53. Hufrehe Pferd

    Hufrehe ist eine schmerzhafte, aseptische Entzündung der Huflederhaut beim Pferd, die zur Lockerung der Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel führt. Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen und kann akut oder chronisch verlaufen. Unbehandelt droht eine Rotation oder Senkung des Hufbeins, was die Prognose erheblich verschlechtert.

  54. Hufrollenblockade Pferd

    Als Hufrollenblockade bezeichnet man eine diagnostische und therapeutische Leitungsanästhesie der Nerven, die den hinteren Hufbereich und die Hufrolle (Podotrochlea) versorgen. Beim Pferd wird sie eingesetzt, um Lahmheiten im Bereich des Strahlbeins, der tiefen Beugesehne und der Hufrollenschleimbeutel zu lokalisieren. Es handelt sich nicht um eine Behandlung, sondern um ein wichtiges Diagnostikum in der Lahmheitsuntersuchung.

  55. Hufrollenbursitis Pferd

    Die Hufrollenbursitis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa podotrochlearis) im Bereich der sogenannten Hufrolle des Pferdes. Sie zählt zum Formenkreis des Podotrochlose-Syndroms und betrifft vorwiegend die Vorderhufe. Typisch ist eine schmerzhafte Lahmheit, die sich besonders auf hartem Boden oder im Zirkel verstärkt.

  56. Hufrollenbursoskopie Pferd

    Die Hufrollenbursoskopie ist ein minimalinvasives endoskopisches Verfahren zur direkten Betrachtung der Bursa podotrochlearis (Hufrollenschleimbeutel) im Pferdehuf. Über kleine Zugänge wird eine Kamera in den Schleimbeutel eingeführt, um Schäden an der tiefen Beugesehne, am Strahlbein und an den umgebenden Strukturen zu beurteilen und ggf. therapeutisch zu behandeln.

  57. Hufrollenentzündung Pferd

    Die Hufrollenentzündung (Podotrochlose, Podotrochitis) ist eine schmerzhafte, degenerative Erkrankung des Strahlbeins, der Strahlbeinbänder und der umgebenden Strukturen im Hufbereich des Pferdes. Sie gehört zu den häufigsten Lahmheitsursachen der Vordergliedmaßen und betrifft besonders häufig Warmblutpferde mittleren Alters. Die Erkrankung führt zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die eine erhebliche Beeinträchtigung der Rittigkeit und Leistungsfähigkeit nach sich ziehen.

  58. Hufrollenkomplex Pferd

    Der Hufrollenkomplex (auch Podotrochlose-Komplex) bezeichnet eine Gruppe schmerzhafter Veränderungen im hinteren Hufbereich des Pferdes, die das Strahlbein, die tiefe Beugesehne, den Hufrollenschleimbeutel und umliegende Bandstrukturen betreffen. Er gehört zu den häufigsten Ursachen für chronische Vorderhandlahmheiten beim Reitpferd. Statt einer einzelnen Erkrankung handelt es sich um ein Zusammenspiel mehrerer pathologischer Prozesse.

  59. Hufrollenresektion Pferd

    Die Hufrollenresektion ist ein chirurgischer Eingriff beim Pferd, bei dem der Nervus digitalis palmaris im Fesselbereich durchtrennt wird, um Schmerzen aus dem Hufrollenbereich (Podotrochlose-Syndrom) auszuschalten. Fachlich korrekt spricht man von einer Neurektomie der Palmarnerven. Sie gilt als letzte Behandlungsoption bei chronischen Hufrollenerkrankungen, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind.

  60. Hufrollensyndrom Pferd

    Das Hufrollensyndrom, auch Podotrochlose oder Podotrochlose-Syndrom genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung im hinteren Hufbereich des Pferdes. Betroffen sind das Strahlbein (Os sesamoideum distale), die tiefe Beugesehne sowie der Hufrollenschleimbeutel (Bursa podotrochlearis). Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für chronische Vorderhandlahmheit beim Pferd.

  61. Hufschuh Pferd

    Ein Hufschuh ist ein temporär am Pferdehuf befestigter Schutz, der den Huf wie ein Schuh umschließt. Er dient als Alternative oder Ergänzung zum festen Hufbeschlag und kommt sowohl bei Barhufpferden im Training als auch therapeutisch bei Huferkrankungen zum Einsatz.

  62. Kissing Spines Pferd

    Kissing Spines (dorsale Spinalprozessberührung) bezeichnet bei Pferden eine Skeletterkrankung, bei der sich die Dornfortsätze der Brustwirbel- oder Lendenwirbelsäule pathologisch berühren oder überlappen. Dies führt zu chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Rittigkeitsproblemen. Die Erkrankung entsteht durch zu geringe Abstände zwischen den Processus spinosi und äußert sich häufig in Rückenverspannungen und Leistungsminderung.

  63. Kissing-Spines-Operation Pferd

    Die Kissing-Spines-Operation ist ein chirurgischer Eingriff beim Pferd, bei dem eng aneinanderstehende oder sich berührende Dornfortsätze der Brust- und Lendenwirbelsäule behandelt werden. Ziel ist es, den schmerzhaften Kontakt zwischen benachbarten Dornfortsätzen zu beseitigen. Der Eingriff kommt zum Einsatz, wenn konservative Therapien nicht ausreichend wirken.

  64. Klebebeschlag Pferd

    Ein Klebebeschlag ist eine Form des Hufbeschlags beim Pferd, bei dem das Hufeisen oder eine Kunststoffversorgung nicht genagelt, sondern mit einem speziellen Kleber an der Hufwand befestigt wird. Diese schonende Methode wird vor allem bei geschädigter Hornwand, Hufrehe, Fohlen oder bei orthopädischen Korrekturen eingesetzt. Der Klebebeschlag schont das Hufhorn und ermöglicht eine flexible, individuelle Versorgung.

  65. Knochenzyste Pferd

    Eine Knochenzyste ist ein flüssigkeits- oder bindegewebsgefüllter Hohlraum im Knochen, der beim Pferd vor allem in Gelenknähe auftritt. Am häufigsten sind subchondrale Knochenzysten, die direkt unter dem Gelenkknorpel liegen und zu Lahmheiten führen können. Sie zählen zum Formenkreis der Osteochondrose (OCD) und betreffen häufig junge Pferde im Wachstum.

  66. Kreuzverschlag Pferd

    Der Kreuzverschlag (Myopathie, Rhabdomyolyse) ist eine akute Muskelerkrankung des Pferdes, bei der es zu einem schmerzhaften Zerfall von Muskelzellen vor allem in der Kruppen- und Rückenmuskulatur kommt. Er tritt häufig in Verbindung mit Belastung, Stoffwechselstörungen oder Fütterungsfehlern auf und stellt einen tiermedizinischen Notfall dar.

  67. Kronbein Pferd

    Das Kronbein (Os coronale, Phalanx media) ist der mittlere der drei Zehenknochen des Pferdes und liegt zwischen Fessel- und Hufbein. Es ist ein kurzer, würfelförmiger Knochen, der teilweise im Hufschuh verborgen liegt und maßgeblich an der Bewegung des Hufgelenks beteiligt ist. Das Kronbein überträgt die Last vom Fesselbein auf das Hufbein und ist ein zentrales Element der Pferdezehe.

  68. Kronbeinfraktur Pferd

    Eine Kronbeinfraktur ist ein Bruch des Kronbeins (Os coronale, zweites Zehenglied) beim Pferd. Das Kronbein ist ein zentraler Knochen im Hufbereich zwischen Fesselbein und Hufbein, der erheblichen Belastungen ausgesetzt ist. Kronbeinfrakturen gehören zu den schwerwiegenden orthopädischen Verletzungen beim Pferd und können die sportliche Karriere beenden oder eine intensive Rehabilitation erfordern.

  69. Krongelenk Pferd

    Das Krongelenk (Articulatio interphalangea proximalis) ist das mittlere Zehengelenk des Pferdes, das zwischen dem Fesselbein (Phalanx proximalis) und dem Kronbein (Phalanx media) liegt. Es ermöglicht die Beugung und Streckung des Zehs und ist entscheidend für die Stoßdämpfung und Beweglichkeit der Gliedmaße. Aufgrund der enormen Belastungen, denen es ausgesetzt ist, ist das Krongelenk anfällig für Verletzungen, Entzündungen und degenerative Erkrankungen.

  70. Krongelenksarthrose Pferd

    Krongelenksarthrose ist eine chronische, degenerative Erkrankung des Krongelenks (Articulatio interphalangea proximalis) beim Pferd, bei der Gelenkknorpel und angrenzende Knochenstrukturen fortschreitend geschädigt werden. Umgangssprachlich wird sie auch als Ringbein bezeichnet und zählt zu den häufigen Ursachen chronischer Lahmheiten bei Sport- und Freizeitpferden. Betroffen sind vor allem die vorderen Gliedmaßen, seltener die Hinterbeine.

  71. Krongelenkschale Pferd

    Die Krongelenkschale ist eine chronische, degenerative Erkrankung des Krongelenks (Articulatio interphalangea proximalis) beim Pferd, bei der sich knöcherne Zubildungen (Exostosen) am Gelenkrand bilden. Sie zählt zu den arthrotischen Veränderungen der unteren Gliedmaße und führt häufig zu Lahmheit. Betroffen sind das Kron- und das Kronbein, also der Bereich zwischen Fessel- und Hufgelenk.

  72. Kronrandverletzung Pferd

    Eine Kronrandverletzung beim Pferd ist eine Schädigung des Kronsaums: also jener empfindlichen Übergangszone zwischen Haut und Hufhorn, in der das Hornwachstum gebildet wird. Da hier die hornbildenden Zellen liegen, können Verletzungen dieses Bereichs langfristige Auswirkungen auf Hufqualität und Wachstum haben. Häufige Ursachen sind Tritte, Schnittwunden, Trachtenverletzungen oder das Eintreten in scharfkantige Gegenstände.

  73. Neurektomie Pferd

    Die Neurektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein peripherer Nerv ganz oder teilweise durchtrennt wird, um die Schmerzleitung aus einem bestimmten Bereich zu unterbrechen. Beim Pferd wird sie vor allem im distalen Gliedmaßenbereich angewendet, klassischerweise als Nervenschnitt der Nervi digitales palmares zur Schmerzausschaltung bei chronischer Hufrollenerkrankung (Podotrochlose). Sie ist ein symptomatischer Eingriff: die zugrunde liegende Erkrankung bleibt bestehen.

  74. Osteochondrose Pferd

    Osteochondrose (OC) ist eine entwicklungsbedingte Skeletterkrankung bei heranwachsenden Pferden, bei der die Umwandlung von Knorpel in Knochen (enchondrale Ossifikation) gestört ist. Sie betrifft vor allem schnell wachsende Fohlen und Jungpferde und manifestiert sich häufig in den Gelenken als Osteochondrosis dissecans (OCD), bei der sich Knorpel- oder Knochenfragmente ablösen können. Die Erkrankung kann zu dauerhaften Gelenkschäden, Lahmheiten und eingeschränkter sportlicher Nutzbarkeit führen.

  75. Piephacke Pferd

    Die Piephacke ist eine Fehlstellung des Hufes beim Pferd, bei der die dorsale (vordere) Hufwand in einem deutlich zu steilen Winkel verläuft und die Trachten (hinterer Hufbereich) zu niedrig sind. Diese Deformität führt zu einer ungleichmäßigen Belastungsverteilung im Huf und kann erhebliche orthopädische Probleme nach sich ziehen. Die Piephacke gilt als schwerwiegende Hufdeformität, die das gesamte Bewegungssystem des Pferdes beeinträchtigt.

  76. Podotrochlose Pferd

    Podotrochlose, auch Hufrollenerkrankung oder Podotrochlose-Syndrom genannt, ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der sogenannten Hufrolle im Pferdehuf. Betroffen sind das Strahlbein, die tiefe Beugesehne sowie die zugehörigen Schleimbeutel und Bänder. Die Erkrankung tritt vor allem an den Vorderhufen auf und zählt zu den häufigsten Lahmheitsursachen beim Reitpferd.

  77. Röhrbein Pferd

    Das Röhrbein bezeichnet beim Pferd die mittleren Gliedmaßenabschnitte der Vorder- und Hinterbeine, die das Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen (Metacarpus/Metatarsus) sowie die paarigen Griffelbeine umfassen. Es erstreckt sich vom Karpal- bzw. Tarsalgelenk bis zum Fesselgelenk und bildet eine wichtige tragende Struktur im Bewegungsapparat. Der Name leitet sich von der charakteristischen röhrenförmigen Gestalt dieser Knochenregion ab.

  78. Rückenschmerz-Syndrom Pferd

    Das Rückenschmerz-Syndrom beim Pferd bezeichnet einen Komplex aus akuten oder chronischen Schmerzzuständen im Bereich der Wirbelsäule, der Rückenmuskulatur und angrenzender Strukturen. Es äußert sich durch Bewegungsunlust, Rittigkeitsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten und kann verschiedene Ursachen wie Muskelverspannungen, Wirbelblockaden, Kissing Spines oder unpassende Sättel haben. Eine frühzeitige Diagnose und multimodale Therapie sind entscheidend für die Wiederherstellung der Bewegungsfreude.

  79. Schale Pferd

    Die Schale ist eine knöcherne Zubildung am Fesselkopf oder den Kronbeinknöcheln des Pferdes, die durch chronische Entzündungsprozesse entsteht. Sie zeigt sich als tastbare, harte Umfangsvermehrung und gehört zu den häufigsten degenerativen Gelenkerkrankungen beim Pferd. Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen Krongelenksschale (hohe Schale) und Hufgelenksschale (niedrige Schale).

  80. Schalenbildung Pferd

    Als Schalenbildung (auch kurz 'Schale') bezeichnet man beim Pferd knöcherne Zubildungen (Exostosen) an den kleinen Gelenken der unteren Gliedmaße, vor allem am Kron- und Hufgelenk sowie am Sprunggelenk. Sie entstehen meist durch chronische Reizung des Gelenks oder Knochenhautentzündungen und können je nach Lage und Ausdehnung zu Lahmheiten führen.

  81. Schleimbeutelentzündung Pferd

    Die Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist eine entzündliche Erkrankung der Schleimbeutel (Bursa synovialis) beim Pferd, die als flüssigkeitsgefüllte Polster zwischen Sehnen, Knochen und Weichteilen liegen. Sie entsteht häufig durch mechanische Reizung, Trauma oder Überlastung und führt zu schmerzhaften Schwellungen, insbesondere an den Gliedmaßen. Betroffene Stellen sind beim Pferd vor allem Karpal- und Sprunggelenk sowie die Ellbogenregion.

  82. Sehnenscheidenentzündung Pferd

    Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) beim Pferd ist die Entzündung der schützenden Hülle (Sehnenscheide), die bestimmte Sehnen umgibt. Sie tritt vor allem an den Gliedmaßen auf und äußert sich durch eine sicht- und tastbare Schwellung, oft begleitet von Wärme, Schmerz und Lahmheit. Ursachen sind meist mechanische Überlastung, Trauma oder Infektionen.

  83. Sehnenspalt Pferd

    Ein Sehnenspalt (Core Lesion) ist eine strukturelle Schädigung im Inneren einer Sehne, bei der Sehnenfasern zerreißen und ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum entsteht. Beim Pferd tritt er am häufigsten in der oberflächlichen Beugesehne der Vordergliedmaße auf und zählt zu den klassischen Sportverletzungen. Er ist im Ultraschall als echoarmer Bereich innerhalb der Sehne sichtbar.

  84. Sehnenstiefel Pferd

    Ein Sehnenstiefel ist eine schützende Gamasche, die beim Pferd an den Vorder- oder Hinterbeinen angelegt wird, um Sehnen, Bänder und Fesselbereich vor äußeren Einwirkungen wie Schlägen, Streifen oder Verletzungen durch das eigene Bein zu schützen. Er wird vor allem im Training, beim Springen, in der Dressur oder im Gelände eingesetzt. Sehnenstiefel sind weder Orthese noch therapeutisches Hilfsmittel im engeren Sinne, sondern dienen primär dem mechanischen Schutz.

  85. Sehnenzerrung Pferd

    Eine Sehnenzerrung beim Pferd bezeichnet eine akute Überdehnung von Sehnenfasern ohne strukturelle Zerreißung, meist verursacht durch plötzliche, übermäßige Belastung. Betroffen sind häufig die oberflächliche und tiefe Beugesehne an den Gliedmaßen, seltener auch Strecksehnen. Die Verletzung äußert sich in Schmerz, Wärme, Schwellung und Lahmheit und erfordert konsequente Therapie zur Vermeidung chronischer Schäden.

  86. Sohlenprellung Pferd

    Eine Sohlenprellung beim Pferd ist eine schmerzhafte Quetschung der Huflederhaut im Bereich der Hufsohle, meist verursacht durch Tritt auf harte oder spitze Gegenstände. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen einer plötzlich auftretenden Lahmheit und kann unbehandelt zu Hufgeschwüren oder chronischen Veränderungen führen.

  87. Sohlenschutzplatte Pferd

    Eine Sohlenschutzplatte ist ein flaches Einlegeelement, das beim Pferd zwischen Hufsohle und Hufeisen oder Hufschuh eingesetzt wird, um die empfindliche Sohle vor Druck, Steinschlag und Fremdkörpern zu schützen. Sie kommt vor allem bei dünnen, empfindlichen oder verletzten Sohlen sowie nach Hufoperationen zum Einsatz. Je nach Material und Ausführung dient sie zusätzlich der Stoßdämpfung und der gleichmäßigen Lastverteilung.

  88. Spat Pferd

    Spat ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der kleinen Gelenke im unteren Sprunggelenk (Tarsus) des Pferdes, die durch Entzündung, Knorpelabbau und fortschreitende Verknöcherung gekennzeichnet ist. Die Erkrankung führt zu Lahmheit, eingeschränkter Beweglichkeit und häufig zu knöchernen Zubildungen (Exostosen) an der Innenseite des Sprunggelenks. Spat gehört zu den häufigsten orthopädischen Problemen bei Pferden und betrifft besonders die distalen Intertarsalgelenke und das Tarsometatarsalgelenk.

  89. Splintbone-Fraktur Pferd

    Eine Splintbone-Fraktur ist der Bruch eines der beiden Griffelbeine (Ossa metacarpalia/metatarsalia II und IV) am Pferd. Diese schmalen Knochen liegen seitlich am Röhrbein und können durch Trauma, Überlastung oder Tritte brechen. Splintbone-Frakturen treten sowohl an Vorder- als auch Hintergliedmaßen auf und erfordern eine tierärztliche Abklärung.

  90. Sprunggelenkschwellung Pferd

    Eine Sprunggelenkschwellung beim Pferd bezeichnet eine Volumenzunahme im Bereich des Tarsalgelenks (Sprunggelenk), die durch Flüssigkeitsansammlungen, Entzündungen, Weichteilschwellungen oder knöcherne Veränderungen entstehen kann. Sie tritt häufig infolge von Überlastung, Trauma, degenerativen Gelenkerkrankungen oder Fehlstellungen auf und beeinträchtigt die Beweglichkeit sowie Leistungsfähigkeit des Pferdes. Das Sprunggelenk ist aufgrund seiner komplexen Anatomie und hohen Belastung während der Bewegung besonders anfällig für orthopädische Probleme.

  91. Stallgamasche Pferd

    Eine Stallgamasche ist eine gepolsterte Beinbandage, die dem Pferd während der Stallruhe angelegt wird, um die Gliedmaßen vor Stößen, Schwellungen und Druckstellen zu schützen. Sie umschließt typischerweise den Bereich vom Karpal- bzw. Sprunggelenk bis zum Krongelenk und dient sowohl der Schonung als auch der Unterstützung der Durchblutung.

  92. Stegeisen Pferd

    Ein Stegeisen ist ein spezielles Hufeisen, bei dem die beiden Schenkel an der Trachtenseite durch einen quer verlaufenden Metallsteg verbunden sind. Diese geschlossene Bauform stabilisiert den Hornkapselbereich und verteilt die Belastung gleichmäßiger über die gesamte Hufsohle. Stegeisen kommen vor allem bei orthopädischen Hufproblemen wie Hufrissen, Hufrollenerkrankungen oder instabilen Hornkapseln zum Einsatz.

  93. Steiltrachtigkeit Pferd

    Steiltrachtigkeit bezeichnet eine Hufform beim Pferd, bei der die Trachten (hintere Hufwandanteile) zu steil aufgerichtet sind und der Trachten-Zehen-Winkel deutlich über der physiologischen Norm liegt. Häufig ist ein Huf steiler als der andere (Bockhuf oder ungleiche Hufpaare). Die Veränderung beeinflusst die Belastung von Hufrolle, Beugesehnen und gesamtem Bewegungsapparat.

  94. Stollbeule Pferd

    Eine Stollbeule ist eine umschriebene, meist weiche Schwellung im Bereich des Sprunggelenks beim Pferd, die durch eine Verletzung der Haut und des darunterliegenden Gewebes entsteht. Sie tritt typischerweise an der Außen- oder Innenseite des Sprunggelenks auf und wird meist durch Tritte mit dem Stollen eines beschlagenen Hufs oder durch Anschlagen an harte Gegenstände verursacht. Die Schwellung kann unterschiedlich groß sein und ist oft mit einer Entzündungsreaktion verbunden.

  95. Strahlbein Pferd

    Das Strahlbein (Os sesamoideum distale oder Strahlbein) ist ein kleiner, schiffchenförmiger Knochen im Huf des Pferdes, der sich an der Rückseite des Hufgelenks zwischen Kronbein und Hufbein befindet. Es dient als Umlenkrolle für die tiefe Beugesehne und spielt eine zentrale Rolle in der Biomechanik des Hufs. Erkrankungen des Strahlbeins, insbesondere die Podotrochlose (Strahlbeinlahmheit), gehören zu den häufigsten Lahmheitsursachen beim Pferd.

  96. Strahlbeinfraktur Pferd

    Eine Strahlbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Strahlbeins (Os sesamoideum distale), eines kleinen Sesambeins im Hufinneren des Pferdes. Sie tritt selten auf, führt aber meist zu plötzlicher, hochgradiger Lahmheit. Betroffen sind überwiegend die Vorderhufe, da diese deutlich mehr Last tragen.

  97. Strahlbeinkanalerweiterung Pferd

    Eine Strahlbeinkanalerweiterung beschreibt die röntgenologisch sichtbare Vergrößerung der Gefäßkanäle (Canales sesamoidales) am Strahlbein des Pferdes. Diese Veränderung gilt als Hinweis auf chronische Umbauprozesse im Hufrollenbereich und wird häufig im Zusammenhang mit dem Podotrochlose-Syndrom (Hufrollenerkrankung) diagnostiziert. Sie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Befund, der im Kontext klinischer Symptome bewertet werden muss.

  98. Strahlfäule Pferd

    Strahlfäule ist eine bakterielle Infektion des Strahls am Pferdehuf, bei der das Strahlhorn durch fäulniserregende Mikroorganismen zersetzt wird. Sie äußert sich durch übelriechendes, schwarzes Sekret sowie weiches, brüchiges Hornmaterial in den Strahlfurchen. Unbehandelt kann die Erkrankung tiefere Hufstrukturen schädigen und zu Lahmheit führen.

  99. Tarsalgelenksarthrose Pferd

    Die Tarsalgelenksarthrose, auch Spat genannt, ist eine degenerative Gelenkerkrankung der kleinen Gelenke des Sprunggelenks (Tarsus) beim Pferd. Sie führt zu chronischen Entzündungen, Knorpelabbau und knöchernen Zubildungen (Exostosen), die Schmerzen und Lahmheit verursachen. Spat gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Reitpferden und beeinträchtigt die Beweglichkeit erheblich.

  100. Tendinitis der oberflächlichen Beugesehne Pferd

    Die Tendinitis der oberflächlichen Beugesehne (OBS, lat. Musculus flexor digitorum superficialis) ist eine entzündliche Erkrankung der oberflächlichen Beugesehne beim Pferd, häufig infolge einer Überlastung oder akuten Faserzerreißung. Sie zählt zu den häufigsten Sehnenverletzungen beim Sportpferd und betrifft vor allem die Vordergliedmaßen. Umgangssprachlich wird sie auch als 'Sehnenschaden' bezeichnet.

  101. Tendinitis der tiefen Beugesehne Pferd

    Die Tendinitis der tiefen Beugesehne (Musculus flexor digitorum profundus) ist eine Entzündung der tiefen Beugesehne beim Pferd, die meist durch Überlastung, Fehlbelastung oder traumatische Ereignisse entsteht. Sie tritt häufig im Bereich der Fessel, des Hufes oder der Hufrolle auf und führt zu Lahmheit sowie Schwellung. Diese Erkrankung gehört zu den häufigsten Sehnenverletzungen beim Sport- und Freizeitpferd.

  102. Tendovaginitis Pferd

    Die Tendovaginitis bezeichnet eine Entzündung der Sehnenscheide: jener flüssigkeitsgefüllten Hülle, die bestimmte Sehnen am Pferdebein umgibt und schützt. Beim Pferd treten Tendovaginitiden besonders häufig an den Beugesehnen im Fessel- und Karpalbereich auf. Sie äußern sich durch Schwellungen, Schmerzhaftigkeit und mitunter Lahmheit.

  103. Trachtenzwanghuf Pferd

    Der Trachtenzwanghuf ist eine Hufdeformation beim Pferd, bei der sich der Hornschuh im hinteren Hufbereich: den sogenannten Trachten: krankhaft verengt. Diese Einengung führt zu einer Kompression der inneren Hufstrukturen und kann Schmerzen sowie Lahmheiten verursachen. Es handelt sich um eine spezielle Form des Zwanghufs, die häufig durch fehlerhafte Hufbearbeitung, Bewegungsmangel oder Fehlbelastung entsteht.

  104. Trageerschöpfung Pferd

    Trageerschöpfung beim Pferd bezeichnet eine funktionelle Schwäche der Rumpfträgermuskulatur, die den Brustkorb zwischen den Vordergliedmaßen aktiv anheben und stabilisieren soll. Dadurch sinkt der Rumpf zwischen den Schulterblättern ab, die Rückenlinie verändert sich und die gesamte Biomechanik des Pferdes wird beeinträchtigt. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein komplexes muskuläres Erschöpfungssyndrom.

  105. Trageriss Pferd

    Ein Trageriss bezeichnet beim Pferd eine Schädigung des Trageapparats am Huf, insbesondere eine Trennung oder einen Riss der weißen Linie zwischen Hufwand und Sohle. Dabei lockert sich die Verbindung zwischen Hornkapsel und tieferliegenden Strukturen, was zu Instabilität und Schmerzen führen kann. Trageriss ist ein häufiges Problem bei Pferden mit Fehlstellungen, mangelhafter Hufpflege oder chronischen Hufkrankheiten.

  106. Tragrand Pferd

    Der Tragrand ist der äußere, tragende Rand der Hufkapsel des Pferdes, der die Hauptlast des Körpergewichts auf den Boden überträgt. Er bildet den Übergang zwischen Hufwand und Sohle und ist die zentrale Auflagefläche, auf der ein Hufeisen befestigt wird oder auf der das Barhufpferd läuft.

  107. Überbein Pferd

    Als Überbein bezeichnet man beim Pferd eine knöcherne Zubildung (Exostose), die meist am Röhrbein im Bereich der Griffelbeine entsteht. Es handelt sich um eine reaktive Knochenneubildung infolge mechanischer Reizung, Entzündung oder Verletzung des Periosts (Knochenhaut). Überbeine treten besonders häufig an den Vordergliedmaßen junger Pferde auf und können je nach Lage und Größe lahmheitsrelevant sein.

  108. Vollhuf Pferd

    Als Vollhuf bezeichnet man eine Hufform beim Pferd, bei der die Hufsohle vollständig oder nahezu plan mit dem Tragrand abschließt, sodass keine natürliche Gewölbewölbung mehr vorhanden ist. Diese Hufform gilt als Fehlstellung, da die Sohle ihre tragende und schützende Funktion nur eingeschränkt erfüllen kann. Vollhufe sind besonders empfindlich gegenüber Druck und Bodenunebenheiten.

  109. Wandruptur Pferd

    Eine Wandruptur ist ein Riss oder eine tiefe Spalte in der Hufwand des Pferdes, die durch die gesamte Hornschicht bis in tiefere, sensible Strukturen reichen kann. Sie entsteht meist durch mechanische Überlastung, Traumata oder krankhafte Hornqualität und kann zu erheblichen Lahmheiten führen.

  110. Weiße Linie Pferd

    Die Weiße Linie (Zona alba) ist beim Pferd die sichtbare, leicht gelbliche Verbindungszone an der Sohlenfläche des Hufes zwischen der Hornwand und der Sohle. Sie markiert den Übergang zwischen Wandhorn und Sohlenhorn und entsteht aus dem Blättchenhorn der Lederhaut. Für Hufschmied und Tierarzt dient sie als wichtige anatomische Orientierungslinie, etwa beim Beschlag oder bei der Beurteilung der Hufgesundheit.

  111. Wobbler-Syndrom Pferd

    Das Wobbler-Syndrom (zervikale Vertebrale Stenotische Myelopathie, CVSM) ist eine neurologische Erkrankung des Pferdes, bei der das Rückenmark im Halsbereich durch Verengungen des Wirbelkanals komprimiert wird. Betroffene Pferde zeigen typischerweise Ataxien (Bewegungsstörungen) und eine unsichere, schwankende Gangart: daher der englische Name 'wobbler' (Wackler). Besonders junge, schnellwachsende Warmblüter und Vollblüter sind gefährdet.

  112. Zwanghuf Pferd

    Der Zwanghuf ist eine schmerzhafte Huferkrankung beim Pferd, bei der die Hornkapsel durch pathologische Veränderungen in ihrer natürlichen Elastizität eingeschränkt ist und sich nicht mehr physiologisch ausdehnen kann. Diese Einengung führt zu chronischem Druck auf die empfindlichen inneren Strukturen des Hufes, insbesondere die Huflederhaut und den Strahlbereich. Der Zwanghuf gilt als fortgeschrittenes Stadium einer chronischen Hufrehe oder kann durch anatomische Fehlstellungen, unzureichende Hufpflege oder genetische Disposition entstehen.

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