Sehnengrätsche (Zebra)

Als Sehnengrätsche bezeichnet man beim Zebra eine Fehlstellung der Gliedmaßen, bei der Fohlen aufgrund einer Beugesehnenschwäche mit gespreizten Vorder- oder Hinterbeinen stehen. Die Sehnen und Bänder können das Körpergewicht nicht ausreichend stabilisieren, sodass die Beine seitlich wegknicken. Betroffen sind vor allem neugeborene und jungwüchsige Zebras. Ohne rechtzeitige Behandlung drohen dauerhafte Fehlstellungen des Bewegungsapparats.

Als Sehnengrätsche bezeichnet man beim Zebra eine Fehlstellung der Gliedmaßen, bei der Fohlen aufgrund einer Beugesehnenschwäche mit gespreizten Vorder- oder Hinterbeinen stehen. Die Sehnen und Bänder können das Körpergewicht nicht ausreichend stabilisieren, sodass die Beine seitlich wegknicken. Betroffen sind vor allem neugeborene und jungwüchsige Zebras. Ohne rechtzeitige Behandlung drohen dauerhafte Fehlstellungen des Bewegungsapparats.

Die Sehnengrätsche (auch Sehnenschwäche oder engl. tendon laxity) ist eine bei Zebrafohlen auftretende orthopädische Erkrankung, die insbesondere in den ersten Lebenstagen bis -wochen beobachtet wird. Sie tritt vor allem in Zoohaltung und bei Jungtieren aus Zuchtprogrammen auf, wo sie durch aufmerksame Pfleger frühzeitig erkannt werden kann. In der freien Wildbahn wäre ein betroffenes Fohlen kaum überlebensfähig, da Zebras als Fluchttiere unmittelbar nach der Geburt aufstehen und der Herde folgen müssen.

Anatomischer Hintergrund

Beim Zebra sind – ähnlich wie beim Pferd – die tiefe und oberflächliche Beugesehne sowie der Fesselträgerapparat für die Stabilisierung der Gliedmaßen verantwortlich. Ist der Tonus dieser Strukturen zu gering, kommt es zu einer Überstreckung im Fessel- und Karpalgelenk. Das Fohlen tritt dann auf dem Ballen oder sogar mit der gesamten Fesselrückseite auf, während die Beine seitlich abgespreizt sind.

Ursachen

  • Frühgeburt oder Unreife des Bindegewebes
  • Bewegungsmangel im Mutterleib bei Zwillings- oder Mehrlingsanlagen (selten)
  • Mineralstoff- und Spurenelementmangel der Mutterstute (v. a. Kupfer, Zink, Selen)
  • Geburtstrauma oder verzögertes Aufstehen
  • Rutschiger Untergrund im Stall oder Gehege

Orthopädische Relevanz

Unbehandelt kann die Sehnengrätsche zu bleibenden Gelenkfehlstellungen, Hufdeformationen und sekundären Arthrosen führen. Bei Zebras ist die Behandlung zusätzlich erschwert, da diese Tiere im Vergleich zu Hauspferden deutlich stressanfälliger und schwerer zu handhaben sind. Frühzeitige, tiermedizinisch begleitete Interventionen mit maßgefertigten Bandagen oder Stützorthesen können die Sehnenstruktur entlasten und eine physiologische Belastung ermöglichen.

Individuell angepasste orthopädische Hilfsmittel – etwa Fesselbandagen mit Stützspange oder Karpalorthesen – unterstützen den Heilungsprozess, indem sie die Gliedmaße stabilisieren, ohne die natürliche Bewegung vollständig einzuschränken. Die Passform muss dabei besonders sorgfältig gewählt werden, um Scheuerstellen am kurzen, empfindlichen Zebrafell zu vermeiden.

Mögliche Symptome

  • Seitlich abgespreizte Vorder- oder Hinterbeine
  • Durchtrittigkeit im Fesselgelenk
  • Auftreten auf dem Ballen statt auf dem Huf
  • Unsicherer, wackliger Gang beim Fohlen
  • Verzögertes oder erschwertes Aufstehen
  • Schwierigkeiten beim Säugen an der Stute

Orthopädische Indikationen

  • Stützbandagen zur Entlastung der Beugesehnen
  • Fesselorthesen bei Durchtrittigkeit
  • Karpalorthesen bei Überstreckung im Vorderfußwurzelgelenk
  • Individuell gefertigte Stützschienen bei ausgeprägter Sehnenschwäche
  • Hufkappen zur Korrektur der Belastungsachse

Häufige Fragen

Ist eine Sehnengrätsche beim Zebrafohlen heilbar?

Bei frühzeitiger Erkennung und tierärztlicher Behandlung sind die Heilungschancen gut. Kontrollierte Bewegung, angepasste Fütterung der Muttertiere und der Einsatz orthopädischer Hilfsmittel können die Sehnenspannung wiederherstellen. Die Prognose hängt jedoch vom Schweregrad und dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab.

Warum sind Zebras besonders schwierig zu behandeln?

Zebras sind ausgeprägte Fluchttiere mit hohem Stresslevel bei Handling. Anpassungen von Bandagen oder Orthesen erfordern oft eine leichte Sedierung durch den Tierarzt. Zudem müssen Hilfsmittel besonders robust und exakt passend sein, da Korrekturen am wachen Tier kaum möglich sind.

Kann man einer Sehnengrätsche vorbeugen?

Eine gezielte Prophylaxe ist nur bedingt möglich. Eine ausgewogene Mineralstoffversorgung der tragenden Stute, ein rutschfester Untergrund im Abfohlbereich und regelmäßige tierärztliche Kontrollen in den ersten Lebenswochen reduzieren das Risiko. Bei Zuchtprogrammen empfiehlt sich eine engmaschige Überwachung der Fohlen.

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