TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

31 Begriffe zu Esel, alphabetisch

  1. Bockhuf Esel

    Als Bockhuf bezeichnet man eine Hufform beim Esel, bei der die Vorderwand des Hufes steiler als normal verläuft: typischerweise in einem Winkel von über 60 Grad zum Boden. Die Trachten (hintere Hufwandbereiche) sind dabei deutlich höher als die Zehe, wodurch der Huf gestaucht und aufgerichtet wirkt. Beim Esel kann ein Bockhuf angeboren, durch chronische Sehnenverkürzung oder als Folge falscher Hufbearbeitung entstehen.

  2. Chipfraktur Esel

    Eine Chipfraktur bezeichnet bei Eseln einen kleinen, abgebrochenen Knochenfragment-Splitter, der sich meist von Gelenkflächen oder gelenknahen Knochenstrukturen löst. Diese Absplitterungen treten beim Esel häufig an den Gelenken der Gliedmaßen auf, insbesondere am Karpal-, Tarsal- oder Fesselgelenk, und entstehen durch Überlastung, Trauma oder chronische Fehlbelastung. Chipfrakturen können akut oder chronisch verlaufen und führen oft zu schmerzhaften Entzündungsprozessen im betroffenen Gelenk.

  3. Eselbandage Esel

    Eine Eselbandage ist ein speziell auf die Anatomie und die Beanspruchung des Esels zugeschnittenes textiles oder textil-elastisches Hilfsmittel, das Gelenke, Sehnen oder Weichteile am Bewegungsapparat stützt, schützt oder entlastet. Sie wird bei Verletzungen, postoperativ oder zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen eingesetzt und unterscheidet sich in Passform und Materialstärke von Bandagen für Pferde.

  4. Eselhuf Esel

    Der Eselhuf ist die hornige Endstruktur an den Gliedmaßen des Esels und unterscheidet sich deutlich vom Pferdehuf. Er ist schmaler, steiler und tiefer geformt, mit einer härteren Hornqualität, die an trockene, karge Lebensräume angepasst ist. Diese anatomischen Besonderheiten beeinflussen maßgeblich Hufpflege, Beschlag und orthopädische Versorgung.

  5. Eselhufkorrektur Esel

    Die Eselhufkorrektur ist die fachgerechte, regelmäßige Bearbeitung der Hufe beim Esel, die sich in Form, Winkel und Hornqualität deutlich vom Pferdehuf unterscheidet. Ziel ist die Wiederherstellung einer eselgerechten Hufform, um Fehlstellungen, Lahmheiten und Folgeschäden am Bewegungsapparat vorzubeugen. Sie wird von speziell geschulten Hufbearbeitern oder Hufschmieden durchgeführt.

  6. Eselhufpflege Esel

    Eselhufpflege bezeichnet die regelmäßige fachgerechte Bearbeitung und Kontrolle der Hufe beim Esel. Sie umfasst das Ausschneiden, Raspeln und Korrigieren der Hornkapsel sowie die Begutachtung auf Erkrankungen. Aufgrund der anatomischen und biomechanischen Unterschiede zum Pferdehuf erfordert sie spezifisches Fachwissen.

  7. Eselhufrehe Esel

    Eselhufrehe (Laminitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut beim Esel, bei der die Verbindung zwischen Hufkapsel und Hufbein geschwächt wird. Esel sind aufgrund ihres Stoffwechsels und ihrer Anpassung an karge Lebensräume besonders anfällig, zeigen jedoch häufig weniger deutliche Symptome als Pferde. Unbehandelt kann es zur Rotation oder Absenkung des Hufbeins innerhalb der Hufkapsel kommen.

  8. Eselhufschuh Esel

    Ein Eselhufschuh ist ein abnehmbarer Schutz- und Therapieschuh, der speziell an die Hufform des Esels angepasst wird. Er dient dem Schutz des Hufes bei Erkrankungen, Verletzungen oder zur Unterstützung bei orthopädischen Problemen und ersetzt oder ergänzt in vielen Fällen einen klassischen Hufbeschlag.

  9. Eselorthese Esel

    Eine Eselorthese ist ein individuell angefertigtes orthopädisches Hilfsmittel, das beim Esel zur Stabilisierung, Entlastung oder Korrektur einzelner Gliedmaßenabschnitte eingesetzt wird. Sie wird nach Maß gefertigt und berücksichtigt die besondere Anatomie, das Gangbild und die robusten Hufverhältnisse des Esels.

  10. Fesselgelenkarthrose Esel

    Die Fesselgelenkarthrose beim Esel ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des Fesselgelenks (Articulatio metacarpophalangea bzw. metatarsophalangea), bei der Gelenkknorpel fortschreitend abgebaut wird. Sie führt zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und veränderter Belastung der betroffenen Gliedmaße. Esel zeigen die Symptome oft subtiler als Pferde, wodurch die Erkrankung häufig erst spät erkannt wird.

  11. Fesselgelenksarthrose Esel

    Die Fesselgelenksarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Fesselgelenks beim Esel, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend abgebaut wird und es zu schmerzhaften Veränderungen der Gelenkstrukturen kommt. Sie tritt häufig als Folge von chronischer Überbelastung, altersbedingtem Verschleiß oder vorausgegangenen Verletzungen auf. Die Erkrankung führt zu Lahmheit, eingeschränkter Beweglichkeit und kann die Lebensqualität des Esels erheblich beeinträchtigen.

  12. Fesselringband Esel

    Das Fesselringband (Ligamentum anulare palmare bzw. plantare) ist ein ringförmiges Halteband im Bereich des Fesselgelenks beim Esel. Es umschließt die tiefe und oberflächliche Beugesehne und hält sie eng an der Rückseite des Fesselgelenks, sodass diese bei Bewegung nicht von der Knochenrinne abweichen.

  13. Fesselringband-Syndrom Esel

    Das Fesselringband-Syndrom beschreibt eine schmerzhafte Verdickung oder Einengung im Bereich des Fesselringbandes (Ligamentum anulare palmare/plantare), das die tiefe und oberflächliche Beugesehne im Bereich der Fesselbeuge umschließt. Beim Esel führt diese Stenose zu einer Beeinträchtigung des Sehnengleitens und damit zu Lahmheit und veränderter Belastung. Auch wenn das Krankheitsbild beim Esel seltener beschrieben wird als beim Pferd, kommt es vor allem bei älteren Arbeits- und Reiteseln vor.

  14. Fesselträgerentzündung Esel

    Die Fesselträgerentzündung (Desmitis des Musculus interosseus medius) ist eine schmerzhafte Erkrankung des Fesselträgers, einer sehnenartigen Struktur an der Rückseite des Röhrbeins. Beim Esel tritt sie seltener auf als beim Pferd, kann aber durch Fehlbelastung, Übergewicht oder ungeeigneten Untergrund entstehen und führt zu Lahmheit sowie Bewegungseinschränkung.

  15. Gleichbeinfraktur Esel

    Eine Gleichbeinfraktur beim Esel ist der Bruch eines oder beider Gleichbeine (Ossa sesamoidea proximalia), die auf der Rückseite des Fesselgelenks liegen. Sie ist beim Esel deutlich seltener als beim Pferd, tritt aber bei Überlastung, Trauma oder im Rahmen von Hufrehe-bedingten Fehlbelastungen auf. Da Esel Schmerzen oft stoisch verbergen, wird die Fraktur häufig erst spät erkannt.

  16. Hufbeinrotation Esel

    Die Hufbeinrotation ist eine krankhafte Lageveränderung des Hufbeins innerhalb der Hufkapsel des Esels, bei der sich das Hufbein aus seiner natürlichen Position kippt. Sie tritt meist als Folge einer Hufrehe (Laminitis) auf, wenn die Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand geschädigt wird. Beim Esel verläuft die Erkrankung häufig schleichender und wird durch dessen Stoizismus oft spät erkannt.

  17. Hufgelenkentzündung Esel

    Die Hufgelenkentzündung (Podarthritis) beim Esel ist eine entzündliche Erkrankung des Hufgelenks, also der Verbindung zwischen Kron- und Hufbein innerhalb der Hufkapsel. Sie kann akut nach Trauma oder chronisch durch dauerhafte Fehlbelastung entstehen und führt zu Lahmheit sowie eingeschränkter Beweglichkeit. Beim Esel wird sie oft spät erkannt, da die Tiere Schmerzen stoisch verbergen.

  18. Hufkapseldeformation Esel

    Eine Hufkapseldeformation beim Esel bezeichnet die krankhafte Veränderung der äußeren Hornkapsel des Hufes in Form, Symmetrie oder Struktur. Sie entsteht meist durch chronische Fehlbelastung, mangelhafte Hufpflege oder Erkrankungen wie Hufrehe und kann die Statik der gesamten Gliedmaße beeinträchtigen.

  19. Hufrehe-Orthese Esel

    Eine Hufrehe-Orthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das beim an Hufrehe erkrankten Esel den entzündeten Huf entlastet und die Belastung gezielt umverteilt. Sie unterstützt die Hufkapsel, reduziert den Zug der tiefen Beugesehne und schafft Bedingungen, unter denen sich Hornkapsel und Hufbein stabilisieren können. Beim Esel kommt sie aufgrund der häufigen Stoffwechsel-bedingten Reheform besonders oft zum Einsatz.

  20. Hufrollenentzündung Esel

    Die Hufrollenentzündung (Podotrochlose) ist eine schmerzhafte Erkrankung im hinteren Hufbereich, bei der das Strahlbein, die tiefe Beugesehne und der Schleimbeutel betroffen sind. Beim Esel tritt sie deutlich seltener auf als beim Pferd, kann jedoch durch Fehlbelastung, falsche Hufbearbeitung oder Übergewicht entstehen. Sie führt zu Lahmheit und chronischen Schmerzen im Bereich der Vordergliedmaßen.

  21. Karpalgelenkarthrose Esel

    Karpalgelenkarthrose bezeichnet eine degenerative Gelenkerkrankung des Vorderfußwurzelgelenks (Carpus) bei Eseln, bei der der Knorpel fortschreitend abgebaut wird und es zu schmerzhaften Veränderungen der Gelenkstrukturen kommt. Diese chronische Erkrankung führt zu Lahmheit, eingeschränkter Beweglichkeit und kann die Lebensqualität des Esels erheblich beeinträchtigen.

  22. Kissing Spines Esel

    Kissing Spines (Baastrup-Syndrom, Processus spinosi imminentes) bezeichnet das pathologische Aneinanderstoßen oder Überlappen der Dornfortsätze benachbarter Brust- und Lendenwirbel. Beim Esel tritt diese Erkrankung deutlich seltener auf als beim Pferd, kann aber bei Reit- oder Tragetieren sowie bei Tieren mit ungünstiger Rückenstatik vorkommen. Die enge Lage der Dornfortsätze führt zu Knochenkontakt, Entzündung und Schmerzen im Rückenbereich.

  23. Oberflächliche Beugesehne Esel

    Die oberflächliche Beugesehne (Tendo musculi flexoris digitorum superficialis) ist eine kräftige Sehne an der Rückseite der Gliedmaße des Esels. Sie verläuft vom Unterarm- bzw. Unterschenkelbereich über das Karpal- bzw. Tarsalgelenk und den Fesselbereich bis zum Kronbein und stabilisiert beim Auftreten die Fessel und das Hufgelenk.

  24. Sommerekzem Esel

    Das Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung bei Eseln, die durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Speichel bestimmter Stechmücken (Gnitzen, Culicoides-Arten) ausgelöst wird. Die Erkrankung tritt saisonal hauptsächlich zwischen Frühjahr und Herbst auf und verursacht intensiven Juckreiz, der zu erheblichen Hautschäden durch Scheuern führt. Chronische Fälle können durch Sekundärinfektionen und Bewegungseinschränkungen auch orthopädische Relevanz entwickeln.

  25. Sommerekzem-bedingte Lahmheit Esel

    Sommerekzem-bedingte Lahmheit bei Eseln bezeichnet Bewegungsstörungen, die indirekt durch die allergische Hauterkrankung Sommerekzem (Insektenstich-Hypersensitivität) entstehen. Der intensive Juckreiz führt zu Scheuern, Hautläsionen und Schonhaltungen, die sekundär Fehlbelastungen des Bewegungsapparates verursachen können.

  26. Steingalle Esel

    Eine Steingalle ist eine schmerzhafte Quetschung oder Bluterguss in der Huflederhaut des Esels, meist im Bereich der Trachten oder der Sohle. Sie entsteht typischerweise durch Druck von Steinen, hartem Untergrund oder durch ungleichmäßige Belastung des Hufes. Beim Esel wird sie häufig zu spät erkannt, da diese Tiere Schmerzen sehr stoisch verbergen.

  27. Strahlbeinlahmheit Esel

    Strahlbeinlahmheit bezeichnet eine schmerzhafte Erkrankung im Bereich des Strahlbeins (Os sesamoideum distale) im Huf, die zu chronischer Vorderhandlahmheit führt. Beim Esel tritt sie deutlich seltener auf als beim Pferd, kann aber bei übergewichtigen oder fehlbelasteten Tieren vorkommen. Betroffen sind vor allem die tiefe Beugesehne, das Strahlbein selbst sowie umliegende Bänder und der Hufrollenschleimbeutel.

  28. Tendinitis der oberflächlichen Beugesehne Esel

    Die Tendinitis der oberflächlichen Beugesehne (Musculus flexor digitalis superficialis) ist eine entzündliche Erkrankung der Sehne, die an der Rückseite des Unterbeins verläuft und das Fesselgelenk beugt. Beim Esel tritt sie seltener auf als beim Pferd, kann jedoch durch Überlastung, Fehlstellungen oder chronische Hufprobleme entstehen. Charakteristisch sind eine schmerzhafte Schwellung, Lahmheit und eine veränderte Belastung der betroffenen Gliedmaße.

  29. Tiefe Beugesehne Esel

    Die tiefe Beugesehne (Tendo musculi flexoris digitorum profundi) ist eine kräftige Sehne an der Rückseite der Esel-Gliedmaße, die vom tiefen Zehenbeuger bis zum Hufbein zieht. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Beugung des Hufgelenks und der Abfederung des Schritts. Beim Esel ist sie an Vorder- und Hintergliedmaße vorhanden und wesentlicher Bestandteil des Bewegungsapparats.

  30. Tragerandausbruch Esel

    Ein Tragerandausbruch beim Esel bezeichnet das Ausbrechen oder Absplittern eines Teils des Hufrandes (Tragerand), also jener Hornstruktur, die beim Auffußen den Hauptteil des Körpergewichts trägt. Bei Eseln tritt dies häufig im Zusammenhang mit trockenem, sprödem Hufhorn, langen Bearbeitungsintervallen oder Stoffwechselerkrankungen auf. Der Defekt kann die Hufstabilität beeinträchtigen und zu Fehlbelastungen führen.

  31. Trageschaden Esel

    Ein Trageschaden beim Esel beschreibt eine chronische Überlastung und Schädigung der sogenannten Trageeinrichtung: jenes Systems aus Muskeln, Sehnen und Bändern, das den Rumpf zwischen den Vordergliedmaßen abstützt. Er entsteht typischerweise durch dauerhafte Fehlbelastung, unpassende Last oder mangelnde muskuläre Stabilisierung und führt zu einer absinkenden Rückenlinie sowie Bewegungseinschränkungen.

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