TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

23 Begriffe zu Stier, alphabetisch

  1. Bockhuf Stier

    Ein Bockhuf beim Stier ist eine Klauenfehlstellung, bei der die Vorderwand der Klaue steil aufgerichtet ist und der Trachtenbereich (hinterer Klauenabschnitt) überhöht erscheint. Die Klaue wirkt verkürzt, stumpf und 'gestaucht'. Ursache ist meist eine dauerhafte Verkürzung der tiefen Beugesehne oder eine chronische Schonhaltung.

  2. Bursitis praecarpalis Stier

    Die Bursitis praecarpalis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subcutanea praecarpalis), der vor dem Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) unter der Haut liegt. Beim Stier tritt sie häufig als chronische, druckbedingte Reizung auf, die zu deutlichen Umfangsvermehrungen an der Vorderseite des sogenannten Vorderknies führt. Die Erkrankung ist im Rinderbestand auch als 'Karpalbeule' oder 'dickes Knie' bekannt.

  3. Dermatitis digitalis Stier

    Dermatitis digitalis (auch Mortellaro'sche Krankheit genannt) ist eine ansteckende, schmerzhafte Hauterkrankung im Bereich der Klauen bei Rindern, einschließlich Stieren. Sie wird vornehmlich durch Treponemen-Bakterien verursacht und führt zu charakteristischen, oft erdbeerartigen Läsionen im Zwischenklauenspalt oder am Ballen.

  4. Femoropatellarluxation Stier

    Die Femoropatellarluxation beschreibt das Heraustreten der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Gleitrinne am Oberschenkelknochen (Femur). Beim Stier handelt es sich um eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung des Kniegelenks, die zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und Standproblemen führt. Sie tritt überwiegend als laterale (nach außen gerichtete) Luxation auf und kann angeboren oder traumatisch bedingt sein.

  5. Fersenbeinfraktur Stier

    Eine Fersenbeinfraktur beim Stier ist der teilweise oder vollständige Bruch des Tuber calcanei: des kräftigen Knochenfortsatzes am Sprunggelenk, an dem die Achillessehne ansetzt. Sie tritt bei Stieren häufig durch Sturzereignisse, Tritte oder hohe Zugkräfte über die Achillessehne auf und führt zum charakteristischen Durchtrittsbild der Hintergliedmaße.

  6. Fesselbeugesehnenentzündung Stier

    Die Fesselbeugesehnenentzündung (Tendinitis der Beugesehnen) ist eine schmerzhafte Reizung oder Schädigung der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne im Bereich der Fesselregion. Beim Stier tritt sie meist durch das hohe Körpergewicht, harte Untergründe und Fehlbelastungen auf. Sie führt zu Lahmheit und Belastungsschmerz an den betroffenen Gliedmaßen.

  7. Fesselträgerschaden Stier

    Ein Fesselträgerschaden beim Stier bezeichnet die Schädigung des Musculus interosseus medius: einer sehnigen Struktur an der Rückseite des Mittelfuß- bzw. Mittelhandknochens, die das Fesselgelenk stabilisiert. Beim Stier entstehen solche Schäden vor allem durch das hohe Körpergewicht, intensive Belastung im Deckeinsatz oder ungünstige Bodenverhältnisse im Stall. Die Folge sind Lahmheiten, Stützfunktionsstörungen und chronische Überlastungssymptome an der betroffenen Gliedmaße.

  8. Hygrom Stier

    Ein Hygrom ist eine flüssigkeitsgefüllte, meist schmerzlose Schwellung unter der Haut, die durch wiederholten Druck und Reibung über Knochenvorsprüngen entsteht. Beim Stier tritt es typischerweise im Bereich der Karpalgelenke (Vorderknie) und der Sprunggelenke auf, oft als Folge harter, ungepolsterter Liegeflächen. Es handelt sich um eine sogenannte falsche Gelenkkapsel, die der Körper als Schutzreaktion bildet.

  9. Hygroma carpi Stier

    Hygroma carpi ist eine flüssigkeitsgefüllte, meist schmerzlose Schwellung über dem Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) des Stiers. Sie entsteht durch wiederholten Druck und Reibung beim Aufstehen, Abliegen und Liegen auf zu harten oder zu wenig eingestreuten Untergründen. Es handelt sich um eine erworbene Schleimbeutelbildung (Bursa), die bei chronischer Belastung deutlich an Größe zunehmen kann.

  10. Interdigitalhyperplasie Stier

    Die Interdigitalhyperplasie, umgangssprachlich auch Limax oder Tylom genannt, ist eine gutartige, chronische Wucherung der Haut im Zwischenklauenspalt beim Stier. Sie entsteht durch dauerhafte mechanische Reizung und Entzündungsprozesse zwischen den beiden Klauen und kann zu erheblichen Lahmheiten führen.

  11. Karpalbeugesehnenkontraktur Stier

    Die Karpalbeugesehnenkontraktur beim Stier ist eine angeborene oder erworbene Verkürzung und Verhärtung der Beugesehnen im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenks), die zu einer dauerhaften Beugung des Gelenks führt. Diese Fehlstellung beeinträchtigt die normale Stellung der Vordergliedmaße und kann die Fortbewegung erheblich erschweren. Bei Kälbern tritt sie häufig kongenital auf, während erworbene Formen durch Verletzungen oder chronische Fehlbelastungen entstehen können.

  12. Karpalbursitis Stier

    Die Karpalbursitis beim Stier ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa) im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk). Sie äußert sich durch eine sicht- und tastbare Schwellung an der Vorderseite des Karpus und tritt bei Stieren überdurchschnittlich häufig auf, da sie aufgrund ihres hohen Körpergewichts beim Aufstehen und Abliegen besonders stark auf die Vorderbeine drücken.

  13. Karpalgelenksbandage Stier

    Eine Karpalgelenksbandage für den Stier ist ein orthopädisches Hilfsmittel zur Stabilisierung und Entlastung des Vorderfußwurzelgelenks (Karpus). Sie wird bei Verletzungen, Überlastungen oder Instabilitäten eingesetzt und unterstützt die Heilung sowie die Bewegungsführung des kräftig belasteten Gelenks.

  14. Klauengelenksentzündung Stier

    Eine Klauengelenksentzündung (Arthritis der Klauengelenke) ist eine entzündliche Erkrankung der Zehengelenke beim Stier, die häufig durch bakterielle Infektionen, Traumata oder chronische Überlastung entsteht. Sie führt zu schmerzhaften Schwellungen, Lahmheit und eingeschränkter Beweglichkeit. Unbehandelt kann die Entzündung auf Sehnen, Bänder und Knochen übergreifen und die Nutzungsdauer des Tieres erheblich verkürzen.

  15. Klauenklotz Stier

    Ein Klauenklotz ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das an einer gesunden Klaue des Stiers aufgeklebt wird, um die kranke Partnerklaue zu entlasten. Durch die Höherstellung der gesunden Klaue trägt diese das Gewicht, während die erkrankte Klaue geschont wird und abheilen kann. Klauenklötze bestehen meist aus Holz, Kunststoff oder Gummi und werden im Rahmen der funktionellen Klauenpflege eingesetzt.

  16. Klauenrollverband Stier

    Ein Klauenrollverband ist ein speziell modellierter Stützverband an der Klaue eines Stieres, der die Abrollbewegung des Klauenschuhs nachahmt und so die Belastung auf erkrankte oder verletzte Bereiche der Klaue reduziert. Er wird häufig nach Klauenoperationen, bei Sohlengeschwüren oder zur Entlastung einzelner Klauenbereiche eingesetzt. Ziel ist es, dem Tier ein möglichst physiologisches Gangbild trotz Erkrankung zu ermöglichen.

  17. Klauenspaltbandage Stier

    Eine Klauenspaltbandage ist eine speziell entwickelte orthopädische Bandage zur Stabilisierung und Entlastung bei Verletzungen oder Erkrankungen im Klauenspalt (Zwischenklauenspalt) beim Stier. Sie dient der Ruhigstellung, Kompression und Schutzfunktion bei Klauenspaltentzündungen, Phlegmonen oder Dermatitis digitalis, um den Heilungsprozess zu unterstützen und weitere Schädigungen zu verhindern.

  18. Kreuzbandruptur Stier

    Eine Kreuzbandruptur beim Stier ist der teilweise oder vollständige Riss eines der Kreuzbänder im Kniegelenk (Articulatio genus), meist des vorderen (kranialen) Kreuzbandes. Sie führt zu einer Instabilität des Kniegelenks und ist beim Stier aufgrund des hohen Körpergewichts eine ernsthafte orthopädische Erkrankung, die zu plötzlicher, hochgradiger Lahmheit der betroffenen Hintergliedmaße führt.

  19. Piedstall Stier

    Ein Piedstall (auch Pflegestand oder Klauenpflegestand) ist eine stabile Fixierungsvorrichtung, in der ein Stier sicher für Klauenpflege, Untersuchungen oder orthopädische Behandlungen am Bewegungsapparat positioniert wird. Die Konstruktion entlastet sowohl das Tier als auch die behandelnde Person und ermöglicht ein gezieltes Anheben einzelner Gliedmaßen. Bei Stieren ist der Piedstall aufgrund von Körpermasse, Kraft und Temperament besonders robust ausgeführt.

  20. Spondylosis deformans Stier

    Spondylosis deformans ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Wirbelkörpern bilden. Beim Stier betrifft sie häufig die Brust- und Lendenwirbelsäule und entsteht durch jahrelange mechanische Belastung, insbesondere bei Zucht- und Decktieren. Die knöchernen Brücken können zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen.

  21. Sprunggelenksdistorsion Stier

    Eine Sprunggelenksdistorsion beim Stier ist eine Verstauchung des Tarsalgelenks (Hinterbein), bei der Bänder und Gelenkkapsel überdehnt, aber nicht vollständig gerissen werden. Sie entsteht meist durch Ausrutschen auf glatten Böden, Fehltritte oder Rangkämpfe. Typisch sind Lahmheit, Schwellung und Wärme im Bereich des Sprunggelenks.

  22. Stelzfußstellung Stier

    Die Stelzfußstellung beim Stier bezeichnet eine Fehlstellung der Gliedmaße, bei der das betroffene Bein steil aufgerichtet ist und die Zehe stärker belastet wird als der Ballen. Fesselgelenk und Krongelenk stehen dabei überstreckt, das Bein wirkt starr und säulenartig. Häufig ist die Stelzfußstellung Folge chronischer Sehnenverkürzungen oder Schmerzvermeidungshaltungen.

  23. Tarsitis Stier

    Tarsitis bezeichnet eine Entzündung des Sprunggelenks (Tarsus) beim Stier. Sie betrifft Gelenkkapsel, Synovialmembran und umliegende Strukturen und führt zu Lahmheit, Schwellung und reduzierter Belastbarkeit der Hintergliedmaße. Tarsitis tritt bei Stieren häufig durch hohe Gewichtsbelastung, harte Stallböden oder Deckaktivität auf.

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