Glossar der Tierorthopädie.
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31 Begriffe zu Stier, alphabetisch
Bockhuf Stier
Ein Bockhuf beim Stier ist eine Klauenfehlstellung, bei der die Vorderwand der Klaue steil aufgerichtet ist und der Trachtenbereich (hinterer Klauenabschnitt) überhöht erscheint. Die Klaue wirkt verkürzt, stumpf und 'gestaucht'. Ursache ist meist eine dauerhafte Verkürzung der tiefen Beugesehne oder eine chronische Schonhaltung.
Bursitis praecarpalis Stier
Die Bursitis praecarpalis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subcutanea praecarpalis), der vor dem Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) unter der Haut liegt. Beim Stier tritt sie häufig als chronische, druckbedingte Reizung auf, die zu deutlichen Umfangsvermehrungen an der Vorderseite des sogenannten Vorderknies führt. Die Erkrankung ist im Rinderbestand auch als 'Karpalbeule' oder 'dickes Knie' bekannt.
Coxitis Kuh
Die Coxitis ist eine Entzündung des Hüftgelenks (Articulatio coxae) bei der Kuh, die akut oder chronisch verlaufen kann. Sie entsteht meist durch bakterielle Infektionen, traumatische Einwirkungen oder als Folge von Stoffwechselstörungen und führt zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen sowie Lahmheiten der Hintergliedmaße.
Dermatitis digitalis Stier
Dermatitis digitalis (auch Mortellaro'sche Krankheit genannt) ist eine ansteckende, schmerzhafte Hauterkrankung im Bereich der Klauen bei Rindern, einschließlich Stieren. Sie wird vornehmlich durch Treponemen-Bakterien verursacht und führt zu charakteristischen, oft erdbeerartigen Läsionen im Zwischenklauenspalt oder am Ballen.
Doppelsohlenbildung Kuh
Die Doppelsohlenbildung ist eine pathologische Veränderung der Klauenlederhaut bei Kühen, bei der sich zwischen der alten Hornsohle und dem Sohlenlederhautgewebe eine zusätzliche Hornschicht bildet. Diese Störung entsteht meist durch chronische Entzündungen der Lederhaut (Pododermatitis) und führt zu einer beeinträchtigten Hornqualität sowie erheblichen Lahmheiten.
Femoropatellarluxation Stier
Die Femoropatellarluxation beschreibt das Heraustreten der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Gleitrinne am Oberschenkelknochen (Femur). Beim Stier handelt es sich um eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung des Kniegelenks, die zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und Standproblemen führt. Sie tritt überwiegend als laterale (nach außen gerichtete) Luxation auf und kann angeboren oder traumatisch bedingt sein.
Fersenbeinfraktur Stier
Eine Fersenbeinfraktur beim Stier ist der teilweise oder vollständige Bruch des Tuber calcanei: des kräftigen Knochenfortsatzes am Sprunggelenk, an dem die Achillessehne ansetzt. Sie tritt bei Stieren häufig durch Sturzereignisse, Tritte oder hohe Zugkräfte über die Achillessehne auf und führt zum charakteristischen Durchtrittsbild der Hintergliedmaße.
Fesselbeugesehnenentzündung Stier
Die Fesselbeugesehnenentzündung (Tendinitis der Beugesehnen) ist eine schmerzhafte Reizung oder Schädigung der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne im Bereich der Fesselregion. Beim Stier tritt sie meist durch das hohe Körpergewicht, harte Untergründe und Fehlbelastungen auf. Sie führt zu Lahmheit und Belastungsschmerz an den betroffenen Gliedmaßen.
Fesselträgerschaden Stier
Ein Fesselträgerschaden beim Stier bezeichnet die Schädigung des Musculus interosseus medius: einer sehnigen Struktur an der Rückseite des Mittelfuß- bzw. Mittelhandknochens, die das Fesselgelenk stabilisiert. Beim Stier entstehen solche Schäden vor allem durch das hohe Körpergewicht, intensive Belastung im Deckeinsatz oder ungünstige Bodenverhältnisse im Stall. Die Folge sind Lahmheiten, Stützfunktionsstörungen und chronische Überlastungssymptome an der betroffenen Gliedmaße.
Hygrom Stier
Ein Hygrom ist eine flüssigkeitsgefüllte, meist schmerzlose Schwellung unter der Haut, die durch wiederholten Druck und Reibung über Knochenvorsprüngen entsteht. Beim Stier tritt es typischerweise im Bereich der Karpalgelenke (Vorderknie) und der Sprunggelenke auf, oft als Folge harter, ungepolsterter Liegeflächen. Es handelt sich um eine sogenannte falsche Gelenkkapsel, die der Körper als Schutzreaktion bildet.
Hygroma carpi Stier
Hygroma carpi ist eine flüssigkeitsgefüllte, meist schmerzlose Schwellung über dem Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) des Stiers. Sie entsteht durch wiederholten Druck und Reibung beim Aufstehen, Abliegen und Liegen auf zu harten oder zu wenig eingestreuten Untergründen. Es handelt sich um eine erworbene Schleimbeutelbildung (Bursa), die bei chronischer Belastung deutlich an Größe zunehmen kann.
Interdigitalhyperplasie Stier
Die Interdigitalhyperplasie, umgangssprachlich auch Limax oder Tylom genannt, ist eine gutartige, chronische Wucherung der Haut im Zwischenklauenspalt beim Stier. Sie entsteht durch dauerhafte mechanische Reizung und Entzündungsprozesse zwischen den beiden Klauen und kann zu erheblichen Lahmheiten führen.
Karpalbeugesehnenkontraktur Stier
Die Karpalbeugesehnenkontraktur beim Stier ist eine angeborene oder erworbene Verkürzung und Verhärtung der Beugesehnen im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenks), die zu einer dauerhaften Beugung des Gelenks führt. Diese Fehlstellung beeinträchtigt die normale Stellung der Vordergliedmaße und kann die Fortbewegung erheblich erschweren. Bei Kälbern tritt sie häufig kongenital auf, während erworbene Formen durch Verletzungen oder chronische Fehlbelastungen entstehen können.
Karpalbeugestellung Stier
Die Karpalbeugestellung bezeichnet eine angeborene oder erworbene Fehlstellung im Vorderfußwurzelgelenk (Karpalgelenk) des Stiers, bei der das Gelenk in einer übermäßig gebeugten Position fixiert ist. Diese Deformität führt zu einem Durchtrittigkeit der Vorderbeine und beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit und Belastbarkeit des Tieres erheblich.
Karpalbursitis Stier
Die Karpalbursitis beim Stier ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa) im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk). Sie äußert sich durch eine sicht- und tastbare Schwellung an der Vorderseite des Karpus und tritt bei Stieren überdurchschnittlich häufig auf, da sie aufgrund ihres hohen Körpergewichts beim Aufstehen und Abliegen besonders stark auf die Vorderbeine drücken.
Karpalgelenksbandage Stier
Eine Karpalgelenksbandage für den Stier ist ein orthopädisches Hilfsmittel zur Stabilisierung und Entlastung des Vorderfußwurzelgelenks (Karpus). Sie wird bei Verletzungen, Überlastungen oder Instabilitäten eingesetzt und unterstützt die Heilung sowie die Bewegungsführung des kräftig belasteten Gelenks.
Klauenfistel Kuh
Eine Klauenfistel ist eine entzündliche Erkrankung der Rinderklaue, bei der sich ein eitriger Gang (Fistel) zwischen der Lederhaut und dem Klauenhorn bildet. Sie entsteht meist durch eingedrungene Fremdkörper oder aufsteigende bakterielle Infektionen und führt zu schmerzhaften Lahmheiten sowie einer charakteristischen eitrigen Sekretion.
Klauengelenksentzündung Stier
Eine Klauengelenksentzündung (Arthritis der Klauengelenke) ist eine entzündliche Erkrankung der Zehengelenke beim Stier, die häufig durch bakterielle Infektionen, Traumata oder chronische Überlastung entsteht. Sie führt zu schmerzhaften Schwellungen, Lahmheit und eingeschränkter Beweglichkeit. Unbehandelt kann die Entzündung auf Sehnen, Bänder und Knochen übergreifen und die Nutzungsdauer des Tieres erheblich verkürzen.
Klauenklotz Stier
Ein Klauenklotz ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das an einer gesunden Klaue des Stiers aufgeklebt wird, um die kranke Partnerklaue zu entlasten. Durch die Höherstellung der gesunden Klaue trägt diese das Gewicht, während die erkrankte Klaue geschont wird und abheilen kann. Klauenklötze bestehen meist aus Holz, Kunststoff oder Gummi und werden im Rahmen der funktionellen Klauenpflege eingesetzt.
Klauenrollverband Stier
Ein Klauenrollverband ist ein speziell modellierter Stützverband an der Klaue eines Stieres, der die Abrollbewegung des Klauenschuhs nachahmt und so die Belastung auf erkrankte oder verletzte Bereiche der Klaue reduziert. Er wird häufig nach Klauenoperationen, bei Sohlengeschwüren oder zur Entlastung einzelner Klauenbereiche eingesetzt. Ziel ist es, dem Tier ein möglichst physiologisches Gangbild trotz Erkrankung zu ermöglichen.
Klauensohlengeschwür Kuh
Ein Klauensohlengeschwür ist eine lokalisierte, schmerzhafte Läsion der Klauensohle bei Rindern, die durch eine Durchblutungsstörung und mechanische Überlastung im Bereich der Sohlenfläche entsteht. Die Erkrankung tritt typischerweise im hinteren Bereich der Außenklaue auf und kann zu erheblichen Lahmheiten führen. Klauensohlengeschwüre gehören zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Milchkühen und haben große wirtschaftliche Bedeutung in der Milchviehhaltung.
Klauenspaltbandage Stier
Eine Klauenspaltbandage ist eine speziell entwickelte orthopädische Bandage zur Stabilisierung und Entlastung bei Verletzungen oder Erkrankungen im Klauenspalt (Zwischenklauenspalt) beim Stier. Sie dient der Ruhigstellung, Kompression und Schutzfunktion bei Klauenspaltentzündungen, Phlegmonen oder Dermatitis digitalis, um den Heilungsprozess zu unterstützen und weitere Schädigungen zu verhindern.
Kreuzbandruptur Stier
Eine Kreuzbandruptur beim Stier ist der teilweise oder vollständige Riss eines der Kreuzbänder im Kniegelenk (Articulatio genus), meist des vorderen (kranialen) Kreuzbandes. Sie führt zu einer Instabilität des Kniegelenks und ist beim Stier aufgrund des hohen Körpergewichts eine ernsthafte orthopädische Erkrankung, die zu plötzlicher, hochgradiger Lahmheit der betroffenen Hintergliedmaße führt.
Phlegmona interdigitalis Kuh
Die Phlegmona interdigitalis, auch als Zwischenklauenphlegmone oder Panaritium bezeichnet, ist eine akute, eitrige Entzündung des Zwischenklauenspalts und der umgebenden Weichteilstrukturen bei der Kuh. Diese bakterielle Infektion führt zu schmerzhafter Schwellung, Lahmheit und kann unbehandelt tiefere Strukturen wie Sehnen und Gelenke befallen.
Piedstall Stier
Ein Piedstall (auch Pflegestand oder Klauenpflegestand) ist eine stabile Fixierungsvorrichtung, in der ein Stier sicher für Klauenpflege, Untersuchungen oder orthopädische Behandlungen am Bewegungsapparat positioniert wird. Die Konstruktion entlastet sowohl das Tier als auch die behandelnde Person und ermöglicht ein gezieltes Anheben einzelner Gliedmaßen. Bei Stieren ist der Piedstall aufgrund von Körpermasse, Kraft und Temperament besonders robust ausgeführt.
Spondylitis Kuh
Spondylitis bezeichnet eine Entzündung der Wirbelkörper (Vertebrae) bei der Kuh, die meist durch bakterielle Infektionen verursacht wird. Diese Erkrankung des Achsenskeletts führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und kann neurologische Ausfälle durch Kompression des Rückenmarks hervorrufen. Spondylitis tritt bei Rindern häufig als Folge einer hämatogenen Streuung von Infektionserregern auf.
Spondylosis deformans Stier
Spondylosis deformans ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Wirbelkörpern bilden. Beim Stier betrifft sie häufig die Brust- und Lendenwirbelsäule und entsteht durch jahrelange mechanische Belastung, insbesondere bei Zucht- und Decktieren. Die knöchernen Brücken können zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen.
Sprunggelenksdistorsion Stier
Eine Sprunggelenksdistorsion beim Stier ist eine Verstauchung des Tarsalgelenks (Hinterbein), bei der Bänder und Gelenkkapsel überdehnt, aber nicht vollständig gerissen werden. Sie entsteht meist durch Ausrutschen auf glatten Böden, Fehltritte oder Rangkämpfe. Typisch sind Lahmheit, Schwellung und Wärme im Bereich des Sprunggelenks.
Sprunggelenksgalle Kuh
Eine Sprunggelenksgalle (Bursa tarsalis) bei der Kuh ist eine entzündliche oder chronische Schwellung am Sprunggelenk (Tarsus), die durch eine Vermehrung von Gelenkflüssigkeit oder Bindegewebe in Schleimbeuteln entsteht. Sie tritt besonders bei Milchkühen auf, die auf harten Liegeflächen gehalten werden, und wird oft als Stallhygiene- oder Haltungsproblem betrachtet.
Stelzfußstellung Stier
Die Stelzfußstellung beim Stier bezeichnet eine Fehlstellung der Gliedmaße, bei der das betroffene Bein steil aufgerichtet ist und die Zehe stärker belastet wird als der Ballen. Fesselgelenk und Krongelenk stehen dabei überstreckt, das Bein wirkt starr und säulenartig. Häufig ist die Stelzfußstellung Folge chronischer Sehnenverkürzungen oder Schmerzvermeidungshaltungen.
Tarsitis Stier
Tarsitis bezeichnet eine Entzündung des Sprunggelenks (Tarsus) beim Stier. Sie betrifft Gelenkkapsel, Synovialmembran und umliegende Strukturen und führt zu Lahmheit, Schwellung und reduzierter Belastbarkeit der Hintergliedmaße. Tarsitis tritt bei Stieren häufig durch hohe Gewichtsbelastung, harte Stallböden oder Deckaktivität auf.
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