TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

65 Begriffe zu Kuh, alphabetisch

  1. Achillessehnenruptur Kuh

    Die Achillessehnenruptur bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Riss der Achillessehne (Tendo calcaneus communis) bei der Kuh. Diese Sehne verbindet die Wadenmuskeln mit dem Fersenhöcker und ist essenziell für die Streckung des Sprunggelenks sowie die Fortbewegung. Bei Rindern tritt diese Verletzung meist traumatisch auf und führt zu erheblichen Lahmheiten sowie wirtschaftlichen Einbußen.

  2. Ballenbandage Kuh

    Eine Ballenbandage ist ein speziell angefertigter Verband oder ein textiles Hilfsmittel, das den Klauenballen (Ballenhorn und Ballenlederhaut) der Kuh schützt, polstert und entlastet. Sie kommt vor allem bei schmerzhaften Ballenerkrankungen, nach chirurgischen Eingriffen an der Klaue oder zur Unterstützung der Heilung bei Ballenhornläsionen zum Einsatz.

  3. Ballenfäule Kuh

    Ballenfäule (Dermatitis interdigitalis bzw. Erosio ungulae) ist eine bakteriell bedingte, fäulige Erkrankung des Klauenballenhorns beim Rind. Sie führt zu einem fortschreitenden Abbau des weichen Ballenhorns und kann unbehandelt tiefere Strukturen der Klaue schädigen sowie deutliche Lahmheiten verursachen.

  4. Ballenhornfäule Kuh

    Ballenhornfäule ist eine bakterielle Erkrankung der Klauen bei Kühen, bei der das Horn im Bereich des Ballens und der Sohlenfläche erweicht, sich verfärbt und zunehmend zersetzt. Die Erkrankung wird hauptsächlich durch Fusobacterium necrophorum und Bacteroides melaninogenicus verursacht und führt zu Lahmheiten sowie eingeschränkter Mobilität.

  5. Bursitis praecarpalis Kuh

    Die Bursitis praecarpalis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa) auf der Vorderseite des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk) der Kuh. Sie zeigt sich als deutliche, häufig prall-elastische Schwellung über dem Karpus und entsteht meist durch chronische mechanische Belastung beim Aufstehen und Abliegen auf harten oder ungeeigneten Liegeflächen.

  6. Doppelsohle Kuh

    Die Doppelsohle ist eine spezielle orthopädische Klauenpflegehilfe für Kühe, die aus zwei übereinander angebrachten Sohlenplatten besteht. Sie wird zur Entlastung einer erkrankten oder verletzten Klaue eingesetzt, indem sie auf die gesunde Partnerklaue geklebt wird und so die kranke Klaue vom Boden abhebt.

  7. Festliegen Kuh

    Festliegen bezeichnet bei Kühen einen Zustand, in dem das Tier aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kann und in Seitenlage verbleibt. Diese lebensbedrohliche Situation tritt häufig im Zusammenhang mit der Gebärkrankheit (Hypokalzämie) auf, kann aber auch durch Verletzungen, Nervenschäden oder Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht werden.

  8. Gastrocnemiusruptur Kuh

    Eine Gastrocnemiusruptur bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Riss des Musculus gastrocnemius (Wadenmuskel) bzw. seiner Sehne am Hinterbein der Kuh. Dieser Muskel ist entscheidend für die Streckung des Sprunggelenks und die Stabilität der Hintergliedmaße. Eine Ruptur führt zu einem charakteristischen Absinken des Sprunggelenks und einer hochgradigen Lahmheit.

  9. Hohle Wand Kuh

    Die Hohle Wand bezeichnet eine Huferkrankung bei Kühen, bei der sich das Wandhorn vom darunterliegenden Gewebe ablöst und Hohlräume zwischen Hornwand und Hufbein entstehen. Diese Separation führt zu Instabilität der Klauenkapsel und kann erhebliche Lahmheiten verursachen. Die Erkrankung tritt häufig als Folge von Klauenrehe, chronischen Entzündungen oder Traumata auf.

  10. Hornkluft Kuh

    Eine Hornkluft ist ein vertikaler Spalt oder Riss im Klauenhorn der Kuh, der von der Kronsaumregion bis zum Tragrand verlaufen kann. Sie betrifft die harte Hornschicht der Klauenwand und kann je nach Tiefe schmerzhaft sein, insbesondere wenn empfindliche Lederhautstrukturen erreicht werden.

  11. Hornsäule Kuh

    Die Hornsäule ist eine säulenartige Verdickung des Klauenhorns an der Klaueninnenwand, die bei Rindern als Reaktion auf chronische Reizungen oder Verletzungen der Lederhaut entsteht. Sie verläuft vertikal von der Kronenrandregion bis zum Tragrand der Klaue und kann zu erheblichen Lahmheiten führen, da sie Druck auf das darunterliegende Klauenbein ausübt.

  12. Hornschuh Kuh

    Ein Hornschuh ist eine Klauenorthese aus Kunststoff oder Metall, die bei Rindern auf die gesunde Klaue eines Klauenpaares geklebt oder geschraubt wird, um die erkrankte Partnerklaue zu entlasten. Durch die Erhöhung wird das Körpergewicht von der schmerzhaften Klaue weggeleitet, sodass Heilungsprozesse ungestört ablaufen können. Hornschuhe sind ein zentrales Hilfsmittel in der modernen Klauenpflege und Rinderorthopädie.

  13. Hornspalt Kuh

    Ein Hornspalt ist ein Riss oder eine Spaltbildung in der Klauenhornwand der Kuh, der vertikal, horizontal oder schräg verlaufen kann. Je nach Tiefe betrifft er nur die oberflächliche Hornschicht oder reicht bis in die empfindliche Lederhaut und verursacht dann Schmerzen und Lahmheit.

  14. Hüftgelenksluxation Kuh

    Eine Hüftgelenksluxation bei der Kuh bezeichnet das vollständige Ausrenken des Oberschenkelkopfes (Caput femoris) aus der Hüftpfanne (Acetabulum). Sie tritt häufig bei Festliegen, im Rahmen der Geburt oder durch Ausrutschen auf glattem Untergrund auf. Die Luxation ist ein orthopädischer Notfall, der eine umgehende tierärztliche Abklärung erfordert.

  15. Hyperextension des Fesselgelenks Kuh

    Die Hyperextension des Fesselgelenks bei der Kuh bezeichnet eine übermäßige Streckung (Durchtrittigkeit) des Fesselgelenks, bei der die Zehen weiter als physiologisch üblich nach oben zeigen und die Fessel dem Boden näher kommt. Ursache ist meist eine Schwäche oder Verletzung des Beugesehnenapparates oder des Fesselträgers. Die Kuh belastet das Bein dann in einer unphysiologischen, bärentatzenartigen Stellung.

  16. Karpalbeugesehnenruptur Kuh

    Eine Karpalbeugesehnenruptur bei der Kuh ist der teilweise oder vollständige Riss einer der Beugesehnen im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk). Betroffen sind meist die oberflächliche oder tiefe Beugesehne, was zu einer typischen Fehlstellung mit durchgetretener Vordergliedmaße führt. Die Verletzung stellt eine ernsthafte orthopädische Erkrankung dar, die das Stehen und Laufen erheblich beeinträchtigt.

  17. Karpalgelenksarthrose Kuh

    Die Karpalgelenksarthrose bei der Kuh ist eine chronische, degenerative Erkrankung des Vorderfußwurzelgelenks (Karpus), umgangssprachlich auch 'Vorderknie' genannt. Sie äußert sich durch fortschreitenden Verschleiß von Gelenkknorpel, Kapselverdickung und knöcherne Zubildungen. Die Erkrankung führt zu Schmerzen, Steifheit und einer eingeschränkten Beweglichkeit der Vordergliedmaße.

  18. Klauenamputation Kuh

    Die Klauenamputation ist ein chirurgischer Eingriff bei der Kuh, bei dem eine einzelne Klaue (in der Regel die stärker erkrankte Außen- oder Innenklaue) vollständig entfernt wird. Sie kommt als letzte Behandlungsoption bei schweren, nicht mehr konservativ therapierbaren Klauenerkrankungen zum Einsatz, um das betroffene Tier vor anhaltenden Schmerzen zu bewahren und die Nutzungsdauer zu verlängern.

  19. Klauenchirurgie Kuh

    Die Klauenchirurgie umfasst alle chirurgischen Eingriffe an den Klauen der Kuh zur Behandlung von Klauenerkrankungen und -verletzungen. Sie reicht von minimal-invasiven Eingriffen wie der therapeutischen Klauenpflege bis hin zu komplexen Operationen bei eitrigen Entzündungen, Geschwüren oder Klauendefekten. Ziel ist die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit, Schmerzlinderung und Verhinderung chronischer Lahmheiten.

  20. Klauenfäule Kuh

    Klauenfäule ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Klauen bei Rindern, die vor allem das Klauenhorn und das umliegende Gewebe befällt. Sie entsteht meist in feuchten, unhygienischen Stallbedingungen und führt zu schmerzhaften Lahmheiten, die unbehandelt die Stabilität des gesamten Bewegungsapparats der Kuh beeinträchtigen können.

  21. Klauengipsverband Kuh

    Ein Klauengipsverband ist ein stabilisierender Verband aus Gips oder modernem Kunstharz, der bei Rindern um die Klaue oder das untere Gliedmaßenende angelegt wird. Er dient der Ruhigstellung bei Verletzungen, Frakturen oder nach Klauenoperationen. Der Verband entlastet die betroffene Klaue und fördert die Heilung von Knochen, Sehnen oder Weichteilen.

  22. Klauenkappe Kuh

    Eine Klauenkappe ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das über die erkrankte oder verletzte Klaue der Kuh gestülpt wird, um sie zu schützen, ruhigzustellen und die Belastung zu reduzieren. Sie wird meist aus Kunststoff oder Gummi gefertigt und dient als temporäre Schutzhülle bei Klauenerkrankungen. Klauenkappen unterscheiden sich vom klassischen Klauenklotz dadurch, dass sie die Klaue vollständig umschließen.

  23. Klauenklotz Kuh

    Ein Klauenklotz ist ein keilförmiges Hilfsmittel aus Holz, Kunststoff oder Gummi, das bei der Kuh auf die gesunde Klaue eines Klauenpaares aufgeklebt wird. Dadurch wird die erkrankte Partnerklaue entlastet und kann ungestört abheilen. Klauenklötze sind ein zentrales Element der modernen funktionellen Klauenpflege beim Rind.

  24. Klauenlederhautentzündung Kuh

    Die Klauenlederhautentzündung (Pododermatitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der sensiblen Lederhaut (Dermis) im Inneren der Rinderklaue. Sie entsteht meist durch mechanische Belastung, Infektionen oder Stoffwechselstörungen und beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit der Kuh erheblich. Unbehandelt kann sie zu chronischen Lahmheiten und dauerhaften Klauenschäden führen.

  25. Klauenpflege-Anguss Kuh

    Ein Klauenpflege-Anguss (auch Klötzchen, Klauenklotz oder Trachtenerhöhung) ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das bei Kühen auf eine gesunde Klaue aufgeklebt wird, um die erkrankte Partnerklaue zu entlasten. Er besteht meist aus Holz, Kunststoff oder Gummi und wird mit speziellem Zwei-Komponenten-Kleber auf der Klauensohle fixiert. Der Anguss hebt die kranke Klaue vom Boden ab und ermöglicht so eine ungestörte Heilung von Sohlengeschwüren, Klauenrehe oder anderen Klauenerkrankungen.

  26. Klauenpflegestand Kuh

    Ein Klauenpflegestand ist eine spezielle Vorrichtung zur sicheren Fixierung von Rindern während der Klauenpflege und -behandlung. Der Stand ermöglicht es, einzelne Gliedmaßen anzuheben und in einer ergonomischen Position zu halten, sodass der Klauenpfleger oder Tierarzt gefahrlos arbeiten kann. Klauenpflegestände sind essentiell für die präventive Klauengesundheit und die Behandlung orthopädischer Probleme bei Kühen.

  27. Klauenrehe Kuh

    Klauenrehe (Pododermatitis aseptica diffusa) ist eine nicht-infektiöse, schmerzhafte Entzündung der Lederhaut in den Klauen von Rindern. Sie entsteht durch Stoffwechselstörungen, die zu Durchblutungsstörungen in der Klauenlederhaut führen und schwere Lahmheiten sowie langfristige Klauenschäden verursachen können.

  28. Klauenrolle Kuh

    Die Klauenrolle bezeichnet bei der Kuh eine gezielte orthopädische Maßnahme an der Klaue, bei der das Tragrandprofil so beschliffen wird, dass der Abrollvorgang erleichtert und schmerzhafte Bereiche entlastet werden. Ziel ist eine biomechanisch günstigere Belastung der Klaue während der Stand- und Bewegungsphase. Die Klauenrolle ist ein zentrales Element der funktionellen Klauenpflege beim Rind.

  29. Klauenrollen Kuh

    Klauenrollen bezeichnet bei der Kuh eine spezielle Form der funktionellen Klauenpflege, bei der die Tragfläche der Klaue so gestaltet wird, dass das Abrollen über die Klauenspitze erleichtert wird. Ziel ist eine physiologische Belastungsverteilung und Entlastung schmerzhafter oder erkrankter Klauenabschnitte. Klauenrollen ist ein zentrales Element der modernen Klauenpflege im Milchvieh- und Mastrinderbereich.

  30. Klauenrollverband Kuh

    Ein Klauenrollverband ist ein spezieller Verband an der Klaue der Kuh, der so angelegt wird, dass die Abrollbewegung beim Gehen unterstützt und gleichzeitig eine erkrankte Klauenhälfte entlastet wird. Er kombiniert Wundversorgung mit funktioneller Entlastung und wird häufig nach Klauenoperationen oder bei schmerzhaften Klauenerkrankungen eingesetzt.

  31. Klauenschuh Kuh

    Ein Klauenschuh ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das auf die gesunde Partnerklaue einer Kuh geklebt wird, um die erkrankte Klaue zu entlasten. Durch das Anheben wird der Bodenkontakt der kranken Klaue reduziert, sodass Druckschmerz vermindert und die Heilung von Klauenerkrankungen unterstützt wird.

  32. Klauenspalt Kuh

    Der Klauenspalt bezeichnet bei der Kuh den anatomischen Zwischenraum zwischen den beiden Hauptklauen (Außen- und Innenklaue) an jedem Fuß. Diese Spalte ist eine natürliche Struktur bei Paarhufern und spielt eine wichtige Rolle für die Klauengesundheit, da sich hier häufig Schmutz, Steine oder Mistpartikel ansammeln können, die zu Entzündungen und Infektionen führen können.

  33. Klauenverband Kuh

    Ein Klauenverband ist eine spezielle Schutzverbandstechnik für die Klauen von Rindern, die nach Verletzungen, Operationen oder bei Klauenerkrankungen zum Einsatz kommt. Er dient der Ruhigstellung, dem Schutz vor Verschmutzung und der Unterstützung des Heilungsprozesses. Der Verband stabilisiert die betroffene Klaue und entlastet sie beim Gehen, während er gleichzeitig Feuchtigkeit und Keime fernhält.

  34. Klauenverbandstiefel Kuh

    Ein Klauenverbandstiefel ist ein robuster Schutzstiefel, der über die Klaue und den verbundenen Bereich der Kuh gezogen wird, um Verbände trocken und sauber zu halten. Er schützt die behandelte Klaue vor Feuchtigkeit, Schmutz, Gülle und mechanischer Belastung und unterstützt so die Heilung von Klauenerkrankungen.

  35. Kötheim-Eisen Kuh

    Das Kötheim-Eisen (auch Köttheim-Eisen) ist ein spezielles Klauenbeschlag-Element aus dem Bereich der Rinderorthopädie. Es handelt sich um eine metallische Stützplatte, die unter die erkrankte Klaue der Kuh angebracht wird, um diese zu entlasten und die gesunde Nachbarklaue tragen zu lassen. Eingesetzt wird es bei schweren Klauenerkrankungen, wenn herkömmliche Klotzbehandlungen nicht ausreichen.

  36. Kronsaumverletzung Kuh

    Eine Kronsaumverletzung bei der Kuh ist eine Beschädigung des Kronsaums: jenes empfindlichen Übergangsbereichs zwischen behaarter Haut und Klauenhorn, in dem neues Horn gebildet wird. Verletzungen in dieser Zone können zu Hornwachstumsstörungen, Infektionen und langfristigen Klauenproblemen führen. Sie zählen zu den ernsten Klauenerkrankungen im Rinderbestand.

  37. Limax Kuh

    Der Limax (Plural: Limaces) ist ein knorpeliger, beweglicher Fortsatz am hinteren Rand der Klauensohle bei Rindern, der sich zwischen den beiden Ballen befindet. Er dient als Stoßdämpfer und spielt eine wichtige Rolle bei der Druckverteilung und Bewegungsmechanik der Rinderklaue. Erkrankungen oder Verletzungen des Limax können zu erheblichen Lahmheiten führen.

  38. Metatarsalgie Kuh

    Metatarsalgie bezeichnet Schmerzen im Bereich der Mittelfußknochen (Metatarsalknochen) bei Kühen, die sich als Lahmheit und Belastungsunwilligkeit der Hintergliedmaßen äußern. Diese Erkrankung ist häufig mit Entzündungen der Weichteile, Überlastung oder strukturellen Veränderungen des Mittelfußes verbunden und tritt besonders bei Hochleistungskühen in der Stallhaltung auf.

  39. Mortellaro-Dermatitis Kuh

    Die Mortellaro-Dermatitis, auch Dermatitis digitalis oder Erdbeerkrankheit genannt, ist eine hochansteckende bakterielle Erkrankung der Klauenhaut bei Rindern. Sie manifestiert sich typischerweise als schmerzhafte, erdbeerfarbene Hautveränderung im Bereich der Fesselbeuge und des Ballens und führt zu erheblichen Lahmheiten.

  40. Niederkalbeparese Kuh

    Die Niederkalbeparese, auch als Gebärparese oder Milchfieber bezeichnet, ist eine akute Stoffwechselerkrankung bei Kühen, die durch einen starken Abfall des Kalziumspiegels im Blut kurz vor, während oder nach der Kalbung entsteht. Die betroffenen Tiere zeigen charakteristische Lähmungserscheinungen und können sich nicht mehr selbstständig erheben. Unbehandelt kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein.

  41. Obturatoriuslähmung Kuh

    Die Obturatoriuslähmung ist eine Funktionsstörung des Nervus obturatorius, der die Adduktoren der Hintergliedmaße innerviert. Bei der Kuh tritt sie häufig als geburtsbedingte Nervenschädigung auf und führt zu einem typischen Spreizen der Hinterbeine. Sie zählt zu den häufigsten peripheren Nervenlähmungen beim Rind.

  42. Panaritium Kuh

    Panaritium bezeichnet eine eitrige Entzündung im Bereich der Klauen bei Kühen, die vorwiegend die Lederhaut und das umliegende Gewebe betrifft. Diese bakterielle Infektion entsteht meist durch Verletzungen der Klauenkapsel und kann unbehandelt zu schweren Lahmheiten und chronischen Klauenschäden führen. Das Panaritium stellt eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen in der Rinderhaltung dar.

  43. Patellaluxation Kuh

    Als Patellaluxation bezeichnet man das Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position in der Gleitrinne des Oberschenkelknochens. Bei der Kuh tritt sie vergleichsweise selten auf und betrifft meist junge, schnell wachsende Rinder oder Tiere mit anatomischen Fehlstellungen. Die Erkrankung führt zu Lahmheit und Bewegungseinschränkungen im Bereich des Kniegelenks.

  44. Patellarsehnenruptur Kuh

    Eine Patellarsehnenruptur bei der Kuh ist der teilweise oder vollständige Riss der Kniescheibensehne (Ligamentum patellae), die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet. Sie führt zu einem massiven Funktionsverlust des Kniegelenks, da der Streckmechanismus der Hintergliedmaße unterbrochen wird. Bei Rindern ist diese Verletzung selten, aber durch Körpergewicht und Stallhaltung besonders folgenschwer.

  45. Periostitis Kuh

    Periostitis bezeichnet eine Entzündung der Knochenhaut (Periost), die den Knochen umgibt und für Ernährung, Wachstum sowie Sensibilität des Knochens verantwortlich ist. Bei der Kuh tritt sie häufig an den Gliedmaßen auf, insbesondere im Bereich der Fessel, des Karpus oder Tarsus sowie an den Zehenknochen. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen und führt häufig zu Lahmheit und Leistungseinbußen.

  46. Phalangitis Kuh

    Phalangitis bezeichnet die Entzündung der Zehenknochen (Phalangen) im Klauenbereich der Kuh. Betroffen sind das Klauenbein, das Kronbein oder das Fesselbein, häufig im Zusammenhang mit umliegenden Weichteilstrukturen wie Gelenken, Sehnenscheiden oder dem Klauenhorn. Die Erkrankung führt zu erheblichen Lahmheiten und beeinträchtigt Tierwohl, Milchleistung und Fruchtbarkeit.

  47. Resektion des Klauensesambeins Kuh

    Die Resektion des Klauensesambeins ist ein chirurgischer Eingriff bei der Kuh, bei dem das tief in der Klaue liegende Sesambein (Os sesamoideum distale, auch Strahlbein genannt) ganz oder teilweise entfernt wird. Der Eingriff kommt vor allem bei eitrigen Entzündungen des Klauensesambeins oder der tiefen Beugesehne zum Einsatz, wenn konservative Therapien nicht mehr greifen. Ziel ist der Erhalt der betroffenen Klaue und die Wiederherstellung einer belastbaren Gliedmaße.

  48. Rusterholz-Ulkus Kuh

    Das Rusterholz-Ulkus ist eine schmerzhafte Klauenerkrankung bei Rindern, die durch eine tiefe Läsion der Sohle im Bereich der typischen Stelle (Rusterholz-Stelle) gekennzeichnet ist. Es entsteht durch chronische Druckbelastung und nachfolgende Nekrose des Sohlenhorns, meist im Übergangsbereich zwischen hartem und weicherem Horn im axialen Bereich der Außenklaue. Die Erkrankung führt zu hochgradiger Lahmheit und beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit der Kuh erheblich.

  49. Sakralfraktur Kuh

    Eine Sakralfraktur ist ein Bruch des Kreuzbeins (Os sacrum), also des knöchernen Verbindungsstücks zwischen Lendenwirbelsäule und Becken. Bei der Kuh entsteht sie meist durch stumpfe Gewalteinwirkung, etwa durch Aufspringen anderer Tiere, Stürze auf Spaltenböden oder Anfahrtrauma. Da im Kreuzbein wichtige Nervenwurzeln für Schwanz, Blase, Mastdarm und Hintergliedmaßen verlaufen, ist die Fraktur häufig mit neurologischen Ausfällen verbunden.

  50. Sohlenbluten Kuh

    Sohlenbluten sind punktförmige bis flächige Einblutungen in das Klauenhorn der Sohle bei Rindern. Sie entstehen durch Schädigung der Lederhaut unter der Sohle und gelten als sichtbares Zeichen einer Klauenrehe oder mechanischer Überlastung. Sohlenbluten sind ein wichtiger Frühindikator für Klauenerkrankungen in der Milchviehhaltung.

  51. Sohlengeschwür Kuh

    Ein Sohlengeschwür (Ulcus soleae) ist eine schmerzhafte, umschriebene Läsion der Klauensohle bei Kühen, die durch Quetschung und Durchblutungsstörung des Sohlenlederhautgewebes entsteht. Es manifestiert sich typischerweise als rötlich-gelbliche Verfärbung oder offene Wunde im Bereich der typischen Stelle zwischen Ballenmitte und Klauenspitze. Die Erkrankung führt zu erheblichen Lahmheiten und beeinträchtigt Wohlbefinden und Leistung der betroffenen Tiere.

  52. Sohlenhornablösung Kuh

    Die Sohlenhornablösung ist eine Klauenerkrankung der Kuh, bei der sich das Sohlenhorn ganz oder teilweise von der darunterliegenden Lederhaut löst. Sie entsteht meist als Folge einer Klauenrehe oder anhaltender Druckbelastung und führt zu deutlicher Lahmheit. Die Ablösung kann punktuell oder flächig auftreten und bedarf einer fachgerechten Klauenpflege.

  53. Sohlenspitzengeschwür Kuh

    Ein Sohlenspitzengeschwür ist eine schmerzhafte Läsion an der Klauenspitze des Rindes, bei der die Lederhaut durch Schädigung des Sohlenhorns freiliegt. Es entsteht typischerweise im vorderen Drittel der Sohle und betrifft häufig die Außenklaue der Hintergliedmaßen oder die Innenklaue der Vordergliedmaßen. Die Erkrankung gilt als bedeutende Lahmheitsursache in der Milchviehhaltung.

  54. Sohlenulkus Kuh

    Ein Sohlenulkus (auch Rusterholzsches Sohlengeschwür) ist ein umschriebener, tiefer Defekt der Klauensohle bei der Kuh, meist im Bereich des Sohlen-Ballen-Übergangs der lateralen Hinterklaue. Es entsteht durch Druckschäden an der Lederhaut und zählt zu den häufigsten Ursachen für Lahmheiten beim Rind.

  55. Spat Kuh

    Spat bezeichnet bei der Kuh eine chronisch-degenerative Gelenkerkrankung des Sprunggelenks (Tarsalgelenk), bei der es zu entzündlichen Veränderungen, knöchernen Zubildungen und zunehmender Versteifung der kleinen Tarsalgelenke kommt. Die Erkrankung führt zu Lahmheit und beeinträchtigt die Beweglichkeit der Hintergliedmaße erheblich.

  56. Steingalle Kuh

    Die Steingalle ist eine schmerzhafte Quetschung der Lederhaut am Klauenballen der Kuh, die durch Einwirkung von Fremdkörpern (Steine, harte Gegenstände) oder durch stumpfe Traumata entsteht. Sie zeigt sich als lokalisierte Blutung in der weißen Linie oder im Sohlenballen und führt zu deutlicher Lahmheit. Die Steingalle gehört zu den häufigsten nicht-infektiösen Klauenerkrankungen beim Rind.

  57. Tarsalbeuge Kuh

    Die Tarsalbeuge bezeichnet bei der Kuh die Beugeseite des Sprunggelenks (Tarsus) an der Hintergliedmaße. Sie ist die nach vorne gerichtete Falte zwischen Unterschenkel und Mittelfuß, an der sich Haut, Sehnen und Gefäße bei jeder Beugung des Sprunggelenks bewegen. Dieser Bereich ist mechanisch stark beansprucht und anfällig für Druckstellen, Schwellungen und Hautläsionen.

  58. Tarsalbeugekontraktur Kuh

    Die Tarsalbeugekontraktur ist eine Fehlstellung des Sprunggelenks (Tarsus) bei der Kuh, bei der das Gelenk dauerhaft in Beugestellung fixiert ist und nicht vollständig gestreckt werden kann. Ursache sind verkürzte oder fibrosierte Beugesehnen und Muskeln der Hinterhand. Betroffene Rinder zeigen eine typische gebückte, unter den Körper geschobene Stellung der Hintergliedmaßen.

  59. Tarsalhygrom Kuh

    Ein Tarsalhygrom bei der Kuh ist eine flüssigkeitsgefüllte, meist schmerzarme Umfangsvermehrung im Bereich des Sprunggelenks (Tarsus). Es entsteht typischerweise durch chronische mechanische Reizung, etwa durch hartes oder ungeeignetes Liegeflächenmaterial im Stall. Das Hygrom stellt eine erworbene Schleimbeutel- bzw. Bindegewebstasche dar, die sich als Reaktion auf wiederholten Druck bildet.

  60. Tendovaginitis Kuh

    Die Tendovaginitis ist eine Entzündung der Sehnenscheide, also der bindegewebigen Hülle, die Sehnen umgibt und deren reibungsarmes Gleiten ermöglicht. Bei der Kuh tritt sie vor allem an den distalen Gliedmaßen auf und führt zu Schwellungen, Schmerzen und Lahmheit. Sie kann akut oder chronisch verlaufen und ist in der Milchviehhaltung ein relevantes Lahmheitsproblem.

  61. Tylom Kuh

    Ein Tylom (auch Tyloma interdigitale oder Limax) ist eine chronische, hautartige Wucherung in der Zwischenklauenspalte des Rindes. Es handelt sich um eine reaktive Verdickung der Haut, die sich als zungenförmiger Hautwulst zwischen den beiden Klauen vorwölbt und die Klauengesundheit erheblich beeinträchtigen kann.

  62. Tylom interdigitale Kuh

    Ein Tylom interdigitale, auch Limax oder Zwischenklauenwulst genannt, ist eine chronische, hautbedeckte Wucherung im Zwischenklauenspalt der Kuh. Es entsteht durch dauerhafte mechanische Reizung und Entzündungsprozesse der Haut zwischen den beiden Klauen und kann je nach Größe zu erheblichen Lahmheiten führen.

  63. Wanddefekt Kuh

    Ein Wanddefekt bezeichnet bei der Kuh eine strukturelle Schädigung oder fehlerhafte Ausbildung der Klauenwand (Hornkapsel), die durch Risse, Spalten, Löcher oder fehlerhafte Hornbildung gekennzeichnet ist. Diese Defekte können die Stabilität und Schutzfunktion der Klaue beeinträchtigen und zu Lahmheiten sowie sekundären Infektionen führen. Wanddefekte zählen zu den häufigen Klauenerkrankungen in der Milchviehhaltung und können die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Tiere erheblich beeinträchtigen.

  64. Zwischenklauenphlegmone Kuh

    Die Zwischenklauenphlegmone (auch Panaritium interdigitale genannt) ist eine akute, eitrige Entzündung des Zwischenklauenspalts bei Rindern, die durch bakterielle Infektion: meist mit Fusobacterium necrophorum: entsteht. Sie zählt zu den häufigsten und schmerzhaftesten Klauenerkrankungen bei Kühen und führt zu ausgeprägter Lahmheit sowie erheblichen wirtschaftlichen Verlusten in der Milchviehhaltung.

  65. Zwischenklauenschwiele Kuh

    Eine Zwischenklauenschwiele (Tyloma, auch Limax) ist eine chronische, hautbedeckte Wucherung im Zwischenklauenspalt der Kuh. Sie entsteht durch dauerhafte mechanische Reizung oder chronische Entzündung der Haut zwischen den beiden Klauen und kann zu deutlichen Lahmheiten führen.

Fachbegriff unklar? Fragt einfach.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, ihr sprecht mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto eures Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen