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Glossar der Tierorthopädie.

862 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder du suchst direkt.

33 Begriffe zu Kaninchen, alphabetisch

  1. Bandscheibenvorfall Kaninchen

    Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) bei Kaninchen ist eine äußerst seltene Erkrankung der Wirbelsäule, bei der der gallertartige Kern einer Bandscheibe durch den Faserring nach außen tritt und auf das Rückenmark oder Nervenwurzeln drückt. Aufgrund der anatomischen Besonderheiten der Kaninchenwirbelsäule – einem sehr flexiblen, aber auch fragilen Skelettbau – sind traumatische Wirbelsäulenverletzungen weitaus häufiger als degenerative Bandscheibenerkrankungen.

  2. Enzephalitozoonose Kaninchen

    Enzephalitozoonose ist eine durch den Mikrosporidien-Erreger Encephalitozoon cuniculi ausgelöste Infektionskrankheit, die bei Kaninchen häufig neurologische Symptome verursacht. Der Parasit befällt vor allem Gehirn, Nieren und Augen und kann zu bleibenden Bewegungsstörungen führen, die orthopädische Hilfsmittel erforderlich machen.

  3. Femurkopfnekrose Kaninchen

    Die Femurkopfnekrose ist ein Absterben des Knochengewebes am Kopf des Oberschenkelknochens (Femur), das durch eine Unterbrechung der Blutversorgung entsteht. Beim Kaninchen tritt sie meist als Folge von Frakturen, Hüftgelenksluxationen oder chronischer Belastungsstörung auf. Der betroffene Femurkopf verliert seine glatte Gelenkfläche, wird brüchig und verursacht Schmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit im Hüftgelenk.

  4. Fersengeschwür Kaninchen

    Ein Fersengeschwür (Pododermatitis plantaris) ist eine entzündliche, oft ulzerierende Erkrankung der Fußsohlen bei Kaninchen, die durch chronischen Druck auf die Ferse entsteht. Die Erkrankung beginnt meist mit Haarausfall und Rötung an den Fersen der Hinterläufe und kann sich zu tiefen, schmerzhaften Wunden mit bakterieller Infektion entwickeln. Unbehandelt führt sie zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und chronischen Schmerzen.

  5. Hinterfußverband Kaninchen

    Ein Hinterfußverband beim Kaninchen ist ein speziell angelegter Stütz- oder Schutzverband am hinteren Lauf, der zur Entlastung, Wundversorgung oder Stabilisierung der Hintergliedmaße dient. Aufgrund der besonderen Anatomie des Kaninchens: mit dünner Sohlenhaut, fehlenden Ballen und kräftiger Sprunggelenksbelastung: erfordert er eine angepasste Wickeltechnik und Materialwahl.

  6. Hintergliedmaßenparese Kaninchen

    Die Hintergliedmaßenparese beim Kaninchen bezeichnet eine unvollständige Lähmung (Parese) einer oder beider Hintergliedmaßen, bei der noch Restfunktionen vorhanden sind. Anders als bei der kompletten Plegie können betroffene Kaninchen die Hinterbeine noch teilweise bewegen, haben aber deutliche Schwierigkeiten beim Hoppeln, Stehen oder Koordinieren der Bewegungen. Die Parese entsteht durch Schädigungen des Nervensystems, der Wirbelsäule oder der Muskulatur und ist eine häufige neurologische Erkrankung bei Kaninchen.

  7. Hinterhandlähmung Kaninchen

    Die Hinterhandlähmung bezeichnet bei Kaninchen einen teilweisen oder vollständigen Verlust der Bewegungsfähigkeit der Hinterläufe. Sie kann akut oder schleichend auftreten und hat verschiedene Ursachen, von neurologischen Schädigungen über Wirbelbrüche bis hin zu Infektionen wie Encephalitozoonose. Die Beeinträchtigung reicht von Schwäche und Koordinationsstörungen bis zur kompletten Paralyse der hinteren Extremitäten.

  8. Hinterhandparese Kaninchen

    Die Hinterhandparese bezeichnet eine unvollständige Lähmung der Hintergliedmaßen beim Kaninchen, bei der die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, aber nicht vollständig aufgehoben ist. Betroffene Kaninchen können die Hinterläufe nicht mehr koordiniert bewegen, zeigen Schwäche beim Hoppeln oder ziehen die Hinterbeine nach. Diese neurologische Störung entsteht meist durch Rückenmarksverletzungen, Wirbelsäulenerkrankungen oder neurologische Infektionen.

  9. Kalkaneus Kaninchen

    Der Kalkaneus (Fersenbein, Tuber calcanei) ist der größte Knochen der Sprunggelenksregion und bildet beim Kaninchen den knöchernen Hebel für die kraftvolle Streckung der Hinterhand. An ihm setzt die Achillessehne an, wodurch er bei jeder Sprung- und Absprungbewegung extrem hoch belastet wird.

  10. Kaninchenrollwagen Kaninchen

    Ein Kaninchenrollwagen ist eine speziell konstruierte tierorthopädische Mobilitätshilfe für Kaninchen mit eingeschränkter oder fehlender Bewegungsfähigkeit der Hinterläufe. Der Rollwagen besteht aus einem leichten Gestell mit Rädern, das am Körper des Kaninchens befestigt wird und die gelähmten oder geschwächten Hintergliedmaßen unterstützt, sodass das Tier sich mit den Vorderläufen fortbewegen kann.

  11. Karpalgelenksorthese Kaninchen

    Eine Karpalgelenksorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das beim Kaninchen am Vorderlauf im Bereich des Handwurzelgelenks (Karpus) angelegt wird. Sie stabilisiert, entlastet oder korrigiert das Gelenk bei Verletzungen, Fehlstellungen oder degenerativen Veränderungen. Beim Kaninchen kommt sie aufgrund der filigranen Anatomie und des geringen Körpergewichts in besonders leichter, individuell angepasster Bauweise zum Einsatz.

  12. Kniegelenksluxation Kaninchen

    Die Kniegelenksluxation beim Kaninchen bezeichnet das vollständige Ausrenken des Kniegelenks (Articulatio genus), bei dem die Gelenkflächen von Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) ihre normale anatomische Position zueinander verlieren. Diese schwerwiegende Verletzung tritt bei Kaninchen meist traumatisch auf und erfordert umgehende tierärztliche Versorgung, da sie mit erheblichen Schmerzen und Funktionsverlust einhergeht.

  13. Krallenschere Kaninchen

    Eine Krallenschere ist ein speziell geformtes Pflegewerkzeug zum Kürzen der Krallen bei Kaninchen. Sie ermöglicht durch ihre Klingenform einen sauberen, splitterfreien Schnitt und ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Vorbeugung von Fehlstellungen und Haltungsschäden des Bewegungsapparates.

  14. Kreuzbeinluxation Kaninchen

    Eine Kreuzbeinluxation bezeichnet die Verrenkung des Kreuzbeins (Os sacrum) aus seiner normalen Position im Bereich der Iliosakralgelenke. Bei Kaninchen handelt es sich um eine seltene, aber schwerwiegende Verletzung, die meist durch Traumata wie Stürze, Tritte oder unsachgemäße Handhabung entsteht und zu erheblichen neurologischen Ausfällen in den Hintergliedmaßen führen kann.

  15. Kyphose Kaninchen

    Die Kyphose bezeichnet eine pathologische Verstärkung der physiologischen Krümmung der Wirbelsäule nach dorsal (zum Rücken hin), umgangssprachlich auch als Rundrücken bezeichnet. Bei Kaninchen tritt diese Verkrümmung meist im thorakalen oder thorakolumbalen Bereich auf und kann durch verschiedene Erkrankungen des Skeletts, neurologische Störungen oder chronische Schmerzzustände verursacht werden.

  16. Lordose Kaninchen

    Die Lordose bezeichnet eine übermäßige Krümmung der Wirbelsäule nach ventral (bauchwärts), die bei Kaninchen vor allem im Lendenbereich auftreten kann. Diese pathologische Verkrümmung unterscheidet sich von der physiologischen Wirbelsäulenkrümmung und führt zu einem charakteristischen Hohlrücken. Bei Kaninchen ist die Lordose häufig Folge neurologischer Erkrankungen, Muskelerkrankungen oder chronischer Schmerzzustände im Bewegungsapparat.

  17. Lumbosakrale Diskopathie Kaninchen

    Die lumbosakrale Diskopathie ist eine Erkrankung der Bandscheibe zwischen dem letzten Lendenwirbel (L7) und dem Kreuzbein (Sakrum) beim Kaninchen. Dabei kommt es zu einer Degeneration, Vorwölbung oder einem Vorfall der Bandscheibe, was auf die austretenden Nervenwurzeln drücken kann. Die Folge sind Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und neurologische Ausfälle der Hinterhand.

  18. Luxation Kaninchen

    Eine Luxation bezeichnet beim Kaninchen das vollständige Auskugeln eines Gelenks, bei dem die gelenkbildenden Knochen ihren normalen Kontakt zueinander verlieren. Sie tritt häufig nach Stürzen, abruptem Hochheben oder Panikreaktionen auf und betrifft besonders die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Kniegelenk. Eine Luxation ist immer ein tiermedizinischer Notfall.

  19. Metatarsus Kaninchen

    Der Metatarsus (Mittelfuß) ist der Abschnitt der Hintergliedmaße zwischen Sprunggelenk (Tarsus) und Zehen. Beim Kaninchen besteht er aus vier kräftigen, langgestreckten Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia II. V), die einen wesentlichen Teil der Standfläche bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren tritt das Kaninchen sohlengängig auf, sodass der gesamte Metatarsus beim Sitzen Bodenkontakt hat.

  20. Osteodystrophie Kaninchen

    Osteodystrophie bezeichnet bei Kaninchen eine Störung des Knochenstoffwechsels, die zu abnormalen Knochenveränderungen führt. Sie entsteht meist durch Ernährungsfehler, insbesondere durch Kalzium-Phosphor-Ungleichgewicht oder Vitamin-D-Mangel, und führt zu geschwächten, verformten oder brüchigen Knochen. Bei Kaninchen ist die ernährungsbedingte Osteodystrophie besonders häufig aufgrund des speziellen Kalziumstoffwechsels dieser Tierart.

  21. Osteoporose Kaninchen

    Osteoporose bezeichnet beim Kaninchen eine krankhafte Abnahme der Knochendichte, bei der Knochenmasse und Knochenstruktur verloren gehen. Die Knochen werden porös, brüchig und anfälliger für Frakturen. Besonders bei Kaninchen, die dauerhaft in kleinen Käfigen ohne ausreichende Bewegung gehalten werden, ist diese Erkrankung ein häufig unterschätztes Problem.

  22. Paraparese Kaninchen

    Paraparese bezeichnet eine teilweise Lähmung (Schwäche) beider Hintergliedmaßen. Beim Kaninchen ist sie eine häufige neurologische und orthopädische Problemstellung, bei der die Tiere die Hinterläufe noch bewegen können, aber nicht mehr normal belasten oder kontrollieren. Im Gegensatz zur vollständigen Paraplegie ist bei der Paraparese eine Restfunktion erhalten.

  23. Pododermatitis Kaninchen

    Pododermatitis bei Kaninchen, auch als Wunde oder Druckgeschwür an den Hinterläufen bekannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Fußballen (Sohlenballen), die durch chronischen Druck auf harte oder gitterartige Untergründe entsteht. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich die Hinterläufe und führt zu Hautveränderungen, Nekrosen und bakteriellen Infektionen. Unbehandelt kann Pododermatitis zu schweren Gewebeschäden, chronischen Schmerzen und erheblichen Bewegungseinschränkungen führen.

  24. Pododermatitis ulcerosa Kaninchen

    Pododermatitis ulcerosa, umgangssprachlich auch Sohlengeschwür oder Wundlaufen genannt, bezeichnet eine schmerzhafte Entzündung der Fußsohlen bei Kaninchen, die zu Geschwürbildung, Nekrosen und bakteriellen Infektionen führt. Die Erkrankung betrifft vor allem die haarlosen Sohlenballen der Hinterpfoten und entsteht durch chronischen Druck auf ungeeigneten Untergründen in Kombination mit weiteren Risikofaktoren.

  25. Spreizbeinigkeit Kaninchen

    Spreizbeinigkeit bei Kaninchen bezeichnet eine angeborene oder erworbene Fehlstellung, bei der die Hinterläufe seitlich vom Körper abgespreizt sind und nicht parallel unter dem Rumpf positioniert werden können. Die betroffenen Jungtiere können sich oft nur robbend fortbewegen, da die Beine keine Stützfunktion übernehmen können. Diese Entwicklungsstörung entsteht meist in den ersten Lebenstagen durch unzureichende Bodentraktion im Nest.

  26. Spreizbeinsyndrom Kaninchen

    Das Spreizbeinsyndrom (auch Splay Leg genannt) ist eine meist angeborene Fehlstellung der Gliedmaßen beim Kaninchen, bei der ein oder mehrere Beine seitlich vom Körper abgespreizt sind und nicht normal unter den Körper gestellt werden können. Betroffen sind häufig die Hintergliedmaßen, seltener auch die Vorderbeine. Die Erkrankung zeigt sich meist bereits in den ersten Lebenswochen und beeinträchtigt die Fortbewegung des Tieres erheblich.

  27. Sprunggelenkarthrose Kaninchen

    Sprunggelenkarthrose beim Kaninchen ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des Tarsalgelenks (Articulatio tarsi), bei der Knorpel verschleißt und sich knöcherne Veränderungen am Gelenk bilden. Sie tritt vor allem bei älteren, übergewichtigen oder fehlbelasteten Tieren auf und führt zu Schmerzen sowie eingeschränkter Beweglichkeit der Hinterläufe.

  28. Sprunggelenksluxation Kaninchen

    Eine Sprunggelenksluxation beim Kaninchen ist eine vollständige Ausrenkung des Sprunggelenks (Articulatio tarsi), bei der die Gelenkflächen von Unterschenkel und Fußwurzelknochen ihre normale Position zueinander verlieren. Diese schwere Verletzung tritt meist nach Traumata auf und geht häufig mit Kapselbandverletzungen einher. Aufgrund der zarten Knochenstruktur und der kräftigen Hinterbeinmuskulatur von Kaninchen ist diese Verletzung besonders problematisch.

  29. Tarsalgelenksbandage Kaninchen

    Eine Tarsalgelenksbandage ist ein orthopädisches Hilfsmittel zur Stabilisierung und Entlastung des Sprunggelenks (Tarsalgelenk) am Hinterlauf des Kaninchens. Sie wird bei Verletzungen, Instabilitäten oder degenerativen Veränderungen eingesetzt und unterstützt die anatomisch korrekte Stellung des Gelenks während der Heilung oder dauerhaft als Bewegungshilfe.

  30. Tibiafraktur Kaninchen

    Eine Tibiafraktur bezeichnet einen Knochenbruch des Schienbeins (Tibia) beim Kaninchen. Die Tibia ist der größere der beiden Unterschenkelknochen und trägt die Hauptlast bei der Fortbewegung. Aufgrund der zarten Knochenstruktur und des kräftigen Bewegungsapparates sind Kaninchen besonders anfällig für solche Frakturen.

  31. Ulzerative Pododermatitis Kaninchen

    Die ulzerative Pododermatitis, umgangssprachlich auch 'wunde Läufe' oder 'Sore Hocks' genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Sohlenhaut an den Füßen von Kaninchen. Sie betrifft vor allem die unbehaarten oder spärlich behaarten Hautareale der Hinterläufe im Bereich des Sprunggelenks und der Mittelfußknochen. Unbehandelt können sich tiefe Geschwüre, Abszesse und Knochenentzündungen entwickeln.

  32. Wirbelfraktur Kaninchen

    Eine Wirbelfraktur ist der teilweise oder vollständige Bruch eines Wirbelkörpers oder seiner Fortsätze. Beim Kaninchen tritt sie häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule (vor allem L6/L7) auf und führt oft zu schweren neurologischen Ausfällen. Sie gilt als orthopädischer und neurologischer Notfall.

  33. Wirbelsäulenfraktur Kaninchen

    Eine Wirbelsäulenfraktur beim Kaninchen ist ein Bruch eines oder mehrerer Wirbelkörper, der meist durch Traumata wie Stürze, Tritte oder plötzliche, unkontrollierte Sprünge entsteht. Aufgrund der leichten Skelettstruktur und der kräftigen Hinterläufe sind Kaninchen besonders anfällig für Wirbelsäulenbrüche, die häufig zu schwerwiegenden neurologischen Ausfällen bis hin zu vollständigen Lähmungen führen können.

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