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Glossar der Tierorthopädie.

862 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder du suchst direkt.

34 Begriffe zu Schwein, alphabetisch

  1. Apophysenlösung am Tuber ischiadicum Schwein

    Die Apophysenlösung am Tuber ischiadicum bezeichnet die Ablösung oder Avulsion der Wachstumsfuge (Apophyse) am Sitzbeinhöcker beim heranwachsenden Schwein. Diese Verletzung tritt vorwiegend bei juvenilen Tieren während der Wachstumsphase auf und entsteht meist durch plötzliche, übermäßige Muskelzugkräfte oder traumatische Einwirkungen. Der Sitzbeinhöcker dient als wichtiger Ansatzpunkt für die ischiokrurale Muskulatur des Hinterbeins.

  2. Arthrosis deformans Schwein

    Arthrosis deformans bezeichnet eine chronisch fortschreitende, nicht-entzündliche Gelenkerkrankung mit Abbau des Gelenkknorpels und gleichzeitiger Umbau- und Anbauvorgängen am Knochen. Beim Schwein gehört sie zu den häufigsten Ursachen für Lahmheit und vorzeitige Merzung, insbesondere bei Sauen und schnell wachsenden Mastschweinen. Betroffen sind vor allem stark belastete Gelenke wie Sprunggelenk, Knie- und Ellbogengelenk.

  3. Ballenhorn Schwein

    Das Ballenhorn bezeichnet die verhornte Schutzschicht an der Unterseite der Zehenballen beim Schwein. Es bildet zusammen mit den Klauenplatten die belastbaren Auftrittsflächen und schützt die darunterliegenden weichen Gewebestrukturen vor mechanischen Einwirkungen beim Laufen auf verschiedenen Untergründen.

  4. Bursitis präcarpalis Schwein

    Die Bursitis präcarpalis ist eine entzündliche Schwellung der Schleimbeutel (Bursae) im Bereich des Vorderfußwurzelgelenks (Carpus) beim Schwein. Sie entsteht typischerweise durch chronischen Druck und Reibung beim Liegen auf harten, ungeeigneten Böden und tritt besonders häufig bei Mastschweinen und Sauen in intensiver Haltung auf.

  5. Epiphysiolysis capitis femoris Schwein

    Die Epiphysiolysis capitis femoris ist eine Ablösung der Wachstumsfuge am Oberschenkelkopf (Femurkopf), bei der sich die Epiphyse (Knochenendstück) von der Metaphyse (Knochenschaft) löst. Bei Schweinen tritt diese Erkrankung vor allem bei schnellwüchsigen Mastschweinen in der Wachstumsphase auf und wird häufig durch mechanische Überbelastung, Traumata oder Ernährungsfaktoren begünstigt. Die Ablösung führt zu akuter Lahmheit und kann ohne Behandlung zu dauerhaften Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen führen.

  6. Erysipelarthritis Schwein

    Erysipelarthritis ist eine durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae (Rotlauf-Erreger) verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt meist als chronische Verlaufsform der Rotlaufinfektion auf und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie zunehmenden Bewegungsstörungen.

  7. Fersenbeinzwischenwandnekrose Schwein

    Die Fersenbeinzwischenwandnekrose (Calcaneus-Septen-Nekrose) ist eine beim Schwein auftretende Erkrankung des Fersenbeins (Os calcanei), bei der es zum Absterben von Knochengewebe im Bereich der inneren Knochenbälkchen und -zwischenwände kommt. Diese Nekrose tritt vor allem bei schweren, schnellwüchsigen Mastschweinen auf und kann zu erheblichen Lahmheiten und Bewegungsstörungen führen.

  8. Gelenkempyem Schwein

    Ein Gelenkempyem (eitrige Arthritis, septische Arthritis) ist eine bakterielle Infektion eines Gelenks beim Schwein, bei der sich Eiter in der Gelenkhöhle ansammelt. Die Erkrankung entsteht meist durch hämatogene Streuung von Erregern oder durch direkte Kontamination nach Verletzungen und führt unbehandelt zu irreversiblen Gelenkschäden und massiven Bewegungseinschränkungen.

  9. Glässer-Krankheit Schwein

    Die Glässer-Krankheit ist eine bakterielle Infektionskrankheit des Schweins, die durch Glaesserella parasuis (früher Haemophilus parasuis) verursacht wird. Sie führt zu Entzündungen der serösen Häute, also von Gelenkkapseln, Brust- und Bauchfell sowie Hirnhäuten. Aus orthopädischer Sicht ist die Erkrankung relevant, weil sie häufig zu schmerzhaften Polyarthritiden und damit zu Bewegungsstörungen führt.

  10. Gliedmaßenschiene Schwein

    Eine Gliedmaßenschiene ist ein orthopädisches Hilfsmittel zur Stabilisierung und Ruhigstellung von Extremitäten beim Schwein. Sie wird eingesetzt, um Knochenbrüche, Gelenkverletzungen oder Sehnenschäden während der Heilungsphase zu fixieren und physiologisch korrekte Stellungen zu gewährleisten. Bei Schweinen kommen Gliedmaßenschienen vor allem bei wertvollen Zuchttieren, Ferkeln oder in der tierärztlichen Versorgung zum Einsatz.

  11. Hyperostosis congenita Schwein

    Hyperostosis congenita ist eine angeborene Knochenerkrankung beim Ferkel, bei der es zu einer übermäßigen Verdickung der Röhrenknochen, vor allem an den Vordergliedmaßen, kommt. Betroffene Ferkel zeigen verdickte, spindelförmig aufgetriebene Gliedmaßen und sind häufig nicht lebensfähig. Die Erkrankung wird auch als 'Dickbeinigkeit' der Ferkel bezeichnet und tritt meist sporadisch innerhalb eines Wurfes auf.

  12. Klauengeschwür Schwein

    Ein Klauengeschwür ist eine schmerzhafte, oft eitrige Läsion am Klauenhorn oder der Klauensohle beim Schwein, die durch mechanische Belastung, Entzündungen oder Infektionen entsteht. Es führt zu Lahmheit, beeinträchtigt die Beweglichkeit und kann bei unzureichender Behandlung chronisch werden oder systemische Infektionen nach sich ziehen.

  13. Klauenspaltenentzündung Schwein

    Die Klauenspaltenentzündung (Interdigitale Dermatitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Haut im Zwischenklauenspalt beim Schwein. Sie entsteht häufig durch mechanische Reizung, Feuchtigkeit und bakterielle Infektion und führt zu Lahmheit sowie eingeschränkter Mobilität. Unbehandelt kann sie chronisch werden und zu dauerhaften Klauenschäden führen.

  14. Klauenverband Schwein

    Ein Klauenverband ist ein spezieller Verband, der bei Schweinen zur Versorgung und zum Schutz erkrankter oder verletzter Klauen angelegt wird. Er dient der Wundabdeckung, Druckentlastung und Stabilisierung des Klauenhorns sowie umliegender Gewebestrukturen. Klauenverbände werden häufig in Kombination mit Klauenpflege, Wundbehandlung oder orthopädischen Hilfsmitteln eingesetzt.

  15. Kongenitales Hyperostose-Syndrom Schwein

    Das Kongenitale Hyperostose-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung beim Ferkel, bei der es zu einer übermäßigen Knochenneubildung (Hyperostose) an den Gliedmaßen kommt, meist an den Vorderbeinen. Die betroffenen Tiere zeigen verdickte, steife Beine und können nicht oder nur eingeschränkt aufstehen. Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt und tritt typischerweise innerhalb eines Wurfes auf.

  16. Limb-Girdle-Syndrom Schwein

    Das Limb-Girdle-Syndrom (Gliedergürtel-Syndrom) beschreibt beim Schwein eine Schwäche oder Funktionsstörung der Muskulatur im Bereich des Schulter- und Beckengürtels. Betroffene Tiere zeigen eine reduzierte Standfestigkeit, schwankenden Gang und Schwierigkeiten beim Aufstehen. Ursachen können muskuläre, neurologische oder haltungsbedingte Faktoren sein.

  17. Mycoplasma-hyorhinis-Polyserositis Schwein

    Die Mycoplasma-hyorhinis-Polyserositis ist eine bakterielle Erkrankung beim Schwein, die durch das Bakterium Mycoplasma hyorhinis verursacht wird. Sie führt zu Entzündungen der serösen Häute (Brustfell, Bauchfell, Herzbeutel) und der Gelenkinnenhäute. Die Erkrankung betrifft vor allem Absatz- und Mastferkel und kann zu Lahmheit und Bewegungsstörungen führen.

  18. Mycoplasma-hyosynovae-Arthritis Schwein

    Die Mycoplasma-hyosynovae-Arthritis ist eine durch das Bakterium Mycoplasma hyosynoviae verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt vor allem bei Mast- und Jungschweinen im Alter von 10 bis 24 Wochen auf und betrifft überwiegend die großen Gliedmaßengelenke. Die Erkrankung äußert sich durch Lahmheit und Bewegungsunlust, ohne dass es meist zu einer eitrigen Zerstörung der Gelenke kommt.

  19. Mycoplasma-hyosynoviae-Arthritis Schwein

    Die Mycoplasma-hyosynoviae-Arthritis ist eine durch das Bakterium Mycoplasma hyosynoviae verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt überwiegend bei Mast- und Jungschweinen im Alter von 10 bis 24 Wochen auf und betrifft vor allem die großen Gliedmaßengelenke. Klinisch zeigt sich die Erkrankung durch akute Lahmheit und Bewegungsunlust ohne ausgeprägte Allgemeinstörung.

  20. Osteochondrose Schwein

    Osteochondrose ist eine Störung der enchondralen Ossifikation, also der Verknöcherung von Knorpelgewebe während des Wachstums. Beim Schwein zählt sie zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen und betrifft vor allem schnellwachsende Mast- und Zuchttiere. Sie führt zu Knorpel- und Knochenschäden in Gelenken und Wachstumsfugen und ist eine wesentliche Ursache für Lahmheiten und vorzeitige Merzungen.

  21. Pietrain-Lähme Schwein

    Die Pietrain-Lähme ist eine erblich bedingte neuromuskuläre Erkrankung beim Schwein, die vor allem bei der Rasse Pietrain auftritt. Sie wird durch eine Mutation im Ryanodin-Rezeptor-Gen (RYR1) verursacht und führt zu Muskelschwäche, Bewegungsstörungen und einer erhöhten Stressanfälligkeit. Die Tiere zeigen typischerweise eine plötzliche Schwäche der Hintergliedmaßen bis hin zum Festliegen.

  22. Polyarthritis suum Schwein

    Polyarthritis suum bezeichnet eine Entzündung mehrerer Gelenke beim Schwein, die meist durch bakterielle Infektionen verursacht wird. Sie tritt häufig bei Saug- und Absetzferkeln auf und führt zu Lahmheit, Schmerzen und Bewegungsunlust. Unbehandelt kann sie chronische Gelenkschäden und Wachstumsstörungen nach sich ziehen.

  23. Rhinitis atrophicans Schwein

    Die Rhinitis atrophicans (RA) ist eine bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege beim Schwein, bei der es zur Entzündung und fortschreitenden Rückbildung (Atrophie) der Nasenmuscheln kommt. Typisch sind eine Verformung des Oberkiefers und Verkürzung des Rüssels. Die Erkrankung beeinträchtigt Atmung, Wachstum und in fortgeschrittenen Fällen die gesamte Schädelstatik.

  24. Rhusiopathiae-Arthritis Schwein

    Die Rhusiopathiae-Arthritis ist eine durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt vor allem als chronische Verlaufsform der Rotlaufinfektion auf und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie Bewegungsstörungen. Betroffen sind häufig Jung- und Mastschweine sowie Zuchtsauen.

  25. Rotlaufarthritis Schwein

    Die Rotlaufarthritis ist eine chronische Gelenkentzündung beim Schwein, die durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae (Erreger des Schweinerotlaufs) ausgelöst wird. Sie entsteht meist im Anschluss an eine akute oder subklinische Rotlaufinfektion und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie deutlichen Lahmheiten. Betroffen sind vor allem Mastschweine, Jungsauen und Zuchttiere.

  26. Septische Arthritis Schwein

    Septische Arthritis ist eine eitrige Gelenkentzündung beim Schwein, die durch bakterielle Infektionserreger verursacht wird. Sie führt zu hochgradigen Lahmheiten, Gelenkschwellungen und kann bei Ferkeln und Mastschweinen erhebliche wirtschaftliche Verluste verursachen. Unbehandelt resultiert die Erkrankung in irreversiblen Gelenkschäden und chronischen Bewegungsstörungen.

  27. Sohlengeschwür Schwein

    Ein Sohlengeschwür beim Schwein ist eine umschriebene, tiefe Defektbildung im Hornschuh der Klauensohle, bei der die darunterliegende Lederhaut freigelegt wird. Es entsteht meist durch chronische Druckbelastung, Entzündungen oder Klauenrehe und betrifft besonders häufig die Außenklauen der Hintergliedmaßen.

  28. Splayleg-Syndrom Schwein

    Das Splayleg-Syndrom (Grätschwellung) ist eine angeborene Entwicklungsstörung bei Ferkeln, die durch eine fehlende oder verzögerte Muskelreifung der Hintergliedmaßen gekennzeichnet ist. Die betroffenen Ferkel können die Beine nicht unter dem Körper halten und liegen mit abgespreizten (gegräschten) Gliedmaßen da, wodurch die Fortbewegung stark beeinträchtigt oder unmöglich ist.

  29. Spondylosis deformans Schwein

    Spondylosis deformans ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der Wirbelsäule beim Schwein, bei der knöcherne Zubildungen (Osteophyten) an den Wirbelkörpern entstehen. Diese Veränderungen treten vor allem an den ventralen und lateralen Bereichen der Wirbelkörper auf und können im fortgeschrittenen Stadium zur Versteifung einzelner Wirbelsäulenabschnitte führen. Die Erkrankung tritt häufig bei älteren Zuchtebern und Sauen auf und kann die Beweglichkeit erheblich beeinträchtigen.

  30. Stallklauen Schwein

    Als Stallklauen bezeichnet man beim Schwein übermäßig lange, deformierte oder ungleichmäßig abgenutzte Klauen, die durch dauerhafte Haltung auf weichen, planen oder nicht abriebfördernden Böden entstehen. Da der natürliche Abrieb fehlt, wächst das Klauenhorn schneller nach, als es abgenutzt wird, was zu Fehlstellungen und Bewegungsstörungen führt. Stallklauen sind eine häufige Ursache für Lahmheiten in der Schweinehaltung.

  31. Stallklauenverband Schwein

    Ein Stallklauenverband ist ein schützender und stützender Verband, der bei Schweinen im Stall an einer erkrankten oder verletzten Klaue angelegt wird. Er dient dazu, Wunden, Klauenläsionen oder Entzündungen vor weiterer Belastung, Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen und gleichzeitig den Heilungsprozess zu unterstützen.

  32. Streptokokkenarthritis Schwein

    Die Streptokokkenarthritis ist eine bakterielle Gelenkentzündung beim Schwein, die durch Streptokokken: meist Streptococcus suis: ausgelöst wird. Sie tritt vor allem bei Saug- und Absetzferkeln auf und führt zu schmerzhaften Schwellungen, Lahmheit und Bewegungsunlust. Unbehandelt kann sie chronische Gelenkschäden und Bewegungsstörungen nach sich ziehen.

  33. Wandhornläsion Schwein

    Eine Wandhornläsion beim Schwein ist eine Schädigung der äußeren Hornwand des Klauenschuhs. Sie reicht von oberflächlichen Rissen und Spalten bis zu tiefen, in die Lederhaut reichenden Defekten. Typisch sind vertikale oder horizontale Hornrisse, die das tragende Klauenhorn schwächen und Eintrittspforten für Keime bilden.

  34. Weiße-Linie-Defekt Schwein

    Der Weiße-Linie-Defekt beim Schwein bezeichnet eine krankhafte Veränderung im Bereich der sogenannten weißen Linie (Linea alba) der Klaue: der Verbindungszone zwischen Sohlenhorn und Wandhorn. Durch mechanische Belastung, Feuchtigkeit oder Infektionen kann diese Zone aufweichen, sich spalten oder ausbrechen. In der Folge können Fremdkörper und Keime eindringen und tiefergehende Klauenerkrankungen wie Abszesse oder Lahmheiten auslösen.

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