TrittwerkTierorthopädie

Mycoplasma-hyorhinis-Polyserositis beim Schwein

Die Mycoplasma-hyorhinis-Polyserositis ist eine bakterielle Erkrankung beim Schwein, die durch das Bakterium Mycoplasma hyorhinis verursacht wird. Sie führt zu Entzündungen der serösen Häute (Brustfell, Bauchfell, Herzbeutel) und der Gelenkinnenhäute. Die Erkrankung betrifft vor allem Absatz- und Mastferkel und kann zu Lahmheit und Bewegungsstörungen führen.

Ausführlich

Die Mycoplasma-hyorhinis-Polyserositis ist eine in der Schweinehaltung weit verbreitete Erkrankung, die vor allem bei jungen Schweinen im Alter von drei bis zehn Wochen auftritt. Der Erreger Mycoplasma hyorhinis ist ein zellwandloses Bakterium, das im oberen Respirationstrakt vieler gesunder Schweine vorkommt und unter Stressbedingungen pathogen wirken kann. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion.

Anatomische und pathologische Veränderungen

Charakteristisch ist eine fibrinöse bis fibrinös-eitrige Entzündung der serösen Häute. Betroffen sind insbesondere das Brustfell (Pleura), das Bauchfell (Peritoneum) und der Herzbeutel (Perikard). Häufig kommt es zusätzlich zu einer Arthritis, also einer Entzündung der Gelenkinnenhäute, vor allem an Karpal-, Tarsal- und Kniegelenken. Diese Gelenkbeteiligung ist aus orthopädischer Sicht besonders relevant, da sie zu chronischen Bewegungsstörungen führen kann.

Orthopädische Relevanz

Die polyserositische Arthritis führt zu schmerzhaften Schwellungen der Gelenke, Schonhaltung und Lahmheit. Bei chronischen Verläufen können bleibende Gelenkveränderungen entstehen, etwa Knorpelschäden, Fibrose der Gelenkkapsel oder Bewegungseinschränkungen. Die betroffenen Tiere zeigen oft eine verminderte Gewichtszunahme und erhöhte Anfälligkeit für Sekundärinfektionen.

Prädisponierende Faktoren

Absetzstress und Umgruppierungen

Hohe Tierdichte und mangelhaftes Stallklima

Koinfektionen mit PRRSV, Influenza oder Circoviren

Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Genetische Disposition und unzureichende Kolostrumversorgung

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, Sektion und labordiagnostischen Erregernachweis (PCR, Kultur). Die Therapie liegt in tierärztlicher Hand und umfasst antibiotische Behandlung sowie Optimierung der Haltungsbedingungen. Bei chronischen Gelenkschäden können unterstützende orthopädische Maßnahmen wie weich gepolsterte Liegeflächen, rutschfeste Böden und in Einzelfällen Bandagen zur Entlastung sinnvoll sein.

Mögliche Symptome

Fieber

Lahmheit und steifer Gang

Geschwollene, warme Gelenke

Atemnot und beschleunigte Atmung

Apathie und Fressunlust

Aufgekrümmter Rücken

Vermindertes Wachstum

Schonhaltung im Liegen

Orthopädische Indikationen

Gelenkentlastende Bandagen bei chronischer Arthritis

Stützende Hilfsmittel bei Bewegungsstörungen einzelner Tiere

Polsterung empfindlicher Gelenke bei längerer Rekonvaleszenz

Unterstützung bei dauerhaften Gelenkveränderungen nach überstandener Infektion

Häufige Fragen

Typische Anzeichen sind Lahmheit, geschwollene Gelenke, Atemnot, Fieber und ein aufgekrümmter Rücken. Häufig sind mehrere Tiere einer Gruppe gleichzeitig betroffen. Bei Verdacht sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden, um die Diagnose zu sichern und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Bei wertvollen Einzeltieren oder Zuchttieren mit chronischen Gelenkschäden können gelenkentlastende Bandagen oder stützende Hilfsmittel die Lebensqualität verbessern. Auch eine angepasste Haltung mit weichen Liegeflächen und rutschfesten Böden trägt zur Entlastung bei. Die Entscheidung über orthopädische Maßnahmen sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt getroffen werden.

Vorbeugung umfasst optimale Haltungsbedingungen mit gutem Stallklima, Reduktion von Stressfaktoren beim Absetzen und Umgruppieren, ausreichende Kolostrumversorgung sowie ein konsequentes Hygienemanagement. Die Kontrolle von Koinfektionen wie PRRSV oder Influenza ist ebenfalls entscheidend, da diese den Krankheitsausbruch begünstigen.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.

In der Nähe im Glossar

Betrifft das dein Tier? Sprich mit uns.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, du sprichst mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto eures Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen