TrittwerkTierorthopädie

Sprunggelenkarthrose beim Kaninchen

Sprunggelenkarthrose beim Kaninchen ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des Tarsalgelenks (Articulatio tarsi), bei der Knorpel verschleißt und sich knöcherne Veränderungen am Gelenk bilden. Sie tritt vor allem bei älteren, übergewichtigen oder fehlbelasteten Tieren auf und führt zu Schmerzen sowie eingeschränkter Beweglichkeit der Hinterläufe.

Ausführlich

Das Sprunggelenk (Tarsus) des Kaninchens verbindet den Unterschenkel mit dem Mittelfuß und ist beim charakteristischen Hoppeln einer der am stärksten belasteten Gelenkkomplexe. Bei der Sprunggelenkarthrose kommt es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels, zur Verdickung der Gelenkkapsel und häufig zu Knochenanbauten (Osteophyten). Diese Veränderungen sind irreversibel und verursachen chronische Schmerzen.

Anatomische Besonderheiten beim Kaninchen

Kaninchen besitzen eine sehr feine Knochenstruktur mit geringem Knochenmasseanteil und gleichzeitig ausgeprägter Muskulatur an der Hinterhand. Das Sprunggelenk wird beim Abspringen und Landen extrem belastet. Auf hartem, glattem Untergrund oder bei Bewegungsmangel in zu kleinen Gehegen kommt es schnell zu Fehlbelastungen, die langfristig in arthrotische Veränderungen münden können.

Typische Ursachen

Altersbedingter Knorpelverschleiß

Übergewicht durch energiereiches Futter und Bewegungsmangel

Fehlstellungen der Hintergliedmaßen (z. B. Spreizbein)

Folgen von Frakturen, Luxationen oder Bänderverletzungen

Pododermatitis („Wundlaufen“), die Schonhaltungen erzwingt

Ungeeignete Haltung auf Gitterböden oder rutschigen Flächen

Orthopädische Relevanz

Da Kaninchen Schmerzen sehr lange verbergen, wird Sprunggelenkarthrose oft erst spät erkannt. Eine entlastende orthopädische Versorgung kann die Lebensqualität deutlich verbessern. Maßangefertigte Sprunggelenksorthesen oder weich gepolsterte Bandagen können das Tarsalgelenk stabilisieren, Fehlbelastungen reduzieren und gleichzeitig dem Risiko einer begleitenden Pododermatitis entgegenwirken. Die Versorgung erfolgt immer in Abstimmung mit Tierarzt und Physiotherapeut.

Begleitende Maßnahmen

Neben der orthopädischen Hilfsmittelversorgung sind tierärztliche Schmerztherapie, Gewichtsreduktion, rutschfeste Untergründe sowie ein altersgerecht gestaltetes Gehege mit weichen Liegeflächen entscheidend. Physiotherapeutische Übungen können die umliegende Muskulatur stärken und die Restbeweglichkeit erhalten.

Mögliche Symptome

Steifer, verkürzter Hoppelgang

Vermehrtes Sitzen statt Hoppeln

Schonhaltung einer Hintergliedmaße

Abgesenkte Sprunggelenke (verstärktes Aufsetzen der Hinterläufe)

Schwellung oder Verdickung am Sprunggelenk

Wundstellen an der Pfotensohle durch Fehlbelastung

Zähneknirschen als Schmerzzeichen

Rückzug, weniger Bewegungsfreude

Orthopädische Indikationen

Stabilisierung des Tarsalgelenks bei beginnender bis fortgeschrittener Arthrose

Entlastung nach Frakturen oder Bandverletzungen am Sprunggelenk

Korrektur leichter Fehlstellungen der Hintergliedmaße

Vorbeugung und Begleittherapie bei Pododermatitis durch Fehlbelastung

Unterstützung bei altersbedingtem Muskelabbau und Instabilität

Postoperative Schutzversorgung am Sprunggelenk

Häufige Fragen

Typisch sind ein steifer Gang, vermehrtes Sitzen, ein abgesenktes Sprunggelenk und Schonhaltungen. Da Kaninchen Schmerzen verstecken, sollten schon kleine Veränderungen im Bewegungsverhalten tierärztlich abgeklärt werden.

Nein. Arthrose ist nicht heilbar. Eine maßgefertigte Sprunggelenksorthese oder Bandage kann das Gelenk jedoch stabilisieren, Fehlbelastungen reduzieren und so Schmerzen lindern sowie das Fortschreiten verlangsamen.

Sorgen Sie für rutschfeste, weiche Böden, vermeiden Sie Gitterflächen, halten Sie das Gewicht im Normbereich und bieten Sie ausreichend Platz mit niedrigen, gut erreichbaren Etagen. Hohe Sprünge sollten vermieden werden.

Häufig betroffen sind Tiere ab etwa 5 Jahren, bei Übergewicht, Fehlstellungen oder Vorverletzungen kann sie aber deutlich früher auftreten.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

In der Nähe im Glossar

Betrifft das euer Tier? Sprecht mit uns.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, ihr sprecht mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto eures Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen