TrittwerkTierorthopädie
Kontakt & Anfrage →

Sohlenbluten bei der Kuh

Sohlenbluten sind punktförmige bis flächige Einblutungen in das Klauenhorn der Sohle bei Rindern. Sie entstehen durch Schädigung der Lederhaut unter der Sohle und gelten als sichtbares Zeichen einer Klauenrehe oder mechanischer Überlastung. Sohlenbluten sind ein wichtiger Frühindikator für Klauenerkrankungen in der Milchviehhaltung.

Ausführlich

Sohlenbluten (auch Sohlenblutungen oder Sohlenhämorrhagien genannt) bezeichnen rötliche bis bräunliche Verfärbungen im Sohlenhorn der Rinderklaue. Sie entstehen, wenn die unter dem Hornschuh liegende Lederhaut (Corium) durch Druck, Quetschung oder Entzündung geschädigt wird. Aus geschädigten Kapillaren tritt Blut aus, das in das nachwachsende Horn eingelagert wird und nach einigen Wochen sichtbar wird, wenn das verfärbte Horn an die Sohlenoberfläche gewachsen ist.

Anatomischer Hintergrund

Die Rinderklaue besteht aus zwei Klauen pro Bein, wobei die laterale (äußere) Hinterklaue besonders belastet wird. Zwischen Klauenbein und Hornkapsel liegt die durchblutete Lederhaut, die das Horn produziert. Bei Störungen der Mikrozirkulation: etwa durch Klauenrehe (Laminitis): kommt es zu Mikroblutungen, die später als Sohlenbluten erkennbar werden.

Typische Ursachen bei der Kuh

Subklinische und akute Klauenrehe, häufig durch Pansenazidose nach kohlenhydratreicher Fütterung

Mechanische Überlastung durch harte Stallböden (Beton), lange Stehzeiten und schlechte Liegeboxen

Geburtsstress und hormonelle Umstellungen im peripartalen Zeitraum

Unzureichende oder unregelmäßige Klauenpflege mit Fehlbelastung der Klauenhälften

Bewegungsmangel und nasse, unhygienische Laufflächen

Orthopädische Relevanz

Sohlenbluten sind oft Vorboten gravierenderer Klauenerkrankungen wie Sohlengeschwür (Rusterholzsches Sohlengeschwür) oder Weiße-Linie-Defekt. Eine frühzeitige Erkennung im Rahmen der funktionellen Klauenpflege ist entscheidend. Orthopädisch wird die erkrankte Klaue durch Entlastung, etwa mittels Klauenklotz auf der gesunden Partnerklaue, entlastet, um der Lederhaut Regeneration zu ermöglichen.

Bedeutung für den Betrieb

Sohlenbluten gehen häufig mit Leistungseinbußen, reduzierter Futteraufnahme und Fruchtbarkeitsproblemen einher. Sie sind ein wichtiger Tierwohlindikator und sollten dokumentiert werden, um Haltungs- und Fütterungsmängel im Bestand zu erkennen.

Mögliche Symptome

Rötliche bis bräunliche Verfärbungen im Sohlenhorn

Lahmheit oder verkürzter Schritt

Empfindlichkeit beim Auftreten

Entlastungshaltung der betroffenen Gliedmaße

Reduzierte Futteraufnahme und Milchleistung

Häufiges Umtreten im Stand

Orthopädische Indikationen

Klauenklotz zur Entlastung der erkrankten Klaue

Orthopädischer Klauenverband bei begleitenden Läsionen

Weichbettung und Druckentlastung der Sohle

Korrekturschnitt zur Wiederherstellung physiologischer Belastung

Stützverbände bei schmerzhafter Sohlenlederhautentzündung

Häufige Fragen

Ja, in der Regel schon. Auch wenn die Verfärbung selbst nur ein sichtbares Zeichen ist, weist sie auf eine Schädigung der empfindlichen Lederhaut hin. Viele Kühe zeigen eine deutliche Lahmheit oder vermeiden das Aufsetzen der betroffenen Klaue. Bei Verdacht sollte ein Tierarzt oder erfahrener Klauenpfleger hinzugezogen werden.

Wichtig sind eine ausgewogene, wiederkäuergerechte Fütterung zur Vermeidung von Pansenazidose, weiche und trockene Liegeflächen, regelmäßige funktionelle Klauenpflege mindestens zweimal jährlich sowie ausreichend Bewegung. Auch die Vermeidung langer Stehzeiten auf harten Böden ist entscheidend.

Bei stark betroffenen Tieren kann ein Klauenklotz auf der gesunden Partnerklaue die erkrankte Klaue entlasten und so die Heilung der Lederhaut unterstützen. Ergänzend können stützende Verbände eingesetzt werden. Trittwerk fertigt individuelle orthopädische Hilfsmittel an, die in Absprache mit Tierarzt oder Klauenpfleger zum Einsatz kommen.

Da das Klauenhorn etwa 5 mm pro Monat wächst, werden die Einblutungen meist erst 4 bis 8 Wochen nach dem auslösenden Ereignis an der Sohlenoberfläche sichtbar. Eine Häufung im Bestand deutet daher auf zurückliegende Belastungsphasen wie Abkalbung oder Futterumstellungen hin.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.

In der Nähe im Glossar

Betrifft das dein Tier? Sprich mit uns.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, du sprichst mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto deines Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen