TrittwerkTierorthopädie

Karpalbeugesehnenruptur bei der Kuh

Eine Karpalbeugesehnenruptur bei der Kuh ist der teilweise oder vollständige Riss einer der Beugesehnen im Bereich des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk). Betroffen sind meist die oberflächliche oder tiefe Beugesehne, was zu einer typischen Fehlstellung mit durchgetretener Vordergliedmaße führt. Die Verletzung stellt eine ernsthafte orthopädische Erkrankung dar, die das Stehen und Laufen erheblich beeinträchtigt.

Ausführlich

Die Karpalbeugesehnenruptur beschreibt einen Riss der Beugesehnen im Bereich des Karpus (Vorderfußwurzelgelenk) der Kuh. Anatomisch verlaufen an der Rückseite der Vordergliedmaße die oberflächliche Beugesehne (Musculus flexor digitalis superficialis) und die tiefe Beugesehne (Musculus flexor digitalis profundus), die gemeinsam für die Beugung des Karpal- und der Zehengelenke sowie für die Stabilisierung der Gliedmaße beim Auffußen verantwortlich sind.

Ursachen bei der Kuh

Bei Rindern entstehen Rupturen der Beugesehnen häufig durch akute Überlastung, etwa beim Ausrutschen auf glatten Stallböden, beim Festliegen in ungünstiger Position, durch Traumata beim Aufstehen im Fressgitter oder durch schwere Geburten. Auch chronische Belastungen, entzündliche Prozesse (Tendinitis), Infektionen oder degenerative Veränderungen bei älteren Milchkühen und Hochleistungstieren können das Sehnengewebe schwächen und zu einem Riss führen.

Klinisches Bild

Typisch ist eine plötzlich auftretende hochgradige Lahmheit mit charakteristischer Fehlstellung: Bei Ruptur der tiefen Beugesehne kommt es zum Hochstellen der Klauenspitze, bei Ruptur beider Beugesehnen trittt die Kuh mit dem Fesselgelenk oder sogar dem Karpus auf den Boden durch. Die betroffene Gliedmaße wird kaum belastet, es besteht oft eine deutliche Schwellung im Karpalbereich.

Orthopädische Relevanz

Da Kühe aufgrund ihres hohen Körpergewichts stark auf funktionierende Beugesehnen angewiesen sind, ist eine Ruptur prognostisch ernst zu bewerten. Neben der tierärztlichen Erstversorgung kann eine orthopädische Versorgung mit stabilisierenden Bandagen, Schienen oder individuell gefertigten Orthesen sinnvoll sein, um die Gliedmaße zu entlasten und die Heilung zu unterstützen. Ziel ist es, die Achse der Gliedmaße zu stabilisieren und ein weiteres Durchtreten zu verhindern.

Sofortige tierärztliche Abklärung ist zwingend erforderlich

Ruhigstellung und Entlastung sind zentrale Behandlungsprinzipien

Individuell angepasste Orthesen können den Heilungsprozess unterstützen

Die Prognose hängt vom Ausmaß der Ruptur und vom Allgemeinzustand ab

Mögliche Symptome

Plötzliche hochgradige Lahmheit der Vordergliedmaße

Durchtreten im Fessel- oder Karpalgelenk

Hochstellen der Klauenspitze

Schwellung im Bereich des Karpus

Schmerzhafte Reaktion bei Palpation

Entlastungshaltung der betroffenen Gliedmaße

Erschwertes Aufstehen und Festliegen

Orthopädische Indikationen

Stabilisierende Orthese zur Ruhigstellung des Karpalgelenks

Schienenversorgung zur Entlastung der gerissenen Sehne

Individuell gefertigte Karpalorthese zur Achsenkorrektur

Unterstützende Bandagen im Heilungsverlauf

Orthopädische Versorgung zur Vermeidung von Sekundärschäden an der gesunden Gliedmaße

Häufige Fragen

Die Prognose hängt vom Ausmaß der Ruptur, der Behandlungsdauer und dem Allgemeinzustand der Kuh ab. Bei rechtzeitiger tierärztlicher Versorgung und geeigneter orthopädischer Unterstützung ist eine funktionelle Wiederherstellung möglich, wobei die Heilung mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann. Die Behandlung sollte immer in enger Abstimmung mit dem Tierarzt erfolgen.

Auffällig sind eine plötzlich auftretende starke Lahmheit, eine sichtbare Fehlstellung der Gliedmaße (Durchtreten im Fessel- oder Karpalgelenk) sowie Schwellungen im Karpalbereich. Bei solchen Symptomen sollte umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden, da eine schnelle Diagnose die Prognose deutlich verbessert.

Individuell angefertigte Orthesen können die betroffene Gliedmaße stabilisieren, die gerissenen Strukturen entlasten und die Achse der Gliedmaße korrigieren. Sie unterstützen den Heilungsprozess, verhindern weiteres Durchtreten und können Sekundärschäden an der gesunden Gliedmaße vorbeugen. Die Versorgung sollte immer nach tierärztlicher Indikation und individueller Anpassung erfolgen.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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