Ausführlich
Das Kronbein (lateinisch Os coronale oder Phalanx media ) ist der zweite Zehenknochen des Pferdes und befindet sich zwischen dem Fesselbein (Phalanx proximalis) oben und dem Hufbein (Phalanx distalis) unten. Es liegt etwa zur Hälfte innerhalb der Hornkapsel und ist von außen am Kronrand erkennbar: daher auch sein Name. An jedem Bein des Pferdes existiert ein Kronbein, also insgesamt vier.
Anatomischer Aufbau
Das Kronbein ist ein kurzer, kompakter Knochen mit folgenden wichtigen Strukturen:
Proximale Gelenkfläche: Bildet zusammen mit dem Fesselbein das Krongelenk (proximales Interphalangealgelenk).
Distale Gelenkfläche: Artikuliert mit dem Hufbein und dem Strahlbein im Hufgelenk (distales Interphalangealgelenk).
Streckfortsatz: Ansatzstelle für die gemeinsame Zehenstrecksehne.
Beugefläche: Hier verläuft die tiefe Beugesehne über das Kronbein zum Hufbein.
Funktion im Bewegungsablauf
Das Kronbein fungiert als Bindeglied in der Kraftübertragung der Gliedmaße. Beim Auffußen wird die Last vom Fesselbein über das Kronbein auf das Hufbein und damit in die Hornkapsel weitergeleitet. Gleichzeitig ermöglicht das Krongelenk eine flexible Beuge- und Streckbewegung, die für federnden Gang und Stoßdämpfung wichtig ist.
Orthopädische Relevanz
Da das Kronbein zwei wichtigen Gelenken angehört und ständig hohen Druck- und Zugkräften ausgesetzt ist, ist es häufig an orthopädischen Erkrankungen beteiligt. Besonders relevant sind Frakturen des Kronbeins (z. B. durch Tritte, Stürze oder Überlastung im Sport), arthrotische Veränderungen im Krongelenk (Schale) sowie Bandverletzungen rund um die Phalanx media.
Versorgung mit Hilfsmitteln
Bei Erkrankungen oder Verletzungen des Kronbeins können orthopädische Hilfsmittel wie maßgefertigte Fessel-Huf-Orthesen, Bandagen zur Stabilisierung des Krongelenks oder spezielle Beschlagskorrekturen die Heilung unterstützen. Ziel ist es, das betroffene Gelenk zu entlasten und die physiologische Belastungsachse wiederherzustellen. Die Auswahl erfolgt immer in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt.
Mögliche Symptome
Lahmheit unterschiedlichen Grades
Schwellung im Bereich des Kronrands
Wärme und Druckempfindlichkeit am Krongelenk
Eingeschränkte Beweglichkeit der Zehe
Verkürzte Schrittlänge
Schonhaltung der betroffenen Gliedmaße
Orthopädische Indikationen
Kronbeinfraktur (Frakturen der Phalanx media)
Arthrose im Krongelenk (Schale)
Bandverletzungen der Kollateralbänder am Krongelenk
Postoperative Stabilisierung nach Kronbeinchirurgie
Chronische Überlastung des Krongelenks
Fehlstellungen der Zehenachse
Häufige Fragen
Das Kronbein liegt zwischen Fesselbein und Hufbein und ist etwa zur Hälfte in der Hornkapsel verborgen. Sein oberer Teil ist am Kronrand des Hufes von außen tastbar.
Eine Kronbeinfraktur entsteht meist durch starke Belastung, Tritte oder Stürze und führt zu plötzlicher, hochgradiger Lahmheit. Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt mittels Röntgen oder CT. Die Therapie reicht je nach Frakturtyp von ruhiger Boxenhaltung mit Stützverband bis zur chirurgischen Versorgung.
Als Schale bezeichnet man arthrotische Veränderungen der Zehengelenke. Betrifft sie das Krongelenk (hohe Schale), kommt es zu knöchernen Zubildungen, Steifigkeit und chronischer Lahmheit. Bandagen oder Orthesen können das Gelenk entlasten und den Verlauf positiv beeinflussen.
Ja. Maßgefertigte Orthesen oder stabilisierende Bandagen können das Krongelenk entlasten, Fehlbelastungen ausgleichen und die Heilung unterstützen. Die individuelle Anpassung erfolgt nach tierärztlicher Diagnose.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.