Glossar H Hufrehe (Zebra)

Hufrehe (Zebra)

Hufrehe (Laminitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, bei der sich die Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel lockert. Beim Zebra tritt sie vor allem in Zoohaltung, bei Fehlfütterung oder als Folgeerkrankung auf und kann zu einer Rotation oder Absenkung des Hufbeins führen.

Die Hufrehe ist eine der gravierendsten orthopädischen Erkrankungen bei Equiden und betrifft auch Zebras (Equus quagga, Equus grevyi, Equus zebra). Anatomisch sind Zebrahufe denen des Hauspferdes ähnlich, jedoch oft kleiner, steiler und mit besonders harter Hornqualität, was an die trockenen Savannenböden Afrikas angepasst ist. In menschlicher Obhut – etwa in Zoos oder Wildparks – treffen diese Hufe auf weichere, feuchtere Böden und ein verändertes Futterangebot, was das Rehe-Risiko deutlich erhöht.

Bei der Hufrehe entzünden sich die Lamellen der Huflederhaut, also jene fein verzahnten Strukturen, die das Hufbein in der Hornkapsel verankern. Lockert sich diese Verbindung, kann das Hufbein durch den Zug der tiefen Beugesehne nach hinten rotieren oder absinken. Beim Zebra wird dies oft spät erkannt, da die Tiere als Fluchttiere Schmerzen lange verbergen.

Typische Ursachen beim Zebra

  • Fütterungsfehler in Gefangenschaft (zucker- und stärkereiches Futter, frisches Weidegras)
  • Übergewicht durch Bewegungsmangel im Gehege
  • Stoffwechselerkrankungen, vergleichbar dem Equinen Metabolischen Syndrom
  • Belastungsrehe nach Lahmheit eines anderen Beins
  • Geburtsrehe (Nachgeburtsverhalten) bei Stuten
  • Septische Erkrankungen, z. B. nach Verletzungen oder Infektionen

Orthopädische Relevanz

Die Behandlung erfolgt immer durch Tierarzt und Hufpfleger. Orthopädische Hilfsmittel wie spezielle Hufschuhe, Polster oder individuell angefertigte Hufverbände können das Hufbein entlasten und die Sohle stützen. Da Zebras kaum verladen oder beschlagen werden können, sind nicht-invasive, narkoselos anlegbare Versorgungen besonders wertvoll. Trittwerk fertigt hierfür maßangepasste Lösungen, die auf die Hufform des jeweiligen Zebras abgestimmt werden.

Langfristig stehen die Korrektur der Hufstellung, Gewichtsmanagement und eine angepasste Fütterung im Vordergrund. Eine einmal durchgemachte Rehe hinterlässt häufig veränderte Hornringe und kann jederzeit reaktivieren – Prävention und regelmäßige Hufkontrollen sind daher entscheidend.

Mögliche Symptome

  • Steife, klamme Gangart, besonders auf hartem Boden
  • Vermehrtes Liegen, Aufstehunlust
  • Entlastungshaltung mit nach vorn gestreckten Vorderbeinen
  • Pulsation der Mittelfußarterien
  • Wärme an der Hufkapsel
  • Verändertes Hornwachstum mit divergierenden Reheringen
  • Druckempfindlichkeit der Sohle
  • Zurückgezogenes, apathisches Verhalten

Orthopädische Indikationen

  • Hufschuhe mit Sohlenpolsterung zur Druckentlastung
  • Orthopädische Hufverbände zur Stabilisierung des Hufbeins
  • Individuell gefertigte Sohlenorthesen bei Hufbeinrotation
  • Entlastungsorthesen bei Belastungsrehe am gesunden Bein
  • Weichbettungssysteme für die Boxenhaltung

Häufige Fragen

Bekommen Zebras wirklich Hufrehe wie Pferde?

Ja. Zebras sind Equiden und anatomisch wie stoffwechselphysiologisch anfällig für Hufrehe. In Zoohaltung tritt die Erkrankung sogar relativ häufig auf, da Fütterung und Bodenverhältnisse stark von ihrem natürlichen Lebensraum abweichen.

Wie erkenne ich Hufrehe bei einem Zebra frühzeitig?

Achten Sie auf veränderte Bewegungsmuster, vermehrtes Liegen, eine klamme Gangart und Wärme oder Pulsation an den Hufen. Da Zebras Schmerzen als Fluchttiere maskieren, sind regelmäßige Hufkontrollen durch geschultes Personal unverzichtbar. Bei Verdacht ist sofort ein Tierarzt hinzuzuziehen.

Kann ein an Hufrehe erkranktes Zebra orthopädisch versorgt werden?

Ja. Da Zebras meist nicht beschlagen werden können, eignen sich anlegbare Hufschuhe, gepolsterte Hufverbände und individuell angefertigte Sohlenorthesen besonders gut. Diese können in Zusammenarbeit mit Zootierarzt und Hufpfleger oft auch ohne Narkose angepasst werden.

Wie lässt sich Hufrehe beim Zebra vorbeugen?

Wichtig sind eine angepasste, rohfaserreiche und zuckerarme Fütterung, ausreichend Bewegung, ein geeigneter Bodenbelag im Gehege sowie regelmäßige Hufpflege. Auch das Vermeiden von Übergewicht ist ein entscheidender Faktor.

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