TrittwerkTierorthopädie

Sehnenstiefel beim Pferd

Ein Sehnenstiefel ist eine schützende Gamasche, die beim Pferd an den Vorder- oder Hinterbeinen angelegt wird, um Sehnen, Bänder und Fesselbereich vor äußeren Einwirkungen wie Schlägen, Streifen oder Verletzungen durch das eigene Bein zu schützen. Er wird vor allem im Training, beim Springen, in der Dressur oder im Gelände eingesetzt. Sehnenstiefel sind weder Orthese noch therapeutisches Hilfsmittel im engeren Sinne, sondern dienen primär dem mechanischen Schutz.

Ausführlich

Sehnenstiefel gehören beim Pferd zur Standardausrüstung im Sport- und Freizeitbereich. Sie umschließen den Bereich der oberflächlichen und tiefen Beugesehne sowie das Fesselträgerareal an der Beinrückseite und schützen diese empfindlichen Strukturen vor Schlägen, Tritten oder Streifverletzungen durch den eigenen Huf. Häufig werden sie an den Vorderbeinen getragen, an den Hinterbeinen kommen meist Streichkappen oder spezielle Hinterbeinstiefel zum Einsatz.

Anatomischer Hintergrund

Die Beugesehnen verlaufen an der Rückseite des Röhrbeins zwischen Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) und Fesselkopf. Sie sind nur von Haut und wenig Unterhautgewebe bedeckt und damit besonders anfällig für stumpfe Traumen. Bereits ein einzelner Schlag kann zu Hämatomen, Sehnenscheidenentzündungen oder strukturellen Sehnenfaserschäden führen. Sehnenstiefel sollen genau diese Region mechanisch abpolstern.

Aufbau und Materialien

Außenschale aus Kunststoff, Leder oder festem Neopren zur Stoßdämpfung

Innenseite gepolstert (Neopren, Lammfell, Memory-Schaum) für Druckverteilung

Verschlüsse über Klett, Schnallen oder elastische Riemen

Teilweise mit zusätzlicher Fesselkopfpolsterung

Abgrenzung zur Orthese

Ein klassischer Sehnenstiefel ist kein medizinisches Hilfsmittel im Sinne einer Orthese. Er stabilisiert das Bein nicht aktiv und kann eine geschädigte Sehne nicht entlasten. Bei diagnostizierten Sehnenerkrankungen, chronischer Fesselträgerproblematik oder nach Operationen werden stattdessen individuell angepasste orthopädische Bandagen oder Orthesen eingesetzt, die gezielt Strukturen entlasten und führen. Trittwerk fertigt solche maßgefertigten Lösungen für Pferde mit spezifischer Indikation.

Worauf beim Einsatz zu achten ist

Sehnenstiefel müssen exakt passen: zu locker bedeutet Verrutschen und Scheuerstellen, zu fest kann zu Druckschäden an Sehnen und Haut führen. Nach dem Training sollten die Beine abgekühlt und die Stiefel gereinigt werden, da sich unter der Polsterung Wärme staut, was bei langer Tragedauer kontraproduktiv für das Sehnengewebe sein kann.

Mögliche Symptome

Streifverletzungen an der Innenseite des Röhrbeins

Schlagverletzungen im Sehnenbereich

Schwellungen nach Belastung im Sehnenverlauf

Hautabschürfungen am Fesselkopf

Hämatome an der Beinrückseite

Orthopädische Indikationen

Schutz der Beugesehnen beim Springen und Geländetraining

Vorbeugung von Streifverletzungen bei engem Gangwerk

Schutz junger Pferde mit unkoordiniertem Bewegungsablauf

Einsatz bei Longenarbeit und intensiver Dressurarbeit

Schutz nach abgeschlossener Sehnenheilung im Wiederaufbautraining (in Abstimmung mit dem Tierarzt)

Häufige Fragen

Sehnenstiefel schützen vor äußeren mechanischen Einwirkungen wie Schlägen oder Tritten. Sie können jedoch keine Überlastungsschäden oder strukturelle Sehnenverletzungen durch hohe Belastung verhindern, da sie die Sehne nicht aktiv entlasten.

Ein Sehnenstiefel ist ein Schutzartikel für gesunde Pferde im Training. Eine orthopädische Bandage oder Orthese wird bei einer konkreten Diagnose individuell angepasst und entlastet oder stabilisiert betroffene Strukturen gezielt. Die Auswahl sollte mit Tierarzt oder Physiotherapeut erfolgen.

Sehnenstiefel sind für die Dauer der Trainingseinheit konzipiert, üblicherweise 30 bis 90 Minuten. Längeres Tragen kann zu Hitzestau und Druckstellen führen. Nach dem Training sollten die Stiefel abgenommen und die Beine kontrolliert werden.

Nein. Pferde mit ruhigem Gangbild und ohne Streifneigung benötigen oft keinen permanenten Schutz. Bei Spring-, Gelände- oder intensiver Dressurarbeit, bei jungen Pferden oder bei bekannter Streifneigung sind sie jedoch sinnvoll.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

In der Nähe im Glossar

Betrifft das euer Tier? Sprecht mit uns.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, ihr sprecht mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto eures Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen