Diabetische Neuropathie (Katze)
Die diabetische Neuropathie ist eine Nervenschädigung, die als Folgeerkrankung eines länger bestehenden oder schlecht eingestellten Diabetes mellitus bei der Katze auftritt. Sie betrifft vor allem die peripheren Nerven der Hintergliedmaßen und führt zu einer typischen Schwäche und veränderten Fußung. Charakteristisch ist die plantigrade Stellung, bei der die Katze mit dem gesamten Sprunggelenk auf dem Boden auftritt.
Die diabetische Neuropathie ist eine der häufigsten neurologischen Komplikationen bei Katzen mit Diabetes mellitus. Anhaltend erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Myelinscheiden und Axone der peripheren Nerven, insbesondere des Nervus ischiadicus und seiner Verzweigungen. Die Folge ist eine zunehmende Einschränkung der motorischen und sensorischen Nervenfunktion, die sich vor allem an den Hinterbeinen zeigt.
Anatomischer Hintergrund bei der Katze
Katzen laufen physiologisch digitigrad, also auf den Zehen. Durch die Neuropathie kommt es zu einer Schwäche der Streckmuskulatur und einer veränderten Propriozeption. Die Katze senkt das Sprunggelenk ab und tritt mit dem gesamten Tarsus auf den Boden – diese plantigrade Fußung ist ein klassisches Leitsymptom. Häufig sind beide Hinterbeine betroffen, seltener auch die Vordergliedmaßen.
Ursachen und Risikofaktoren
- Längere Phasen mit erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie)
- Spät erkannter oder unzureichend therapierter Diabetes mellitus
- Übergewicht und Bewegungsmangel als begünstigende Faktoren
- Ältere Katzen sind häufiger betroffen
Orthopädische Relevanz
Durch die veränderte Belastung der Hintergliedmaßen entstehen sekundäre Probleme im Bewegungsapparat: Sprunggelenke, Knie und Hüften werden untypisch belastet, Muskulatur baut ab, und die Katze entwickelt einen unsicheren, schwankenden Gang. Auch Druckstellen an den Sprunggelenken können auftreten, da diese Region nicht für dauerhaften Bodenkontakt ausgelegt ist.
Eine orthopädische Unterstützung kann ergänzend zur internistischen Behandlung sinnvoll sein. Maßgefertigte Tarsalorthesen können das Sprunggelenk stabilisieren, die Streckmuskulatur entlasten und der Katze wieder eine physiologischere Fußung ermöglichen. Bei Trittwerk werden solche Hilfsmittel individuell an die zarte Anatomie der Katze angepasst, um Druckstellen zu vermeiden und Akzeptanz zu fördern.
Die Therapie der Grunderkrankung – also die Einstellung des Diabetes durch den Tierarzt – steht immer im Vordergrund. Bei guter Blutzuckerkontrolle kann sich die Neuropathie in vielen Fällen teilweise oder vollständig zurückbilden.
Mögliche Symptome
- Plantigrade Stellung der Hinterbeine (Auftreten mit dem Sprunggelenk)
- Hinterhandschwäche
- Unsicherer, schwankender Gang
- Sprungunlust und reduzierte Sprungweite
- Muskelabbau an den Hintergliedmaßen
- Schwierigkeiten beim Treppensteigen
- Verminderte Reflexe an den Hinterbeinen
- Allgemeine Bewegungsunlust
Orthopädische Indikationen
- Tarsalorthese zur Stabilisierung des Sprunggelenks
- Stützbandage zur Entlastung der Hinterhandmuskulatur
- Orthopädische Hilfsmittel zur Korrektur der plantigraden Fußung
- Schutzbandagen bei Druckstellen am Tarsus
- Unterstützende Hilfsmittel bei begleitender Muskelatrophie
Häufige Fragen
Ist die diabetische Neuropathie bei meiner Katze heilbar?
Bei guter Einstellung des Diabetes mellitus durch den Tierarzt kann sich die Neuropathie in vielen Fällen deutlich bessern oder sogar zurückbilden. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie der Grunderkrankung. Die Prognose ist umso besser, je früher behandelt wird.
Wann ist eine Orthese für meine diabetische Katze sinnvoll?
Eine maßgefertigte Orthese kann sinnvoll sein, wenn die plantigrade Stellung den Bewegungsablauf stark einschränkt, Druckstellen entstehen oder die Katze unter der Hinterhandschwäche leidet. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt und einem auf Tierorthopädie spezialisierten Anbieter wie Trittwerk getroffen werden.
Wie erkenne ich erste Anzeichen einer diabetischen Neuropathie?
Typisch ist, dass die Katze nicht mehr auf den Zehen läuft, sondern mit dem gesamten Sprunggelenk auf dem Boden auftritt. Auch Sprungunlust, ein wackeliger Gang oder Schwierigkeiten beim Treppensteigen können Hinweise sein. Bei solchen Auffälligkeiten sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, um den Blutzucker zu kontrollieren.