TrittwerkTierorthopädie
Kontakt & Anfrage →

Polyarthritis lammum beim Schaf

Die Polyarthritis lammum ist eine bakterielle Entzündung mehrerer Gelenke bei Lämmern, meist verursacht durch eine Infektion in den ersten Lebenswochen. Sie führt zu schmerzhaften Schwellungen, Lahmheit und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und zählt zu den häufigsten orthopädisch relevanten Erkrankungen junger Schafe.

Ausführlich

Die Polyarthritis lammum (auch Lämmerpolyarthritis oder Gelenkentzündung des Lammes) ist eine multifaktorielle, meist bakterielle Erkrankung, bei der gleichzeitig oder nacheinander mehrere Gelenke betroffen sind. Sie tritt typischerweise in den ersten Lebenstagen bis -wochen auf und stellt in der Schafhaltung eine wirtschaftlich und tierschutzrelevante Herausforderung dar.

Ursachen und Erreger

Häufige Erreger sind Streptococcus dysgalactiae , Escherichia coli , Erysipelothrix rhusiopathiae (Rotlauf), Fusobacterium necrophorum sowie Staphylokokken. Eintrittspforten sind meist der Nabel (Omphalitis), Verletzungen beim Kupieren oder Kastrieren, Bissverletzungen sowie eine unzureichende Kolostrumaufnahme, die zu einem Mangel an mütterlichen Antikörpern führt. Über den Blutweg gelangen die Erreger in die stark durchbluteten Gelenkkapseln der Lämmer.

Betroffene Strukturen

Karpal- und Tarsalgelenke (häufig zuerst betroffen)

Fessel-, Knie- und Sprunggelenke

Synovialmembran und Gelenkknorpel

In schweren Fällen sekundär Sehnenscheiden und periartikuläres Gewebe

Verlauf und orthopädische Relevanz

Akut zeigen sich warme, geschwollene Gelenke, hochgradige Lahmheit bis hin zur Festliegerhaltung. Bei chronischem Verlauf kommt es zu Knorpelschäden, Kapselfibrose und dauerhaften Bewegungseinschränkungen. Fehlbelastungen können zu Achsabweichungen der Gliedmaßen, Kontrakturen und Muskelatrophie führen.

Orthopädische Unterstützung

Die primäre Behandlung erfolgt tierärztlich durch Antibiose und Entzündungshemmung. Ergänzend können tierorthopädische Hilfsmittel wie Bandagen, Stützorthesen oder Lagerungshilfen sinnvoll sein, um Fehlstellungen vorzubeugen, geschwächte Gliedmaßen zu entlasten und die Rekonvaleszenz zu unterstützen. Bei bleibenden Schäden helfen individuell angepasste Orthesen, die Mobilität des Tieres langfristig zu erhalten.

Prävention

Hygienische Ablammboxen und trockene Einstreu

Sofortige Nabeldesinfektion

Sicherstellung ausreichender Kolostrumaufnahme in den ersten Lebensstunden

Sauberes Arbeiten bei Eingriffen wie Kastration oder Ohrmarkung

Mögliche Symptome

Lahmheit an einer oder mehreren Gliedmaßen

Warme, geschwollene Gelenke

Steifer, klammer Gang

Festliegen oder Bewegungsunlust

Fieber und reduzierte Sauglust

Abmagerung und Wachstumsrückstand

Schmerzäußerung bei Berührung der Gelenke

Orthopädische Indikationen

Stützbandagen zur Entlastung entzündeter Karpal- oder Tarsalgelenke

Orthesen zur Korrektur sekundärer Fehlstellungen nach chronischer Polyarthritis

Lagerungshilfen für festliegende Lämmer zur Dekubitusprophylaxe

Individuell gefertigte Orthesen bei bleibenden Gelenkschäden

Bandagen zur Stabilisierung während der Rekonvaleszenzphase

Häufige Fragen

Die Erkrankung zeigt sich meist in den ersten Lebenstagen bis zur vierten Lebenswoche. Besonders gefährdet sind Lämmer mit unzureichender Kolostrumversorgung oder Nabelinfektionen.

Bei früher tierärztlicher Behandlung ist eine vollständige Heilung möglich. Bleibt die Erkrankung unbehandelt oder verläuft chronisch, können dauerhafte Gelenkschäden, Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen zurückbleiben, die orthopädisch versorgt werden sollten.

Nach der akuten Phase können individuell angepasste Orthesen oder Bandagen von Trittwerk helfen, geschwächte Gelenke zu stabilisieren, Fehlbelastungen zu vermeiden und die Rehabilitation zu fördern. Die Auswahl erfolgt immer in Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt.

Wichtig sind eine hygienische Lammumgebung, sofortige Nabeldesinfektion, ausreichende Kolostrumaufnahme innerhalb der ersten Lebensstunden und keimarme Bedingungen bei allen Eingriffen am Neugeborenen.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.

In der Nähe im Glossar

Betrifft das dein Tier? Sprich mit uns.

Erstberatung kostenlos, am Telefon, per Mail oder in der Werkstatt. Wir sagen auch, wenn eine Orthese nicht der richtige Weg ist.

Fall online schilderninfo@trittwerk.com

Direkt erreichbar

+49 174 3082479

Telefon, WhatsApp oder E-Mail. Kein Callcenter, du sprichst mit der Werkstatt.

WhatsApp
🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto deines Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen