Glossar E Ellbogendysplasie

Ellbogendysplasie

Die Ellbogendysplasie (ED) ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Entwicklungsstörungen, die das Ellbogengelenk des Hundes betreffen. Sie zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei mittelgroßen und großen Hunderassen und entsteht durch ein Missverhältnis im Knochenwachstum der drei am Gelenk beteiligten Knochen: Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius).

Zur Ellbogendysplasie werden vier Hauptformen gezählt:

  • FCP (Fragmentierter Processus coronoideus): Ein Knorpel- oder Knochenfragment löst sich an der inneren Ellenseite ab.
  • OCD (Osteochondrosis dissecans): Störung der Knorpelverknöcherung an der Gelenkfläche des Humerus.
  • UAP (Unvereinigter Processus anconaeus): Ein Knochenfortsatz der Elle verwächst nicht regelrecht mit dem Hauptknochen.
  • Inkongruenz des Ellbogengelenks: Ungleichmäßige Gelenkflächen durch unterschiedliches Wachstumstempo von Ulna und Radius.

Symptome zeigen sich häufig bereits im Welpen- oder Junghundalter (5–18 Monate): Lahmheit der Vordergliedmaße, die sich nach Belastung oder Ruhe verschlimmert, steifer Gang, Schonhaltung des Ellbogens nach außen sowie Schmerz bei Beugung und Streckung des Gelenks. Manche Hunde zeigen trotz fortgeschrittener Veränderungen zunächst kaum Beschwerden.

Diagnose erfolgt durch eine gründliche orthopädische Untersuchung, Röntgenaufnahmen in standardisierten Projektionen sowie – für eine detailliertere Beurteilung von Knorpel und Weichteilen – mittels CT oder MRT. Eine züchterische Bewertung (ED-Grad 0–3) ist in vielen Rassen etabliert.

Was Trittwerk für betroffene Hunde tun kann: Eine maßgefertigte orthopädische Versorgung – zum Beispiel eine individuell angepasste Ellbogenorthese oder spezielle Einlagen – kann die Gelenkbelastung gezielt reduzieren, die Stabilität verbessern und so zur Erhaltung der Bewegungsqualität und Lebensqualität beitragen. Die Versorgung erfolgt stets in enger Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt oder Tierorthopäden und ergänzt therapeutische sowie physiotherapeutische Maßnahmen. Eine Heilung oder der Ersatz tierärztlicher Behandlung ist damit nicht verbunden.

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