Infraspinatuskontraktur (Hund)

Die Infraspinatuskontraktur ist eine fibrotische Veränderung des Musculus infraspinatus, eines Schultermuskels, beim Hund. Dabei wird das ursprünglich elastische Muskelgewebe durch narbiges Bindegewebe ersetzt, was zu einer typischen Bewegungseinschränkung der Vordergliedmaße führt. Betroffen sind vor allem mittelgroße bis große, sportlich oder jagdlich aktive Hunde.

Die Infraspinatuskontraktur ist eine fibrotische Veränderung des Musculus infraspinatus, eines Schultermuskels, beim Hund. Dabei wird das ursprünglich elastische Muskelgewebe durch narbiges Bindegewebe ersetzt, was zu einer typischen Bewegungseinschränkung der Vordergliedmaße führt. Betroffen sind vor allem mittelgroße bis große, sportlich oder jagdlich aktive Hunde.

Der Musculus infraspinatus liegt außen am Schulterblatt und zieht zum Oberarmknochen. Er stabilisiert das Schultergelenk und ist an der Außenrotation sowie der Streckung des Beins beteiligt. Bei der Infraspinatuskontraktur kommt es nach einer akuten oder wiederholten Überlastung zu Einblutungen, Faserrissen und einer entzündlichen Reaktion im Muskel. Heilt dieses Gewebe narbig ab, verkürzt sich der Muskel dauerhaft – er wird kontrakt.

Typischer Verlauf beim Hund

Häufig zeigt sich zunächst eine akute Lahmheit nach starker Belastung, etwa beim Jagen, Apportieren oder wildem Spielen. Diese akute Phase klingt meist innerhalb von 2-4 Wochen ab. Anschließend entwickelt sich schleichend das charakteristische Bewegungsbild: Die betroffene Vordergliedmaße wird beim Vorführen nach außen geschwenkt (zirkumduziert), die Pfote nach innen gedreht, das Ellbogengelenk steht adduziert am Körper an, und die Schulter kann nicht mehr voll gebeugt werden.

Betroffene Rassen und Ursachen

  • Häufig betroffen: Jagd-, Hüte- und Arbeitshunde wie Deutsch Kurzhaar, Pointer, Setter, Border Collie, Labrador
  • Auslöser: einmaliges Trauma, wiederholte Mikrotraumata, plötzliche Belastungsspitzen
  • Meist einseitig, selten beidseitig

Orthopädische Relevanz

Die Diagnose stellt der Tierarzt klinisch anhand des typischen Gangbildes sowie ergänzend über Ultraschall oder MRT. Konservative Maßnahmen wie Physiotherapie können in frühen Stadien versucht werden, im fibrotischen Endstadium ist jedoch häufig eine chirurgische Durchtrennung des vernarbten Muskelanteils (Tenotomie) notwendig. In der Rehabilitation nach OP oder zur Unterstützung der Gliedmaßenführung kann eine individuell angepasste Schulterorthese oder Bandage sinnvoll sein, um Fehlbelastungen benachbarter Gelenke zu reduzieren.

Mögliche Symptome

  • Ausschwenken der Vordergliedmaße nach außen beim Laufen (Zirkumduktion)
  • Einwärtsdrehung der Pfote
  • Ellbogen liegt eng am Körper an
  • Eingeschränkte Beugung des Schultergelenks
  • Anfängliche Lahmheit nach Belastung, später schmerzfreie Bewegungsstörung
  • Muskelatrophie im Schulterbereich möglich
  • Steifer, staksiger Gang der Vordergliedmaße

Orthopädische Indikationen

  • Postoperative Stabilisierung nach Infraspinatus-Tenotomie
  • Schulterorthese zur Führung der Gliedmaße bei Bewegungsstörungen
  • Bandagen zur Entlastung überlasteter Nachbargelenke (Ellbogen, Karpus)
  • Unterstützung bei Fehlbelastung der kontralateralen Vordergliedmaße
  • Begleitende Versorgung während physiotherapeutischer Rehabilitation

Häufige Fragen

Hat mein Hund bei einer Infraspinatuskontraktur Schmerzen?

In der akuten Anfangsphase mit Muskelriss und Entzündung zeigt der Hund typischerweise Schmerzen und lahmt. Ist die Kontraktur voll ausgeprägt, ist die Bewegungsstörung meist schmerzfrei – der Hund kann die Gliedmaße jedoch nicht mehr normal führen. Eine tierärztliche Abklärung ist in jedem Fall wichtig.

Kann eine Infraspinatuskontraktur ohne Operation behandelt werden?

In sehr frühen Stadien kann Physiotherapie mit Dehnung und Massage helfen, eine Vernarbung zu begrenzen. Ist der Muskel jedoch bereits fibrotisch umgebaut, führt in der Regel nur eine chirurgische Durchtrennung (Tenotomie) zu einer deutlichen Verbesserung. Die Entscheidung trifft der Tierarzt individuell.

Kann eine Orthese meinem Hund helfen?

Eine individuell angefertigte Orthese oder Bandage kann die Schulter führen, Ausweichbewegungen reduzieren und Nachbargelenke entlasten – besonders in der Rehabilitationsphase nach einer Operation. Trittwerk fertigt solche Hilfsmittel maßgenau nach tierärztlicher Indikation an.

Wie ist die Prognose nach einer Operation?

Die Prognose nach einer Infraspinatus-Tenotomie ist beim Hund in der Regel gut. Viele Hunde erlangen nach einigen Wochen ein weitgehend normales Gangbild zurück. Eine begleitende Physiotherapie und gegebenenfalls orthetische Unterstützung fördern den Heilungserfolg.

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