Glossar K Kongenitales Hyperostose-Syndrom (Schwein)

Kongenitales Hyperostose-Syndrom (Schwein)

Das Kongenitale Hyperostose-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung beim Ferkel, bei der es zu einer übermäßigen Knochenneubildung (Hyperostose) an den Gliedmaßen kommt, meist an den Vorderbeinen. Die betroffenen Tiere zeigen verdickte, steife Beine und können nicht oder nur eingeschränkt aufstehen. Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt und tritt typischerweise innerhalb eines Wurfes auf.

Das Kongenitale Hyperostose-Syndrom (auch als Thick Forelegs Syndrome oder kongenitale kortikale Hyperostose bezeichnet) ist eine seltene, erblich bedingte Skeletterkrankung des Schweins. Sie äußert sich bereits bei der Geburt durch deutlich verdickte Gliedmaßen, vor allem im Bereich der Vorderbeine. Ursache ist eine übermäßige periostale Knochenbildung an Radius und Ulna, seltener auch an Tibia und Fibula.

Anatomischer Hintergrund

Beim erkrankten Ferkel kommt es schon im Mutterleib zu einer Verdickung der Knochenrinde (Kortikalis) durch unkontrollierte Auflagerungen am Periost (Knochenhaut). Die Diaphysen der Röhrenknochen erscheinen aufgetrieben, die Gelenkbereiche selbst sind meist normal entwickelt. Durch die starre, plumpe Form der Gliedmaßen ist eine normale Beugung und Belastung kaum möglich.

Ursachen und Vererbung

Das Syndrom wird als autosomal-rezessiver Erbgang beschrieben. Treten in einem Bestand wiederholt Fälle auf, sollten die Elterntiere aus der Zucht genommen werden. Umweltfaktoren oder Mangelversorgung der Sau spielen nach derzeitigem Kenntnisstand keine ursächliche Rolle.

Orthopädische Relevanz

Da die betroffenen Ferkel nicht eigenständig zur Sau gelangen, an den Zitzen saugen oder im Gedränge ausweichen können, ist die Prognose meist ungünstig. In leichteren Fällen kann eine vorübergehende orthopädische Unterstützung – etwa eine weich gepolsterte Schiene zur Stabilisierung – sinnvoll sein, um dem Ferkel das Aufstehen und Trinken zu ermöglichen. Die Entscheidung über Therapie oder tierschutzgerechte Euthanasie trifft der bestandsbetreuende Tierarzt.

  • Verdickte, plumpe Vorderbeine bei Neugeborenen
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
  • Häufig kombiniert mit Untergewicht und Saugschwäche

Mögliche Symptome

  • Sichtbar verdickte Vorder- und/oder Hintergliedmaßen bei Neugeborenen
  • Steifheit und eingeschränkte Beugefähigkeit der Gelenke
  • Unfähigkeit aufzustehen oder zur Sau zu gelangen
  • Saugschwäche und Untergewicht
  • Erhöhte Sterblichkeit in den ersten Lebenstagen
  • Mehrere betroffene Ferkel innerhalb eines Wurfes

Orthopädische Indikationen

  • Weich gepolsterte Stützbandagen zur kurzfristigen Stabilisierung leichter Fälle
  • Individuell angepasste Schienen zur Entlastung der Vorderbeine
  • Hilfsmittel zur Unterstützung beim Aufstehen und Säugen
  • Schutzpolsterungen gegen Druckstellen bei liegenden Ferkeln

Häufige Fragen

Ist das Kongenitale Hyperostose-Syndrom beim Schwein heilbar?

Nein, die Erkrankung ist genetisch bedingt und nicht heilbar. In leichten Fällen können orthopädische Hilfsmittel das Ferkel kurzfristig unterstützen, die Prognose ist jedoch meist ungünstig. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen sollte immer gemeinsam mit dem Tierarzt getroffen werden.

Wie erkenne ich das Syndrom bei meinen Ferkeln?

Betroffene Ferkel zeigen direkt nach der Geburt auffällig verdickte, plumpe Beine, vor allem an den Vorderläufen. Sie können nicht aufstehen oder nur mühsam zur Sau krabbeln. Treten mehrere solcher Ferkel in einem Wurf auf, sollte umgehend der Tierarzt hinzugezogen werden.

Können orthopädische Hilfsmittel von Trittwerk helfen?

In ausgewählten, leichten Fällen können maßgefertigte Stützhilfen oder Polsterungen dem Ferkel das Aufstehen und Trinken erleichtern. Eine Anfertigung erfolgt immer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt nach gründlicher Untersuchung.

Sollten Elterntiere weiter zur Zucht eingesetzt werden?

Da ein autosomal-rezessiver Erbgang vermutet wird, sollten Eber und Sau, aus deren Verpaarung betroffene Ferkel hervorgehen, aus der Zucht genommen werden, um eine weitere Verbreitung der Anlage im Bestand zu vermeiden.

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