Triple-Pelvic-Osteotomy (Hund)
Die Triple-Pelvic-Osteotomy (TPO) ist ein chirurgisches Verfahren beim jungen Hund mit Hüftgelenksdysplasie, bei dem das Becken an drei Stellen durchtrennt und neu ausgerichtet wird. Ziel ist es, die Pfanne über den Oberschenkelkopf zu drehen und so die Gelenkstabilität zu verbessern. Der Eingriff wird vor dem Auftreten arthrotischer Veränderungen durchgeführt, üblicherweise im Alter von etwa 5 bis 10 Monaten.
Die Triple-Pelvic-Osteotomy (TPO) ist ein etabliertes orthopädisches Verfahren zur frühzeitigen Korrektur einer Hüftgelenksdysplasie (HD) beim wachsenden Hund. Bei der HD passt der Oberschenkelkopf (Femurkopf) nicht ausreichend in die Hüftpfanne (Acetabulum), wodurch es zu einer Subluxation und langfristig zu schmerzhafter Arthrose kommt. Die TPO zielt darauf ab, die Überdachung des Femurkopfes durch eine Umstellung der Beckenknochen zu verbessern und damit die Gelenkmechanik zu stabilisieren.
Operatives Vorgehen
Bei der TPO werden drei Knochen des Beckens chirurgisch durchtrennt: das Sitzbein (Os ischii), das Schambein (Os pubis) und das Darmbein (Os ilium). Anschließend wird das acetabuläre Segment um eine definierte Gradzahl (typischerweise 20–30°) nach ventrolateral rotiert und mit einer speziell vorgebogenen Knochenplatte am Darmbein fixiert. Dadurch deckt die Pfanne den Femurkopf besser ab und stabilisiert das Gelenk.
Voraussetzungen und Indikation
Eine TPO kommt nur bei jungen Hunden in Frage, bei denen die Hüftgelenke zwar dysplastisch und instabil sind, aber noch keine arthrotischen Veränderungen aufweisen. Das passende Zeitfenster liegt meist zwischen dem 5. und 10. Lebensmonat. Vor der Operation werden Röntgenbilder und ein sogenannter Ortolani-Test unter Narkose durchgeführt, um die Eignung des Hundes zu prüfen.
Orthopädische Relevanz und Nachsorge
Nach der TPO ist eine konsequente Schonung über mehrere Wochen sowie eine gezielte physiotherapeutische Begleitung essenziell. In dieser Phase können stützende Hilfsmittel wie Hüftbandagen oder Tragehilfen den Bewegungsablauf unterstützen und das operierte Becken entlasten. Auch im Rahmen der Rehabilitation kommen orthopädische Hilfsmittel zum Einsatz, um Muskelaufbau und Gangbild zu fördern.
- Verbesserte Überdachung des Femurkopfes
- Reduktion der Subluxation
- Verzögerung oder Vermeidung sekundärer Arthrose
- Erhalt eines möglichst physiologischen Gangbildes
Mögliche Symptome
- Wackeliger oder schwankender Gang in der Hinterhand
- Hasenartiges Hüpfen beim Laufen
- Schmerzen beim Aufstehen oder Hinlegen
- Eingeschränkte Belastung der Hinterbeine
- Sichtbarer Muskelabbau an Oberschenkel und Kruppe
- Bewegungsunlust und schnelle Ermüdung
Orthopädische Indikationen
- Postoperative Stabilisierung nach TPO
- Unterstützung bei Hüftgelenksdysplasie vor möglicher OP
- Entlastung der Hinterhand während der Rehabilitationsphase
- Tragehilfen zur Mobilitätsunterstützung nach dem Eingriff
- Physiotherapeutische Begleitversorgung zur Muskelaufbauförderung
Häufige Fragen
Für welche Hunde ist eine TPO geeignet?
Die TPO eignet sich für junge Hunde im Alter von etwa 5 bis 10 Monaten mit Hüftgelenksdysplasie, deren Gelenke noch keine arthrotischen Veränderungen zeigen. Die genaue Indikationsstellung erfolgt durch den Tierarzt anhand von Röntgenbildern und einer Untersuchung unter Narkose.
Wie lange dauert die Genesung nach einer TPO?
Die Heilung der Knochenosteotomien dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen. In dieser Zeit ist strikte Bewegungseinschränkung notwendig. Anschließend folgt ein langsamer Belastungsaufbau, idealerweise begleitet von Physiotherapie und – falls vom Tierarzt empfohlen – orthopädischen Hilfsmitteln.
Können orthopädische Hilfsmittel eine TPO ersetzen?
Nein, eine ausgeprägte Hüftgelenksdysplasie lässt sich durch Orthesen oder Bandagen nicht ursächlich korrigieren. Hilfsmittel können jedoch die Beweglichkeit unterstützen, das Gangbild verbessern und postoperativ wertvolle Begleitung in der Rehabilitation bieten. Die Entscheidung über Operation oder konservative Therapie trifft immer der Tierarzt.
Welche Risiken hat eine Triple-Pelvic-Osteotomy?
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken wie Implantatlockerung, Infektionen oder Nervenirritationen. Eine sorgfältige präoperative Diagnostik, eine erfahrene chirurgische Versorgung und konsequente Nachsorge minimieren diese Risiken. Details bespricht der behandelnde Tierarzt individuell mit dem Halter.