Ausführlich
Die Ortho-Pet-Schiene ist eine maßangefertigte orthopädische Versorgung für Hunde, die nach einem Gipsabdruck oder 3D-Scan der betroffenen Gliedmaße erstellt wird. Sie besteht in der Regel aus einem festen, thermoplastisch verformten Kunststoffkern, der innen mit weichem Polstermaterial ausgekleidet und außen mit Klettgurten verschlossen wird. So entsteht eine stabile, dennoch leichte Schiene, die der Hund über längere Zeiträume tragen kann.
Anatomischer und medizinischer Hintergrund
Beim Hund werden Ortho-Pet-Schienen vor allem an der Vorder- und Hintergliedmaße eingesetzt. Häufige Anwendungsbereiche sind das Karpalgelenk (Vorderfußwurzel), das Tarsalgelenk (Sprunggelenk) sowie der Bereich rund um das Kniegelenk. Je nach Indikation kann die Schiene als reine Stützorthese, als Korrekturschiene mit definierter Gelenkstellung oder als Bewegungsorthese mit eingebautem Gelenk konstruiert werden.
Betroffene Strukturen
Bänder und Sehnen (z. B. Kollateralbänder, Achillessehne)
Gelenkkapseln und Knorpelflächen
Muskulatur der betroffenen Gliedmaße
Knochen nach Frakturen oder Wachstumsstörungen
Orthopädische Relevanz
Die Schiene entlastet geschädigte Strukturen, stabilisiert instabile Gelenke und kann Fehlstellungen während des Wachstums oder nach Operationen korrigieren. Bei älteren Hunden mit chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder Sehnendegeneration dient sie als langfristige Versorgung, die Schmerzen reduziert und die Lebensqualität verbessert.
Anpassung und Tragezeit
Eine Ortho-Pet-Schiene muss individuell angepasst werden, da Druckstellen oder Scheuerungen sonst zu Hautproblemen führen können. Die Tragezeit wird in der Regel langsam aufgebaut und in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt oder Physiotherapeuten festgelegt. Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um Sitz und Funktion zu überprüfen.
Mögliche Symptome
Lahmheit einer Gliedmaße
Instabilität im Gelenk
Überstreckung oder Durchtrittigkeit
Schonhaltung beim Stehen oder Laufen
Schmerzen bei Belastung
Muskelabbau an der betroffenen Gliedmaße
Orthopädische Indikationen
Bandverletzungen am Karpal- oder Tarsalgelenk
Kreuzbandriss (konservative Versorgung oder postoperativ)
Achillessehnenruptur
Frakturen nach chirurgischer Versorgung
Arthrose mit Gelenkinstabilität
Nervenschädigungen mit Lähmungserscheinungen
Korrektur von Wachstumsfehlstellungen bei Junghunden
Postoperative Stabilisierung
Häufige Fragen
Die Tragezeit hängt von der Diagnose ab und wird vom Tierarzt oder Physiotherapeuten festgelegt. Je nach Erkrankung kann sie nur über wenige Wochen nach einer Operation oder dauerhaft als chronische Versorgung notwendig sein. Wichtig ist ein langsamer Aufbau der täglichen Tragezeit.
Ja, in den meisten Fällen ist das Ziel der Schiene, dem Hund eine möglichst physiologische Bewegung zu ermöglichen. Eine Eingewöhnungsphase ist normal: anfangs kann der Gang ungewohnt wirken. Nach kurzer Zeit lernen die meisten Hunde, die Schiene sicher und schmerzarm zu nutzen.
Zunächst wird ein Gipsabdruck oder 3D-Scan der betroffenen Gliedmaße angefertigt. Auf dieser Grundlage entsteht die individuelle Schiene aus thermoplastischem Kunststoff mit Polsterung und Verschlüssen. Eine Anprobe und gegebenenfalls Nachjustierung sind Teil der Versorgung.
Kontrollieren Sie täglich Haut und Fell unter der Schiene auf Druckstellen, Rötungen oder Scheuerungen. Halten Sie die Schiene sauber und trocken und lassen Sie Sitz sowie Funktion regelmäßig vom Tierarzt oder Orthopädietechniker überprüfen.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.