Glossar der Tierorthopädie.
791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.
24 Begriffe mit O
Oberflächliche Beugesehne Esel
Die oberflächliche Beugesehne (Tendo musculi flexoris digitorum superficialis) ist eine kräftige Sehne an der Rückseite der Gliedmaße des Esels. Sie verläuft vom Unterarm- bzw. Unterschenkelbereich über das Karpal- bzw. Tarsalgelenk und den Fesselbereich bis zum Kronbein und stabilisiert beim Auftreten die Fessel und das Hufgelenk.
Obturatoriuslähmung Kuh
Die Obturatoriuslähmung ist eine Funktionsstörung des Nervus obturatorius, der die Adduktoren der Hintergliedmaße innerviert. Bei der Kuh tritt sie häufig als geburtsbedingte Nervenschädigung auf und führt zu einem typischen Spreizen der Hinterbeine. Sie zählt zu den häufigsten peripheren Nervenlähmungen beim Rind.
OCD Hund
OCD (Osteochondrosis dissecans) ist eine Entwicklungsstörung des Gelenkknorpels beim heranwachsenden Hund, bei der sich Knorpelstücke vom darunterliegenden Knochen ablösen. Die Erkrankung betrifft vor allem schnellwachsende, großwüchsige Rassen und tritt bevorzugt in Schulter-, Ellbogen-, Knie- und Sprunggelenk auf. OCD führt zu Schmerzen, Lahmheit und kann unbehandelt zu fortschreitender Arthrose führen.
Onychektomie-Folgeschäden Katze
Onychektomie-Folgeschäden bezeichnen die langfristigen orthopädischen, neurologischen und verhaltensbezogenen Beschwerden, die nach einer chirurgischen Krallenamputation (Onychektomie) bei Katzen auftreten können. Bei diesem Eingriff wird nicht nur die Kralle, sondern das gesamte Endglied der Zehe (Phalanx III) entfernt, was die Biomechanik der Pfote dauerhaft verändert. In Deutschland ist die Onychektomie tierschutzrechtlich verboten, dennoch werden importierte oder im Ausland operierte Katzen mit Folgeschäden in der Praxis vorgestellt.
Orthese
Eine Orthese ist ein von außen angelegtes, individuell angepasstes Hilfsmittel, das dazu dient, Gliedmaßen, Gelenke oder Wirbelsäulenabschnitte zu stützen, zu stabilisieren, zu entlasten oder in einer funktionell günstigen Position zu halten. Im Gegensatz zur Prothese, die fehlende Körperteile ersetzt, arbeitet die Orthese mit dem vorhandenen Körperteil zusammen.
Ortho-Pet-Schiene Hund
Eine Ortho-Pet-Schiene ist eine individuell angefertigte orthopädische Schiene aus thermoplastischem Kunststoff, die beim Hund zur Stabilisierung, Entlastung oder Korrektur einer Gliedmaße eingesetzt wird. Sie umschließt das betroffene Bein passgenau und ermöglicht je nach Bauart eine kontrollierte Beweglichkeit oder eine vollständige Ruhigstellung. Der Begriff geht auf einen bestimmten Hersteller zurück, wird inzwischen aber häufig als Sammelbegriff für vergleichbare Hundeschienen verwendet.
Orthopädische Pfotenbandage Katze
Eine orthopädische Pfotenbandage für Katzen ist eine speziell angefertigte oder konfektionierte textile Stützhilfe, die eine oder mehrere Pfoten stabilisiert, schützt und entlastet. Sie kommt bei Verletzungen, Entzündungen, postoperativer Versorgung oder chronischen Erkrankungen der Pfote zum Einsatz und unterstützt den Heilungsprozess durch Kompression, Ruhigstellung und Schutz vor äußeren Einflüssen.
Orthopädischer Klauenschuh Alpaka
Ein orthopädischer Klauenschuh ist eine spezielle, am Zehenendglied des Alpakas befestigte Hilfsvorrichtung, die eine erkrankte oder verletzte Klaue entlastet, schützt und in eine korrekte Belastungsachse bringt. Er wird bei Klauenerkrankungen, nach Operationen oder zur Korrektur von Fehlstellungen eingesetzt und ermöglicht dem Tier ein möglichst schmerzfreies Auffußen.
Orthopädischer Klauenschuh (Alpaka) Alpaka
Ein orthopädischer Klauenschuh für Alpakas ist ein speziell angepasstes Hilfsmittel, das die Klaue temporär entlastet, schützt oder ruhigstellt. Er kommt bei Verletzungen, Klauenerkrankungen oder nach Operationen am Zehenendorgan zum Einsatz und ermöglicht dem Tier trotz Erkrankung eine möglichst physiologische Belastung der betroffenen Gliedmaße.
Os-coxae-Luxation Lama
Eine Os-coxae-Luxation beim Lama bezeichnet die Verrenkung im Bereich des Hüftbeins (Os coxae), meist als Luxation des Hüftgelenks, bei der der Oberschenkelkopf aus der Gelenkpfanne (Acetabulum) springt. Sie tritt beim Lama vergleichsweise selten auf, ist aber ein schwerwiegender orthopädischer Notfall, der zu akuter Lahmheit und Bewegungsunfähigkeit führt. Häufigste Ursache sind Traumata wie Stürze, Ausrutschen auf glattem Untergrund oder Rangkämpfe innerhalb der Herde.
Os-sesamoideum-Fraktur Hund
Eine Os-sesamoideum-Fraktur beim Hund bezeichnet den Bruch eines oder mehrerer Sesambeine, kleiner in Sehnen eingelagerter Knochen, die meist an den Zehen (Phalangen) lokalisiert sind. Besonders häufig betroffen sind die palmaren Sesambeine der Vordergliedmaßen, vor allem Sesambein Nummer 2 und 7. Die Fraktur kann zu chronischer Lahmheit und Belastungsschmerz führen.
Osteoarthrose Katze
Osteoarthrose (auch Arthrose oder degenerative Gelenkerkrankung, DJD) ist eine chronisch-degenerative Gelenkerkrankung bei Katzen, bei der es zu fortschreitendem Abbau des Gelenkknorpels, Veränderungen des subchondralen Knochens und Entzündungsreaktionen der Gelenkkapsel kommt. Sie führt zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit und betrifft vor allem ältere Katzen, wobei die Erkrankung aufgrund des subtilen Krankheitsverhaltens von Katzen häufig erst spät erkannt wird.
Osteochondrodysplasie Katze
Die Osteochondrodysplasie ist eine erblich bedingte Entwicklungsstörung von Knochen und Knorpel, die bei Katzen vor allem mit der Rasse Scottish Fold assoziiert ist. Sie führt zu Fehlbildungen des Skeletts, insbesondere an Gliedmaßen, Wirbelsäule und Schwanz, und ist häufig mit schmerzhafter Arthrose verbunden.
Osteochondrose Pferd
Osteochondrose (OC) ist eine entwicklungsbedingte Skeletterkrankung bei heranwachsenden Pferden, bei der die Umwandlung von Knorpel in Knochen (enchondrale Ossifikation) gestört ist. Sie betrifft vor allem schnell wachsende Fohlen und Jungpferde und manifestiert sich häufig in den Gelenken als Osteochondrosis dissecans (OCD), bei der sich Knorpel- oder Knochenfragmente ablösen können. Die Erkrankung kann zu dauerhaften Gelenkschäden, Lahmheiten und eingeschränkter sportlicher Nutzbarkeit führen.
Osteochondrose Schwein
Osteochondrose ist eine Störung der enchondralen Ossifikation, also der Verknöcherung von Knorpelgewebe während des Wachstums. Beim Schwein zählt sie zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen und betrifft vor allem schnellwachsende Mast- und Zuchttiere. Sie führt zu Knorpel- und Knochenschäden in Gelenken und Wachstumsfugen und ist eine wesentliche Ursache für Lahmheiten und vorzeitige Merzungen.
Osteochondrose des Tarsus Alpaka
Die Osteochondrose des Tarsus ist eine entwicklungsbedingte Störung der Knorpel-Knochen-Verbindung im Sprunggelenk des Alpakas. Durch eine gestörte Verknöcherung des Gelenkknorpels entstehen Knorpelläsionen, die zu Lahmheit und Gelenkfehlbelastungen führen können. Bei Alpakas tritt sie meist bei jungen, schnell wachsenden Tieren auf.
Osteochondrosis-dissecans-Schulter Hund
Die Osteochondrosis dissecans (OCD) der Schulter ist eine Wachstumsstörung des Gelenkknorpels beim jungen Hund, bei der sich ein Knorpel- oder Knorpel-Knochen-Fragment vom Oberarmkopf (Caput humeri) ablöst. Sie zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen des Schultergelenks bei großwüchsigen Hunderassen und führt zu Lahmheit sowie schmerzhafter Bewegungseinschränkung.
Osteodystrophia fibrosa Meerschweinchen
Osteodystrophia fibrosa ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens, bei der mineralisierte Knochensubstanz durch faseriges Bindegewebe ersetzt wird. Beim Meerschweinchen entsteht sie meist infolge eines gestörten Kalzium-Phosphor-Haushalts, häufig durch fehlerhafte Fütterung oder einen sekundären Hyperparathyreoidismus. Die Knochen werden weich, instabil und brechen leichter, was den gesamten Bewegungsapparat betrifft.
Osteodystrophie Kaninchen
Osteodystrophie bezeichnet bei Kaninchen eine Störung des Knochenstoffwechsels, die zu abnormalen Knochenveränderungen führt. Sie entsteht meist durch Ernährungsfehler, insbesondere durch Kalzium-Phosphor-Ungleichgewicht oder Vitamin-D-Mangel, und führt zu geschwächten, verformten oder brüchigen Knochen. Bei Kaninchen ist die ernährungsbedingte Osteodystrophie besonders häufig aufgrund des speziellen Kalziumstoffwechsels dieser Tierart.
Osteomalazie Reptil
Osteomalazie bezeichnet bei Reptilien eine Erweichung der Knochen durch unzureichende Mineralisierung, meist infolge eines Mangels an Kalzium, Vitamin D3 oder UV-B-Strahlung. Sie ist Teil des Krankheitskomplexes Metabolic Bone Disease (MBD) und führt zu instabilen, verformbaren Knochen sowie zu Bewegungs- und Haltungsstörungen.
Osteomyelitis Wildtier
Osteomyelitis bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Knochenmarks und des angrenzenden Knochengewebes, die bei Wildtieren häufig durch offene Frakturen, penetrierende Verletzungen oder hämatogene Streuung entsteht. Die Erkrankung führt zu Knochenzerstörung, Sequesterbildung und kann bei unbehandelten Wildtieren zu chronischen Lahmheiten oder lebensbedrohlichen Sepsis-Zuständen führen. Bei Wildtieren ist die Prognose oft ungünstiger als bei Haustieren, da die Erkrankung meist erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird.
Osteoporose Kaninchen
Osteoporose bezeichnet beim Kaninchen eine krankhafte Abnahme der Knochendichte, bei der Knochenmasse und Knochenstruktur verloren gehen. Die Knochen werden porös, brüchig und anfälliger für Frakturen. Besonders bei Kaninchen, die dauerhaft in kleinen Käfigen ohne ausreichende Bewegung gehalten werden, ist diese Erkrankung ein häufig unterschätztes Problem.
Osteoporose Meerschweinchen
Osteoporose bezeichnet beim Meerschweinchen einen krankhaften Verlust an Knochenmasse und -dichte, bei dem die Knochenstruktur porös und brüchig wird. Sie entsteht häufig durch Fehlernährung, Bewegungsmangel oder hormonelle Faktoren und erhöht das Risiko für Spontanfrakturen erheblich.
Osteosarkom Hund
Das Osteosarkom ist ein hochmaligner, primärer Knochentumor, der bei Hunden vor allem in den langen Röhrenknochen der Gliedmaßen auftritt. Es handelt sich um den häufigsten bösartigen Knochentumor beim Hund, der aggressiv wächst, starke Schmerzen verursacht und früh zur Metastasierung neigt. Betroffen sind vorwiegend große und riesige Hunderassen mittleren bis höheren Alters.
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