Glossar der Tierorthopädie.
791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.
16 Begriffe mit L
Lahmheit Katze
Lahmheit bezeichnet bei Katzen eine sichtbare Störung des normalen Bewegungsablaufs, die durch Schmerzen, Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates verursacht wird. Sie äußert sich durch Schonhaltung, vermindertes Auftreten oder vollständiges Entlasten einer oder mehrerer Gliedmaßen. Katzen zeigen Lahmheit oft erst bei ausgeprägten Beschwerden, da sie Schmerzen instinktiv zu verbergen versuchen.
Lahmheitsdiagnostik Zebra
Die Lahmheitsdiagnostik beim Zebra umfasst die systematische Untersuchung zur Lokalisierung und Bewertung von Bewegungsstörungen am Bewegungsapparat. Sie kombiniert Beobachtung, klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren, um Ursachen wie Huferkrankungen, Sehnen- oder Gelenkschäden zu identifizieren. Aufgrund des ausgeprägten Fluchtverhaltens und der eingeschränkten Manipulierbarkeit von Zebras stellt sie eine besondere Herausforderung dar.
Lahmheitsgrad Hund
Der Lahmheitsgrad ist eine standardisierte Skala zur objektiven Bewertung der Schwere einer Lahmheit beim Hund. Er wird in der Tiermedizin üblicherweise in fünf Stufen (0-4 oder 0-5) eingeteilt und ermöglicht eine systematische Dokumentation von Bewegungsstörungen sowie die Verlaufskontrolle während der Behandlung.
Legenot-bedingte Beckenlähmung Reptil
Die Legenot-bedingte Beckenlähmung ist eine neurologische und muskuläre Funktionsstörung der Hintergliedmaßen bei weiblichen Reptilien, die durch eine Legenot (Dystokie) ausgelöst wird. Festsitzende Eier oder Follikel üben Druck auf Nerven, Gefäße und Rückenmark im Beckenbereich aus und führen zu Paresen oder Paraplegien. Betroffen sind vor allem Schildkröten, Echsen und Schlangen während oder nach der Eiablage.
Legg-Calvé-Perthes Hund
Legg-Calvé-Perthes (auch Morbus Perthes oder aseptische Femurkopfnekrose) ist eine Erkrankung des Hüftgelenks beim Hund, bei der die Durchblutung des Oberschenkelkopfes (Femurkopf) gestört ist. Das führt zum Absterben des Knochengewebes, einer Deformation des Femurkopfes und in der Folge zu schmerzhafter Hüftgelenksarthrose. Betroffen sind vor allem junge Hunde kleiner Rassen im Wachstumsalter.
Limax Kuh
Der Limax (Plural: Limaces) ist ein knorpeliger, beweglicher Fortsatz am hinteren Rand der Klauensohle bei Rindern, der sich zwischen den beiden Ballen befindet. Er dient als Stoßdämpfer und spielt eine wichtige Rolle bei der Druckverteilung und Bewegungsmechanik der Rinderklaue. Erkrankungen oder Verletzungen des Limax können zu erheblichen Lahmheiten führen.
Limax Ziege
Als Limax (auch 'Schneckenklaue') bezeichnet man eine stark verformte, übermäßig lange und nach oben gebogene Klaue bei der Ziege, die an das Gehäuse einer Nacktschnecke erinnert. Sie entsteht meist durch chronisch unterlassene oder unsachgemäße Klauenpflege und führt zu Fehlbelastungen des gesamten Bewegungsapparates.
Limb-Girdle-Syndrom Schwein
Das Limb-Girdle-Syndrom (Gliedergürtel-Syndrom) beschreibt beim Schwein eine Schwäche oder Funktionsstörung der Muskulatur im Bereich des Schulter- und Beckengürtels. Betroffene Tiere zeigen eine reduzierte Standfestigkeit, schwankenden Gang und Schwierigkeiten beim Aufstehen. Ursachen können muskuläre, neurologische oder haltungsbedingte Faktoren sein.
Limber Leg Schaf
Limber Leg ist eine seltene, angeborene neuromuskuläre Störung beim Schaf, die zu einer auffälligen Schlaffheit (Hyperflexibilität) eines oder mehrerer Gliedmaßen führt. Betroffene Lämmer zeigen ein 'schlackerndes' Bein ohne normalen Muskeltonus, was das Stehen und Laufen erheblich erschwert. Der Begriff stammt aus dem Englischen ('limber' = biegsam, locker) und beschreibt das klinische Bild treffend.
Lordose Kaninchen
Die Lordose bezeichnet eine übermäßige Krümmung der Wirbelsäule nach ventral (bauchwärts), die bei Kaninchen vor allem im Lendenbereich auftreten kann. Diese pathologische Verkrümmung unterscheidet sich von der physiologischen Wirbelsäulenkrümmung und führt zu einem charakteristischen Hohlrücken. Bei Kaninchen ist die Lordose häufig Folge neurologischer Erkrankungen, Muskelerkrankungen oder chronischer Schmerzzustände im Bewegungsapparat.
Lumbosakrale Diskopathie Kaninchen
Die lumbosakrale Diskopathie ist eine Erkrankung der Bandscheibe zwischen dem letzten Lendenwirbel (L7) und dem Kreuzbein (Sakrum) beim Kaninchen. Dabei kommt es zu einer Degeneration, Vorwölbung oder einem Vorfall der Bandscheibe, was auf die austretenden Nervenwurzeln drücken kann. Die Folge sind Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und neurologische Ausfälle der Hinterhand.
Lumbosakralstenose Hund
Die Lumbosakralstenose (auch degeneratives lumbosakrales Syndrom oder Cauda-equina-Syndrom genannt) ist eine Verengung des Wirbelkanals im Übergangsbereich zwischen dem letzten Lendenwirbel (L7) und dem Kreuzbein (Sakrum) beim Hund. Diese Stenose führt zu einer Kompression der Nervenwurzeln der Cauda equina und verursacht Schmerzen sowie neurologische Ausfälle in der Hinterhand.
Luxatio coxae Vogel
Die Luxatio coxae bezeichnet das Ausrenken (Luxation) des Hüftgelenks, also das Heraustreten des Oberschenkelkopfes (Femurkopf) aus der Gelenkpfanne (Acetabulum). Beim Vogel ist diese Verletzung selten, aber besonders folgenschwer, da das Hüftgelenk für Stand, Sprung und Landung eine zentrale Rolle spielt. Sie tritt meist nach Trauma wie Anflugverletzungen, Stürzen oder Greifvogel-Angriffen auf.
Luxation Kaninchen
Eine Luxation bezeichnet beim Kaninchen das vollständige Auskugeln eines Gelenks, bei dem die gelenkbildenden Knochen ihren normalen Kontakt zueinander verlieren. Sie tritt häufig nach Stürzen, abruptem Hochheben oder Panikreaktionen auf und betrifft besonders die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Kniegelenk. Eine Luxation ist immer ein tiermedizinischer Notfall.
Luxation des Ellbogengelenks Vogel
Eine Luxation des Ellbogengelenks beim Vogel bezeichnet das vollständige Auskugeln des Gelenks zwischen Oberarmknochen (Humerus) und den Unterarmknochen (Radius und Ulna). Sie ist eine schwerwiegende Flügelverletzung, die die Flugfähigkeit massiv beeinträchtigt und tierärztlich umgehend behandelt werden muss.
Luxation des Tarsalgelenks Wildtier
Die Luxation des Tarsalgelenks bezeichnet die vollständige Verschiebung der Gelenkflächen im Sprunggelenk (Tarsus) bei Wildtieren. Dabei verlieren die knöchernen Strukturen zwischen Unterschenkel und Mittelfuß ihren normalen Kontakt, was häufig mit Zerreißung der stabilisierenden Bänder einhergeht. Diese Verletzung tritt bei Wildtieren meist traumatisch auf und führt zu hochgradiger Lahmheit sowie Instabilität der Hintergliedmaße.
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