TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

36 Begriffe mit B

  1. Ballenabszess Lama

    Ein Ballenabszess ist eine eitrige, abgekapselte Entzündung im Bereich der Sohlenballen bei Lamas, die durch bakterielle Infektionen entsteht. Diese schmerzhafte Erkrankung tritt häufig nach Verletzungen der Ballenhaut auf und kann zu erheblichen Lahmheiten sowie langfristigen Bewegungseinschränkungen führen.

  2. Ballenabszess Meerschweinchen

    Ein Ballenabszess beim Meerschweinchen ist eine eitrige, abgekapselte Entzündung im Bereich der Fußsohlen (Ballen), meist als Folge einer Pododermatitis. Die Erkrankung betrifft häufig die Hinterpfoten und kann tief in Sehnen, Sehnenscheiden und Knochen vordringen. Sie gilt als schmerzhafte, chronisch verlaufende Erkrankung mit erheblicher Auswirkung auf die Bewegungsfähigkeit.

  3. Ballenbandage Kuh

    Eine Ballenbandage ist ein speziell angefertigter Verband oder ein textiles Hilfsmittel, das den Klauenballen (Ballenhorn und Ballenlederhaut) der Kuh schützt, polstert und entlastet. Sie kommt vor allem bei schmerzhaften Ballenerkrankungen, nach chirurgischen Eingriffen an der Klaue oder zur Unterstützung der Heilung bei Ballenhornläsionen zum Einsatz.

  4. Ballenfäule Kuh

    Ballenfäule (Dermatitis interdigitalis bzw. Erosio ungulae) ist eine bakteriell bedingte, fäulige Erkrankung des Klauenballenhorns beim Rind. Sie führt zu einem fortschreitenden Abbau des weichen Ballenhorns und kann unbehandelt tiefere Strukturen der Klaue schädigen sowie deutliche Lahmheiten verursachen.

  5. Ballenhorn Schwein

    Das Ballenhorn bezeichnet die verhornte Schutzschicht an der Unterseite der Zehenballen beim Schwein. Es bildet zusammen mit den Klauenplatten die belastbaren Auftrittsflächen und schützt die darunterliegenden weichen Gewebestrukturen vor mechanischen Einwirkungen beim Laufen auf verschiedenen Untergründen.

  6. Ballenhornerosion Schaf

    Als Ballenhornerosion bezeichnet man beim Schaf den fortschreitenden Abbau (Erosion) des weichen Ballenhorns an der Klaue. Betroffen ist der hintere, elastische Anteil der Klauensohle, der als Stoßdämpfer dient. Die Erosion führt zu einer Instabilität der Klaue und kann Wegbereiter weiterer Klauenerkrankungen sein.

  7. Ballenhornfäule Kuh

    Ballenhornfäule ist eine bakterielle Erkrankung der Klauen bei Kühen, bei der das Horn im Bereich des Ballens und der Sohlenfläche erweicht, sich verfärbt und zunehmend zersetzt. Die Erkrankung wird hauptsächlich durch Fusobacterium necrophorum und Bacteroides melaninogenicus verursacht und führt zu Lahmheiten sowie eingeschränkter Mobilität.

  8. Ballenhornverlust Ziege

    Ballenhornverlust bezeichnet bei der Ziege den teilweisen oder vollständigen Verlust der hornigen Sohlen- bzw. Ballenstruktur am Klauenballen. Da Ziegen einen elastischen, weichen Ballenbereich besitzen, der als Stoßdämpfer dient, führt sein Verlust zu Schmerzen, Lahmheit und einer Fehlbelastung der Klaue.

  9. Ballenschutzpolster Meerschweinchen

    Ein Ballenschutzpolster ist ein weiches, druckverteilendes Polster, das die Fußballen (Sohlen) von Meerschweinchen entlastet und vor Druckstellen schützt. Es kommt vor allem bei Pododermatitis (Sohlengeschwüren, umgangssprachlich 'wunde Pfötchen') zum Einsatz und wird individuell an die kleinen, empfindlichen Fußsohlen angepasst.

  10. Ballenschutzverband Meerschweinchen

    Ein Ballenschutzverband ist ein speziell angelegter Polsterverband an der Fußsohle (Ballen) eines Meerschweinchens, der wunde, entzündete oder druckbelastete Stellen schützt und entlastet. Er kommt vor allem bei der sogenannten Pododermatitis (Ballenabszess, 'Sore Hocks') zum Einsatz und dient der Wundheilung sowie der Druckumverteilung beim Laufen.

  11. Ballentritt Pferd

    Ein Ballentritt ist eine Verletzung im Bereich des Hufballens beim Pferd, die meist durch das Auftreten mit dem Eisen oder Huf eines anderen Beines auf den eigenen Ballen entsteht. Typisch sind Quetschungen, Rissverletzungen oder tiefere Wunden am weichen Hornballen oder der angrenzenden Haut. Je nach Tiefe können auch Sehnen, Hufknorpel oder das Kronbein betroffen sein.

  12. Bandage

    Eine Bandage ist ein mehrlagiger Verband, der an den Gliedmaßen oder am Rumpf des Hundes angelegt wird. Sie besteht in der Regel aus einer weichen Polsterschicht (z. B. Watte oder Schaumstoff), einer elastischen Mittelschicht zur gleichmäßigen Kompression sowie einer äußeren Fixierschicht, die den Verband vor Feuchtigkeit und Verschmutzung schützt.

  13. Bandage zur Gliedmaßenruhigstellung Meerschweinchen

    Eine Bandage zur Gliedmaßenruhigstellung ist ein medizinisches Hilfsmittel, das beim Meerschweinchen ein verletztes Bein temporär stabilisiert und in einer schonenden Position fixiert. Sie kommt vor allem nach Frakturen, Zerrungen oder Operationen zum Einsatz, um Heilungsprozesse zu unterstützen. Aufgrund der filigranen Knochen und der besonderen Anatomie des Meerschweinchens muss die Bandage besonders leicht, exakt angepasst und durchblutungsschonend gestaltet sein.

  14. Bandage zur Sehnenstützung Pferd

    Eine Bandage zur Sehnenstützung ist ein textiles oder kombiniertes Hilfsmittel, das beim Pferd am Röhrbein angelegt wird, um die Beugesehnen (oberflächliche und tiefe Beugesehne) sowie das Fesselträgerband bei Belastung mechanisch zu unterstützen. Sie soll Überdehnungen abfedern, die Sehnenstrukturen stabilisieren und in der Rehabilitation nach Sehnenverletzungen den Heilungsverlauf begleiten.

  15. Bandscheibenvorfall

    Ein Bandscheibenvorfall (IVDD) entsteht, wenn der gallertartige Kern einer Bandscheibe: der sogenannte Nucleus pulposus: ganz oder teilweise durch den umgebenden Faserring (Anulus fibrosus) in den Wirbelkanal vordringt. Dort kann er auf Rückenmark oder austretende Nervenwurzeln drücken und so eine Vielzahl neurologischer Beschwerden auslösen.

  16. Bandscheibenvorfall Hund

    Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) beim Hund ist eine degenerative oder traumatische Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal vordringt und auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln drückt. Je nach Schweregrad führt dies zu Schmerzen, neurologischen Ausfällen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Besonders häufig betroffen sind kurzbeinige Rassen wie Dackel, Französische Bulldogge und Beagle.

  17. Beckenfraktur Wildtier

    Eine Beckenfraktur bezeichnet den Bruch eines oder mehrerer Knochen des knöchernen Beckenrings (Os ilium, Os ischii, Os pubis). Bei Wildtieren entsteht sie meist durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Wildunfälle, Stürze oder Prädatorenangriffe. Aufgrund der zentralen Lage des Beckens für Stand, Fortbewegung und innere Organe stellt sie eine schwerwiegende Verletzung dar, die in der Wildtierrehabilitation besondere Anforderungen stellt.

  18. Beckenkanalstenose Katze

    Eine Beckenkanalstenose bei der Katze ist eine krankhafte Verengung des knöchernen Beckenkanals, meist als Folge eines schlecht verheilten Beckenbruchs. Durch die eingeengte Passage wird der Kotabsatz erschwert, was zu chronischer Verstopfung (Obstipation) und im weiteren Verlauf zum sogenannten Megakolon führen kann.

  19. Beinprothese Hund

    Eine Beinprothese für den Hund ist ein individuell angefertigtes Hilfsmittel, das ein teilweise oder vollständig fehlendes Gliedmaß ersetzt. Sie überträgt die Belastung vom Stumpf oder Restknochen auf den Boden und ermöglicht dem Hund ein möglichst physiologisches Gangbild. Voraussetzung ist ein ausreichend langer, belastbarer Stumpf oder eine chirurgisch vorbereitete Amputationssituation.

  20. Beinringverletzung Vogel

    Eine Beinringverletzung bezeichnet Schädigungen am Vogelbein, die durch Fußringe (Kennzeichnungs- oder Zuchtringe) verursacht werden. Sie entstehen meist durch Einwachsen, Einschnürungen, Verhaken oder Fremdmaterial unter dem Ring. Solche Verletzungen können von leichten Hautreizungen bis zu schweren Durchblutungsstörungen mit drohendem Verlust des betroffenen Beins reichen.

  21. Bespannungsorthese Pferd

    Eine Bespannungsorthese ist eine tierorthopädische Hilfskonstruktion, bei der ein tragendes Rahmen- oder Schalensystem mit einer elastischen oder textilen Bespannung kombiniert wird. Beim Pferd dient sie dazu, ein Gliedmaßensegment gezielt zu stabilisieren, ohne den gesamten Bereich starr einzuschließen. So werden Druckverteilung, Beweglichkeit und Gewebeschonung optimiert.

  22. Beugesehnenkontraktur Schaf

    Eine Beugesehnenkontraktur beim Schaf ist eine dauerhafte Verkürzung der Beugesehnen an den Gliedmaßen, die zu einer eingeschränkten Streckfähigkeit von Karpal-, Fessel- oder Klauengelenken führt. Betroffene Schafe können das Bein nicht mehr vollständig durchstrecken und belasten häufig die Klauenspitze oder die Vorderseite der Fessel. Die Erkrankung tritt sowohl angeboren bei Lämmern als auch erworben bei adulten Tieren auf.

  23. Beugesehnenkontraktur (Alpaka) Alpaka

    Eine Beugesehnenkontraktur beim Alpaka ist eine dauerhafte Verkürzung der Beugesehnen an den Gliedmaßen, die zu einer fehlerhaften Stellung der Zehen oder Fesseln führt. Betroffene Tiere können das Bein nicht mehr vollständig strecken und treten häufig auf der Zehenspitze oder über die Zehe hinweg auf. Die Erkrankung tritt vor allem bei Crias (Jungtieren) angeboren auf, kann aber auch erworben sein.

  24. Beugesehnenstelzfuß Alpaka

    Der Beugesehnenstelzfuß ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung der distalen Gliedmaße beim Alpaka, bei der die Zehengelenke aufgrund verkürzter oder kontrahierter Beugesehnen überstreckt sind. Die betroffenen Tiere stehen auf den Zehenspitzen oder sogar auf der dorsalen Fläche der Phalangen, was zu einer charakteristischen stelzartigen Haltung führt. Diese Deformation betrifft häufig Neugeborene (kongenital) oder entwickelt sich im Wachstum durch Ungleichgewicht zwischen Knochen- und Sehnenwachstum.

  25. Beugesehnenverletzung Pferd

    Eine Beugesehnenverletzung beim Pferd bezeichnet die Schädigung einer oder mehrerer Beugesehnen im Bereich der Gliedmaßen, am häufigsten der oberflächlichen oder tiefen Beugesehne (Musculus flexor digitorum superficialis bzw. profundus) im Bereich des Vorderfußes. Diese Verletzungen zählen zu den häufigsten und bedeutsamsten orthopädischen Erkrankungen bei Sportpferden und können zu langwierigen Lahmheiten sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen.

  26. Bizepssehnen-Tendinitis Hund

    Die Bizepssehnen-Tendinitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Ursprungssehne des Musculus biceps brachii am Schulterblatt des Hundes. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen für eine chronische Vordergliedmaßenlahmheit, insbesondere bei mittelgroßen bis großen, sportlich aktiven Hunden. Die Erkrankung entsteht meist durch chronische Überlastung, kann aber auch akut nach einem Trauma auftreten.

  27. Bizepssehnenruptur Hund

    Eine Bizepssehnenruptur bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Riss der Sehne des Musculus biceps brachii am Schultergelenk des Hundes. Diese Verletzung betrifft meist die lange Bizepssehne (Caput longum), die durch den Sulcus intertubercularis des Humerus verläuft, und führt zu deutlichen Lahmheiten sowie Funktionseinschränkungen der Vordergliedmaße.

  28. Bockhuf Esel

    Als Bockhuf bezeichnet man eine Hufform beim Esel, bei der die Vorderwand des Hufes steiler als normal verläuft: typischerweise in einem Winkel von über 60 Grad zum Boden. Die Trachten (hintere Hufwandbereiche) sind dabei deutlich höher als die Zehe, wodurch der Huf gestaucht und aufgerichtet wirkt. Beim Esel kann ein Bockhuf angeboren, durch chronische Sehnenverkürzung oder als Folge falscher Hufbearbeitung entstehen.

  29. Bockhuf Stier

    Ein Bockhuf beim Stier ist eine Klauenfehlstellung, bei der die Vorderwand der Klaue steil aufgerichtet ist und der Trachtenbereich (hinterer Klauenabschnitt) überhöht erscheint. Die Klaue wirkt verkürzt, stumpf und 'gestaucht'. Ursache ist meist eine dauerhafte Verkürzung der tiefen Beugesehne oder eine chronische Schonhaltung.

  30. Bog Spavin Pferd

    Bog Spavin bezeichnet eine chronische, weiche Schwellung des Sprunggelenks beim Pferd, verursacht durch eine vermehrte Ansammlung von Gelenkflüssigkeit (Synovia) im oberen Sprunggelenk (Articulatio tarsocruralis). Es handelt sich um eine Gelenkgalle des Tarsus, die meist deutlich sichtbar, aber häufig zunächst schmerzfrei ist. Die Umfangsvermehrung tritt typischerweise an der Vorderinnenseite des Sprunggelenks sowie an beiden Seiten des Sprunggelenks auf.

  31. Border Disease Schaf

    Border Disease (BD) ist eine durch das Border-Disease-Virus (BDV, ein Pestivirus) verursachte Virusinfektion der Schafe, die vor allem zu Aborten, Fruchtbarkeitsstörungen und der Geburt sogenannter 'Hairy Shaker'-Lämmer führt. Betroffene Lämmer zeigen häufig neurologische Symptome wie Muskelzittern sowie ein verändertes Fellkleid. Aus orthopädischer Sicht ist die Erkrankung relevant, da persistent infizierte Lämmer oft Bewegungs- und Koordinationsstörungen aufweisen.

  32. Brachialplexusavulsion Katze

    Eine Brachialplexusavulsion ist eine schwerwiegende Nervenverletzung, bei der die Nervenwurzeln des Plexus brachialis (Armgeflecht) teilweise oder vollständig aus dem Rückenmark ausgerissen werden. Bei Katzen entsteht diese Verletzung meist durch Traumata wie Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe oder Bissverletzungen und führt zu teilweiser oder vollständiger Lähmung der betroffenen Vordergliedmaße.

  33. Bumblefoot Vogel

    Bumblefoot, fachlich Pododermatitis genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Fußsohle bei Vögeln. Sie reicht von leichten Hautrötungen bis zu tiefen, abszedierenden Wunden mit Beteiligung von Sehnen und Knochen. Betroffen sind besonders Greifvögel, Hühnervögel, Papageien und Ziervögel.

  34. Bursitis präcarpalis Schwein

    Die Bursitis präcarpalis ist eine entzündliche Schwellung der Schleimbeutel (Bursae) im Bereich des Vorderfußwurzelgelenks (Carpus) beim Schwein. Sie entsteht typischerweise durch chronischen Druck und Reibung beim Liegen auf harten, ungeeigneten Böden und tritt besonders häufig bei Mastschweinen und Sauen in intensiver Haltung auf.

  35. Bursitis praecarpalis Kuh

    Die Bursitis praecarpalis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa) auf der Vorderseite des Karpalgelenks (Vorderfußwurzelgelenk) der Kuh. Sie zeigt sich als deutliche, häufig prall-elastische Schwellung über dem Karpus und entsteht meist durch chronische mechanische Belastung beim Aufstehen und Abliegen auf harten oder ungeeigneten Liegeflächen.

  36. Bursitis praecarpalis Stier

    Die Bursitis praecarpalis ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subcutanea praecarpalis), der vor dem Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) unter der Haut liegt. Beim Stier tritt sie häufig als chronische, druckbedingte Reizung auf, die zu deutlichen Umfangsvermehrungen an der Vorderseite des sogenannten Vorderknies führt. Die Erkrankung ist im Rinderbestand auch als 'Karpalbeule' oder 'dickes Knie' bekannt.

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