TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

130 Begriffe mit S

  1. Sakralfraktur Kuh

    Eine Sakralfraktur ist ein Bruch des Kreuzbeins (Os sacrum), also des knöchernen Verbindungsstücks zwischen Lendenwirbelsäule und Becken. Bei der Kuh entsteht sie meist durch stumpfe Gewalteinwirkung, etwa durch Aufspringen anderer Tiere, Stürze auf Spaltenböden oder Anfahrtrauma. Da im Kreuzbein wichtige Nervenwurzeln für Schwanz, Blase, Mastdarm und Hintergliedmaßen verlaufen, ist die Fraktur häufig mit neurologischen Ausfällen verbunden.

  2. Sakroiliakalgelenk Katze

    Das Sakroiliakalgelenk (Iliosakralgelenk, ISG) ist die straffe, wenig bewegliche Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium) des Beckens. Bei der Katze überträgt es die Kräfte der Hintergliedmaßen auf die Wirbelsäule und stabilisiert das Becken. Aufgrund seines straffen Bandapparates ist es kaum beweglich, kann aber durch Traumata verletzt oder luxiert werden.

  3. Sakroiliakalluxation Hund

    Eine Sakroiliakalluxation ist eine Verrenkung des Iliosakralgelenks beim Hund, bei der sich das Darmbein (Ilium) vom Kreuzbein (Sakrum) löst. Sie entsteht meist durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Verkehrsunfälle oder Stürze und führt zu einer Instabilität des Beckens mit oft erheblichen Bewegungseinschränkungen der Hinterhand.

  4. Sakrokaudale Luxation Katze

    Eine sakrokaudale Luxation ist die Verrenkung (Ausrenkung) zwischen dem Kreuzbein (Sakrum) und dem ersten Schwanzwirbel (Kaudalwirbel). Bei der Katze entsteht sie typischerweise durch eine ruckartige Zugverletzung am Schwanz, etwa wenn der Schwanz eingeklemmt wird oder die Katze daran gezogen wird. Die Verletzung führt häufig zu neurologischen Ausfällen im Bereich des Schwanzes, der Blase und des Enddarms.

  5. Salter-Harris-Fraktur Katze

    Die Salter-Harris-Fraktur ist eine Fraktur der Wachstumsfuge (Epiphysenfuge) bei heranwachsenden Katzen, die das Längenwachstum der Knochen beeinträchtigen kann. Diese Verletzungen werden nach dem Salter-Harris-Klassifikationssystem in fünf Typen eingeteilt, je nachdem, wie die Frakturlinie durch die Wachstumsfuge, Metaphyse und Epiphyse verläuft. Bei Katzen treten diese Frakturen besonders häufig an den Femur- und Radiusköpfchen sowie am distalen Femur auf.

  6. Schaedelbasisfraktur durch Rammen Schaf

    Eine Schädelbasisfraktur durch Rammen ist ein Bruch der knöchernen Schädelbasis beim Schaf, der durch heftige Kopfstöße: meist im Rangkampf zwischen Böcken: entsteht. Die Verletzung betrifft die tragenden Knochenstrukturen am Übergang vom Schädel zur Wirbelsäule und kann lebensbedrohliche neurologische Folgen haben.

  7. Schaffußrolle Schaf

    Die Schaffußrolle ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das unter die Klaue eines Schafes appliziert wird, um den Abrollvorgang beim Gehen zu unterstützen und schmerzhafte Belastungsspitzen zu reduzieren. Sie kommt vor allem bei Klauenerkrankungen, postoperativen Versorgungen oder zur Entlastung einzelner Klauenbereiche zum Einsatz. Durch die abgerundete Form unter der Klauensohle wird die Bewegung physiologisch geführt und der Tritt gleichmäßiger.

  8. Schaffußrotation Schaf

    Als Schaffußrotation wird beim Schaf eine Verdrehung der Klaue bzw. der distalen Gliedmaße um die Längsachse bezeichnet. Sie führt zu einer Fehlbelastung der Klauen und kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Die Rotation betrifft häufig den Klauenschuh, das Klauenbein und die umliegenden Gelenkstrukturen.

  9. Schafräude Schaf

    Die Schafräude (Psoroptes-Räude) ist eine hochansteckende parasitäre Hauterkrankung bei Schafen, die durch die Saugmilbe Psoroptes ovis verursacht wird. Die Erkrankung führt zu starkem Juckreiz, Hautentzündungen und Wollverlust, wodurch betroffene Tiere zur Selbstverletzung neigen und in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigt werden können. Orthopädisch relevant wird die Schafräude, wenn durch das intensive Scheuern und Kratzen sekundäre Verletzungen an Gliedmaßen und Gelenken entstehen oder die geschwächten Tiere unphysiologische Bewegungsmuster entwickeln.

  10. Schale Pferd

    Die Schale ist eine knöcherne Zubildung am Fesselkopf oder den Kronbeinknöcheln des Pferdes, die durch chronische Entzündungsprozesse entsteht. Sie zeigt sich als tastbare, harte Umfangsvermehrung und gehört zu den häufigsten degenerativen Gelenkerkrankungen beim Pferd. Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen Krongelenksschale (hohe Schale) und Hufgelenksschale (niedrige Schale).

  11. Schalenbildung Pferd

    Als Schalenbildung (auch kurz 'Schale') bezeichnet man beim Pferd knöcherne Zubildungen (Exostosen) an den kleinen Gelenken der unteren Gliedmaße, vor allem am Kron- und Hufgelenk sowie am Sprunggelenk. Sie entstehen meist durch chronische Reizung des Gelenks oder Knochenhautentzündungen und können je nach Lage und Ausdehnung zu Lahmheiten führen.

  12. Schiene für Hyperflexion Lama

    Eine Schiene für Hyperflexion ist eine orthopädische Hilfe, die beim Lama eingesetzt wird, um eine übermäßige Beugung (Hyperflexion) eines Gelenks: meist im Bereich des Fessel- oder Karpalgelenks: mechanisch zu begrenzen und die betroffene Gliedmaße in eine physiologisch korrekte Stellung zu bringen. Sie stabilisiert geschwächte Sehnen- und Bandstrukturen und ermöglicht eine kontrollierte Belastung während der Heilungs- oder Wachstumsphase.

  13. Schiene zur Karpusstabilisierung Lama

    Eine Schiene zur Karpusstabilisierung ist eine orthopädische Hilfsmittelversorgung, die das Karpalgelenk (entspricht dem Handgelenk beim Menschen) des Lamas in einer definierten Position fixiert oder unterstützt. Sie wird eingesetzt, um Überlastungen, Instabilitäten oder Fehlstellungen im Bereich des Vorderbeins zu kontrollieren und die Heilung geschädigter Strukturen zu fördern. Die Schiene kann starr, teilflexibel oder gelenkig ausgeführt sein: je nach Indikation und Therapieziel.

  14. Schienung mit Tape-Verband Vogel

    Die Schienung mit Tape-Verband ist eine konservative Behandlungsmethode bei Vögeln, bei der eine verletzte Gliedmaße oder Schwingen mittels Klebeband (Tape) in einer definierten Position fixiert werden. Sie dient vor allem der Ruhigstellung bei Frakturen, Luxationen oder Weichteilverletzungen. Aufgrund des geringen Körpergewichts und der filigranen Knochenstruktur von Vögeln ist diese Technik oft schonender als starre Schienen aus anderen Materialien.

  15. Schleimbeutelentzündung Pferd

    Die Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist eine entzündliche Erkrankung der Schleimbeutel (Bursa synovialis) beim Pferd, die als flüssigkeitsgefüllte Polster zwischen Sehnen, Knochen und Weichteilen liegen. Sie entsteht häufig durch mechanische Reizung, Trauma oder Überlastung und führt zu schmerzhaften Schwellungen, insbesondere an den Gliedmaßen. Betroffene Stellen sind beim Pferd vor allem Karpal- und Sprunggelenk sowie die Ellbogenregion.

  16. Schnabeldeformation Vogel

    Eine Schnabeldeformation ist eine Fehlstellung oder Formveränderung des Ober- oder Unterschnabels bei Vögeln, die das normale Fressverhalten, die Gefiederpflege und die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen kann. Sie entsteht durch angeborene Fehlbildungen, Traumata, Fehlernährung, Parasitenbefall oder Erkrankungen der wachstumsbildenden Strukturen. Orthopädisch relevante Formen können durch individuell angefertigte Korrekturhilfen oder Schnabelprothesen versorgt werden.

  17. Schnabelfraktur Vogel

    Eine Schnabelfraktur ist der teilweise oder vollständige Bruch des Ober- oder Unterschnabels bei Vögeln. Da der Schnabel eine zentrale Rolle bei Nahrungsaufnahme, Gefiederpflege und Fortbewegung spielt, stellt eine Fraktur eine ernste Verletzung dar, die eine schnelle tierärztliche Versorgung erfordert.

  18. Schulterbandage Hund

    Eine Schulterbandage ist ein tierorthopädisches Hilfsmittel, das die Schulterregion des Hundes stabilisiert, entlastet und in ihrer Bewegung geführt. Sie wird eingesetzt, um Muskulatur, Sehnen und Gelenkstrukturen im Bereich des Schultergelenks zu unterstützen, etwa nach Verletzungen, bei chronischen Erkrankungen oder in der Rehabilitation.

  19. Schultergelenksluxation Alpaka

    Eine Schultergelenksluxation beim Alpaka ist das vollständige Ausrenken des Oberarmknochens (Humerus) aus der Gelenkpfanne des Schulterblatts (Scapula). Das Gelenk verliert dabei seinen physiologischen Kontakt, was zu einer hochgradigen Lahmheit der betroffenen Vordergliedmaße führt. Bei Alpakas tritt diese Verletzung selten, meist durch Trauma wie Stürze, Tritte von Artgenossen oder Hängenbleiben in Zäunen auf.

  20. Schulterinstabilität Hund

    Die Schulterinstabilität beim Hund bezeichnet eine krankhaft erhöhte Beweglichkeit des Schultergelenks, bei der der Oberarmkopf nicht mehr stabil in der Gelenkpfanne geführt wird. Ursache ist meist eine Überdehnung oder Schädigung der stabilisierenden Bänder, Sehnen und der Gelenkkapsel. Sie führt zu Lahmheit und kann unbehandelt zu Folgeschäden wie Arthrose führen.

  21. Schussfraktur Wildtier

    Eine Schussfraktur ist ein Knochenbruch, der durch ein Projektil (Kugel, Schrot, Pfeil) verursacht wird. Bei Wildtieren entsteht sie typischerweise durch Jagdverletzungen, Wilderei oder unsachgemäße Bejagung und ist häufig mit ausgedehnten Weichteilschäden, Knochensplitterung und einem hohen Infektionsrisiko verbunden.

  22. Schussverletzung Wildtier

    Eine Schussverletzung bei Wildtieren entsteht durch Geschosse aus Jagdwaffen und kann je nach Trefferlage, Kaliber und Geschosstyp unterschiedlich schwere Verletzungen des Bewegungsapparates verursachen. Neben direkten Knochenfrakturen und Weichteilverletzungen kommt es häufig zu Gefäß- und Nervenschädigungen, die langfristige orthopädische Folgen haben können. Schussverletzungen bei Wildtieren betreffen sowohl jagdlich erlegte Tiere als auch Unfallpatienten in Wildtierauffangstationen.

  23. Schwanzabriss Katze

    Ein Schwanzabriss (traumatische Kaudalavulsion) bei der Katze bezeichnet eine Verletzung, bei der der Schwanz durch starken Zug vom Körper teilweise oder vollständig abgerissen wird. Dabei kommt es häufig zu Schäden an den Schwanzwirbeln, den Nerven des Plexus caudalis sowie am Rückenmark beziehungsweise den Nervenwurzeln im Kreuz-Schwanz-Bereich. Die Verletzung kann neben dem Schwanz auch die Funktion von Blase, Darm und Hinterbeinen beeinträchtigen.

  24. Schwanzabriss-Syndrom Katze

    Das Schwanzabriss-Syndrom (engl. tail avulsion) bezeichnet eine traumatische Verletzung bei der Katze, bei der die Schwanzwurzel durch Zug- oder Quetschkräfte vom Rumpf abgerissen oder stark überdehnt wird. Dabei werden nicht nur Knochen und Weichteile geschädigt, sondern häufig auch die im Sakralbereich austretenden Nerven (Plexus sacralis), was zu schwerwiegenden neurologischen Ausfällen führt.

  25. Sehnenbandage Zebra

    Eine Sehnenbandage ist ein elastisches oder semi-rigides Hilfsmittel, das beim Zebra um die Sehnenstrukturen der Gliedmaßen: insbesondere die oberflächliche und tiefe Beugesehne: gelegt wird. Sie dient der Stabilisierung, Kompression und thermischen Unterstützung der Sehnen und wird bei Belastungssituationen, Rehabilitation oder leichten Sehnenirritationen eingesetzt.

  26. Sehnengrätsche Zebra

    Als Sehnengrätsche bezeichnet man beim Zebra eine Fehlstellung der Gliedmaßen, bei der Fohlen aufgrund einer Beugesehnenschwäche mit gespreizten Vorder- oder Hinterbeinen stehen. Die Sehnen und Bänder können das Körpergewicht nicht ausreichend stabilisieren, sodass die Beine seitlich wegknicken. Betroffen sind vor allem neugeborene und jungwüchsige Zebras. Ohne rechtzeitige Behandlung drohen dauerhafte Fehlstellungen des Bewegungsapparats.

  27. Sehnenkontraktur Schaf

    Eine Sehnenkontraktur ist eine dauerhafte Verkürzung einer oder mehrerer Sehnen, die zu einer eingeschränkten Beweglichkeit des betroffenen Gelenks führt. Beim Schaf tritt sie besonders häufig an den Beugesehnen der Vordergliedmaßen auf und kann angeboren oder erworben sein. Die Folge ist eine Fehlstellung, bei der das Tier nicht mehr korrekt auftreten kann.

  28. Sehnenruptur Wildtier

    Eine Sehnenruptur bezeichnet den vollständigen oder teilweisen Riss einer Sehne, die Muskeln mit Knochen verbindet. Bei Wildtieren tritt diese Verletzung häufig durch traumatische Ereignisse wie Flucht, Sprünge, Kollisionen oder Kämpfe auf und beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit erheblich, was in freier Wildbahn oft lebensbedrohlich ist.

  29. Sehnenscheidenentzündung Katze

    Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist eine Entzündung der Sehnenscheide, also der schützenden Hülle, die Sehnen umgibt und ein reibungsfreies Gleiten ermöglicht. Bei Katzen tritt diese Erkrankung seltener als bei anderen Tierarten auf, kann aber nach Traumata, Überlastung oder Infektionen auftreten und betrifft meist die Gliedmaßen, besonders die distalen Bereiche der Vorder- und Hinterläufe.

  30. Sehnenscheidenentzündung Pferd

    Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) beim Pferd ist die Entzündung der schützenden Hülle (Sehnenscheide), die bestimmte Sehnen umgibt. Sie tritt vor allem an den Gliedmaßen auf und äußert sich durch eine sicht- und tastbare Schwellung, oft begleitet von Wärme, Schmerz und Lahmheit. Ursachen sind meist mechanische Überlastung, Trauma oder Infektionen.

  31. Sehnenscheidenentzündung der Beugesehnen Lama

    Die Sehnenscheidenentzündung der Beugesehnen (Tendovaginitis) beim Lama ist eine schmerzhafte Entzündung der schützenden Sehnenscheide, die die tiefe und oberflächliche Beugesehne an den Gliedmaßen umgibt. Sie führt zu Lahmheit, Schwellung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit, vor allem im Bereich der Fessel und des Karpal- bzw. Sprunggelenks. Beim Lama tritt sie häufig durch Überlastung, Fehlbelastung oder ungewohnte Untergründe auf.

  32. Sehnenscheidenhygrom Alpaka

    Ein Sehnenscheidenhygrom beim Alpaka ist eine flüssigkeitsgefüllte, weiche Schwellung im Bereich einer Sehnenscheide, meist an den distalen Gliedmaßen. Sie entsteht durch chronische mechanische Reizung oder Überlastung der Sehnenscheide, wodurch sich vermehrt Synovialflüssigkeit ansammelt. Die Umfangsvermehrung ist in der Regel zunächst schmerzlos, kann aber bei längerem Bestehen zu Bewegungseinschränkungen führen.

  33. Sehnenspalt Pferd

    Ein Sehnenspalt (Core Lesion) ist eine strukturelle Schädigung im Inneren einer Sehne, bei der Sehnenfasern zerreißen und ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum entsteht. Beim Pferd tritt er am häufigsten in der oberflächlichen Beugesehne der Vordergliedmaße auf und zählt zu den klassischen Sportverletzungen. Er ist im Ultraschall als echoarmer Bereich innerhalb der Sehne sichtbar.

  34. Sehnenstelzfuß Ziege

    Der Sehnenstelzfuß bei der Ziege ist eine Fehlstellung der Gliedmaße, bei der die tiefe Beugesehne verkürzt ist und das Tier auf der Zehenspitze oder überköttet auf der Klauenvorderwand läuft. Die Fessel steht dabei steil oder knickt nach vorne über. Betroffen sind häufig junge Ziegen, seltener adulte Tiere nach Verletzungen oder Ruhigstellung.

  35. Sehnenstiefel Pferd

    Ein Sehnenstiefel ist eine schützende Gamasche, die beim Pferd an den Vorder- oder Hinterbeinen angelegt wird, um Sehnen, Bänder und Fesselbereich vor äußeren Einwirkungen wie Schlägen, Streifen oder Verletzungen durch das eigene Bein zu schützen. Er wird vor allem im Training, beim Springen, in der Dressur oder im Gelände eingesetzt. Sehnenstiefel sind weder Orthese noch therapeutisches Hilfsmittel im engeren Sinne, sondern dienen primär dem mechanischen Schutz.

  36. Sehnentransposition Katze

    Die Sehnentransposition ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem eine Sehne ganz oder teilweise von ihrem ursprünglichen Ansatzpunkt gelöst und an eine andere Stelle verlagert wird. Bei der Katze kommt dieser Eingriff vor allem zur funktionellen Wiederherstellung der Gliedmaßen nach Nervenausfällen, Sehnenrupturen oder Fehlstellungen zum Einsatz. Ziel ist es, die Bewegungs- und Stützfunktion eines Gelenks zu verbessern, wenn die ursprüngliche Sehne ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann.

  37. Sehnenzerrung Pferd

    Eine Sehnenzerrung beim Pferd bezeichnet eine akute Überdehnung von Sehnenfasern ohne strukturelle Zerreißung, meist verursacht durch plötzliche, übermäßige Belastung. Betroffen sind häufig die oberflächliche und tiefe Beugesehne an den Gliedmaßen, seltener auch Strecksehnen. Die Verletzung äußert sich in Schmerz, Wärme, Schwellung und Lahmheit und erfordert konsequente Therapie zur Vermeidung chronischer Schäden.

  38. Sekundärer Hyperparathyreoidismus Reptil

    Sekundärer Hyperparathyreoidismus ist eine Stoffwechselerkrankung bei Reptilien, bei der die Nebenschilddrüsen aufgrund eines gestörten Calcium-Phosphor-Haushalts vermehrt Parathormon ausschütten. Dies führt zur Demineralisierung des Skeletts, insbesondere bei unzureichender UV-B-Bestrahlung und Vitamin-D3-Mangel, was schwerwiegende Knochendeformationen und Weichteilverkalkungen zur Folge hat.

  39. Selbsttraumatisierung Wildtier

    Selbsttraumatisierung bezeichnet bei Wildtieren körperliche Verletzungen, die sich das Tier selbst zufügt: meist durch Fluchtversuche, Stress oder Reaktionen auf Schmerz und Fremdkörper. In der tierorthopädischen Versorgung von Wildtieren ist sie eine der größten Herausforderungen, da sie Heilungsprozesse erheblich behindern kann.

  40. Sesambeinentzündung Lama

    Eine Sesambeinentzündung (Sesamoiditis) bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der kleinen Sesambeine, die bei Lamas vor allem im Bereich der Zehengelenke zu finden sind. Diese erbsengroßen Knochen sind in Sehnen eingebettet und fungieren als Umlenkrollen, um die Hebelwirkung der Beugesehnen zu verbessern. Entzündungen entstehen meist durch chronische Überlastung, Fehlstellungen oder Traumata und führen zu Lahmheit.

  41. Sesambeinfraktur Zebra

    Eine Sesambeinfraktur ist der Bruch eines der kleinen, in Sehnen eingebetteten Knochen im Bereich des Fesselgelenks. Beim Zebra betrifft dies meist die proximalen Gleichbeine (Ossa sesamoidea proximalia) an der Rückseite der Fesselgelenke. Die Fraktur führt zu akuter Lahmheit und erheblicher Instabilität des Fesseltrageapparates.

  42. Skapulafraktur Katze

    Eine Skapulafraktur ist ein Knochenbruch des Schulterblatts (Scapula) bei der Katze. Sie tritt vergleichsweise selten auf, da das Schulterblatt durch eine kräftige Muskelmanschette gut geschützt liegt, und ist meist die Folge erheblicher Gewalteinwirkung wie Stürzen aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen.

  43. Skapulaluxation Katze

    Eine Skapulaluxation bezeichnet bei der Katze die Verlagerung des Schulterblatts (Scapula) aus seiner normalen anatomischen Position gegenüber dem Brustkorb. Da die Katze kein knöchernes Schultergelenk im klassischen Sinne besitzt, sondern die Scapula muskulär am Rumpf aufgehängt ist, kommt es bei traumatischen Einwirkungen oder Muskel-/Sehnenrissen zu einer sicht- und tastbaren Verschiebung. Typisch ist das auffällige Hochstehen der Scapula über die Wirbelsäulenlinie hinaus.

  44. Skapulohumeralgelenksarthrose Lama

    Die Skapulohumeralgelenksarthrose beim Lama ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des Schultergelenks, bei der Knorpel zwischen Schulterblatt (Scapula) und Oberarmknochen (Humerus) fortschreitend abgebaut wird. Sie führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkung und einer typischen Vorderhandlahmheit. Bei Lamas tritt sie meist im höheren Alter oder nach chronischer Überlastung auf.

  45. Skelettdeformation durch Rachitis Schaf

    Skelettdeformationen durch Rachitis sind krankhafte Veränderungen des wachsenden Knochens beim Lamm, die durch einen Mangel an Vitamin D, Kalzium oder Phosphor entstehen. Die mangelhafte Mineralisierung führt zu weichen, verformbaren Knochen, vor allem an den Gliedmaßen, Rippen und Wachstumsfugen. Betroffene Schafe zeigen Fehlstellungen, Lahmheiten und ein verzögertes Wachstum.

  46. Skoliose Reptil

    Als Skoliose bezeichnet man eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Bei Reptilien tritt sie besonders häufig bei Echsen und Schlangen auf und ist oft Folge von Haltungsfehlern, Stoffwechselstörungen oder Traumata. Die Deformität kann Bewegungsabläufe, Häutung und innere Organfunktionen erheblich beeinträchtigen.

  47. Skoliose der Wirbelsäule (Alpaka) Alpaka

    Die Skoliose der Wirbelsäule ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule des Alpakas, bei der einzelne Wirbelsegmente von der geraden Längsachse abweichen. Sie kann angeboren oder erworben sein und beeinträchtigt Haltung, Bewegungsablauf und Belastungsverteilung des Tieres. Beim Alpaka tritt sie vergleichsweise selten auf, ist aber aufgrund der langen Halswirbelsäule und schlanken Körperform gut sichtbar.

  48. Skorbut Meerschweinchen

    Skorbut ist eine Mangelerkrankung des Meerschweinchens, die durch einen Defizit an Vitamin C (Ascorbinsäure) entsteht. Da Meerschweinchen: wie der Mensch: kein eigenes Vitamin C bilden können, sind sie auf eine tägliche Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Bei Unterversorgung kommt es zu schweren Störungen des Bindegewebes, der Gelenke und des Bewegungsapparates.

  49. Skorbut-bedingte Gelenkblutungen Meerschweinchen

    Skorbut-bedingte Gelenkblutungen sind Einblutungen in Gelenke und umgebende Weichteile, die bei Meerschweinchen als Folge eines Vitamin-C-Mangels (Hypovitaminose C) auftreten. Da Meerschweinchen Vitamin C nicht selbst synthetisieren können, kommt es bei Unterversorgung zu einer Störung der Kollagensynthese, wodurch Blutgefäße brüchig werden und in Gelenke bluten. Die Folge sind schmerzhafte Schwellungen, Lahmheit und eine deutlich eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.

  50. Skottische Faltohren-Osteodystrophie Katze

    Die Schottische Faltohren-Osteodystrophie (Osteochondrodysplasie der Scottish Fold) ist eine erblich bedingte Knorpel- und Knochenerkrankung bei Katzen der Rasse Scottish Fold. Sie betrifft die gesamte Knorpelentwicklung und führt neben den charakteristisch gefalteten Ohren zu schmerzhaften Veränderungen an Gelenken und Knochen, insbesondere an Pfoten, Sprunggelenken und Schwanz.

  51. Sohlenballengeschwür Alpaka

    Ein Sohlenballengeschwür beim Alpaka ist eine schmerzhafte Läsion oder Ulzeration im Bereich der Sohlenballen an der Unterseite der Füße. Diese Entzündung entsteht häufig durch chronischen Druck, Feuchtigkeit, mangelnde Klauenpflege oder bakterielle Infektionen und führt zu Lahmheit sowie eingeschränkter Mobilität.

  52. Sohlenballenulkus Meerschweinchen

    Ein Sohlenballenulkus beim Meerschweinchen ist eine offene, oft tief reichende Wunde an der Unterseite der Pfote, meist am Hauptballen der Hinter- oder Vorderfüße. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung als Pododermatitis ulcerosa oder 'Bumblefoot' bezeichnet. Sie entsteht durch chronische Druckbelastung, Reibung und Hautinfektionen und kann bis auf Sehnen und Knochen vordringen.

  53. Sohlenbluten Kuh

    Sohlenbluten sind punktförmige bis flächige Einblutungen in das Klauenhorn der Sohle bei Rindern. Sie entstehen durch Schädigung der Lederhaut unter der Sohle und gelten als sichtbares Zeichen einer Klauenrehe oder mechanischer Überlastung. Sohlenbluten sind ein wichtiger Frühindikator für Klauenerkrankungen in der Milchviehhaltung.

  54. Sohlengeschwür Kuh

    Ein Sohlengeschwür (Ulcus soleae) ist eine schmerzhafte, umschriebene Läsion der Klauensohle bei Kühen, die durch Quetschung und Durchblutungsstörung des Sohlenlederhautgewebes entsteht. Es manifestiert sich typischerweise als rötlich-gelbliche Verfärbung oder offene Wunde im Bereich der typischen Stelle zwischen Ballenmitte und Klauenspitze. Die Erkrankung führt zu erheblichen Lahmheiten und beeinträchtigt Wohlbefinden und Leistung der betroffenen Tiere.

  55. Sohlengeschwür Schwein

    Ein Sohlengeschwür beim Schwein ist eine umschriebene, tiefe Defektbildung im Hornschuh der Klauensohle, bei der die darunterliegende Lederhaut freigelegt wird. Es entsteht meist durch chronische Druckbelastung, Entzündungen oder Klauenrehe und betrifft besonders häufig die Außenklauen der Hintergliedmaßen.

  56. Sohlenhornablösung Kuh

    Die Sohlenhornablösung ist eine Klauenerkrankung der Kuh, bei der sich das Sohlenhorn ganz oder teilweise von der darunterliegenden Lederhaut löst. Sie entsteht meist als Folge einer Klauenrehe oder anhaltender Druckbelastung und führt zu deutlicher Lahmheit. Die Ablösung kann punktuell oder flächig auftreten und bedarf einer fachgerechten Klauenpflege.

  57. Sohlenlederhautentzündung Lama

    Die Sohlenlederhautentzündung (Pododermatitis aseptica) ist eine schmerzhafte Entzündung der Lederhaut unter der Sohle des Lamas. Sie betrifft das stark durchblutete Gewebe zwischen Zehenknochen und Sohlenhorn und führt zu deutlicher Lahmheit. Beim Lama tritt sie häufig durch Haltungs-, Untergrund- oder Pflegefehler auf.

  58. Sohlenprellung Pferd

    Eine Sohlenprellung beim Pferd ist eine schmerzhafte Quetschung der Huflederhaut im Bereich der Hufsohle, meist verursacht durch Tritt auf harte oder spitze Gegenstände. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen einer plötzlich auftretenden Lahmheit und kann unbehandelt zu Hufgeschwüren oder chronischen Veränderungen führen.

  59. Sohlenschutzplatte Pferd

    Eine Sohlenschutzplatte ist ein flaches Einlegeelement, das beim Pferd zwischen Hufsohle und Hufeisen oder Hufschuh eingesetzt wird, um die empfindliche Sohle vor Druck, Steinschlag und Fremdkörpern zu schützen. Sie kommt vor allem bei dünnen, empfindlichen oder verletzten Sohlen sowie nach Hufoperationen zum Einsatz. Je nach Material und Ausführung dient sie zusätzlich der Stoßdämpfung und der gleichmäßigen Lastverteilung.

  60. Sohlenspitzengeschwür Kuh

    Ein Sohlenspitzengeschwür ist eine schmerzhafte Läsion an der Klauenspitze des Rindes, bei der die Lederhaut durch Schädigung des Sohlenhorns freiliegt. Es entsteht typischerweise im vorderen Drittel der Sohle und betrifft häufig die Außenklaue der Hintergliedmaßen oder die Innenklaue der Vordergliedmaßen. Die Erkrankung gilt als bedeutende Lahmheitsursache in der Milchviehhaltung.

  61. Sohlenulkus Kuh

    Ein Sohlenulkus (auch Rusterholzsches Sohlengeschwür) ist ein umschriebener, tiefer Defekt der Klauensohle bei der Kuh, meist im Bereich des Sohlen-Ballen-Übergangs der lateralen Hinterklaue. Es entsteht durch Druckschäden an der Lederhaut und zählt zu den häufigsten Ursachen für Lahmheiten beim Rind.

  62. Sommerekzem Esel

    Das Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung bei Eseln, die durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Speichel bestimmter Stechmücken (Gnitzen, Culicoides-Arten) ausgelöst wird. Die Erkrankung tritt saisonal hauptsächlich zwischen Frühjahr und Herbst auf und verursacht intensiven Juckreiz, der zu erheblichen Hautschäden durch Scheuern führt. Chronische Fälle können durch Sekundärinfektionen und Bewegungseinschränkungen auch orthopädische Relevanz entwickeln.

  63. Sommerekzem-bedingte Lahmheit Esel

    Sommerekzem-bedingte Lahmheit bei Eseln bezeichnet Bewegungsstörungen, die indirekt durch die allergische Hauterkrankung Sommerekzem (Insektenstich-Hypersensitivität) entstehen. Der intensive Juckreiz führt zu Scheuern, Hautläsionen und Schonhaltungen, die sekundär Fehlbelastungen des Bewegungsapparates verursachen können.

  64. Spat Kuh

    Spat bezeichnet bei der Kuh eine chronisch-degenerative Gelenkerkrankung des Sprunggelenks (Tarsalgelenk), bei der es zu entzündlichen Veränderungen, knöchernen Zubildungen und zunehmender Versteifung der kleinen Tarsalgelenke kommt. Die Erkrankung führt zu Lahmheit und beeinträchtigt die Beweglichkeit der Hintergliedmaße erheblich.

  65. Spat Pferd

    Spat ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der kleinen Gelenke im unteren Sprunggelenk (Tarsus) des Pferdes, die durch Entzündung, Knorpelabbau und fortschreitende Verknöcherung gekennzeichnet ist. Die Erkrankung führt zu Lahmheit, eingeschränkter Beweglichkeit und häufig zu knöchernen Zubildungen (Exostosen) an der Innenseite des Sprunggelenks. Spat gehört zu den häufigsten orthopädischen Problemen bei Pferden und betrifft besonders die distalen Intertarsalgelenke und das Tarsometatarsalgelenk.

  66. Spider Lamb Syndrome Schaf

    Das Spider Lamb Syndrome (Spinnenlamm-Syndrom) ist eine erbliche Skelettdeformität bei Schafen, die durch überlange, dünne Gliedmaßen, Wirbelsäulenverkrümmungen und Gelenkfehlstellungen charakterisiert ist. Die betroffenen Lämmer zeigen eine spinnenartige Erscheinung mit abnorm verlängerten Knochen und eingeschränkter Mobilität. Diese autosomal rezessive Erkrankung tritt vor allem bei bestimmten Schafrassen auf und führt zu erheblichen orthopädischen Problemen.

  67. Spinale Osteopathie Reptil

    Spinale Osteopathie bezeichnet bei Reptilien degenerative Knochenerkrankungen der Wirbelsäule, die häufig durch Calcium- und Vitamin-D3-Mangel (Metabolische Knochenerkrankung) oder chronische Infektionen entstehen. Die Wirbelkörper werden porös, deformiert oder brechen, was zu Rückenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und neurologischen Ausfällen führt. Besonders bei pflanzenfressenden Echsen und Schildkröten tritt diese Erkrankung durch Haltungsfehler auf.

  68. Spinalosteopathie Reptil

    Spinalosteopathie bezeichnet bei Reptilien krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule, die durch Stoffwechselstörungen, Fehlhaltungen, Infektionen oder Traumata entstehen. Betroffen sind Wirbelkörper, Bandscheiben und angrenzende Weichteile. Die Erkrankung führt zu Deformationen, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen entlang der langgestreckten Reptilienwirbelsäule.

  69. Splay Leg Vogel

    Splay Leg (auch Spreizbein oder Spraddle Leg genannt) ist eine Fehlstellung der Beine bei Jungvögeln, bei der ein oder beide Beine seitlich vom Körper abgespreizt sind. Die Hüftgelenke können dabei nicht in physiologischer Position gehalten werden, sodass das Küken nicht stehen oder laufen kann. Unbehandelt führt Splay Leg zu dauerhaften Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen.

  70. Splayleg Vogel

    Splayleg (Spreizbeinigkeit) bezeichnet bei Vögeln eine Fehlstellung der Beine, bei der ein oder beide Beine seitlich vom Körper abgespreizt sind, statt unter dem Körper zu stehen. Die Fehlstellung tritt vor allem bei Jungvögeln (Küken, Nestlinge) auf und betrifft meist das Hüft- oder Kniegelenk. Unbehandelt führt sie zu dauerhafter Lauf- und Stehunfähigkeit.

  71. Splayleg-Syndrom Schwein

    Das Splayleg-Syndrom (Grätschwellung) ist eine angeborene Entwicklungsstörung bei Ferkeln, die durch eine fehlende oder verzögerte Muskelreifung der Hintergliedmaßen gekennzeichnet ist. Die betroffenen Ferkel können die Beine nicht unter dem Körper halten und liegen mit abgespreizten (gegräschten) Gliedmaßen da, wodurch die Fortbewegung stark beeinträchtigt oder unmöglich ist.

  72. Splintbone-Fraktur Pferd

    Eine Splintbone-Fraktur ist der Bruch eines der beiden Griffelbeine (Ossa metacarpalia/metatarsalia II und IV) am Pferd. Diese schmalen Knochen liegen seitlich am Röhrbein und können durch Trauma, Überlastung oder Tritte brechen. Splintbone-Frakturen treten sowohl an Vorder- als auch Hintergliedmaßen auf und erfordern eine tierärztliche Abklärung.

  73. Spondylarthrose Hund

    Spondylarthrose bezeichnet eine degenerative Gelenkerkrankung der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) der Wirbelsäule beim Hund. Es handelt sich um einen chronischen Verschleiß des Gelenkknorpels zwischen den Wirbelkörpern, der zu Entzündungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Die Erkrankung tritt häufig im Alter auf, kann aber auch durch Fehlbelastungen, Übergewicht oder angeborene Fehlstellungen begünstigt werden.

  74. Spondylose Hund

    Spondylose ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule beim Hund, bei der sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Wirbelkörperrändern bilden. Diese Veränderungen entstehen als Reaktion auf chronische Belastung, Instabilität oder altersbedingte Abnutzung der Bandscheiben und können zur Versteifung von Wirbelsäulensegmenten führen. Die Spondylose tritt besonders häufig bei älteren und großwüchsigen Hunderassen auf.

  75. Spondylose Katze

    Spondylose (Spondylosis deformans) ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Unterseiten und Seiten der Wirbelkörper bilden. Bei der Katze tritt sie meist im fortgeschrittenen Alter auf und betrifft häufig die Brust- und Lendenwirbelsäule. Die Zubildungen können benachbarte Wirbel überbrücken und die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken.

  76. Spondylosis deformans Stier

    Spondylosis deformans ist eine chronisch-degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Wirbelkörpern bilden. Beim Stier betrifft sie häufig die Brust- und Lendenwirbelsäule und entsteht durch jahrelange mechanische Belastung, insbesondere bei Zucht- und Decktieren. Die knöchernen Brücken können zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen.

  77. Spreizbein Vogel

    Spreizbein (engl. Splay Leg) ist eine Fehlstellung der Beine bei Vögeln, bei der ein oder beide Beine seitlich vom Körper abgespreizt sind und nicht normal unter dem Körper positioniert werden können. Die Fehlstellung tritt häufig bei Küken auf und kann angeboren oder durch ungeeignete Aufzuchtbedingungen verursacht sein. Unbehandelt führt sie zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen und Folgeschäden am Bewegungsapparat.

  78. Spreizbeinigkeit Kaninchen

    Spreizbeinigkeit bei Kaninchen bezeichnet eine angeborene oder erworbene Fehlstellung, bei der die Hinterläufe seitlich vom Körper abgespreizt sind und nicht parallel unter dem Rumpf positioniert werden können. Die betroffenen Jungtiere können sich oft nur robbend fortbewegen, da die Beine keine Stützfunktion übernehmen können. Diese Entwicklungsstörung entsteht meist in den ersten Lebenstagen durch unzureichende Bodentraktion im Nest.

  79. Spreizbeinsyndrom Kaninchen

    Das Spreizbeinsyndrom (auch Splay Leg genannt) ist eine meist angeborene Fehlstellung der Gliedmaßen beim Kaninchen, bei der ein oder mehrere Beine seitlich vom Körper abgespreizt sind und nicht normal unter den Körper gestellt werden können. Betroffen sind häufig die Hintergliedmaßen, seltener auch die Vorderbeine. Die Erkrankung zeigt sich meist bereits in den ersten Lebenswochen und beeinträchtigt die Fortbewegung des Tieres erheblich.

  80. Spreizklaue Ziege

    Als Spreizklaue bezeichnet man bei der Ziege eine Fehlstellung, bei der die beiden Klauenhälften (Innen- und Außenklaue) eines Zehenpaares unphysiologisch weit auseinanderweichen. Dadurch verändert sich die Belastungsachse der Gliedmaße, und es kommt zu einer ungleichmäßigen Belastung von Klauenhorn, Sohlen und Bändern. Die Spreizklaue ist häufig Folge mangelnder Klauenpflege, Haltungsfehlern oder zugrunde liegender Lahmheiten.

  81. Spreizklauen Ziege

    Spreizklauen bei Ziegen bezeichnen eine Fehlstellung, bei der die beiden Klauenhälften (Innen- und Außenklaue) eines Fußes auseinanderweichen und nicht mehr parallel zueinander stehen. Die Ursache liegt meist in mangelnder Klauenpflege, überlangen Klauen oder einer geschwächten Bandstruktur zwischen den Klauen. Die Fehlstellung verändert die Belastungsachse und kann zu Lahmheiten führen.

  82. Spreizklauenstellung Alpaka

    Die Spreizklauenstellung beim Alpaka bezeichnet eine Fehlstellung, bei der die beiden Zehen einer Gliedmaße ungewöhnlich weit auseinanderweichen, statt parallel auf dem Boden aufzusetzen. Diese Abweichung kann angeboren sein oder sich infolge ungleichmäßiger Belastung, Klauenüberwuchs oder Erkrankungen des Bewegungsapparats entwickeln. Sie beeinträchtigt die Statik und das Gangbild und kann langfristig Sehnen, Bänder und Gelenke schädigen.

  83. Sprunggelenkarthrose Kaninchen

    Sprunggelenkarthrose beim Kaninchen ist eine chronisch-degenerative Erkrankung des Tarsalgelenks (Articulatio tarsi), bei der Knorpel verschleißt und sich knöcherne Veränderungen am Gelenk bilden. Sie tritt vor allem bei älteren, übergewichtigen oder fehlbelasteten Tieren auf und führt zu Schmerzen sowie eingeschränkter Beweglichkeit der Hinterläufe.

  84. Sprunggelenkorthese Hund

    Eine Sprunggelenkorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das beim Hund das Tarsalgelenk (umgangssprachlich Sprunggelenk) stabilisiert, entlastet oder in einer definierten Position führt. Sie kommt zum Einsatz, wenn das Gelenk durch Verletzungen, Verschleiß oder neurologische Defizite seine Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Je nach Bauart kann sie Bewegungen einschränken, korrigieren oder unterstützen.

  85. Sprunggelenksarthrose Katze

    Sprunggelenksarthrose bei der Katze ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Tarsalgelenks (Sprunggelenk), bei der der Knorpel fortschreitend abgebaut wird und es zu entzündlichen Veränderungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kommt. Die Erkrankung tritt bei Katzen häufiger auf als lange angenommen und wird oft erst spät erkannt, da Katzen Schmerzen instinktiv verbergen.

  86. Sprunggelenkschwellung Pferd

    Eine Sprunggelenkschwellung beim Pferd bezeichnet eine Volumenzunahme im Bereich des Tarsalgelenks (Sprunggelenk), die durch Flüssigkeitsansammlungen, Entzündungen, Weichteilschwellungen oder knöcherne Veränderungen entstehen kann. Sie tritt häufig infolge von Überlastung, Trauma, degenerativen Gelenkerkrankungen oder Fehlstellungen auf und beeinträchtigt die Beweglichkeit sowie Leistungsfähigkeit des Pferdes. Das Sprunggelenk ist aufgrund seiner komplexen Anatomie und hohen Belastung während der Bewegung besonders anfällig für orthopädische Probleme.

  87. Sprunggelenksdistorsion Stier

    Eine Sprunggelenksdistorsion beim Stier ist eine Verstauchung des Tarsalgelenks (Hinterbein), bei der Bänder und Gelenkkapsel überdehnt, aber nicht vollständig gerissen werden. Sie entsteht meist durch Ausrutschen auf glatten Böden, Fehltritte oder Rangkämpfe. Typisch sind Lahmheit, Schwellung und Wärme im Bereich des Sprunggelenks.

  88. Sprunggelenksluxation Kaninchen

    Eine Sprunggelenksluxation beim Kaninchen ist eine vollständige Ausrenkung des Sprunggelenks (Articulatio tarsi), bei der die Gelenkflächen von Unterschenkel und Fußwurzelknochen ihre normale Position zueinander verlieren. Diese schwere Verletzung tritt meist nach Traumata auf und geht häufig mit Kapselbandverletzungen einher. Aufgrund der zarten Knochenstruktur und der kräftigen Hinterbeinmuskulatur von Kaninchen ist diese Verletzung besonders problematisch.

  89. Stallgamasche Pferd

    Eine Stallgamasche ist eine gepolsterte Beinbandage, die dem Pferd während der Stallruhe angelegt wird, um die Gliedmaßen vor Stößen, Schwellungen und Druckstellen zu schützen. Sie umschließt typischerweise den Bereich vom Karpal- bzw. Sprunggelenk bis zum Krongelenk und dient sowohl der Schonung als auch der Unterstützung der Durchblutung.

  90. Stallklauen Schwein

    Als Stallklauen bezeichnet man beim Schwein übermäßig lange, deformierte oder ungleichmäßig abgenutzte Klauen, die durch dauerhafte Haltung auf weichen, planen oder nicht abriebfördernden Böden entstehen. Da der natürliche Abrieb fehlt, wächst das Klauenhorn schneller nach, als es abgenutzt wird, was zu Fehlstellungen und Bewegungsstörungen führt. Stallklauen sind eine häufige Ursache für Lahmheiten in der Schweinehaltung.

  91. Stallklauenverband Schwein

    Ein Stallklauenverband ist ein schützender und stützender Verband, der bei Schweinen im Stall an einer erkrankten oder verletzten Klaue angelegt wird. Er dient dazu, Wunden, Klauenläsionen oder Entzündungen vor weiterer Belastung, Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen und gleichzeitig den Heilungsprozess zu unterstützen.

  92. Stegeisen Pferd

    Ein Stegeisen ist ein spezielles Hufeisen, bei dem die beiden Schenkel an der Trachtenseite durch einen quer verlaufenden Metallsteg verbunden sind. Diese geschlossene Bauform stabilisiert den Hornkapselbereich und verteilt die Belastung gleichmäßiger über die gesamte Hufsohle. Stegeisen kommen vor allem bei orthopädischen Hufproblemen wie Hufrissen, Hufrollenerkrankungen oder instabilen Hornkapseln zum Einsatz.

  93. Steiltrachtigkeit Pferd

    Steiltrachtigkeit bezeichnet eine Hufform beim Pferd, bei der die Trachten (hintere Hufwandanteile) zu steil aufgerichtet sind und der Trachten-Zehen-Winkel deutlich über der physiologischen Norm liegt. Häufig ist ein Huf steiler als der andere (Bockhuf oder ungleiche Hufpaare). Die Veränderung beeinflusst die Belastung von Hufrolle, Beugesehnen und gesamtem Bewegungsapparat.

  94. Steingalle Esel

    Eine Steingalle ist eine schmerzhafte Quetschung oder Bluterguss in der Huflederhaut des Esels, meist im Bereich der Trachten oder der Sohle. Sie entsteht typischerweise durch Druck von Steinen, hartem Untergrund oder durch ungleichmäßige Belastung des Hufes. Beim Esel wird sie häufig zu spät erkannt, da diese Tiere Schmerzen sehr stoisch verbergen.

  95. Steingalle Kuh

    Die Steingalle ist eine schmerzhafte Quetschung der Lederhaut am Klauenballen der Kuh, die durch Einwirkung von Fremdkörpern (Steine, harte Gegenstände) oder durch stumpfe Traumata entsteht. Sie zeigt sich als lokalisierte Blutung in der weißen Linie oder im Sohlenballen und führt zu deutlicher Lahmheit. Die Steingalle gehört zu den häufigsten nicht-infektiösen Klauenerkrankungen beim Rind.

  96. Stellschiene für Zehenkorrektur Lama

    Eine Stellschiene für Zehenkorrektur ist ein individuell angefertigtes orthopädisches Hilfsmittel, das beim Lama eingesetzt wird, um Fehlstellungen der Zehen schrittweise zu korrigieren oder zu stabilisieren. Sie wirkt durch gezielten Druck und definierte Achsenführung auf die betroffene Zehe und kann sowohl bei jungen Tieren mit Wachstumsfehlstellungen als auch bei erwachsenen Lamas nach Verletzungen verwendet werden.

  97. Stellungsanomalie der Gliedmaßen Zebra

    Eine Stellungsanomalie der Gliedmaßen bezeichnet beim Zebra eine Abweichung der normalen Achsenausrichtung von Vorder- oder Hintergliedmaßen. Sie kann angeboren oder erworben sein und betrifft Knochen, Gelenke, Sehnen oder Bänder. Typische Formen sind X- oder O-Beinigkeit, bocks- oder rückbiegige Stellung sowie Zeh-eng- oder Zeh-weit-Stellungen.

  98. Stellungskorrekturorthese für Karpus Alpaka

    Eine Stellungskorrekturorthese für den Karpus ist eine individuell angefertigte orthopädische Schiene, die beim Alpaka Fehlstellungen im Bereich des Vorderfußwurzelgelenks (Karpalgelenk) korrigiert oder stabilisiert. Sie wirkt durch gezielten Druck und definierte Führung auf das Gelenk und die angrenzenden Knochenachsen. Ziel ist es, eine physiologische Gliedmaßenstellung wiederherzustellen oder ein Fortschreiten der Fehlstellung zu verhindern.

  99. Stelzfußorthese Zebra

    Eine Stelzfußorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das beim Zebra zum Einsatz kommt, wenn ein Teil der distalen Gliedmaße (z. B. Huf oder Fesselbereich) fehlt oder funktionsunfähig ist. Sie ersetzt die fehlende Stützfunktion durch einen stelzenartigen Aufbau und ermöglicht dem Tier wieder eine belastbare Stand- und Lauffläche.

  100. Stelzfußstellung Stier

    Die Stelzfußstellung beim Stier bezeichnet eine Fehlstellung der Gliedmaße, bei der das betroffene Bein steil aufgerichtet ist und die Zehe stärker belastet wird als der Ballen. Fesselgelenk und Krongelenk stehen dabei überstreckt, das Bein wirkt starr und säulenartig. Häufig ist die Stelzfußstellung Folge chronischer Sehnenverkürzungen oder Schmerzvermeidungshaltungen.

  101. Stollbeule Pferd

    Eine Stollbeule ist eine umschriebene, meist weiche Schwellung im Bereich des Sprunggelenks beim Pferd, die durch eine Verletzung der Haut und des darunterliegenden Gewebes entsteht. Sie tritt typischerweise an der Außen- oder Innenseite des Sprunggelenks auf und wird meist durch Tritte mit dem Stollen eines beschlagenen Hufs oder durch Anschlagen an harte Gegenstände verursacht. Die Schwellung kann unterschiedlich groß sein und ist oft mit einer Entzündungsreaktion verbunden.

  102. Strahlbein Pferd

    Das Strahlbein (Os sesamoideum distale oder Strahlbein) ist ein kleiner, schiffchenförmiger Knochen im Huf des Pferdes, der sich an der Rückseite des Hufgelenks zwischen Kronbein und Hufbein befindet. Es dient als Umlenkrolle für die tiefe Beugesehne und spielt eine zentrale Rolle in der Biomechanik des Hufs. Erkrankungen des Strahlbeins, insbesondere die Podotrochlose (Strahlbeinlahmheit), gehören zu den häufigsten Lahmheitsursachen beim Pferd.

  103. Strahlbeinfraktur Pferd

    Eine Strahlbeinfraktur ist ein Knochenbruch des Strahlbeins (Os sesamoideum distale), eines kleinen Sesambeins im Hufinneren des Pferdes. Sie tritt selten auf, führt aber meist zu plötzlicher, hochgradiger Lahmheit. Betroffen sind überwiegend die Vorderhufe, da diese deutlich mehr Last tragen.

  104. Strahlbeinkanalerweiterung Pferd

    Eine Strahlbeinkanalerweiterung beschreibt die röntgenologisch sichtbare Vergrößerung der Gefäßkanäle (Canales sesamoidales) am Strahlbein des Pferdes. Diese Veränderung gilt als Hinweis auf chronische Umbauprozesse im Hufrollenbereich und wird häufig im Zusammenhang mit dem Podotrochlose-Syndrom (Hufrollenerkrankung) diagnostiziert. Sie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Befund, der im Kontext klinischer Symptome bewertet werden muss.

  105. Strahlbeinlahmheit Esel

    Strahlbeinlahmheit bezeichnet eine schmerzhafte Erkrankung im Bereich des Strahlbeins (Os sesamoideum distale) im Huf, die zu chronischer Vorderhandlahmheit führt. Beim Esel tritt sie deutlich seltener auf als beim Pferd, kann aber bei übergewichtigen oder fehlbelasteten Tieren vorkommen. Betroffen sind vor allem die tiefe Beugesehne, das Strahlbein selbst sowie umliegende Bänder und der Hufrollenschleimbeutel.

  106. Strahlfäule Pferd

    Strahlfäule ist eine bakterielle Infektion des Strahls am Pferdehuf, bei der das Strahlhorn durch fäulniserregende Mikroorganismen zersetzt wird. Sie äußert sich durch übelriechendes, schwarzes Sekret sowie weiches, brüchiges Hornmaterial in den Strahlfurchen. Unbehandelt kann die Erkrankung tiefere Hufstrukturen schädigen und zu Lahmheit führen.

  107. Streckanschlag

    Der Streckanschlag bezeichnet den physiologischen Endpunkt der Streckbewegung (Extension) eines Gelenks. An diesem Punkt verhindert ein komplexes Zusammenspiel aus Gelenkkapsel, Bändern, Knorpel und gelenkumgebender Muskulatur eine weitere Streckung. Beim gesunden Hund ist dieser Anschlag klar definiert, reproduzierbar und für das jeweilige Gelenk charakteristisch.

  108. Streptokokkenarthritis Schwein

    Die Streptokokkenarthritis ist eine bakterielle Gelenkentzündung beim Schwein, die durch Streptokokken: meist Streptococcus suis: ausgelöst wird. Sie tritt vor allem bei Saug- und Absetzferkeln auf und führt zu schmerzhaften Schwellungen, Lahmheit und Bewegungsunlust. Unbehandelt kann sie chronische Gelenkschäden und Bewegungsstörungen nach sich ziehen.

  109. Stressfraktur Wildtier

    Eine Stressfraktur ist ein feiner Haarriss im Knochen, der durch wiederholte Überlastung entsteht: ohne einmaliges Trauma. Bei Wildtieren tritt sie vor allem an stark belasteten Knochen der Gliedmaßen auf, etwa bei Fluchttieren nach längerer Verfolgung, bei Zoo- oder Gehegetieren durch monotone Bewegungsmuster oder bei rehabilitierten Wildtieren mit veränderter Belastung.

  110. Stressfraktur der Röhrenknochen Wildtier

    Eine Stressfraktur der Röhrenknochen ist ein feiner Ermüdungsbruch, der durch wiederholte Belastung oder Überbeanspruchung des Knochens ohne akutes Trauma entsteht. Bei Wildtieren betrifft sie vor allem die langen Knochen der Gliedmaßen wie Metakarpus, Metatarsus, Tibia oder Radius. Typisch sind Mikrorisse in der Knochenrinde (Kortikalis), die sich bei anhaltender Belastung zu einer vollständigen Fraktur ausweiten können.

  111. Stresskaskade Wildtier

    Die Stresskaskade beschreibt bei Wildtieren die aufeinanderfolgende Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) als Reaktion auf Bedrohung, Schmerz oder Manipulation. Sie beeinflusst Kreislauf, Muskeltonus, Immunsystem und Wundheilung: und ist in der Wildtierorthopädie ein zentraler Faktor bei Versorgung, Anpassung und Rehabilitation.

  112. Stressmyopathie Wildtier

    Die Stressmyopathie (auch Capture Myopathy) ist eine bei Wildtieren auftretende Muskelerkrankung, die durch extreme körperliche und psychische Belastung: etwa während Fang, Transport oder Immobilisation: ausgelöst wird. Sie führt zu Muskelzelluntergang, Bewegungsstörungen und kann tödlich verlaufen. Betroffen sind vor allem Huftiere, Hasenartige und Vögel.

  113. Stützbandage Hund

    Eine Stützbandage ist ein textiles oder textil-elastisches Hilfsmittel, das beim Hund gezielt ein Gelenk oder eine Gliedmaßenregion umschließt, um Stabilität zu geben, Bewegung zu führen und Weichteilstrukturen zu entlasten. Sie wird vor allem bei leichten Instabilitäten, in der Rehabilitation oder zur Schonung nach Belastung eingesetzt. Im Gegensatz zur Orthese ersetzt sie keine verlorene Gelenkfunktion, sondern unterstützt eine vorhandene.

  114. Stützbandage Lumbosakral Hund

    Eine Stützbandage Lumbosakral ist ein tierorthopädisches Hilfsmittel, das den Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein (lumbosakraler Übergang) beim Hund entlastet und stabilisiert. Sie wird häufig bei degenerativen Veränderungen, Cauda-equina-Syndrom oder muskulären Schwächen im hinteren Rückenbereich eingesetzt. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und eine übermäßige Beugung oder Streckung dieses sensiblen Bereichs zu verhindern.

  115. Stützbandage Tarsus Hund

    Eine Stützbandage Tarsus ist ein orthopädisches Hilfsmittel für das Sprunggelenk (Tarsalgelenk) des Hundes. Sie stabilisiert das Gelenk von außen, entlastet Bänder und Sehnen und unterstützt die physiologische Bewegung. Eingesetzt wird sie bei Instabilitäten, postoperativ oder bei degenerativen Veränderungen des Hinterlaufs.

  116. Stützgeschirr Hund

    Ein Stützgeschirr ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das den Hund beim Gehen, Aufstehen oder Treppensteigen aktiv unterstützt. Es wird um Brust, Bauch oder Hinterhand angelegt und ermöglicht dem Halter, einen Teil des Körpergewichts abzufangen. Eingesetzt wird es bei Schwäche, Lähmungen, neurologischen Erkrankungen oder nach Operationen.

  117. Stützverband für Fesselgelenk Alpaka

    Ein Stützverband für das Fesselgelenk ist eine textile oder semi-rigide Bandage, die das Fesselgelenk (Articulatio metacarpophalangea bzw. metatarsophalangea) eines Alpakas stabilisiert, entlastet und vor Überdehnung schützt. Er wird bei Verletzungen, Überlastung oder zur postoperativen Versorgung eingesetzt. Beim Alpaka kommt der Stützverband insbesondere bei Sehnen-, Band- oder Gelenkproblemen der schlanken Gliedmaßen zum Einsatz.

  118. Stützverband für Karpus (Alpaka) Alpaka

    Ein Stützverband für den Karpus beim Alpaka ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das das Vorderfußwurzelgelenk (Karpalgelenk) stabilisiert, entlastet und vor übermäßiger Beugung oder Überstreckung schützt. Er kommt bei Verletzungen, Instabilitäten oder zur postoperativen Versorgung zum Einsatz und wird individuell an die schlanke Gliedmaßenanatomie des Alpakas angepasst.

  119. Stützverband für Zehenglieder Lama

    Ein Stützverband für Zehenglieder ist eine gezielt angelegte, semi-rigide Verbandstechnik zur Stabilisierung der Zehenknochen (Phalangen) und der zugehörigen Gelenke beim Lama. Er entlastet verletzte Strukturen, schützt vor Fehlbelastung und unterstützt die Heilung von Bändern, Sehnen oder Knochen im Bereich der gespaltenen Klauen.

  120. Sulcus-trochlearis-Dysplasie Hund

    Die Sulcus-trochlearis-Dysplasie bezeichnet eine angeborene Fehlbildung der Gleitrinne (Sulcus trochlearis) am distalen Oberschenkelknochen beim Hund, in der die Kniescheibe (Patella) physiologisch gleiten sollte. Diese Rinne ist zu flach, zu schmal oder ungleichmäßig ausgebildet, wodurch die Kniescheibe nicht ausreichend geführt wird und zur Luxation neigt. Die Dysplasie ist eine der Hauptursachen für die Patellaluxation beim Hund und tritt häufig bei kleinen Hunderassen auf.

  121. Supraspinatus-Tendinopathie Hund

    Die Supraspinatus-Tendinopathie ist eine schmerzhafte Veränderung der Sehne des Musculus supraspinatus an der Schulter des Hundes. Sie entsteht meist durch chronische Überlastung und führt zu degenerativen Umbauprozessen, teils mit Verkalkungen (Mineralisationen) im Sehnengewebe. Betroffene Hunde zeigen häufig eine schleichende, belastungsabhängige Vorhandlahmheit.

  122. Supraspinatustendinopathie Hund

    Die Supraspinatustendinopathie ist eine schmerzhafte Erkrankung der Sehne des Musculus supraspinatus, eines wichtigen Schultermuskels beim Hund. Sie entsteht durch chronische Überlastung oder wiederkehrende Mikroverletzungen der Sehne und führt zu Lahmheit an der Vordergliedmaße. Betroffen sind besonders mittelgroße bis große, sportlich aktive Hunde.

  123. Suspensorialbandruptur Alpaka

    Eine Suspensorialbandruptur beim Alpaka bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Riss des Fesselträgers (Musculus interosseus medius), einer zentralen Stützstruktur an der Rückseite des Röhrbeins. Diese Verletzung führt zu einer Instabilität der Fesselregion und einem charakteristischen Durchtrittigwerden der betroffenen Gliedmaße. Bei Alpakas tritt sie selten, aber im Zusammenhang mit Überlastung, Trauma oder degenerativen Veränderungen auf.

  124. Suspensorium-Desmopathie Lama

    Die Suspensorium-Desmopathie ist eine degenerative oder traumatisch bedingte Erkrankung des Fesselträgers (Musculus interosseus medius), eines wichtigen Stützbandes der distalen Gliedmaße. Beim Lama betrifft sie vor allem Tiere mit Fehlstellungen, Überlastung oder altersbedingtem Verschleiß und führt zu Lahmheit und Absinken der Fesselgelenke. Die Erkrankung kann an Ursprung, Schenkeln oder Endsehne lokalisiert sein.

  125. Symphysiodese Katze

    Die Symphysiodese ist ein chirurgisches Verfahren zur Wachstumslenkung, bei dem die Beckensymphyse (Schambeinfuge) vorzeitig durch Elektrokoagulation oder Fusion verschlossen wird. Bei Katzen wird diese Methode angewendet, um die Entwicklung des Beckens bei Hüftgelenksdysplasie (HD) positiv zu beeinflussen, indem das dorsale Beckenwachstum gefördert und die Hüftgelenkspfannenüberdachung verbessert wird.

  126. Synoviale Osteochondromatose Katze

    Die synoviale Osteochondromatose ist eine seltene Gelenkerkrankung der Katze, bei der sich in der Gelenkinnenhaut (Synovialis) knorpelige Knötchen bilden, die später verknöchern und als freie Gelenkkörper im Gelenk vorliegen können. Diese sogenannten Chondrome oder Osteochondrome führen zu mechanischer Reizung, Lahmheit und fortschreitender Arthrose. Bei Katzen tritt sie meist am Ellbogen-, Knie- oder Schultergelenk auf und wird oft im mittleren bis höheren Lebensalter diagnostiziert.

  127. Synovialgicht Vogel

    Synovialgicht (auch artikuläre Gicht) ist eine Stoffwechselerkrankung bei Vögeln, bei der Harnsäurekristalle (Urate) in Gelenken und Sehnenscheiden abgelagert werden. Sie entsteht als Folge einer chronischen Nierenfunktionsstörung und führt zu schmerzhaften, oft dauerhaft veränderten Gelenken. Betroffen sind vor allem die Zehen-, Sprung- und Ellbogengelenke.

  128. Synovitis urica Vogel

    Synovitis urica bezeichnet beim Vogel eine entzündliche Veränderung der Gelenkinnenhaut (Synovialis) durch Ablagerung von Harnsäurekristallen. Sie ist die gelenkbezogene Form der sogenannten Vogelgicht (artikuläre Gicht) und betrifft typischerweise die Zehen-, Sprung- und Ellbogengelenke. Die Erkrankung verläuft schmerzhaft und führt unbehandelt zu erheblichen Bewegungseinschränkungen.

  129. Synsacrum Vogel

    Das Synsacrum ist ein für Vögel typischer, starrer Knochenverbund im Bereich des Beckens, bei dem Lenden-, Kreuz- und vordere Schwanzwirbel mit dem Darmbein verschmolzen sind. Diese anatomische Besonderheit verleiht dem Vogelskelett enorme Stabilität und ist Grundlage für Flug, Landung und den aufrechten Stand auf zwei Beinen.

  130. Syringomyelie Hund

    Syringomyelie ist eine neurologische Erkrankung, bei der sich flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Syrinxen) im Rückenmark des Hundes bilden. Diese entstehen meist durch eine Störung des Liquorflusses und führen zu Nervenschäden mit typischen Schmerz- und Bewegungssymptomen. Besonders häufig sind kleine Rassen wie der Cavalier King Charles Spaniel betroffen.

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