TrittwerkTierorthopädie

Stellschiene für Zehenkorrektur beim Lama

Eine Stellschiene für Zehenkorrektur ist ein individuell angefertigtes orthopädisches Hilfsmittel, das beim Lama eingesetzt wird, um Fehlstellungen der Zehen schrittweise zu korrigieren oder zu stabilisieren. Sie wirkt durch gezielten Druck und definierte Achsenführung auf die betroffene Zehe und kann sowohl bei jungen Tieren mit Wachstumsfehlstellungen als auch bei erwachsenen Lamas nach Verletzungen verwendet werden.

Ausführlich

Lamas besitzen Spaltfüße mit zwei eigenständigen Zehen, die jeweils mit einer Zehennagelplatte und einem weichen Sohlenballen ausgestattet sind. Diese anatomische Besonderheit macht das Lama empfindlich gegenüber Fehlbelastungen: Bereits geringe Achsabweichungen einer einzelnen Zehe können zu ungleicher Lastverteilung, übermäßigem Hornwachstum und Folgeschäden an Gelenken und Sehnen führen. Eine Stellschiene für die Zehenkorrektur greift genau hier ein und richtet die Zehe wieder in eine physiologische Position aus.

Die Schiene wird in der Regel individuell nach Maß oder Abdruck gefertigt und besteht aus thermoplastischem Kunststoff oder Carbon, kombiniert mit weichen Polsterungen. Sie umschließt die betroffene Zehe und teils auch den Fesselbereich, sodass eine kontrollierte Achsenführung möglich ist. Über definierte Druckpunkte und Gegenhalter wird die Fehlstellung in kleinen Schritten in Richtung der gewünschten Korrekturachse geführt.

Typische Einsatzgebiete beim Lama

Angeborene Zehenfehlstellungen bei Jungtieren (z. B. Spreiz- oder Drehfehler)

Erworbene Fehlstellungen nach Sehnen- oder Bandverletzungen

Korrektur nach Frakturen im Zehenbereich

Stabilisierung bei chronischen Belastungsstörungen einer Zehe

Begleitung nach orthopädischen Eingriffen

Besonderheiten bei der Anwendung

Da Lamas in der Herde leben und auf weichen wie auch festen Untergründen laufen, muss die Stellschiene robust, rutschfest und gleichzeitig leicht sein. Druckstellen am sensiblen Sohlenballen sind unbedingt zu vermeiden. Eine regelmäßige Kontrolle der Passform durch Tierarzt oder Tierphysiotherapeut ist wichtig, insbesondere bei wachsenden Jungtieren, deren Zehen sich rasch verändern.

Die Korrektur erfolgt schrittweise über Wochen bis Monate. Die Stellschiene wird dabei in festgelegten Intervallen angepasst, damit die Zehe der vorgegebenen Achse folgen kann. Eine isolierte Anwendung ohne tierärztliche Begleitung ist nicht sinnvoll. Diagnose und Korrekturplan gehören in Fachhände.

Mögliche Symptome

Schiefstellung einer oder beider Zehen

ungleichmäßiger Hornabrieb der Zehennägel

sichtbares Spreizen oder Übereinanderschieben der Zehen

Lahmheit oder Schonhaltung

Druckstellen am Sohlenballen

veränderte Gangbild und Standbeinphase

Orthopädische Indikationen

angeborene Zehenfehlstellung bei Cria (Lama-Jungtier)

erworbene Fehlstellung nach Sehnen- oder Banddehnung

Korrekturphase nach Zehenfraktur

chronische Achsabweichung mit Folgebelastung

postoperative Stabilisierung im Zehenbereich

Unterstützung bei Sehnenkontrakturen

Häufige Fragen

Bei angeborenen Fehlstellungen kann eine Stellschiene bereits bei Crias in den ersten Lebenswochen sinnvoll sein, da das Wachstum dann noch gut beeinflussbar ist. Die Entscheidung trifft der Tierarzt nach klinischer Untersuchung und gegebenenfalls Röntgenbild.

Die Tragedauer richtet sich nach Ursache und Schweregrad der Fehlstellung. Bei jungen Tieren mit Wachstumsfehlern reichen oft einige Wochen, bei erwachsenen Lamas mit erworbenen Fehlstellungen können mehrere Monate nötig sein. Regelmäßige Kontrollen sind entscheidend.

In den meisten Fällen ja. Die Schiene wird so gefertigt, dass Weidegang und normale Bewegung möglich bleiben. In den ersten Tagen sollte das Tier jedoch beobachtet werden, um Druckstellen oder Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen.

Die Kosten hängen von Material, Aufwand und Korrekturziel ab. Da jede Schiene individuell anhand von Abdruck oder Scan gefertigt wird, ist eine pauschale Angabe nicht möglich. Eine Beratung durch die Manufaktur Trittwerk gibt hier verlässliche Auskunft.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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