Glossar der Tierorthopädie.
791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.
19 Begriffe mit R
Rachitis Meerschweinchen
Rachitis ist eine Erkrankung des wachsenden Skeletts, bei der die Mineralisierung von Knochen und Wachstumsfugen gestört ist. Bei Meerschweinchen entsteht sie meist durch einen Mangel an Vitamin D, Kalzium oder Phosphor bzw. ein gestörtes Verhältnis dieser Nährstoffe. Die Knochen bleiben weich, verformen sich unter Belastung und können zu Fehlstellungen sowie Gangstörungen führen.
Rachitische Gliedmaßenverkrümmung Reptil
Die rachitische Gliedmaßenverkrümmung ist eine Skelettdeformation bei Reptilien, die durch Kalzium- und Vitamin-D3-Mangel entsteht. Sie äußert sich in verbogenen, verdickten Knochen der Extremitäten und betrifft vor allem junge, wachsende Echsen und Schildkröten. Die Erkrankung gehört zum Komplex der metabolischen Knochenerkrankungen (MBD. Metabolic Bone Disease).
Radialislähmung Katze
Die Radialislähmung ist eine Funktionsstörung des Nervus radialis (Speichennerv) an der Vordergliedmaße der Katze. Sie führt zu einem teilweisen oder vollständigen Ausfall der Streckmuskulatur von Ellenbogen, Karpalgelenk und Zehen. Betroffene Katzen können die Pfote nicht mehr aktiv anheben und stützen sich häufig auf dem Pfotenrücken ab.
Radialisparese Alpaka
Die Radialisparese ist eine Lähmung oder Teillähmung des Nervus radialis (Speichennerv), der die Streckmuskulatur der Vordergliedmaße innerviert. Beim Alpaka führt sie zu einer typischen Stützunfähigkeit der betroffenen Vorderextremität, da das Tier Ellbogen, Karpus und Zehen nicht mehr aktiv strecken kann. Die Erkrankung tritt meist einseitig nach Trauma auf und ist orthopädisch hochrelevant.
Radius-Ulna-Fraktur Katze
Eine Radius-Ulna-Fraktur bezeichnet den Knochenbruch von Speiche (Radius) und Elle (Ulna): den beiden Unterarmknochen der Katze. Diese Fraktur betrifft das Vorderbein zwischen Ellenbogen und Karpalgelenk (Handwurzel) und gehört bei der Katze zu den häufigeren Frakturen der Vordergliedmaße. Meist sind beide Knochen gleichzeitig betroffen, seltener nur einer von beiden.
Radiusaplasie Hund
Die Radiusaplasie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Speiche (Radius) am Unterarm des Hundes vollständig fehlt oder nicht angelegt ist. Diese seltene Entwicklungsstörung tritt bereits während der embryonalen Entwicklung auf und führt zu schwerwiegenden Funktionsstörungen der betroffenen Vordergliedmaße. Die Aplasie unterscheidet sich von der Hypoplasie, bei der der Knochen zwar angelegt, aber unterentwickelt ist.
Rampenhilfe Hund
Eine Rampenhilfe ist eine schräge Aufstiegshilfe, die Hunden das Überwinden von Höhenunterschieden erleichtert, ohne dass sie springen müssen. Sie dient der Schonung von Gelenken, Wirbelsäule und Bändern und ist besonders wichtig bei orthopädischen Erkrankungen, nach Operationen oder bei älteren Hunden mit eingeschränkter Mobilität.
Rehabilitationsauswilderung Wildtier
Die Rehabilitationsauswilderung bezeichnet den strukturierten Prozess, ein verletztes, erkranktes oder verwaistes Wildtier nach medizinischer Behandlung und Rekonvaleszenz wieder in seinen natürlichen Lebensraum zu entlassen. Sie umfasst orthopädische Nachsorge, Konditionstraining und die Beurteilung der Überlebensfähigkeit im Freiland. Ziel ist die vollständige Wiederherstellung der artgerechten Bewegungs- und Verhaltensmuster.
Resektion des Klauensesambeins Kuh
Die Resektion des Klauensesambeins ist ein chirurgischer Eingriff bei der Kuh, bei dem das tief in der Klaue liegende Sesambein (Os sesamoideum distale, auch Strahlbein genannt) ganz oder teilweise entfernt wird. Der Eingriff kommt vor allem bei eitrigen Entzündungen des Klauensesambeins oder der tiefen Beugesehne zum Einsatz, wenn konservative Therapien nicht mehr greifen. Ziel ist der Erhalt der betroffenen Klaue und die Wiederherstellung einer belastbaren Gliedmaße.
Rhinitis atrophicans Schwein
Die Rhinitis atrophicans (RA) ist eine bakterielle Erkrankung der oberen Atemwege beim Schwein, bei der es zur Entzündung und fortschreitenden Rückbildung (Atrophie) der Nasenmuscheln kommt. Typisch sind eine Verformung des Oberkiefers und Verkürzung des Rüssels. Die Erkrankung beeinträchtigt Atmung, Wachstum und in fortgeschrittenen Fällen die gesamte Schädelstatik.
Rhusiopathiae-Arthritis Schwein
Die Rhusiopathiae-Arthritis ist eine durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt vor allem als chronische Verlaufsform der Rotlaufinfektion auf und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie Bewegungsstörungen. Betroffen sind häufig Jung- und Mastschweine sowie Zuchtsauen.
Röhrbein Pferd
Das Röhrbein bezeichnet beim Pferd die mittleren Gliedmaßenabschnitte der Vorder- und Hinterbeine, die das Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen (Metacarpus/Metatarsus) sowie die paarigen Griffelbeine umfassen. Es erstreckt sich vom Karpal- bzw. Tarsalgelenk bis zum Fesselgelenk und bildet eine wichtige tragende Struktur im Bewegungsapparat. Der Name leitet sich von der charakteristischen röhrenförmigen Gestalt dieser Knochenregion ab.
Rotationsdeformität der Tibia Vogel
Eine Rotationsdeformität der Tibia (beim Vogel korrekt Tibiotarsus) bezeichnet eine abnorme Verdrehung des Unterschenkelknochens um seine Längsachse. Dadurch zeigt der Lauf nicht mehr gerade nach vorn, sondern ist nach innen oder außen rotiert. Es handelt sich um eine häufige Wachstumsstörung bei Jungvögeln, insbesondere bei schnell wachsenden Arten wie Greifvögeln, Wassergeflügel und Hühnervögeln.
Rotlaufarthritis Schwein
Die Rotlaufarthritis ist eine chronische Gelenkentzündung beim Schwein, die durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae (Erreger des Schweinerotlaufs) ausgelöst wird. Sie entsteht meist im Anschluss an eine akute oder subklinische Rotlaufinfektion und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie deutlichen Lahmheiten. Betroffen sind vor allem Mastschweine, Jungsauen und Zuchttiere.
Rückenmarkskompression der Halswirbelsäule Lama
Eine Rückenmarkskompression der Halswirbelsäule beim Lama beschreibt eine Einengung des Rückenmarks im Bereich der sieben Halswirbel (Vertebrae cervicales), die zu neurologischen Ausfällen führt. Ursachen können knöcherne Veränderungen, Bandscheibenprobleme, Traumata oder Fehlbildungen sein. Betroffene Lamas zeigen typischerweise Koordinationsstörungen, Schwäche in den Gliedmaßen oder eine veränderte Kopf-Hals-Haltung.
Rückenorthese Hund
Eine Rückenorthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das beim Hund die Wirbelsäule stabilisiert, entlastet oder in einer definierten Position hält. Sie wird individuell angepasst und kommt bei Erkrankungen oder Verletzungen der Brust-, Lenden- oder Übergangswirbel zum Einsatz. Ziel ist die Reduktion von Schmerzen, der Schutz neurologischer Strukturen und die Unterstützung der Mobilität.
Rückenschmerz-Syndrom Pferd
Das Rückenschmerz-Syndrom beim Pferd bezeichnet einen Komplex aus akuten oder chronischen Schmerzzuständen im Bereich der Wirbelsäule, der Rückenmuskulatur und angrenzender Strukturen. Es äußert sich durch Bewegungsunlust, Rittigkeitsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten und kann verschiedene Ursachen wie Muskelverspannungen, Wirbelblockaden, Kissing Spines oder unpassende Sättel haben. Eine frühzeitige Diagnose und multimodale Therapie sind entscheidend für die Wiederherstellung der Bewegungsfreude.
Rumpfschale
Eine Rumpfschale ist eine individuell angepasste orthopädische Außenstütze (Orthese), die den Rumpf des Hundes: also den Bereich von den Schultern bis zur Hüfte: umschließt und gezielt stabilisiert. Sie wird aus leichten, körpergerechten Materialien wie thermoplastischen Kunststoffen oder textilen Hochleistungsstoffen gefertigt und exakt auf die Körpermaße des jeweiligen Tieres zugeschnitten.
Rusterholz-Ulkus Kuh
Das Rusterholz-Ulkus ist eine schmerzhafte Klauenerkrankung bei Rindern, die durch eine tiefe Läsion der Sohle im Bereich der typischen Stelle (Rusterholz-Stelle) gekennzeichnet ist. Es entsteht durch chronische Druckbelastung und nachfolgende Nekrose des Sohlenhorns, meist im Übergangsbereich zwischen hartem und weicherem Horn im axialen Bereich der Außenklaue. Die Erkrankung führt zu hochgradiger Lahmheit und beeinträchtigt die Bewegungsfähigkeit der Kuh erheblich.
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