TrittwerkTierorthopädie

Glossar der Tierorthopädie.

791 Fachbegriffe für 17 Tierarten, verständlich erklärt. Nach Tierart, nach Buchstabe, oder ihr sucht direkt.

30 Begriffe mit E

  1. Eckstrebe Pferd

    Die Eckstrebe ist ein nach innen umgeschlagener Anteil der Hufwand am hinteren Ende des Pferdehufs. Sie bildet zusammen mit dem Tragrand und der Sohle die sogenannte Eckstrebenwinkel und stabilisiert den Trachtenbereich. Eine korrekt geformte Eckstrebe ist wesentlich für die Lastverteilung und die Hufmechanik.

  2. Eckstrebenverlagerung Pferd

    Eine Eckstrebenverlagerung beschreibt eine Fehlstellung der Eckstreben im Hufinneren, bei der diese aus ihrer physiologischen Position nach vorne in Richtung Hufspitze verschoben sind. Dadurch verlieren sie ihre stützende Funktion im hinteren Hufbereich und können Trachten, Strahl und das gesamte Hufgleichgewicht negativ beeinflussen. Die Verlagerung tritt häufig bei untergeschobenen Trachten oder chronisch vernachlässigter Hufbearbeitung auf.

  3. ED-Grad Hund

    Der ED-Grad bezeichnet die Schweregradklassifikation der Ellbogendysplasie (ED) beim Hund. Die Einteilung erfolgt nach der International Elbow Working Group (IEWG) in Grade von 0 (frei) bis 3 (hochgradig), basierend auf röntgenologischen Befunden und dem Ausmaß arthrotischer Veränderungen im Ellbogengelenk.

  4. Eiereisen Pferd

    Ein Eiereisen ist ein speziell geformter Hufbeschlag beim Pferd, dessen Schenkel hinten zu einer geschlossenen, ovalen (eiförmigen) Form zusammenlaufen. Es bietet dem Huf eine vergrößerte Auflagefläche und stabilisiert die Trachten- und Ballenregion. Eingesetzt wird es vor allem bei orthopädischen Indikationen wie Trachtenproblemen, Hufrollenerkrankung oder Sehnenleiden.

  5. Eierschalenhuf Pferd

    Als Eierschalenhuf bezeichnet man einen Huf mit auffällig dünner, brüchiger Hornwand, die an eine Eierschale erinnert. Die Hornqualität ist reduziert, die Wand splittert leicht und bietet den inneren Hufstrukturen nur wenig Schutz. Betroffene Pferde neigen zu Hufproblemen, Nageldurchbrüchen und schlechter Beschlagbarkeit.

  6. Ellbogendysplasie

    Die Ellbogendysplasie (ED) ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Entwicklungsstörungen, die das Ellbogengelenk des Hundes betreffen. Sie zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei mittelgroßen und großen Hunderassen und entsteht durch ein Missverhältnis im Knochenwachstum der drei am Gelenk beteiligten Knochen: Oberarmknochen (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius).

  7. Ellbogendysplasie Hund

    Die Ellbogendysplasie (ED) ist eine erblich bedingte Entwicklungsstörung des Ellbogengelenks beim Hund, die zu Fehlbildungen der Gelenkflächen und Knorpelschäden führt. Sie umfasst verschiedene Krankheitsbilder wie isolierten Processus anconaeus (IPA), fragmentierten Processus coronoideus (FPC) und Osteochondrosis dissecans (OCD) des Ellbogens. Die ED tritt besonders häufig bei großwüchsigen und schnellwachsenden Hunderassen auf und führt unbehandelt zu chronischer Lahmheit und Arthrose.

  8. Ellbogendysplasie Katze

    Die Ellbogendysplasie (ED) ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene entwicklungsbedingte Fehlbildungen des Ellbogengelenks. Bei der Katze tritt sie deutlich seltener auf als beim Hund, ist aber als Ursache für Vordergliedmaßenlahmheiten und Arthrose des Ellbogens beschrieben. Betroffen sind meist beide Ellbogengelenke, was die Diagnose erschwert, da die Tiere eher steif laufen statt klar zu lahmen.

  9. Ellbogengelenksluxation (Alpaka) Alpaka

    Eine Ellbogengelenksluxation beim Alpaka bezeichnet das vollständige Ausrenken des Ellbogengelenks, bei dem Oberarmknochen (Humerus) und Unterarmknochen (Radius/Ulna) ihre normale Gelenkposition verlieren. Bei Alpakas tritt sie meist traumatisch auf, etwa nach Stürzen, Tritten oder Hängenbleiben in Zäunen. Die Luxation führt zu einer hochgradigen Lahmheit der betroffenen Vordergliedmaße und erfordert umgehende tierärztliche Versorgung.

  10. Ellbogenhöcker Pferd

    Der Ellbogenhöcker (Olecranon oder Tuber olecrani) ist der nach hinten ragende Knochenfortsatz der Elle (Ulna) am Ellbogengelenk des Pferdes. Er dient als Ansatzpunkt für die Strecksehne des Musculus triceps brachii und ist durch seine exponierte Lage anfällig für Verletzungen, insbesondere durch Hufschläge beim Liegen oder Stolpern.

  11. Ellbogeninkongruenz Hund

    Die Ellbogeninkongruenz ist eine Fehlbildung des Ellbogengelenks beim Hund, bei der die Gelenkflächen von Elle (Ulna) und Speiche (Radius) nicht optimal zueinander passen. Diese mangelnde Passgenauigkeit führt zu ungleichmäßiger Belastungsverteilung im Gelenk und gehört zu den häufigsten Ursachen der Ellbogendysplasie (ED). Die Inkongruenz kann angeboren oder entwicklungsbedingt auftreten und betrifft vor allem mittelgroße bis große Hunderassen.

  12. Ellenbogendysplasie Katze

    Die Ellenbogendysplasie (ED) ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Entwicklungsstörungen des Ellenbogengelenks, die zu Fehlpassungen der Gelenkflächen und fortschreitender Arthrose führen. Bei der Katze tritt sie deutlich seltener auf als beim Hund, ist aber bekannt: insbesondere als bilaterale Erkrankung mit chronischer Lahmheit. Betroffen sind vor allem ältere Katzen mittlerer bis großer Rassen, häufig wird die Erkrankung jedoch erst spät erkannt, da Katzen Schmerzen lange kompensieren.

  13. Enzephalitozoonose Kaninchen

    Enzephalitozoonose ist eine durch den Mikrosporidien-Erreger Encephalitozoon cuniculi ausgelöste Infektionskrankheit, die bei Kaninchen häufig neurologische Symptome verursacht. Der Parasit befällt vor allem Gehirn, Nieren und Augen und kann zu bleibenden Bewegungsstörungen führen, die orthopädische Hilfsmittel erforderlich machen.

  14. Enzootische Ataxie Schaf

    Die Enzootische Ataxie, auch Swayback genannt, ist eine durch Kupfermangel verursachte neurologische Erkrankung bei Lämmern. Sie führt zu Demyelinisierung im zentralen Nervensystem und äußert sich in Bewegungsstörungen, vor allem Schwäche und Koordinationsproblemen der Hinterhand. Betroffen sind überwiegend neugeborene oder wenige Wochen alte Lämmer.

  15. Enzootische Muskeldystrophie Schaf

    Die Enzootische Muskeldystrophie (auch Weißmuskelkrankheit genannt) ist eine ernährungsbedingte Muskelerkrankung beim Schaf, die durch einen Mangel an Selen und/oder Vitamin E entsteht. Sie führt zu degenerativen Veränderungen der Skelett- und Herzmuskulatur, vor allem bei Lämmern. Betroffene Tiere zeigen Schwäche, Bewegungsstörungen und Steifheit, was sie auch für die Tierorthopädie relevant macht.

  16. Epiphysiolyse Schaf

    Als Epiphysiolyse bezeichnet man die Ablösung oder Lockerung der Wachstumsfuge (Epiphysenfuge) vom angrenzenden Knochen. Beim Schaf tritt sie vor allem bei Jungtieren im Wachstum auf und betrifft häufig die langen Röhrenknochen der Gliedmaßen. Die Verletzung kann traumatisch bedingt sein oder durch Stoffwechselstörungen begünstigt werden und führt zu Lahmheit sowie potenziell zu Wachstumsstörungen.

  17. Epiphysiolysis capitis femoris Schwein

    Die Epiphysiolysis capitis femoris ist eine Ablösung der Wachstumsfuge am Oberschenkelkopf (Femurkopf), bei der sich die Epiphyse (Knochenendstück) von der Metaphyse (Knochenschaft) löst. Bei Schweinen tritt diese Erkrankung vor allem bei schnellwüchsigen Mastschweinen in der Wachstumsphase auf und wird häufig durch mechanische Überbelastung, Traumata oder Ernährungsfaktoren begünstigt. Die Ablösung führt zu akuter Lahmheit und kann ohne Behandlung zu dauerhaften Gelenkschäden und Bewegungseinschränkungen führen.

  18. Equines Cushing-Syndrom Pferd

    Das Equine Cushing-Syndrom, heute korrekt als Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID) bezeichnet, ist eine hormonelle Erkrankung älterer Pferde. Durch eine Funktionsstörung des Hypophysenzwischenlappens werden übermäßig viele Hormone, insbesondere ACTH, ausgeschüttet. Dies führt zu vielfältigen Symptomen wie Fellveränderungen, Muskelabbau und einer erhöhten Anfälligkeit für Hufrehe.

  19. Equines Metabolisches Syndrom Pferd

    Das Equine Metabolische Syndrom (EMS) ist eine hormonell-stoffwechselbedingte Erkrankung des Pferdes, die durch eine gestörte Insulinregulation (Insulindysregulation), Übergewicht oder regionale Fettdepots sowie eine erhöhte Neigung zur Hufrehe gekennzeichnet ist. EMS ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Symptomkomplex, der vor allem bei leichtfuttrigen Rassen auftritt. Aus orthopädischer Sicht ist EMS besonders relevant, weil die Folgeerkrankung Hufrehe massive Auswirkungen auf den Bewegungsapparat hat.

  20. Erysipelarthritis Schwein

    Erysipelarthritis ist eine durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae (Rotlauf-Erreger) verursachte Gelenkentzündung beim Schwein. Sie tritt meist als chronische Verlaufsform der Rotlaufinfektion auf und führt zu schmerzhaften, geschwollenen Gelenken sowie zunehmenden Bewegungsstörungen.

  21. Eselbandage Esel

    Eine Eselbandage ist ein speziell auf die Anatomie und die Beanspruchung des Esels zugeschnittenes textiles oder textil-elastisches Hilfsmittel, das Gelenke, Sehnen oder Weichteile am Bewegungsapparat stützt, schützt oder entlastet. Sie wird bei Verletzungen, postoperativ oder zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen eingesetzt und unterscheidet sich in Passform und Materialstärke von Bandagen für Pferde.

  22. Eselhuf Esel

    Der Eselhuf ist die hornige Endstruktur an den Gliedmaßen des Esels und unterscheidet sich deutlich vom Pferdehuf. Er ist schmaler, steiler und tiefer geformt, mit einer härteren Hornqualität, die an trockene, karge Lebensräume angepasst ist. Diese anatomischen Besonderheiten beeinflussen maßgeblich Hufpflege, Beschlag und orthopädische Versorgung.

  23. Eselhufkorrektur Esel

    Die Eselhufkorrektur ist die fachgerechte, regelmäßige Bearbeitung der Hufe beim Esel, die sich in Form, Winkel und Hornqualität deutlich vom Pferdehuf unterscheidet. Ziel ist die Wiederherstellung einer eselgerechten Hufform, um Fehlstellungen, Lahmheiten und Folgeschäden am Bewegungsapparat vorzubeugen. Sie wird von speziell geschulten Hufbearbeitern oder Hufschmieden durchgeführt.

  24. Eselhufpflege Esel

    Eselhufpflege bezeichnet die regelmäßige fachgerechte Bearbeitung und Kontrolle der Hufe beim Esel. Sie umfasst das Ausschneiden, Raspeln und Korrigieren der Hornkapsel sowie die Begutachtung auf Erkrankungen. Aufgrund der anatomischen und biomechanischen Unterschiede zum Pferdehuf erfordert sie spezifisches Fachwissen.

  25. Eselhufrehe Esel

    Eselhufrehe (Laminitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut beim Esel, bei der die Verbindung zwischen Hufkapsel und Hufbein geschwächt wird. Esel sind aufgrund ihres Stoffwechsels und ihrer Anpassung an karge Lebensräume besonders anfällig, zeigen jedoch häufig weniger deutliche Symptome als Pferde. Unbehandelt kann es zur Rotation oder Absenkung des Hufbeins innerhalb der Hufkapsel kommen.

  26. Eselhufschuh Esel

    Ein Eselhufschuh ist ein abnehmbarer Schutz- und Therapieschuh, der speziell an die Hufform des Esels angepasst wird. Er dient dem Schutz des Hufes bei Erkrankungen, Verletzungen oder zur Unterstützung bei orthopädischen Problemen und ersetzt oder ergänzt in vielen Fällen einen klassischen Hufbeschlag.

  27. Eselorthese Esel

    Eine Eselorthese ist ein individuell angefertigtes orthopädisches Hilfsmittel, das beim Esel zur Stabilisierung, Entlastung oder Korrektur einzelner Gliedmaßenabschnitte eingesetzt wird. Sie wird nach Maß gefertigt und berücksichtigt die besondere Anatomie, das Gangbild und die robusten Hufverhältnisse des Esels.

  28. Euterödem-bedingte Lahmheit Ziege

    Die euterödem-bedingte Lahmheit bei der Ziege bezeichnet eine Bewegungsstörung der Hintergliedmaßen, die durch eine ödematöse Schwellung des Euters: meist rund um den Geburtszeitpunkt: ausgelöst wird. Das prall gefüllte, gespannte Eutergewebe behindert die physiologische Bewegung der Hintergliedmaßen und führt zu einem breitbeinigen, steifen Gang.

  29. Exoprothese Hund

    Eine Exoprothese ist ein äußerlich am Körper getragenes Ersatzstück für eine fehlende oder amputierte Gliedmaße. Beim Hund wird sie nach Teilamputationen einer Pfote oder eines Beines eingesetzt, um die Stützfunktion wiederherzustellen und ein möglichst physiologisches Gangbild zu ermöglichen. Im Gegensatz zur Endoprothese (z. B. künstliches Hüftgelenk) verbleibt die Exoprothese außerhalb des Körpers und wird über einen Schaft am verbliebenen Stumpf befestigt.

  30. Externer Fixateur Wildtier

    Ein externer Fixateur ist ein außerhalb des Körpers angebrachtes Stabilisierungssystem zur Behandlung von Frakturen, das über perkutane Pins oder Schrauben mit dem Knochen verbunden ist. Bei Wildtieren wird er insbesondere dann eingesetzt, wenn innere Osteosyntheseverfahren aufgrund von Anatomie, Infektionsrisiko oder geplanter Auswilderung ungeeignet sind. Das System erlaubt eine stabile Knochenheilung bei gleichzeitig minimaler Manipulation am verletzten Tier.

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