Ausführlich
Die synoviale Osteochondromatose (auch synoviale Chondromatose) ist eine proliferative Erkrankung der Gelenkschleimhaut, bei der Bindegewebszellen der Synovialis metaplastisch zu Knorpelzellen umgewandelt werden. Diese knorpeligen Knötchen können sich von der Gelenkinnenhaut ablösen, frei im Gelenkspalt schwimmen und im weiteren Verlauf durch Einlagerung von Kalksalzen verknöchern: es entstehen sogenannte freie Gelenkkörper oder „Gelenkmäuse“.
Bei der Katze ist die Erkrankung deutlich seltener als beim Hund und wird häufig erst spät erkannt, da Katzen Schmerzen gut maskieren und Lahmheiten oft als altersbedingte Steifheit fehlgedeutet werden. Betroffen sind vor allem mittelgroße Gelenke wie das Ellbogen-, Knie- oder Schultergelenk. Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt: diskutiert werden chronische Reizzustände, vorangegangene Traumata oder eine idiopathische (ohne erkennbare Ursache) Entstehung.
Anatomischer Hintergrund bei der Katze
Die Gelenke der Katze sind feingliedrig und auf hohe Beweglichkeit ausgelegt. Bereits kleine freie Gelenkkörper können die Mechanik empfindlich stören, da sie sich zwischen den Knorpelflächen einklemmen und so plötzliche Schmerzen oder Bewegungsblockaden auslösen. Langfristig verursachen sie eine fortschreitende Schädigung des Gelenkknorpels und damit eine sekundäre Osteoarthrose.
Orthopädische Relevanz
Die Erkrankung verläuft chronisch progredient. Nach chirurgischer Entfernung der Gelenkkörper: die immer Sache des Tierarztes ist: kann es zu Rezidiven kommen. In der Nachsorge spielen Bewegungssteuerung, Muskelerhalt und gelenkschonende Belastung eine wichtige Rolle.
Betroffene Strukturen: Synovialis, Gelenkknorpel, Gelenkkapsel
Folgen: freie Gelenkkörper, Knorpelabrieb, sekundäre Arthrose
Diagnostik: Röntgen, CT, MRT, Gelenkpunktion durch den Tierarzt
Unterstützung durch orthopädische Hilfsmittel
Maßgefertigte Bandagen oder Orthesen können bei der Katze in der postoperativen Phase oder bei fortgeschrittener Arthrose unterstützend eingesetzt werden, um das betroffene Gelenk zu stabilisieren, die Belastung gleichmäßig zu verteilen und so die Lebensqualität zu erhalten. Die Versorgung sollte stets individuell angepasst und mit dem behandelnden Tierarzt oder Physiotherapeuten abgestimmt werden.
Mögliche Symptome
Intermittierende Lahmheit einer Gliedmaße
Steifheit nach Ruhephasen
Schmerzhafte Gelenkbeweglichkeit
Sichtbare Gelenkschwellung
Vermindertes Springen und Klettern
Knirschende Geräusche im Gelenk (Krepitation)
Muskelabbau am betroffenen Bein
Veränderter Gang oder Schonhaltung
Orthopädische Indikationen
Postoperative Stabilisierung nach Entfernung freier Gelenkkörper
Entlastung bei sekundärer Arthrose des betroffenen Gelenks
Unterstützung der Gelenkführung bei chronischer Synovialitis
Schonung bei wiederkehrenden Lahmheiten
Kompensation muskulärer Defizite an Ellbogen, Knie oder Schulter
Häufige Fragen
Die Erkrankung ist bei Katzen selten und wird seltener diagnostiziert als beim Hund. Da Katzen Schmerzen gut verbergen, bleibt sie häufig lange unentdeckt und wird oft erst bei fortgeschrittener Arthrose erkannt.
Nein. Freie Gelenkkörper müssen in der Regel chirurgisch entfernt werden: das entscheidet immer der Tierarzt. Eine maßgefertigte Orthese oder Bandage kann jedoch in der Nachsorge oder bei begleitender Arthrose das Gelenk stabilisieren und die Belastung reduzieren.
Am häufigsten werden Veränderungen an Ellbogen-, Knie- und Schultergelenk beschrieben. Grundsätzlich kann jedes synoviale Gelenk betroffen sein.
Achten Sie auf nachlassende Sprungfreude, Zögern beim Treppensteigen, eine veränderte Gangart oder Steifheit nach dem Aufstehen. Bei solchen Anzeichen sollte das Tier tierärztlich untersucht werden.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.