Ausführlich
Die Spondylose ist eine nicht-entzündliche, degenerative Veränderung der Wirbelsäule, die bei Katzen häufiger vorkommt, als lange angenommen wurde. Sie entwickelt sich meist langsam über Jahre und wird oft erst spät erkannt, da Katzen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sehr gut kaschieren. Betroffen sind vorwiegend ältere Katzen ab etwa zehn Jahren.
Anatomischer Hintergrund
Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben, die als elastische Stoßdämpfer wirken. Verlieren diese durch Verschleiß ihre Elastizität, versucht der Körper, die entstehende Instabilität durch knöcherne Zubildungen an den Wirbelkörpern auszugleichen. Diese sogenannten Spondylophyten wachsen schnabel- oder brückenartig zwischen den Wirbeln und können diese teilweise oder vollständig versteifen. Bei der Katze sind besonders die Brust-Lenden-Region (Th13. L4) sowie der Übergang zum Kreuzbein häufig betroffen.
Ursachen
natürlicher Alterungsprozess der Bandscheiben
chronische Fehlbelastungen, etwa durch Übergewicht
frühere Traumata wie Stürze aus großer Höhe („High-Rise-Syndrom“)
angeborene Wirbelfehlbildungen
chronische Instabilitäten der Wirbelsäule
Orthopädische Relevanz
Die Spondylose selbst ist meist nicht direkt schmerzhaft, sondern die begleitenden muskulären Verspannungen, eingeklemmten Nervenwurzeln oder eine eingeschränkte Beweglichkeit. Katzen zeigen dann häufig Probleme beim Springen, eine veränderte Körperhaltung oder verminderte Aktivität. Da die Wirbelsäule der Katze auf hohe Flexibilität ausgelegt ist, wirkt sich eine Versteifung besonders deutlich auf das Bewegungsverhalten aus.
Unterstützende Maßnahmen
Neben der tierärztlichen Behandlung können physiotherapeutische Maßnahmen, Gewichtsmanagement und eine katzengerechte Umgebungsanpassung helfen. In ausgewählten Fällen können stützende Bandagen oder individuell angefertigte orthopädische Hilfsmittel die Rumpfmuskulatur entlasten und die Beweglichkeit unterstützen. Die Auswahl sollte immer in enger Abstimmung mit Tierarzt und Physiotherapeut erfolgen.
Mögliche Symptome
steifer Gang, besonders nach Ruhephasen
Unlust beim Springen auf höhere Flächen
verändertes Sprungverhalten oder Abbrechen von Sprüngen
Berührungsempfindlichkeit im Rückenbereich
aufgekrümmter oder durchhängender Rücken
verminderte Aktivität und Rückzug
Schwierigkeiten bei der Fellpflege im hinteren Körperbereich
gelegentliches Lahmen der Hintergliedmaßen
Orthopädische Indikationen
stützende Rumpfbandage bei Instabilität der Wirbelsäule
individuell gefertigte Rückenorthese zur Entlastung schmerzhafter Bereiche
orthopädische Unterstützung bei kombinierten Erkrankungen wie Arthrose der Hintergliedmaßen
Hilfsmittel zur Verbesserung der Körperhaltung im Rahmen der Physiotherapie
Häufige Fragen
Nein, die knöchernen Zubildungen bilden sich nicht zurück. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten. Eine genaue Therapieplanung sollte immer mit dem Tierarzt erfolgen.
Achten Sie auf subtile Veränderungen: weniger Sprünge, langsameres Aufstehen, vorsichtigere Bewegungen oder vernachlässigte Fellpflege am Rücken. Da Katzen Schmerzen verbergen, ist eine tierärztliche Untersuchung mit Röntgenbild bei Verdacht sinnvoll.
In bestimmten Fällen können speziell angepasste Bandagen oder Orthesen die Rumpfmuskulatur unterstützen und schmerzhafte Bereiche entlasten. Da Katzen sehr sensibel auf Hilfsmittel reagieren, ist eine individuelle Anpassung und ein behutsames Eingewöhnen entscheidend.
Sorgen Sie für rutschfeste Böden, niedrige Einstiege ins Katzenklo, Rampen oder Stufen zu Lieblingsplätzen und ein gesundes Körpergewicht. Auch wärmende Liegeplätze und sanfte Bewegung tun betroffenen Katzen gut.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.