Ausführlich
Lamas besitzen an jedem Bein zwei voneinander getrennte Zehen (Paarhufer mit gespaltener Klaue), die jeweils aus drei Zehengliedern. Fessel-, Kron- und Klauenbein: bestehen. Anders als beim Pferd ist die Klaue weich und das eigentliche Auftreten erfolgt über eine elastische Sohlenfläche. Diese Anatomie macht die Zehenglieder anfällig für Distorsionen, Bänderdehnungen und Frakturen, besonders bei Stürzen, Verdrehungen auf weichem Untergrund oder durch das Hängenbleiben an Zäunen.
Ein Stützverband für Zehenglieder wird angelegt, um die betroffene Zehe in einer physiologisch korrekten Achse zu fixieren, Mikrobewegungen zu reduzieren und die umliegenden Weichteile zu schonen. Beim Lama ist dabei zu beachten, dass beide Zehen häufig gemeinsam stabilisiert werden müssen, da sie sich gegenseitig in der Belastung beeinflussen. Der Verband besteht meist aus mehreren Schichten: einer Polsterung, einer elastischen Fixierung und einer formgebenden, härteren Außenschicht.
Anatomische Besonderheiten beim Lama
Zwei selbstständig bewegliche Zehen pro Bein
Weiche, druckempfindliche Sohlenballen
Schlanke, hochgestellte Fesselregion mit empfindlichen Beugesehnen
Geringe Hornmasse im Vergleich zu Huftieren: weniger Eigenschutz
Typische Indikationen
Stützverbände kommen unter anderem bei Phalanxfrakturen, Sehnenscheidenentzündungen, Bandverletzungen am Krongelenk oder nach chirurgischen Eingriffen an der Klaue zum Einsatz. Auch bei chronischen Fehlstellungen kann ein temporärer Stützverband ergänzend zu einer Orthese verwendet werden.
Übergang zur Orthese
Reicht ein klassischer Verband nicht aus oder ist eine längerfristige Versorgung nötig, wird im Trittwerk häufig eine individuell gefertigte Zehen- oder Fesselorthese empfohlen. Diese bietet eine reproduzierbare Stabilisierung und kann hygienisch gereinigt werden: ein klarer Vorteil bei der oft langwierigen Heilung von Zehenverletzungen beim Lama.
Mögliche Symptome
Lahmheit oder Schonhaltung der betroffenen Gliedmaße
Schwellung im Zehen- oder Fesselbereich
Wärme und Druckempfindlichkeit der Klaue
Auseinanderspreizen oder Fehlstellung der Zehen
Verminderte Belastung beim Stehen oder Liegen
Orthopädische Indikationen
Frakturen der Zehenglieder (Phalanxfrakturen)
Distorsionen und Bandverletzungen am Kron- oder Klauengelenk
Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen im Zehenbereich
Postoperative Stabilisierung nach Klauenoperationen
Begleitende Ruhigstellung bei Klauenabszessen oder Pododermatitis
Temporäre Fixierung bis zur Anfertigung einer individuellen Orthese
Häufige Fragen
Die Tragedauer richtet sich nach Art und Schwere der Verletzung und liegt meist zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. Der Verband sollte regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert und gewechselt werden, um Druckstellen und Feuchtigkeitsstau zu vermeiden.
Ein gut angelegter Stützverband erlaubt vorsichtiges Gehen auf trockenem, ebenem Untergrund. Weiden mit feuchtem Boden, Schlamm oder unebenes Gelände sollten jedoch gemieden werden, damit der Verband nicht verrutscht oder durchnässt.
Bei längerfristigem Stabilisierungsbedarf, wiederkehrenden Verletzungen oder chronischen Fehlstellungen ist eine individuell angepasste Orthese die hygienischere und mechanisch stabilere Lösung. Trittwerk fertigt solche Versorgungen nach Maß für die spezielle Anatomie des Lamas an.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.