Ausführlich
Das Sprunggelenk des Hundes (Articulatio tarsi) ist ein komplexes Gelenk an der Hintergliedmaße, das aus mehreren Knochenreihen besteht und sowohl Scharnier- als auch leichte Rotationsbewegungen zulässt. Es überträgt die Schubkraft der Hinterhand auf den Boden und ist daher beim Laufen, Springen und Abbremsen enormen Kräften ausgesetzt. Stabilisiert wird es durch ein straffes Bandsystem, insbesondere die Kollateralbänder sowie die lange und kurze Plantarseitenbandstruktur.
Eine Sprunggelenkorthese wird individuell oder semi-individuell gefertigt und umschließt den Unterschenkel sowie den Mittelfuß. Über Schalen, Gurte und teils integrierte Gelenke kann sie das Tarsalgelenk in einer physiologischen Achse halten, Fehlstellungen reduzieren und schmerzhafte Bewegungen vermeiden. Bei Trittwerk werden Sprunggelenkorthesen nach Maß angefertigt, um Passform, Druckverteilung und Funktion optimal auf den einzelnen Hund abzustimmen.
Typische orthopädische Indikationen beim Hund
Teil- oder Komplettruptur der Achillessehne
Bandverletzungen am Sprunggelenk (z. B. Riss der Kollateralbänder)
Arthrose im Tarsalgelenk
Neurologische Ausfälle mit Überköten (Knuckling)
Postoperative Stabilisierung, z. B. nach Arthrodese-Versagen
Hyperextension oder Hyperflexion des Sprunggelenks
Bauformen
Je nach Indikation unterscheidet man zwischen starren Orthesen, die das Gelenk vollständig immobilisieren, und dynamischen Modellen mit integrierten Orthesengelenken, die kontrollierte Bewegung erlauben. Auch teilflexible Varianten mit elastischen Elementen werden eingesetzt, etwa bei chronischer Instabilität oder leichter Arthrose. Die Auswahl erfolgt nach tierärztlicher oder physiotherapeutischer Diagnostik.
Anpassung und Tragezeit
Damit eine Sprunggelenkorthese ihre Wirkung entfalten kann, ist eine exakte Passform entscheidend. Der Hund wird langsam an die Orthese gewöhnt, die Tragezeiten werden schrittweise gesteigert. Regelmäßige Kontrollen von Haut, Druckstellen und Sitz sind notwendig, da besonders der Calcaneus (Fersenbeinhöcker) druckempfindlich ist.
Mögliche Symptome
Lahmheit der Hinterhand
Durchtrittiges Sprunggelenk (Hyperextension)
Instabilität beim Auftreten
Überköten der Pfote (Knuckling)
Schmerzäußerung bei Belastung
Muskelabbau an der betroffenen Gliedmaße
Schonhaltung oder Entlastung der Hintergliedmaße
Orthopädische Indikationen
Achillessehnenruptur (Teil- oder Komplettruptur)
Bandverletzungen am Tarsalgelenk
Arthrose im Sprunggelenk
Neurologisch bedingte Instabilität (z. B. Ischiadicusparese)
Postoperative Stabilisierung
Konservative Therapie bei OP-Verzicht
Korrektur von Fehlstellungen
Unterstützung bei chronischer Sprunggelenksinstabilität
Häufige Fragen
Das hängt von der Diagnose ab. Bei einer Achillessehnenruptur kann die Orthese mehrere Monate dauerhaft getragen werden, bei chronischer Arthrose oft nur situativ bei Belastung. Den Therapieplan legt der behandelnde Tierarzt gemeinsam mit Physiotherapeut und Orthopädietechniker fest.
Nach einer Gewöhnungsphase von einigen Tagen bis Wochen läuft der Hund mit der Orthese meist sicherer und entlasteter als ohne. Bei starren Modellen verändert sich das Gangbild leicht, da das Gelenk nicht mehr abgewinkelt wird.
In manchen Fällen ja: etwa bei älteren Hunden, bei Narkoserisiken oder wenn eine Arthrodese (Versteifung) vermieden werden soll. Ob eine konservative Versorgung mit Orthese sinnvoll ist, muss individuell tierärztlich entschieden werden.
Ja. Bei Trittwerk wird die Sprunggelenkorthese nach einem Abdruck oder 3D-Scan des Hundebeins maßgefertigt, damit Passform, Druckverteilung und Funktion exakt zum Patienten passen.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.