Ausführlich
Die Sesambeine bei Lamas sind kleine, meist paarig auftretende Knochen, die in die Sehnen der Zehengelenke eingelagert sind. Sie befinden sich hauptsächlich an der palmaren/plantaren Seite der Zehengelenke und dienen als biomechanische Verstärkung der Sehnenführung. Bei Neuweltkameliden wie dem Lama sind die anatomischen Verhältnisse aufgrund ihrer zweigliedrigen Zehen und der weichen Sohlenballen besonders ausgeprägt.
Eine Sesambeinentzündung entsteht bei Lamas häufig durch:
Chronische Überlastung bei übergewichtigen Tieren
Harte oder unebene Bodenverhältnisse, die für die weichen Lamasohlen ungeeignet sind
Fehlstellungen der Gliedmaßen durch angeborene oder erworbene Deformationen
Traumatische Ereignisse wie Stürze oder abrupte Bewegungen
Altersbedingter Verschleiß der knöchernen und knorpeligen Strukturen
Die Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen und betrifft nicht nur den Knochen selbst, sondern auch die umliegenden Sehnen, Bänder und Weichteile. Bei chronischem Verlauf können Verkalkungen, Fragmentierungen oder arthrotische Veränderungen der Sesambeine auftreten, die die Prognose verschlechtern.
Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung mit gezielten Beugeproben und Palpation sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall. Der Tierarzt kann so das Ausmaß der Entzündung und mögliche knöcherne Veränderungen beurteilen. Die Behandlung umfasst Ruhe, entzündungshemmende Medikamente und eine Anpassung der Haltungsbedingungen.
In der Rehabilitation und zur Unterstützung der Heilung können orthopädische Hilfsmittel eine wichtige Rolle spielen. Spezielle Bandagen können die betroffene Region stabilisieren und entlasten, während weiche Polsterungen den Druck auf die entzündeten Strukturen reduzieren. Bei schweren Fehlstellungen oder chronischen Verläufen können individuell angepasste Orthesen die Zehenstellung korrigieren und eine gleichmäßigere Lastverteilung ermöglichen.
Die Prognose hängt stark vom Schweregrad und der Dauer der Erkrankung ab. Bei frühzeitiger Erkennung und konsequenter Behandlung können viele Lamas vollständig genesen. Chronische Fälle erfordern oft eine langfristige Anpassung der Haltungsbedingungen, einschließlich weicher Laufböden und Gewichtsmanagement, um Rezidive zu vermeiden.
Mögliche Symptome
Lahmheit unterschiedlichen Grades
Entlastung der betroffenen Gliedmaße
Schwellung im Zehenbereich
Wärme und Schmerzreaktion bei Palpation
Steifer Gang, besonders nach Ruhephasen
Vermehrtes Liegen und Bewegungsunlust
Verstärkte Symptomatik auf hartem Untergrund
Orthopädische Indikationen
Stabilisierende Bandagen zur Entlastung der Zehengelenke
Polsternde Bandagen zur Druckreduzierung
Orthesen zur Korrektur von Zehenfehlstellungen
Spezialschienen zur Ruhigstellung in der Akutphase
Unterstützende Bandagen während der Rehabilitation
Präventive Bandagen bei bekannter Disposition
Häufige Fragen
Typische Anzeichen sind eine plötzlich auftretende oder schleichende Lahmheit, bei der das Lama die betroffene Gliedmaße entlastet. Oft ist eine Schwellung im Zehenbereich tastbar, und das Tier zeigt Schmerzreaktionen bei Berührung. Lamas mit Sesambeinentzündung liegen häufiger als gewöhnlich und zeigen einen steifen Gang, besonders nach Ruhephasen. Bei Verdacht sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden.
Ja, speziell angepasste Bandagen können einen wichtigen Beitrag zur Behandlung leisten. Sie stabilisieren die betroffene Zehenregion, reduzieren den Druck auf die entzündeten Sesambeine und unterstützen die Sehnenführung. Bandagen sollten jedoch nur nach tierärztlicher Anweisung und in Kombination mit medikamentöser Behandlung sowie Haltungsanpassungen eingesetzt werden. Eine individuelle Anpassung durch einen Fachbetrieb wie Trittwerk gewährleistet optimalen Sitz und Wirkung.
Vorbeugung beginnt mit artgerechter Haltung: Weiche, natürliche Laufböden schonen die empfindlichen Lamasohlen und die darunter liegenden Strukturen. Achte auf ein gesundes Körpergewicht deines Lamas, da Übergewicht die Belastung der Sesambeine erhöht. Regelmäßige Kontrolle der Zehenstellung und frühzeitige Korrektur von Fehlstellungen sind ebenso wichtig. Vermeide abrupte Wechsel auf sehr harte Untergründe und sorge für ausreichend Bewegung zur Stärkung der Muskulatur.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.