TrittwerkTierorthopädie

Legg-Calvé-Perthes beim Hund

Legg-Calvé-Perthes (auch Morbus Perthes oder aseptische Femurkopfnekrose) ist eine Erkrankung des Hüftgelenks beim Hund, bei der die Durchblutung des Oberschenkelkopfes (Femurkopf) gestört ist. Das führt zum Absterben des Knochengewebes, einer Deformation des Femurkopfes und in der Folge zu schmerzhafter Hüftgelenksarthrose. Betroffen sind vor allem junge Hunde kleiner Rassen im Wachstumsalter.

Ausführlich

Die Legg-Calvé-Perthes-Erkrankung (LCP) ist eine aseptische (nicht durch Erreger verursachte) Nekrose des Oberschenkelkopfes. Durch eine Minderdurchblutung der Blutgefäße im Bereich des Femurkopfes wird das Knochengewebe nicht mehr ausreichend versorgt und stirbt schrittweise ab. Der weiche, geschädigte Knochen verformt sich unter Belastung, was zu einer Inkongruenz im Hüftgelenk und langfristig zu einer sekundären Arthrose führt.

Betroffene Hunde

Vor allem kleine Hunderassen mit einem Körpergewicht unter 10 kg sind betroffen, darunter Yorkshire Terrier, West Highland White Terrier, Jack Russell Terrier, Zwergpinscher, Pudel und Dackel. Die ersten Symptome treten meist zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat auf. In etwa 10 bis 15 % der Fälle sind beide Hüften betroffen.

Ursachen

Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt. Eine genetische Komponente gilt als sehr wahrscheinlich, da bestimmte Rassen deutlich häufiger erkranken. Diskutiert werden zudem hormonelle Einflüsse, anatomische Besonderheiten der Gefäßversorgung sowie mechanische Faktoren während des Wachstums.

Klinischer Verlauf

Schleichender Beginn mit leichter, intermittierender Lahmheit einer Hintergliedmaße

Zunehmende Belastungslahmheit über Wochen bis Monate

Schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Hüftgelenk

Muskelschwund (Atrophie) der Oberschenkelmuskulatur

Orthopädische Relevanz

Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt mittels klinischer Untersuchung und Röntgen, ggf. CT. Therapeutisch ist in den meisten Fällen eine chirurgische Versorgung (Femurkopf-Hals-Resektion, seltener Hüfttotalendoprothese) notwendig. In der postoperativen Rehabilitation spielen Physiotherapie und unterstützende orthopädische Hilfsmittel eine wichtige Rolle, um Muskulatur wiederaufzubauen, Schonhaltungen zu vermeiden und das Bewegungsmuster zu stabilisieren.

Mögliche Symptome

Intermittierende Lahmheit einer Hinterhand

Zunehmende Belastungslahmheit

Schmerz bei Streckung und Abduktion der Hüfte

Muskelschwund am betroffenen Oberschenkel

Bewegungsunlust und Spielverweigerung

Aufjaulen bei Berührung der Hüftregion

Knirschen oder Krepitation im Hüftgelenk

Orthopädische Indikationen

Postoperative Stabilisierung nach Femurkopf-Hals-Resektion

Entlastung der kontralateralen Gliedmaße bei einseitiger Erkrankung

Unterstützung beim Muskelaufbau in der Rehabilitationsphase

Korrektur von Schonhaltungen und Fehlbelastungen

Bandagen zur propriozeptiven Unterstützung der Hinterhand

Häufige Fragen

Vor allem junge Hunde kleiner Rassen unter 10 kg Körpergewicht im Alter von 4 bis 12 Monaten sind betroffen. Häufig erkranken Yorkshire Terrier, West Highland White Terrier, Jack Russell Terrier, Zwergpinscher und Pudel. Eine genetische Veranlagung wird stark vermutet.

Die Behandlung ist in den meisten Fällen chirurgisch, meist durch eine Femurkopf-Hals-Resektion. Die Entscheidung trifft der Tierarzt nach klinischer und röntgenologischer Untersuchung. Nach der Operation ist eine konsequente Physiotherapie entscheidend, um Muskulatur wieder aufzubauen und die Beweglichkeit zu erhalten.

Ja, in der Rehabilitationsphase nach der Operation können maßgefertigte Bandagen oder Orthesen die Hinterhand stabilisieren, Fehlbelastungen reduzieren und den Muskelaufbau unterstützen. Sie ersetzen jedoch keine tierärztliche Behandlung, sondern ergänzen das Therapiekonzept.

Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung und konsequenter Nachsorge meist gut. Viele Hunde erreichen nach einer Femurkopf-Hals-Resektion und gezielter Physiotherapie eine sehr gute Funktion und können wieder schmerzfrei laufen, spielen und ein aktives Leben führen.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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