Die Lordose bezeichnet eine übermäßige Krümmung der Wirbelsäule nach ventral (bauchwärts), die bei Kaninchen vor allem im Lendenbereich auftreten kann. Diese pathologische Verkrümmung unterscheidet sich von der physiologischen Wirbelsäulenkrümmung und führt zu einem charakteristischen Hohlrücken. Bei Kaninchen ist die Lordose häufig Folge neurologischer Erkrankungen, Muskelerkrankungen oder chronischer Schmerzzustände im Bewegungsapparat.
Die Lordose ist eine Wirbelsäulendeformität, bei der sich die natürliche Krümmung der Wirbelsäule im Lendenbereich verstärkt und das Kaninchen einen deutlich nach unten durchgebogenen Rücken entwickelt. Während eine leichte physiologische Krümmung normal ist, führt eine pathologische Lordose zu Haltungsschäden, Bewegungseinschränkungen und häufig zu chronischen Schmerzen. Die Wirbelsäule des Kaninchens ist aufgrund ihrer Anatomie besonders anfällig für Verkrümmungen, da diese Tiere eine relativ lange, flexible Lendenwirbelsäule besitzen.
Bei Kaninchen entstehen lordotische Fehlstellungen häufig durch neurologische Grunderkrankungen wie Encephalitozoon cuniculi, einer parasitären Infektion, die das Nervensystem schädigt und zu Lähmungserscheinungen sowie Muskelungleichgewichten führen kann. Auch Wirbelsäulenverletzungen durch Stürze oder unsachgemäße Handhabung können eine Lordose auslösen. Chronische Schmerzen in den Hintergliedmaßen führen dazu, dass Kaninchen eine Schonhaltung einnehmen, die langfristig die Rückenmuskulatur schwächt und die Wirbelsäule verformt.
Weitere Ursachen sind Muskelerkrankungen, degenerative Veränderungen der Bandscheiben, Rachitis durch Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel sowie Adipositas. Übergewichtige Kaninchen entwickeln aufgrund der zusätzlichen Belastung häufiger Haltungsschäden. Die Lordose kann sich auch als Folge einer inadäquaten Haltung entwickeln, etwa wenn Kaninchen dauerhaft auf ungeeigneten Untergründen leben oder zu wenig Bewegungsmöglichkeiten haben.
Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, wobei die charakteristische Rückenkrümmung meist bereits optisch erkennbar ist. Röntgenaufnahmen bestätigen die Diagnose und zeigen das Ausmaß der Wirbeldeformität sowie mögliche Begleiterkrankungen wie Spondylose oder Frakturen. Eine neurologische Untersuchung klärt, ob Nervenschädigungen vorliegen.
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung und umfasst medikamentöse Therapie bei Infektionen oder Schmerzen, Gewichtsreduktion bei Adipositas sowie physiotherapeutische Maßnahmen zum Muskelaufbau. Orthopädische Hilfsmittel wie speziell angepasste Bandagen können in ausgewählten Fällen die Wirbelsäule stützen und eine weitere Verschlechterung verhindern. Eine angepasste Haltung mit weichen Untergründen, Rampen statt Sprüngen und ausreichend Bewegungsanreizen ist essentiell.
Die Prognose hängt stark von der Ursache und dem Schweregrad ab. Während durch Infektionen oder Mangelernährung verursachte Lordosen bei frühzeitiger Behandlung teilweise reversibel sind, bleiben traumatisch oder chronisch degenerativ bedingte Verkrümmungen meist bestehen. Ziel der Therapie ist dann die Schmerzlinderung und Erhaltung der Lebensqualität.
Mögliche Symptome
- Deutlich durchgebogener Rücken (Hohlrücken)
- Veränderte Körperhaltung
- Bewegungsunlust
- Schwierigkeiten beim Hoppeln
- Hinterhandschwäche
- Schmerzen bei Berührung des Rückens
- Muskelatrophie im Lendenbereich
- Veränderte Sitzposition
- Koordinationsstörungen
- Eingeschränkte Sprungfähigkeit
Orthopädische Indikationen
- Stützende Rumpfbandagen bei leichter bis mittelschwerer Lordose
- Spezielle Polsterungen für druckempfindliche Bereiche
- Orthopädische Lagerungshilfen zur Entlastung der Wirbelsäule
Häufige Fragen
Kann sich eine Lordose bei Kaninchen wieder zurückbilden?
Das hängt von der Ursache ab. Lordosen durch Mangelernährung oder behandelbare Infektionen wie Encephalitozoon cuniculi können sich bei frühzeitiger Therapie teilweise zurückbilden, besonders bei jungen Tieren. Traumatisch bedingte oder chronisch degenerative Verkrümmungen bleiben meist dauerhaft bestehen. Eine tierärztliche Untersuchung klärt die Ursache und Behandlungsmöglichkeiten.
Wie kann ich einer Lordose bei meinem Kaninchen vorbeugen?
Vorbeugend sind eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin D, die Vermeidung von Übergewicht, eine artgerechte Haltung mit ausreichend Bewegungsfläche und weichen Untergründen sowie vorsichtiger Umgang beim Hochheben wichtig. Regelmäßige Gesundheitschecks helfen, Erkrankungen wie E. cuniculi frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Welche Haltungsanpassungen braucht ein Kaninchen mit Lordose?
Kaninchen mit Lordose benötigen weiche, rutschfeste Untergründe, flache Futter- und Wassernäpfe in bequemer Höhe, Rampen statt hoher Sprünge sowie ausreichend Platz zum vorsichtigen Bewegen. Erhöhte Ruheplätze sollten leicht erreichbar sein. Regelmäßige, sanfte Bewegung fördert die Muskulatur, während Überanstrengung vermieden werden sollte. Eine tierärztlich begleitete Physiotherapie unterstützt die Lebensqualität.