TrittwerkTierorthopädie

Coxarthrose bei der Katze

Coxarthrose bezeichnet eine chronisch-degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, bei der sich der Gelenkknorpel zwischen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne zunehmend abbaut. Bei der Katze tritt sie häufig im höheren Alter auf, kann aber auch Folge einer Hüftgelenksdysplasie, eines Traumas oder einer Luxation sein. Sie führt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer veränderten Belastung der Hintergliedmaße.

Ausführlich

Die Coxarthrose ist eine Arthrose des Hüftgelenks (Articulatio coxae). Bei der Katze verbindet dieses Kugelgelenk den Oberschenkelkopf (Caput femoris) mit der Hüftpfanne (Acetabulum) des Beckens. Durch fortschreitenden Knorpelverschleiß verliert das Gelenk seine glatte Gleitfläche, es kommt zu Knochenumbau, Randanbauten (Osteophyten) und einer schmerzhaften Entzündung der Gelenkkapsel.

Anatomische Besonderheiten der Katze

Katzen besitzen ein vergleichsweise bewegliches und stabiles Hüftgelenk, weshalb Hüftgelenksdysplasien und Arthrosen lange Zeit als selten galten. Tatsächlich werden sie jedoch häufig unterdiagnostiziert, da Katzen ihre Schmerzen sehr gut verbergen und Lahmheiten weniger deutlich zeigen als Hunde. Studien an älteren Katzen weisen darauf hin, dass degenerative Gelenkerkrankungen, einschließlich der Coxarthrose, bei Senioren weit verbreitet sind.

Typische Ursachen

Hüftgelenksdysplasie (besonders bei Rassen wie Maine Coon, Perser, Britisch Kurzhaar)

Traumata wie Sturz aus großer Höhe („High-Rise-Syndrom“) oder Verkehrsunfälle

Hüftluxationen mit nachfolgender Instabilität

Übergewicht als verstärkender Faktor

Altersbedingter Knorpelverschleiß

Orthopädische Relevanz

Die Coxarthrose verändert das Gangbild und die Belastung der gesamten Hintergliedmaße. Katzen meiden Sprünge, klettern weniger und entwickeln Muskelabbau im Bereich der Oberschenkel- und Kruppenmuskulatur. Im Verlauf können sich Fehlhaltungen, Verspannungen der Lendenwirbelsäule und eine Mehrbelastung der Vordergliedmaßen entwickeln.

Konservative Unterstützung

Neben tierärztlicher Schmerztherapie kommen Physiotherapie, Gewichtsmanagement und eine katzengerechte Wohnraumanpassung (Rampen, niedrige Einstiege, weiche Liegeflächen) in Frage. Maßgefertigte orthopädische Hilfsmittel können in ausgewählten Fällen die Mobilität verbessern und die kompensatorische Belastung anderer Gelenke reduzieren.

Mögliche Symptome

Steifer Gang, besonders nach dem Ruhen

Vermindertes Springen auf erhöhte Plätze

Schwierigkeiten beim Treppensteigen

Muskelabbau an der Hinterhand

Verändertes Putzverhalten im hinteren Körperbereich

Rückzug, reduzierte Aktivität, Wesensveränderung

Gelegentliches Lahmen einer Hintergliedmaße

Schmerzäußerungen bei Berührung der Hüfte

Orthopädische Indikationen

Stabilisierung des Hüftgelenks bei fortgeschrittener Arthrose

Unterstützung nach Hüftluxation oder operativer Versorgung

Entlastung bei einseitiger Hüftgelenksdysplasie

Kompensation muskulärer Defizite der Hinterhand

Verbesserung der Mobilität bei geriatrischen Katzen

Häufige Fragen

Katzen zeigen Schmerzen oft subtil. Achten Sie auf nachlassende Sprungfreude, Zögern beim Treppensteigen, vermehrtes Ruhen oder Verhaltensänderungen. Bei Verdacht sollte eine tierärztliche Untersuchung mit Röntgendiagnostik erfolgen.

In ausgewählten Fällen können maßgefertigte Bandagen oder Orthesen unterstützend eingesetzt werden, um das Hüftgelenk zu stabilisieren und Begleitstrukturen zu entlasten. Die Eignung muss individuell durch Tierarzt und Orthopädietechniker beurteilt werden, da Katzen sensibel auf körpernahe Hilfsmittel reagieren.

Eine Arthrose ist nicht reversibel, der Verschleiß lässt sich nicht rückgängig machen. Mit konsequentem Schmerzmanagement, Physiotherapie, Gewichtskontrolle und einer angepassten Umgebung lässt sich der Verlauf jedoch verlangsamen und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Großwüchsige Rassen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Britisch Kurzhaar und Perser zeigen häufiger Hüftgelenksdysplasien, die langfristig in eine Coxarthrose münden können. Aber auch jede andere Katze kann im Alter betroffen sein.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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