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Pfotenprothese beim Hund

Eine Pfotenprothese ist ein künstlicher Ersatz für einen amputierten oder nicht funktionsfähigen Teil der Hundepfote. Sie ermöglicht dem Hund, wieder schmerzfrei zu laufen, die Belastung gleichmäßig auf alle Gliedmaßen zu verteilen und dadurch Folgeschäden am Bewegungsapparat zu vermeiden. Pfotenprothesen werden individuell angefertigt und an die anatomischen Gegebenheiten sowie das Aktivitätsniveau des Hundes angepasst.

Ausführlich

Eine Pfotenprothese kommt bei Hunden zum Einsatz, wenn Teile der Pfote: insbesondere Zehen, Ballen oder der distale Teil des Mittelfußknochens (Metatarsus): durch Trauma, Tumor, Infektion oder angeborene Fehlbildungen verloren gegangen sind oder nicht mehr funktionsfähig sind. Im Gegensatz zu Prothesen für höher gelegene Amputationen (z.B. Unterschenkel) muss eine Pfotenprothese direkt mit dem Boden in Kontakt treten und dabei hohen mechanischen Belastungen standhalten.

Anatomische Besonderheiten beim Hund

Die Hundepfote besteht aus mehreren Zehen (in der Regel vier belastete Hauptzehen plus Afterkralle), Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen, Ballen und einer komplexen Sehnen- und Bandstruktur. Die Ballen dienen als natürliche Stoßdämpfer und bieten Traktion. Bei Verlust dieser Strukturen verliert der Hund nicht nur die Stützfunktion, sondern auch die Fähigkeit, Erschütterungen abzufedern und sicheren Halt auf verschiedenen Untergründen zu finden. Eine Pfotenprothese muss diese biomechanischen Funktionen bestmöglich nachbilden.

Aufbau und Materialien

Moderne Pfotenprothesen für Hunde werden individuell nach einem Abdruck oder 3D-Scan der betroffenen Gliedmaße gefertigt. Sie bestehen typischerweise aus einem Schaft, der am verbleibenden Stumpf befestigt wird, sowie einem belastbaren Fußteil mit rutschfester Lauffläche. Materialien wie Silikon, Carbon oder spezielle Kunststoffe kommen zum Einsatz, um ein optimales Verhältnis zwischen Gewicht, Dämpfung und Haltbarkeit zu gewährleisten. Der Schaft muss gut gepolstert sein, um Druckstellen zu vermeiden, und wird mittels Bandagen, Gurten oder Vakuumsystemen fixiert.

Indikationen und Versorgungszeitpunkt

Die Versorgung mit einer Pfotenprothese sollte möglichst zeitnah nach Abheilung der Wunde erfolgen, um Kompensationsmuster und Fehlbelastungen zu minimieren. Wichtig ist eine vorherige tierärztliche Abklärung, ob noch ausreichend gesundes Gewebe und Knochenstruktur vorhanden ist, um die Prothese sicher zu befestigen. Hunde mit gutem Allgemeinzustand, intakter Muskulatur und ohne schwere neurologische Störungen profitieren am meisten von einer prothetischen Versorgung.

Eingewöhnung und Nachsorge

Die Akzeptanz einer Pfotenprothese erfordert eine schrittweise Gewöhnung. Anfangs trägt der Hund die Prothese nur für kurze Zeit in kontrollierter Umgebung. Physiotherapeutische Begleitung hilft, die Muskulatur zu stärken und das Gangbild zu optimieren. Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um die Passform zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen, insbesondere bei wachsenden Junghunden oder Veränderungen am Stumpf. Eine gut angepasste Pfotenprothese erhöht die Lebensqualität des Hundes erheblich und beugt Sekundärschäden wie Arthrose in den kompensierenden Gelenken vor.

Mögliche Symptome

Amputation von Zehen oder Pfotenballen

Fehlende Belastbarkeit der Pfote

Lahmheit

Schonhaltung

Ungleichmäßige Gewichtsverteilung

Kompensatorische Überlastung anderer Gliedmaßen

Orthopädische Indikationen

Amputation von Zehen

Verlust von Pfotenballen durch Trauma

Tumorbedingte Teilamputation der Pfote

Schwere Verbrennungen oder Erfrierungen der Pfote

Angeborene Fehlbildungen der Pfote

Chronische Infektionen mit Gewebeverlust

Funktionsausfall nach schwerem Trauma

Häufige Fragen

Die Eingewöhnungsphase variiert je nach Hund, liegt aber meist zwischen 2 und 6 Wochen. In dieser Zeit wird die Tragezeit schrittweise gesteigert, beginnend mit wenigen Minuten täglich. Physiotherapeutische Unterstützung beschleunigt den Prozess und hilft dem Hund, Vertrauen in die Prothese zu entwickeln.

Ja, viele Hunde können mit einer gut angepassten Pfotenprothese wieder nahezu normal laufen, spielen und sogar leichte sportliche Aktivitäten ausüben. Die individuelle Belastbarkeit hängt vom Amputationsniveau, der Passform der Prothese und dem Trainingszustand des Hundes ab. Intensive Aktivitäten sollten mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.

Die Prothese sollte täglich nach Gebrauch gereinigt und auf Beschädigungen kontrolliert werden. Der Stumpf muss regelmäßig auf Druckstellen, Rötungen oder Verletzungen untersucht werden. Die Lauffläche kann sich je nach Untergrund abnutzen und muss gegebenenfalls ersetzt werden. Regelmäßige Kontrollen beim Orthopädietechniker oder Tierarzt sichern die optimale Funktion.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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