Ausführlich
Die Goldakupunktur ist eine Weiterentwicklung der klassischen Akupunktur und kombiniert die Reizung definierter Akupunkturpunkte mit einem dauerhaften Implantat. Beim Hund werden hierfür sterile Goldstücke (meist als kleine Kügelchen, Drähtchen oder Splitter mit einem Reinheitsgrad von 24 Karat) mittels Hohlnadeln subkutan oder in das umliegende Gewebe schmerzhafter Gelenke eingebracht. Der Eingriff erfolgt grundsätzlich unter Vollnarkose und nach vorheriger orthopädischer sowie röntgenologischer Diagnostik.
Die genaue Wirkweise ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden eine dauerhafte mechanische und elektrochemische Reizung der Akupunkturpunkte, eine entzündungsmodulierende Wirkung sowie eine Beeinflussung der lokalen Schmerzweiterleitung. Viele Hundebesitzer und Tierärzte berichten von einer deutlichen Verbesserung der Beweglichkeit und einer Reduktion des Schmerzmittelbedarfs, wobei die Ansprechrate individuell unterschiedlich ist.
Typische Einsatzgebiete beim Hund
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Ellenbogendysplasie (ED)
Spondylose und chronische Rückenbeschwerden
Arthrose an Knie-, Sprung- oder Schultergelenk
Kreuzbandprobleme im chronischen Stadium
Ablauf der Behandlung
Vor der Implantation erfolgt eine genaue Lokalisation der relevanten Akupunkturpunkte. Während der kurzen Narkose werden die Goldteilchen mit Spezialnadeln präzise platziert. Eine erste Wirkung ist oft nach einigen Wochen spürbar, die volle Wirkung tritt meist nach zwei bis drei Monaten ein. Die Goldteilchen verbleiben dauerhaft im Körper.
Orthopädische Einordnung
Die Goldakupunktur ersetzt keine ursächliche Therapie bei strukturellen Gelenkproblemen. Sie kann jedoch als Baustein in einem multimodalen Behandlungskonzept sinnvoll sein: ergänzend zu Physiotherapie, Gewichtsmanagement und orthopädischen Hilfsmitteln wie maßgefertigten Orthesen oder Bandagen, die das betroffene Gelenk stabilisieren und entlasten.
Mögliche Symptome
chronische Lahmheit
Steifheit nach Ruhephasen
Bewegungsunlust
Schmerzäußerungen bei Belastung
verringerte Sprungbereitschaft
Muskelabbau an der betroffenen Gliedmaße
Orthopädische Indikationen
Hüftgelenksdysplasie mit chronischen Schmerzen
Ellenbogendysplasie
Arthrose an großen Gelenken
Spondylose der Wirbelsäule
chronische Rückenschmerzen
begleitende Schmerztherapie bei orthopädischen Erkrankungen
Häufige Fragen
Sie kommt vor allem für Hunde mit chronischen, schmerzhaften Gelenkerkrankungen wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie und Arthrose infrage. Ob der individuelle Hund geeignet ist, entscheidet der behandelnde Tierarzt nach gründlicher orthopädischer Untersuchung.
Die Goldteilchen verbleiben dauerhaft im Körper. Bei vielen Hunden hält die schmerzlindernde Wirkung über mehrere Jahre an, in Einzelfällen lebenslang. Es gibt jedoch auch Hunde, die nur teilweise oder gar nicht ansprechen.
Nein. Die Goldakupunktur kann Schmerzen reduzieren, behebt aber keine mechanische Instabilität. Bei Bandverletzungen, Fehlstellungen oder Gelenkinstabilitäten bleibt eine mechanische Unterstützung durch eine maßgefertigte Orthese oder Bandage notwendig und sinnvoll ergänzend.
Die Hauptrisiken liegen in der erforderlichen Narkose. Lokale Reaktionen wie Schwellungen oder Infektionen an den Einstichstellen sind selten. Eine ausführliche Aufklärung und Voruntersuchung durch den Tierarzt sind in jedem Fall notwendig.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.