Ausführlich
Das Sprunggelenk (Articulatio tarsi) des Lamas ist ein komplexes, mehrgliedriges Gelenk, das eine zentrale Rolle für die Fortbewegung in unwegsamem Gelände spielt. Lamas sind ursprünglich Hochgebirgstiere und benötigen ein stabiles Tarsalgelenk, um Lasten zu tragen und auf wechselndem Untergrund sicher zu laufen. Kommt es zu Instabilitäten, leidet die gesamte Hinterhandfunktion.
Aufbau und Funktion der Kotflügelorthese
Die Kotflügelorthese besteht aus einer maßgefertigten, thermoplastisch geformten Außenschale, die das Sprunggelenk seitlich und teilweise dorsal umgreift: ähnlich einem Kotflügel am Fahrzeug. Innen ist sie weich gepolstert, um Druckstellen am sensiblen Lamafell und der dünnen Haut an den distalen Gliedmaßen zu vermeiden. Gurtsysteme fixieren die Orthese am Unterschenkel und am Metatarsus.
Indikationsbereiche beim Lama
Seitenbandverletzungen am Tarsalgelenk
Postoperative Stabilisierung nach Sprunggelenksoperationen
Chronische Arthrose mit Instabilität
Achsfehlstellungen (X- oder O-Stellung der Hinterhand)
Sehnenscheidenentzündungen mit Begleitinstabilität
Besonderheiten beim Lama
Lamas zeigen Schmerzen und Lahmheiten oft erst spät und subtil: ein Verhalten aus ihrer Herkunft als Fluchttier. Eine Orthese muss daher früh und passgenau eingesetzt werden, bevor sich Schonhaltungen verfestigen. Das dichte Vlies erfordert besonders sorgfältige Passformkontrollen, da Druckstellen unter dem Fell schwer zu erkennen sind. Zudem reagieren Lamas empfindlich auf neue Hilfsmittel und benötigen eine schrittweise Gewöhnung.
Anpassung und Tragezeit
Die Anpassung erfolgt nach Gipsabdruck oder 3D-Scan in enger Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt. Tragezeiten und Einsatzzwecke (Dauerversorgung, Belastungsorthese, Nachtruhe) werden individuell festgelegt. Regelmäßige Kontrollen der Passform sind essenziell, da sich Muskulatur und Schwellungszustände im Heilungsverlauf verändern.
Mögliche Symptome
Lahmheit der Hinterhand
Wegknicken im Sprunggelenk
Schwellung im Tarsalbereich
Schonhaltung beim Stehen
Verkürzte Schrittlänge
Schiefe Belastung der Hinterhand
Schwierigkeiten beim Aufstehen
Orthopädische Indikationen
Bandinstabilität am Tarsalgelenk
Postoperative Versorgung nach Sprunggelenksoperationen
Arthrose des Tarsalgelenks mit Instabilität
Achsfehlstellungen der Hinterhand
Konservative Therapie bei Seitenbandrupturen
Schutz bei chronischen Reizzuständen
Korrekturhilfe bei Jungtieren mit Fehlstellung
Häufige Fragen
Die Tragedauer richtet sich nach der Diagnose und dem Heilungsverlauf. Bei akuten Verletzungen kann eine mehrwöchige Dauerversorgung nötig sein, bei chronischen Beschwerden wird die Orthese oft belastungsabhängig eingesetzt. Der behandelnde Tierarzt legt das Tragekonzept individuell fest.
Lamas benötigen meist eine behutsame Gewöhnung über mehrere Tage. Mit positiver Bestärkung und kurzen Anfangs-Tragezeiten lernen die meisten Tiere, die Orthese gut zu tolerieren. Wichtig ist eine exakte Passform, damit keine Druckstellen entstehen.
Das hängt von der Grunderkrankung ab. Bei manchen Bandinstabilitäten oder Achsfehlstellungen ist eine konservative Versorgung mit Orthese möglich, bei anderen Befunden ist sie eine sinnvolle Ergänzung zur chirurgischen Therapie. Diese Entscheidung trifft der Tierarzt nach gründlicher Diagnostik.
Die Anpassung erfolgt nach einem Gipsabdruck oder 3D-Scan des Sprunggelenks. Daraus wird in der Manufaktur eine individuelle Schale gefertigt. Bei Trittwerk legen wir besonderen Wert auf passgenaue, dem Lama angepasste Versorgungen.
Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.