TrittwerkTierorthopädie

Meniskusläsion beim Hund

Eine Meniskusläsion ist eine Verletzung der halbmondförmigen Knorpelscheiben (Menisken) im Kniegelenk des Hundes. Sie tritt beim Hund meist in Kombination mit einem Riss des vorderen Kreuzbandes auf und betrifft überwiegend den inneren (medialen) Meniskus. Die Schädigung führt zu Schmerzen, Lahmheit und einer fortschreitenden Arthrose im Knie.

Ausführlich

Die Menisken sind zwei halbmondförmige Faserknorpelscheiben zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia). Sie dienen als Stoßdämpfer, vergrößern die Kontaktfläche im Kniegelenk und tragen zur Gelenkstabilität bei. Beim Hund unterscheidet man den medialen (innenliegenden) und den lateralen (außenliegenden) Meniskus. Der mediale Meniskus ist mit der Gelenkkapsel und dem Innenband fest verwachsen, wodurch er deutlich verletzungsanfälliger ist als der laterale.

Ursachen beim Hund

Anders als beim Menschen entstehen isolierte Meniskusverletzungen beim Hund selten durch ein einmaliges Trauma. In über 50 % der Fälle ist die Meniskusläsion eine Folgeerscheinung einer Kreuzbandruptur: Durch die Instabilität rutscht der Oberschenkel auf dem Schienbein nach hinten und quetscht dabei das hintere Horn des medialen Meniskus ein. Man spricht dann von einer sogenannten Korbhenkelläsion („bucket handle tear“).

Betroffene Strukturen und Folgen

Vorwiegend Hinterhorn des medialen Meniskus

Häufig kombiniert mit vorderer Kreuzbandruptur

Reizung der Gelenkschleimhaut (Synovitis)

Beschleunigte Entwicklung einer Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)

Orthopädische Relevanz

Die Meniskusläsion verstärkt die Instabilität und Schmerzhaftigkeit des Kniegelenks erheblich. Nach chirurgischer Versorgung (z. B. TPLO, TTA oder Bandersatz) ist eine konsequente Rehabilitation entscheidend. Hierbei können stabilisierende Knieorthesen das Gelenk während der Heilungsphase entlasten, die Muskulatur unterstützen und Fehlbelastungen vorbeugen. Auch bei Hunden, die nicht operiert werden können (z. B. aufgrund hohen Alters oder Vorerkrankungen), kann eine maßgefertigte Knieorthese eine konservative Behandlungsoption darstellen.

Die Diagnose stellt der Tierarzt durch klinische Untersuchung, Schubladentest, bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT) und in vielen Fällen durch eine Arthroskopie oder Arthrotomie.

Mögliche Symptome

Plötzliche oder zunehmende Lahmheit der Hintergliedmaße

Hörbares Knacken oder Klicken im Kniegelenk beim Laufen

Schmerzhaftigkeit bei Beugung und Streckung des Knies

Schonhaltung mit entlastetem Hinterbein im Stand

Gelenkschwellung und vermehrte Gelenkfüllung

Muskelschwund (Atrophie) der Oberschenkelmuskulatur

Steifheit nach Ruhephasen

Orthopädische Indikationen

Postoperative Stabilisierung nach Meniskus- und Kreuzbandchirurgie

Konservative Versorgung bei nicht operierbaren Patienten

Unterstützung bei chronischer Kniegelenksinstabilität

Entlastung bei fortgeschrittener Gonarthrose

Schutz des Kniegelenks während der Rehabilitationsphase

Kompensation bei kombinierten Kreuzband-Meniskus-Schäden

Häufige Fragen

Typisch sind eine plötzliche oder schubweise Lahmheit der Hinterhand, ein hörbares Klicken im Knie beim Laufen und Schmerzen beim Aufstehen. Da diese Anzeichen auch bei anderen Knieerkrankungen auftreten, ist eine tierärztliche Abklärung unerlässlich.

In den meisten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff sinnvoll, da der geschädigte Meniskusanteil dauerhaft Schmerzen verursacht. Bei alten oder vorerkrankten Hunden kann eine konservative Therapie mit Physiotherapie und einer stabilisierenden Knieorthese eine Alternative sein. Die Entscheidung trifft der Tierarzt im Einzelfall.

Eine Orthese kann den Meniskus selbst nicht reparieren, aber das Kniegelenk stabilisieren, Fehlbelastungen reduzieren und Schmerzen lindern. Sie unterstützt die Heilung nach einer Operation oder hilft bei der konservativen Therapie, indem sie die Gelenkmechanik verbessert.

Nach einer Kreuzbandoperation besteht ein Restrisiko für eine spätere Meniskusverletzung, da das Gelenk durch die Vorschädigung anfälliger bleibt. Eine konsequente Reha, Gewichtskontrolle, Muskelaufbau und gegebenenfalls eine unterstützende Orthese verringern dieses Risiko deutlich.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit eurem Tierarzt.

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