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Pannus-Arthrose beim Hund

Pannus-Arthrose bezeichnet eine fortgeschrittene Gelenkerkrankung beim Hund, bei der sich entzündliches Bindegewebe (sogenannter Pannus) über den Gelenkknorpel ausbreitet und ihn zunehmend zerstört. Es handelt sich um eine Kombination aus chronischer Synovitis (Gelenkschleimhautentzündung) und arthrotischen Umbauprozessen, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkung und dauerhaftem Knorpelverlust führt.

Ausführlich

Der Begriff Pannus-Arthrose setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Pannus: einer wuchernden, gefäßreichen Bindegewebsschicht, die aus der entzündeten Gelenkschleimhaut (Synovia) entsteht: und der Arthrose , dem chronisch-degenerativen Umbau eines Gelenks. Beim Hund tritt diese Kombination häufig im Rahmen immunvermittelter oder chronisch-entzündlicher Gelenkerkrankungen auf und führt zu einer fortschreitenden Schädigung des Gelenkknorpels.

Anatomischer Hintergrund

Ein gesundes Hundegelenk besteht aus zwei knorpelüberzogenen Gelenkflächen, der Gelenkkapsel und der Synovia, die Gelenkflüssigkeit produziert. Bei der Pannus-Arthrose entzündet sich die Synovialmembran chronisch, wuchert über den Knorpel und gibt entzündungsfördernde Botenstoffe sowie knorpelabbauende Enzyme ab. Der so entstehende Pannus „frisst“ sich regelrecht in den Knorpel und den darunterliegenden Knochen.

Typische Ursachen beim Hund

Immunvermittelte Polyarthritis (z. B. rheumatoide Arthritis des Hundes)

Chronische Reizzustände nach Kreuzbandriss, Ellbogendysplasie oder OCD

Lang andauernde Synovitis bei Gelenkinstabilität

Infektiöse Arthritiden mit chronischem Verlauf

Orthopädische Relevanz

Da der Knorpelschaden bei der Pannus-Arthrose irreversibel ist, steht die Entlastung und Stabilisierung des betroffenen Gelenks im Vordergrund. Häufig betroffen sind beim Hund Karpalgelenk, Tarsalgelenk, Ellbogen und Knie. Eine maßgefertigte Orthese kann das Gelenk führen, Fehlbelastungen reduzieren und Schmerzspitzen abfangen. In Kombination mit tierärztlicher Therapie (Medikation, Physiotherapie) trägt sie dazu bei, die Lebensqualität des Hundes deutlich zu verbessern.

Abgrenzung

Wichtig ist die Unterscheidung zur Pannus-Keratitis (chronisch superfizielle Keratitis), einer Augenerkrankung, die ebenfalls den Begriff „Pannus“ trägt, aber nichts mit dem Bewegungsapparat zu tun hat.

Mögliche Symptome

Lahmheit, oft schubweise verstärkt

Gelenkschwellung und Wärme

Steifigkeit nach Ruhephasen (Anlaufschmerz)

Bewegungsunlust und reduzierte Belastbarkeit

Schmerzäußerung bei Beugung/Streckung

Muskelabbau an der betroffenen Gliedmaße

Fortschreitende Gelenkdeformation

Orthopädische Indikationen

Stabilisierende Orthese zur Entlastung des betroffenen Gelenks

Bandagen zur Reduktion von Schwellung und Reizzuständen

Orthopädische Versorgung bei Karpal- oder Tarsal-Instabilität infolge Knorpelverlust

Begleitende Versorgung bei immunvermittelter Polyarthritis

Unterstützung nach gelenkerhaltenden Operationen

Versorgung zur Verzögerung einer Arthrodese (Gelenkversteifung)

Häufige Fragen

Nein, die strukturellen Schäden am Knorpel sind nicht reversibel. Mit einer Kombination aus tierärztlicher Therapie, Physiotherapie und einer passenden Orthese lassen sich Schmerzen jedoch deutlich lindern und das Fortschreiten verlangsamen.

Häufig sind Karpalgelenk (Vorderfußwurzel), Tarsalgelenk (Sprunggelenk), Ellbogen und Knie betroffen. Welche Gelenke erkranken, hängt von der Grunderkrankung ab: bei immunvermittelten Polyarthritiden sind oft mehrere Gelenke gleichzeitig befallen.

Eine Orthese ist sinnvoll, wenn das Gelenk instabil wird, der Hund das Bein zunehmend schont oder eine Operation aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Die Indikation sollte immer in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt und einem erfahrenen Orthopädietechniker gestellt werden.

Die Diagnose stellt der Tierarzt mittels klinischer Untersuchung, Röntgen, Ultraschall und gegebenenfalls Gelenkpunktion zur Analyse der Synovialflüssigkeit. Bei Verdacht auf eine immunvermittelte Ursache sind zusätzlich Blutuntersuchungen notwendig.

Diese Erklärung ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Ob eine Versorgung aus der Werkstatt in Frage kommt, klären wir gemeinsam mit deinem Tierarzt.

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