Glossar P Patellaluxation (Katze)

Patellaluxation (Katze)

Als Patellaluxation bezeichnet man das Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Gleitrinne am Oberschenkelknochen. Bei der Katze tritt sie meist als mediale (nach innen gerichtete) Luxation auf und kann angeboren oder traumatisch bedingt sein. Sie führt zu einer gestörten Funktion des Kniegelenks und beeinträchtigt die Bewegung des betroffenen Hinterbeins.

Die Patellaluxation ist bei Katzen seltener als beim Hund, wird aber zunehmend häufiger diagnostiziert. Anatomisch gleitet die Kniescheibe normalerweise in einer Rinne (Trochlea femoris) am unteren Ende des Oberschenkelknochens und ist Teil des Streckapparats des Knies. Springt sie aus dieser Rinne heraus, ist die Kraftübertragung der Oberschenkelmuskulatur auf den Unterschenkel gestört.

Anatomische Besonderheiten bei der Katze

Katzen besitzen einen sehr beweglichen Bewegungsapparat mit ausgeprägter Rotationsfähigkeit im Kniegelenk. Die Trochlea femoris ist bei Katzen flacher ausgebildet als beim Hund, was eine Luxation der Patella begünstigen kann, wenn weitere prädisponierende Faktoren vorliegen. Betroffene Tiere sind häufig rassebedingt anfällig – beschrieben sind unter anderem Devon Rex, Abessinier und andere Rassekatzen, aber auch Hauskatzen können betroffen sein.

Ursachen und Formen

  • Angeboren/entwicklungsbedingt: Fehlstellungen des Oberschenkelknochens, eine zu flache Gleitrinne oder Achsenfehlstellungen der Hintergliedmaße.
  • Traumatisch: Stürze aus großer Höhe, Unfälle oder direkte Gewalteinwirkung auf das Knie.
  • Sekundär: Folge anderer Erkrankungen wie Kreuzbandriss oder chronischer Gelenkinstabilität.

Man unterscheidet vier Schweregrade (I–IV): von gelegentlichem, sich spontan reponierendem Herausspringen bis hin zur dauerhaften Luxation mit deutlicher Fehlstellung des Beins.

Orthopädische Relevanz

Eine unbehandelte Patellaluxation führt langfristig zu Arthrose, Knorpelschäden und einer Überlastung anderer Gelenke. Die Diagnose stellt der Tierarzt durch klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgen. Je nach Schweregrad kommen konservative Maßnahmen (Physiotherapie, Gewichtsmanagement, stützende Bandagen) oder eine chirurgische Korrektur in Betracht. Maßgefertigte orthopädische Hilfsmittel können in der Nachsorge oder bei Inoperabilität helfen, das Kniegelenk zu stabilisieren und die Mobilität der Katze zu erhalten.

Mögliche Symptome

  • Plötzliches Hochziehen oder Schonen eines Hinterbeins
  • Hüpfender, unregelmäßiger Gang
  • Steifheit nach dem Ruhen
  • Knackende oder klickende Geräusche im Knie
  • Eingeschränkte Sprungkraft
  • Vermeidung von Klettern und Springen
  • Sichtbare Fehlstellung des Hinterbeins

Orthopädische Indikationen

  • Konservative Behandlung bei niedrigem Luxationsgrad (I–II)
  • Postoperative Stabilisierung nach chirurgischer Korrektur
  • Unterstützung bei inoperablen Patienten
  • Schutz und Stabilisierung bei chronischer Instabilität
  • Entlastung bei sekundärer Arthrose im Kniegelenk
  • Begleitende Versorgung in der Physiotherapie

Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Patellaluxation bei meiner Katze?

Typische Anzeichen sind plötzliches Hochziehen eines Hinterbeins, ein hüpfender Gang oder Sprungunlust. Da Katzen Schmerzen oft gut verbergen, sollte bei Verdacht eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Die Diagnose wird durch Abtasten und Röntgen gesichert.

Muss eine Patellaluxation bei der Katze immer operiert werden?

Nicht zwingend. Bei niedrigen Schweregraden und milden Symptomen kann eine konservative Therapie mit Physiotherapie, Gewichtsmanagement und orthopädischen Hilfsmitteln ausreichen. Bei höheren Graden oder zunehmender Lahmheit ist eine Operation oft sinnvoll. Die Entscheidung trifft der Tierarzt individuell.

Kann eine Knieorthese meiner Katze helfen?

Eine maßgefertigte Orthese kann das Kniegelenk stabilisieren, die Patella in ihrer Position unterstützen und Schmerzen reduzieren. Sie eignet sich besonders zur postoperativen Nachsorge, bei inoperablen Patienten oder begleitend zur Physiotherapie. Die Versorgung sollte immer in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.

Welche Katzen sind besonders gefährdet?

Bestimmte Rassen wie Devon Rex, Abessinier oder Maine Coon zeigen eine erhöhte Veranlagung. Auch übergewichtige Katzen sowie Tiere nach Stürzen oder Unfällen haben ein höheres Risiko. Eine regelmäßige Kontrolle des Bewegungsapparats ist bei Risikotieren empfehlenswert.

🐾 TrittiKostenlose Beratung starten
🐾
Tritti · Beratungsassistent
● Online · antwortet sofort

📷 Optional: Foto eures Tieres?

📷 Foto hochladen (optional)
Cookie-Einstellungen