Degenerative Myelopathie (Hund)

Die Degenerative Myelopathie (DM) ist eine fortschreitende, nicht schmerzhafte Erkrankung des Rückenmarks beim Hund, die vor allem bei älteren Tieren ab etwa 8 Jahren auftritt. Sie führt zu einer zunehmenden Degeneration der weißen Substanz im Brust- und Lendenbereich des Rückenmarks, was eine progressive Lähmung der Hintergliedmaßen zur Folge hat. Die Erkrankung ist genetisch bedingt und tritt besonders häufig bei bestimmten Rassen wie dem Deutschen Schäferhund, Berner Sennenhund, Boxer und Welsh Corgi auf.

Die Degenerative Myelopathie (DM) ist eine fortschreitende, nicht schmerzhafte Erkrankung des Rückenmarks beim Hund, die vor allem bei älteren Tieren ab etwa 8 Jahren auftritt. Sie führt zu einer zunehmenden Degeneration der weißen Substanz im Brust- und Lendenbereich des Rückenmarks, was eine progressive Lähmung der Hintergliedmaßen zur Folge hat. Die Erkrankung ist genetisch bedingt und tritt besonders häufig bei bestimmten Rassen wie dem Deutschen Schäferhund, Berner Sennenhund, Boxer und Welsh Corgi auf.

Die Degenerative Myelopathie ist eine autosomal-rezessiv vererbte neurodegenerative Erkrankung, die durch eine Mutation im SOD1-Gen verursacht wird. Bei betroffenen Hunden kommt es zu einem fortschreitenden Abbau der Nervenfasern (Axone) und ihrer isolierenden Myelinscheiden im Rückenmark. Dieser Prozess beginnt typischerweise im thorakolumbalen Bereich und breitet sich sowohl nach vorne als auch nach hinten aus.

Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien: Im Frühstadium zeigen Hunde eine Ataxie der Hintergliedmaßen mit unkoordiniertem Gang, Nachziehen der Pfoten und übermäßigem Abnutzen der Krallen. Im mittleren Stadium verschlechtert sich die Koordination zunehmend, die Hunde können die Hinterläufe nicht mehr richtig kontrollieren und zeigen Schwäche beim Aufstehen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur vollständigen Lähmung der Hintergliedmaßen, später auch der Vordergliedmaßen, sowie zu Harn- und Kotinkontinenz. Der gesamte Krankheitsverlauf erstreckt sich meist über 6 Monate bis 3 Jahre.

Die Diagnose erfolgt durch Ausschlussverfahren, da viele andere Rückenmarkserkrankungen ähnliche Symptome verursachen können. Bildgebende Verfahren wie MRT und CT helfen, andere Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder Tumore auszuschließen. Ein Gentest kann die Mutation nachweisen, jedoch entwickeln nicht alle Träger die klinische Erkrankung. Eine definitive Diagnose ist erst post mortem durch histopathologische Untersuchung möglich.

Orthopädische Unterstützung und Management

Da es keine heilende Therapie gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Erhaltung der Lebensqualität und Mobilität. Physiotherapie, kontrollierte Bewegung und Hydrotherapie können den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Muskulatur stärken. Orthopädische Hilfsmittel spielen eine zentrale Rolle im Management der Degenerativen Myelopathie: Tragehilfen und Geschirre unterstützen die geschwächten Hintergliedmaßen, Hunderollstühle ermöglichen weiterhin Mobilität und Lebensqualität, Pfotenschützer verhindern Verletzungen durch Schleifen der Pfoten, und rutschfeste Unterlagen erleichtern das Stehen und Gehen.

Prognose und Lebensqualität

Die Degenerative Myelopathie ist eine progressive Erkrankung ohne Heilungsmöglichkeit. Mit geeigneten Hilfsmitteln und engagierter Pflege können betroffene Hunde jedoch über einen längeren Zeitraum eine akzeptable Lebensqualität aufrechterhalten. Die Entscheidung über den weiteren Verlauf sollte immer in enger Abstimmung mit dem Tierarzt getroffen werden, wobei das Wohlbefinden des Hundes im Vordergrund steht. Viele Besitzer berichten, dass ihre Hunde trotz der Erkrankung noch lange Freude am Leben haben, solange Schmerzen vermieden und die Mobilität durch entsprechende Hilfsmittel unterstützt wird.

Mögliche Symptome

  • Ataxie der Hintergliedmaßen
  • Nachziehen der Hinterpfoten
  • Unkoordinierter Gang
  • Übermäßiger Krallenabrieb
  • Schwäche beim Aufstehen
  • Umknicken der Hinterläufe
  • Muskelschwund der Hintergliedmaßen
  • Lähmung der Hintergliedmaßen
  • Harninkontinenz
  • Kotinkontinenz
  • Fortschreitende Parese

Orthopädische Indikationen

  • Tragehilfe für Hintergliedmaßen
  • Hunderollstuhl bei fortgeschrittener Lähmung
  • Pfotenschutz gegen Abschürfungen
  • Stützgeschirr zur Mobilitätsunterstützung
  • Rutschfeste Bodenschutzlösungen

Häufige Fragen

Ist die Degenerative Myelopathie schmerzhaft für meinen Hund?

Nein, die Degenerative Myelopathie selbst verursacht keine Schmerzen, da es sich um eine rein neurologische Erkrankung ohne Entzündungskomponente handelt. Allerdings können Folgeerscheinungen wie Druckstellen durch Liegen oder Verletzungen durch Schleifen der Pfoten schmerzhaft sein. Mit geeigneten Hilfsmitteln und guter Pflege lassen sich diese Komplikationen vermeiden.

Wie schnell schreitet die Degenerative Myelopathie voran?

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Typischerweise entwickelt sich die Erkrankung über 6 Monate bis 3 Jahre. Physiotherapie, kontrollierte Bewegung und der Einsatz von Mobilitätshilfen können den Verlauf möglicherweise verlangsamen und die Lebensqualität deutlich verlängern. Eine regelmäßige tierärztliche Kontrolle hilft, den Verlauf zu überwachen.

Wann sollte ich einen Rollstuhl für meinen Hund mit DM in Betracht ziehen?

Ein Hunderollstuhl ist sinnvoll, sobald Ihr Hund Schwierigkeiten hat, selbstständig zu stehen oder zu gehen, aber noch Interesse an Bewegung zeigt und die Vordergliedmaßen noch funktionsfähig sind. Viele Hunde adaptieren sich schnell an einen Rollstuhl und gewinnen dadurch erheblich an Lebensqualität. Ihr Tierarzt oder ein Orthopädietechniker kann Sie beraten, wann der optimale Zeitpunkt für die Anpassung ist.

Können alle Hunde mit SOD1-Mutation eine Degenerative Myelopathie entwickeln?

Nicht alle Hunde mit der SOD1-Mutation entwickeln die klinische Erkrankung. Die Mutation erhöht das Risiko erheblich, aber es gibt auch andere genetische und umweltbedingte Faktoren, die eine Rolle spielen. Hunde mit zwei Kopien der Mutation (homozygot) haben ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko als Träger mit nur einer Kopie. Ein Gentest kann das Risiko einschätzen, aber keine sichere Vorhersage treffen.

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